Klima im Bundesstaat North Carolina

North Carolina liegt zwischen dem Atlantischen Ozean und den Appalachen, daher wird das Klima von beiden Faktoren beeinflusst. Die Berge der Appalachen bilden eine Arte Schild, da diese kalte Luftströmungen und Stürme des Mittleren Westens abhalten und somit das Piedmont und die Küstenregion ein recht mildes Klima aufweisen. Der Großteil des Staates weist ein feuchtes Subtropenklima (Cfa) auf. In den höheren Lagen der Appalachen herrscht ein subtropisches Hochlandklima (Cfb). Die meisten Regionen Nord-Carolinas weisen eine durchschnittliche Höchsttemperatur im Juli von +32°C auf. Im Winter liegt die Tagestemperatur bei um die +10°C. Dennoch kann es im Winter zu starken Kaltlufteinbrüchen kommen, die auch “cold blast” genant werden.


Niederschlag:

Der durchschnittliche Jahresniederschlag in North Carolina liegt bei ungefähr 1080 mm. In den Bergen ist die Menge deutlich höher und liegt bei 1200 mm. Die Stürme im Juli machen einen Großteil des Niederschlags aus. Ungefähr 15% der Regenfälle in der warmen Jahreszeit sind auf tropische Zyklone zurückzuführen. Die Berge sehen in den Herbst- und Wintermonaten etwas Schnee. Feuchte Winde aus dem Südwesten bringen viele Wolken mit sich, die sich an den Berghängen der Appalachen abregnen. Westlich der Appalachen liegt die Niederschlagsmenge bei 2000 mm, während die Menge nordöstlich der Berge bei 1000 mm liegt.

Schnee:

Schnee findet man am häufigsten in den Bergen vor. Der staatenweite Durchschnitt der Schneemenge liegt bei jährlich 13 cm. Die Schneemenge variiert je nach Lage im Staat stark. Entlang der Küste und der Küstenebene schneit es eine durchschnittliche Menge von unter 5 cm. Die Hauptstadt Raleigh weist eine Schneemenge von 19 cm pro Jahr auf. Weiter im Westen in den Gefilden des Piedmont liegt die durchschnittliche Menge bei 23 cm. In Charlotte schneit es ca. 17 cm im Jahr. Schneestürme und Blizzards werden von den Appalachen abgehalten bevor sie das Piedmont erreichen. Wenn es in den Bergen schneit dann leicht. Der Schnee bleibt nie länger als zwei bis drei Tage liegen.

El Niño-La Niña:

Während der El-Niño-Ereignisse sind die Temperaturen im Winter und im frühen Frühling kühler als der Durchschnitt mit überdurchschnittlichen Niederschlägen in den zentralen und östlichen Teilen des Staates und trockeneren Wetterbedingungen im westlichen Teil. La Niña bringt normalerweise wärmere Durchschnittstemperaturen mit überdurchschnittlichen Niederschlägen im westlichen Teil des Staates, während die zentralen Gefilden und Küstenregionen trockener als der Durchschnitt sind.


Jahreszeitliche Wetterphänomene:

Winter:

North Carolina ist vom Westen her durch die Appalachen geschützt. Kaltfronten von Kanada werden von den Berghängen gemildert. Dennoch kann es zu Temperaturstürzen kommen, vor allem im Norden, Nordosten und im Osten der Appalachen. Andere polare Luftströme können Temperaturen von -11°C im zentralen North Carolina verursachen. Dennoch sind Temperaturen unter dem Gefrierpunkt östlich der Appalachen sehr selten. Die kälteste jemals registrierte Temperatur betrug -37°C und wurde am 21.01.1985 am Mount Mitchell gemessen. Die Wintertemperaturen sind an der Küste milder und der Atlantik hat einen wärmenden Einfluss. Die Wassertemperatur im Sommer wird auf Grund des Golfstromes sehr hoch. Schnee tritt vor allem in den Bergen auf. Die relative Luftfeuchte ist im Winter am höchsten.

Frühling:

Der Frühling ist die Hochsaison von Tornados. Zu den wichtigsten Outbreaks kam es am 28.03.1984 und 16.04.2011. Der Mai ist der Monat mit dem höchsten Temperaturanstieg. Im Piedmont herrschen zu dieser Jahreszeit warme Tage und kühle Nächte. In den Bergen ist es kühler und an der Küste deutlich wärmer. Die Luftfeuchte ist im Frühjahr am geringsten.

Sommer:

Die Sommertemperaturen im Bundesstaat sind hoch. Kühle, trockene Luft aus dem Norden kann zu kurzen kühleren Perioden führen. In den höheren Lagen sind die Sommer um einiges kühler, als im Piedmont oder im Lowland. Der Mount Mitchell weist eine maximale Tagestemperatur von +20°C auf, während die Sommernächte mit +12°C kühl sind. Im Sommer entstehen viele Gewitterstürme. Tropische Zyklone können einen Einfluss auf die Wetterlage haben. Nebelfleder sind auch im Sommer vertreten.

Herbst:

Der Herbst ist die instabilste Jahreszeit im Jahr. Im Oktober und November kommt es zu Temperaturstürzen und heftigen Anstiegen. Hurrikane können enorme Mengen an Regen mit sich bringen und Stürme können sich entwickeln. In den Bergen kann es zum ersten Schnee kommen.


Wetterextreme:

Außertropische Zyklone:

Die Ursache für Schnee östliche der Berge ist auf die aussertropischen Zyklone zurückzuführen. Diese ziehen südlich über Georgia und South Carolina und ziehen dann an die Küste von North und South Carolina. Diese Zyklone entsteht durch feuchte Atlantikluft und kalte Polarluft. Wenn diese Stürme nach Osten ziehen werden die östlichen Teile North Carolinas eingeschneit. Falls die Zyklone an die Küste ziehen, dann strömt warme Luft in den nordöstlichen Teil des Staates und die feuchte Meeresluft verursachen enorme Schneemengen im zentralen Teil des Bundesstaates. Falls der Zyklon vom Inland nach Osten zieht, dann fällt zwischen Raleigh und Greensboro viel Schnee. 

Blizzards und Schneestürme:

Falls Schneestürme die Schutzmauer der Berge durchbrechen, können diese enorme Menge an Schnee bringen. Der Blizzard im Jahr 1993 begann am 11.03 und endete am 15.03. Dieser beeinflusste Gebiete von Kanada bis Zentralamerika und brachte eine signifikante Schneemenge nach North Carolina. Newfound Gap registrierte eine Schneemenge von 91 cm. In anderen Regionen lag eine 1,5 m hohe Schneedecke. Mount Mitchell wies eine Schneedecke von 1,2 m auf. Nach dem Schneesturm lag eine 4,3 m hohe Schneedecke auf dem Berg. Im Nordwesten stieg die Schneemenge von 61 cm auf 91 cm an. Ein Schneesturm im Dezember 1989 brachte den Südosten der USA viel Schnee. Auch an der Küste wurden Schneemenge von bis zu 30 cm gemessen.

Gewitterstürme:

Gewitterstürme treten vor allem im Sommer auf. Die heißen Luftmassen und die hohen Temperaturen beschleunigen die Bildung von Gewitterwolken. Die Gewitterstürme bringen Hagel- und Blitzschläge, sowie Sturmböen mit sich. Manchmal entstehen auch Tornados.

Schneefälle:

Der Janaur 2000 in Raleigh wies einen enormen Schneefall von 51 cm auf. Zwischen dem 22.12 und 23.12.1989 fielen 46 cm Schnee in Wilmington an der Küste. 

Tornados:

Im Schnitt kommt es im Jahr zu 31 Tornados. Der Monat Mai weist die höchste Dichte an Tornados auf. Die Saison beginnt im Mai und endet im frühen November. Am 28.11.1988 entstand am frühen Morgen ein F4 Tornado.

Tropische Zyklone und Hurrikane:

Aufgrund dessen dass North Carolina an der Atlantikküste liegt, wird der Staat manchmal von Hurrikanen heimgesucht. Die meisten Zyklone ziehen vom Karibischen Meer nach North Carolina. Am 04.10.1954 traf Hurrikan Hazel auf North Carolina. Dieser Hurrikan gehörte zur Kategorie 4. Er zeichnete sich durch starke Sturmböen aus. Die Wetterstation Oak Island hat eine maximal Sturmböen von 230 km/h gemessen. In Raleigh kamen Sturmböen mit bis zu 140 km/h vor. Hazel brachte 19 Todesopfer und eine signifikanten Zerstörung. Hurrikan Fran traf 1996 auf North Carolina. Er gehörte zur Kategorie 3 und brachte eine erhebliche Zerstörung mit sich und wies starke Böen auf. Die Maximalböen lagen bei 185 km/h. An der Küste kam es zu einer 2,4 bis 3,7 m hohen Sturmflut. Neben den starken Sturmböen und den Flutwellen bringen Hurrikane auch extrem viel Niederschlag mit sich. Hurrikan Floyd (September 1999) brachte eine Regenmenge von 610 mm mit sich. Diese Menge wurde nördlich von Southport festgestellt. Im Gegensatz zu Hazel oder Fran, zerstörte Floyd die Region nicht mit Sturmböen, sondern mit heftigen Überschwemmungen.