Selva Lacandona

Die Selva Lacandona (span.: ‚Lacandonischer Wald‘) ist ein Urwaldgebiet im mexikanischen Bundesstaat Chiapas an der Grenze zu Guatemala. Das Herzstück des Urwalds wird durch den Montes Azules Naturpark geschützt.


Geographie:

Das Schutzgebiet, das zum Naturpark Montes Azules gehört, wird nach Osten hin auf ca. 150 km durch den Río Lancantún abgeschlossen, der zum Flussgebiet des Río Usumacinta gehört.

Klima:

Das feuchte Tropenklima der Wälder weist hohe Temperaturen auf. Die Jahrestemperaturen liegen zwischen 18°C und 22°C. Zwei große Thermalzonen teilen die Region. Der durchschnittliche Niederschlag  der Insel liegt zwischen 2000 mm und 3000 mm.


Natur:

Die Wälder stellen ein großes Ökosystem dar. In den Baumkronen leben Spinnen- und Brüllaffen, Eichhörnchen, Opossums und Fledermäuse. Letztere findet man auch in den versteckten Höhlen vor. Tukane, Aras und weitere Papageien und Sittiche bauen ihre Nester auf den Bäume, hohlen Stämmen und Felsvorsprüngen. Der Waldboden wird von Millionen Insekten, wie Käfern und Ameisen, bevölkert. Schmetterlingschwärme kommen saisonal vor. Frösche und tropische Amphibien findet man auf Moosböden und in Tümpeln vor. Zu den Pflanzenarten der Waldböden zahlen Bromelien, Orchideen und Schlingpflanzen. Tapire, Jaguare und Ameisenbären gehören zu den bekanntesten Einwohnern des Regenwaldes. Die Flüsse werden von Schildkröten, Fischen und Echsenarten bevölkert. Im Lakandonsichen Urwald findet man mindesten 30 Baum-, 50 Orchideen-, 40 Vogel-, 20 Säugetier-, 300 Schmetterlings- und 5000 Wirbelosentierarten vor.


Maya:

Die Selva Lacandona ist Heimat und verbrieftes Eigentum der Lacandon-Maya, die noch viel von ihrer traditionellen Lebensweise bewahrt haben. In der Selva Lacandona liegen mehrere berühmte Ruinenstätten der klassischen Maya, wie z. B. Bonampak.

Bonampak:

Bonampak ist eine 1946 entdeckte Ruinenstadt der Maya, die durch ihre gut erhaltenen Wandgemälde berühmt wurde. Sie befindet sich im mexikanischenBundesstaat Chiapas in der so genannten „Selva Lacandona“ an der Grenze zu Guatemala, rund 30 Kilometer südlich der Mayastätte Yaxchilán. Der Name Bonampak bedeutet auf Maya „bemalte Wand“ und wurde dem Ort vom Forscher Sylvanus Morley verliehen. Es ist ein Mayazentrum der klassischen Zeit (300–900) von eher sekundärer Bedeutung. Berühmt wurde der Ort durch seine außerordentlichen Wandmalereien, die bis heute im Mayagebiet einzigartig sind und zu den herausragendsten Kunstwerken im präkolumbischen Amerika gehören. Herausragend ist insbesondere die bewegte Darstellungsweise, die sich deutlich von den in Steinmonumenten dominierenden statischen Wiedergaben abhebt.