Marine Ökoregion Antarktishalbinsel und Weddell-Meer

Die Antarktische Halbinsel und das Weddell-Meer zählen zu den wertvollsten Ökoregionen des Antarktischen Ozeans. Die Natur wird hier von einer antarktischen und subpolaren Flora und Fauna vertreten. Lebensgrundlage bildet Krill und Plankton, von diesen Tierchen ernähren sich beispielsweise Wale und Fische. Fische wiederum ziehen Raubmöwen, Pinguine und Robben an. Die Flora an der Küste ist recht arm, denn diese wird weitgehend vom Eis verdrängt.


Geographie:

Antarktische Halbinsel:

Die Antarktische Halbinsel ist sehr gebirgig und weist hohe Berge auf. Die höchsten Gipfel erreichen eine Höhe von über 2800 m. Zu den erwähnenswerten Gipfeln gehören der Mount Castro, Mount Coman, Mount Gilbert, Mount Jackson, Mount Hope (höchster Berg mit 3239 m), Mount William, Mount Owen und Mount Scott. Dieses Gebirge sind die antarktischen Ausläufer der Anden von Südamerika. Ein marines Gebirge verbindet die zwei Gebirgsstöcke. Der Scotia Arc ist ein Inselarchipel der die Antarktische Halbinsel mit der Tierra del Fuego verbindet. Die Landschaft besteht aus antarktischer Tundra. Das Relief ist bergig und verändert sich stark. Die Gletscher münden in das Larsen Ice Shelf. weiter Eisschelfe sind das George VI Ice Shelf, Wilkins Ice Shelf, Wordie Ice Shelf und das Bach Ice Shelf. Das Filchner-Ronne Ice Shelf liegt an der Ostküste der Halbinsel. Die Inseln entlang der Halbinsel sind meistens eisbedeckt und  sind durch Packeis mit dem Festland der Antarktis verbunden. Viele Gewässer schirmen die Inseln vom Festland ab, darunter zählen der Antarctic Sound, der Erebus und Terror Gulf, der George VI Sound, die Gerlache Strait und der Lemaire Channel. Der Lemaire Channel ist ein populäres Reiseziel für Touristen, diese gelangen mit Kreuzfahrtschiffen in den Kanal, um die Antarktis zu besuchen. Westlich liegt die Bellingshausen-See, im Norden die Scotiasee und im Osten das Weddlle-Meer. Die Nordspitze der Halbinsel und das Kap Horn haben eine Art Düseneffekt, da sich hier starke Stürme entwickeln. Diese entstehen aufgrund der geringen Breite der Drake Passage.


Klima:

Antarktische Halbinsel:

Aufgrund dessen, dass die Antarktische Halbinsel bis nördliche des südlichen Polarkreises reicht, weist die Halbinsel ein für antarktische Standards verhältnismäßig mildes Klima auf. Es wird gar als mildestes Klima des gesamten Kontinents betrachtet. Der wärmste Monat ist der Januar mit durchschnittlichen Temperaturen zwischen +1°C und +2°C. Der Juni hingegen ist mit Durchschnittswerten zwischen -15°C und -20°C der kälteste Monat im Jahr. Die Westküste weist ein polares Meeresklima auf. Hier befindet sich der wärmste Teil der Antarktischen Halbinsel. Hier überschreiten die Sommertemperaturen den Gefrierpunkt für drei bis vier Monate. Nur selten fällt das Thermometer im Winter tiefer als -15°C. Die Ostküste ist um einiges kälter. Die Temperaturen übersteigen nur für höchsten einen Monat den Gefrierpunkt. Die Wintertemperaturen schwanken zwischen -5°C und -25°C. Die kälteren Temperaturen des Südostens, am Weddell-Meer, haben einen Einfluss auf den Eisabrieb der östlichen Seite, da das Packeis sich hartnäckig hält. Die Niederschlagsmenge variiert stark von der Lage. An der Spitze der Halbinsel liegt jährliche Niederschlagsmenge zwischen 350 mm und 500 mm. Der Großteil des Niederschlags fällt während des Sommers. Zwischen 68°S und 63°S an der Westküste liegt die jährliche Menge bei 350 mm. Entlang der Ostküste südlich des 63°S nimmt die Menge deutlich ab und liegt zwischen 100 und 150 mm. Die subantarktischen Inseln weisen eine jährliche Niederschlagsmenge zwischen 100 und 150 mm auf. Im Inland der Halbinsel und der Antarktis ist es extrem trocken und wird daher als Eiswüste klassifiziert. Die jährliche Menge liegt bei nur 100 mm pro Jahr.

Weddell-Meer:

Die starken Winden und die parallel verlaufenden Gebirge der Antarktischen Halbinsel bilden die klimatischen Bedienungen für das westlich Weddell-Meer. Die Winde bringen kalte Luft in niedrigere Lagen und drehen von südwestlicher Richtung auf eine nördliche Windrichtung. Diese Winde haben nicht nur einen Effekt auf die Temperaturen östlich der Antarktischen Halbinsel, sondern auch, weil sie den Eisabtrieb nach Nordosten in den Südatlantik als letzten Zweig der Zirkulation im Uhrzeigersinn in den unteren Schichten der Atmosphäre an den Küsten des Weddellmeeres forcieren. Dieser starke Kontrast zwischen den Winden, Temperaturen und Eisabtrieben beidseitig der Halbinsel machen die klimatischen Voraussetzungen des Meeres so besonders. Starke Winde aus nördlicher Richtung beeinflussen die östliche Seite der Halbinsel. 


Natur der Antarktischen Halbinsel:

Seeelefanten

Flora und Vegetation:

An der Küstenregion der Antarktischen Halbinsel herrscht das mildeste Klima der Antarktis, daher ermöglicht diese Milderung ein Wachstum von Moose und Flechten. Diese Pflanzen wachsen während des Sommers über Steine. Eine weiter Pflanzenart die trotz des harschen Klimas hier gedeihen kann sind Algen. Zu den am weitesten verbreiteten Flechtenarten zählen Usnea und Bryoria. Die Antarktis weist zwei Blütenpflanzen auf, zu einem die Antarktische Schmiele und die Antarktische Perlwurz. Diese zwei Blütenpflanzen findet man im Norden und Westen der Halbinsel vor. Aber auch auf den Inseln, wo das Klima noch milder ist, findet man die zwei Pflanzenarten vor.

Seeleopard

Fauna:

Der Antarktische Krill lebt in den Gewässern der Antarktischen Halbinsel und ist verbreitet über das gesamte Küstengebiet der Antarktis. Krabbenfresser, eine Robbenart, macht in den Gewässer der Antarktis auf Grill Jagd. Dorsche und Seiwale findet man hier ebenfalls vor. Die Landtiere der Antarktis ernähren sich vom Angebot des Meeres und der Ozeane. Seevögel, Seelöwen und Pinguine sieht man häufig in den Gewässern fischen. Zu den bekanntesten Robben gehören der Seeleopard und die Weddell-Robbe. Die riesige Robbenart des Südlichen Seeelefanten leben auf den umliegende Inseln und den Küstenstreifen der Halbinsel. Viele Pinguinarten leben auf der Halbinsel wie der Zügelpinguin, Kaiserpinguin, Eselspinguin und Adeliepinguin (Bild). Auf der Petermann Island lebt die südlichste Population an Eselpinguinen. Die Felsen stellen für die Vögel eine richtige Brutstätte dar. Die Pinguine kehren jedes Jahr wieder zurück, um dort ihre Jungen auf die Welt zu bringen. An den Küsten kreisen viele Seevögel, wie die berüchtigten Raubmöwen.


Natur des Weddell-Meeres:

Fauna:

Das Weddell-Meer ist Heimat von Walen und Robben. Zu den typischen Bewohnern des Meeres gehören die Weddell-Robbe, Killerwale (Orkas), Buckelwale, Zwergwale und Seeleoparden. Die Adélie-Pinguine ist die dominante Pinguinart. Auf der vulkanischen Paulet Island lebt eine Population von 100.000 Pinguinpaaren. Einige Jahres zuvor wurde hier auch eine Kolonie von Kaiserpinguinen entdeckt, allerdings ist die Population südlich der Snwohill Island im Ozean nur schwer zu erreichen.