Klima in Alberta

© Adam Peterson

Alberta hat eine Länge von 1200 km von Nord nach Süd. Das Klima ist sehr unterschiedlich. In Alberta herrscht vorwiegend ein feuchtes Kontinentalklima mit warmen Sommern und kalten Wintern vor. Insgesamt liegt Alberta im Regenschatten der Rocky Mountains und der Pacific Coast Range, daher weist die Provinz ein trockenes Klima auf. Aufgrund der Inlandlage ist das Klima extremer, als an den Küsten British Columbias.


Klima- und Vegetationszonen:

Das nördliche Alberta ist meist von Taiga-Wäldern bedeckt und weist daher ein subarktisches Klima auf. Das südliche Alberta weist ein semi-arides Steppenklima auf mit geringen Niederschlägen. Die südöstliche Ecke Albertas ist Teil der Palliser Triangel, hier wird im Sommer die größte Hitze registriert. Das zentrale und nordwestliche Alberta, sowie die Peace River Region wird von weiten Aspenwäldern bedeckt.

USDA-Klimazonen:

Alberta liegt in vier USDA-Klimazonen. Ingesamt liegen die Klimazonen im unteren Bereich der Skala (0 bis 13). Tiefsttemperaturen von -40°C bis -28,9°C sind immer möglich. Die USDA-Klimazone 4b findet man nur im südlichen Alberta vor. Der Norden liegt komplett in der Zone 3a.


Temperaturen:

Winter:

Die Prärieprovinz wird im Winter vom kalten Wettersystem der Arktis beeinflusst. Ganzjährig können hohe Temperaturschwankungen vorkommen vor allem dann wenn die Windrichtung von Süd nach Nord wechselt. Die arktischen Luftmassen versuchen sehr niedrige Temperaturen. Tiefstwerte von bis zu -54°C können vorkommen, allerdings fallen die Temperaturen im Süden nicht weiter wie -46°C. Die durchschnittliche Temperatur im Januar liegt bei 0°C im Südwesten und bei -24°C im äußersten Norden. Das südwestliche Alberta weist kalte Winter auf, diese Kaltperioden werden von warmen Zeiten unterbrochen, da die Chinook-Winde einen Wärmeeinfluss verursachen.

Sommer:

Im Sommer herrschen kontinentale Luftmassen vor, diese bringen oftmals sehr warme bis heiße Luft mit sich. Die Höchstwerte reichen bis zu +32°C in den Bergen und +40°C im südöstlichen Alberta. In den Sommermonaten liegt die durchschnittliche Temperatur bei +21°C im Norden und in den Rockies und deren Tälern. In der Prärie und im Südosten Albertas liegt die Durchschnittstemperatur bei +28°C.


Niederschlag:

Die nördlichen Gefilde Albertas weisen ein arides Klima auf. Im Südosten liegt die jährliche Niederschlagsmenge bei 300 mm, während sie im Norden auf 450 mm steigt. An den Vorbergen der Rockies und im Gebirge selbst liegt die Menge bei 600 mm. Die nördlichen und westlichen Teile der Provinz weisen einen höheren Niederschlag auf, als die tiefliegenden Gefilde. Die südlichen und zentral-östlichen Gebiete Albertas sind im Sommer ebenfalls trocken und es kann zu Dürreperioden kommen. Dennoch kann es hier zu sintflutartigen Regenfällen kommen, die heftige Überschwemmungen mit sich bringen.

Schnee:

Die Chance auf weiße Weihnachten liegt in Calgary bei 56% und in Edmonton bei 86%.


Sonnenstunden:

Die Provinz Alberta ist sonnig. Die jährliche Sonnenscheinrate liegt zwischen 1900 und 2600 Sonnenstunden im Jahr. Das nördliche Alberta weist im Sommer 18-stündiges Tageslicht auf.


Klimatische Besonderheiten:

Klimascheide der Rocky Mountains:

Das Wetter wird beeinflusst von den Rocky Mountains im Südwesten. Die Bergkette der Rockies bilden eine Klimascheide, da die Gebirgskette die feuchten Luftmassen des Pazifiks weitgehend abhalten. Somit ist die Niederschlagsmenge in Alberta vergleichsweise gering, da der Bundesstaat im Regenschatten der Rocky Mountains liegt.

Alberta Clipper:

Alberta ist Namensgeber des Tiefdrucksystems “Alberta Clipper”. Dieses Tiefdruckgebiet versucht starke und schnell ziehende Winterstürme.

Chinook-Winde:

Alberta ist geschützt durch die Berge, diese lassen die Chinook-Winde entstehen. Die Chinook-Winde versuchen in den kalten Wintern warme Perioden. In Pincher Creek wurde bisher der größte Temperaturunterschied festgestellt, der durch die Chinook-Winde verursacht wurde.. Innerhalb einer Stunde stieg die Temperatur von -19°C auf +22°C. In der Region um Lethbridge ist dieses Phänomen häufig zu beobachten, pro Jahr ca. 30 bis 35 Tage mit Chinook-Winden.


Wetterextreme:

Nach Saskatchewan ist Alberta die kanadische Provinz mit den meisten Tornados. Durchschnittlich werden 15 Tornados im Jahr gezählt. Gewittertürme sind oftmals unwetterartig und schwer. Gewitter sind vor allem in den Sommermonaten möglich, speziell im zentralen und südlichen Alberta. Die Region um Calgary und Edmonton weist die höchste Frequenz an Hagel in gesamt Kanada auf.


Südliches Alberta:

Der Großteil von Southern Alberta liegt östlich der Rockies und außerhalb der Cypress Hills. Vor allem in der Pallisers Triangle findet man eine trockene Steppe vor. Die jährlichen Niederschlagsmengen liegen zwischen 280 und 430 mm. Nach der Köppen-Klimaklassifikation liegt der Großteil des Südens in der Klimazone des semi-ariden oder feuchten Kontinentalklimas. Die Sommer sind hier am heissesten und die Winter sind kalt. Die Chinook-Winde verursachen Warmperioden in der kalten Jahreszeit. Die Vegetation besteht aus weiten Prärien.


Central Alberta:

In Central Albert herrscht ein trockenes Kontinentalklima vor. Im Südosten der Region und an der Grenze zu Saskatchewan findet man ein semi-arides Klima vor. Die Niederschlagsmenge ist hier deutlich höher, als im Süden Albertas. Die Sommertemperaturen sind kühler und die Winter strenger. Nach dem südlichen Ontario gehört Central Alberta zu den Orten Kanadas mit der höchsten Tornadorate. Der Großteil des Zentrums ist mit Aspenwäldern bedeckt, aber auch Prärien kommen in sehr trockenen Gebieten vor. Weiter im Norden und in höheren Lagen wächst ein borealer Nadelwald.


Northern Alberta:

Das nördliche Alberta ist die kälteste Region der Provinz und weist zum Großteil ein subarktisches Klima auf. Im Süden und im Peace River Country herrscht ein feuchtes Kontinentalklima vor. Die Winter im nördlichen Alberta sind lang, sehr kalt und harsch. Die Sommer sind kurz und warm. Die Niederschlagsmenge ist niedriger als im zentralen Alberta und kann mit dem südlichen Alberta verglichen werden. Die natürliche Vegetation im Norden besteht aus Misch- und Nadelwälder. Vorherrschend ist vor allem die Taiga und vereinzelte Aspenwälder im Peace River Country.


Rocky Mountains und Cypress Hills:

In den tieferen Lagen der Rocky Mountains und in den Cypress Hills herrscht ein feuchtes Kontinentalklima vor. Diese Regionen sind verschneit, aber die Winter sind deutlich milder, aufgrund des wärmeren Effekts der Chinook-Winde. Umso höher man kommt wird das Klima strenger und kälter. Mit ansteigenden Höhenmetern wird aus dem Kontinentalklima ein subalpines Klima mit charakteristischen Merkmalen eines subarktischen Klimas. Über der Baumgrenze herrscht ein alpines/polares Klima vor. Die Niederschlagsmenge ist im gesamten Berggebiet hoch.


Edmonton Metropolitan Region:

Edmonton weist ein feuchtes Kontinentalklima auf und liegt nach der USDA-Klimazone im Bereich 4a. Die Stadt gehört zu den kältesten Orten Kanadas im Winter, dennoch sind die Winter hier milder als in Regina, Saskatoon oder Winnipeg. Tiefstwerte von unter -20°C kommen an ungefähr 25 Tagen im Jahr vor. Die kälteste Temperatur in Edmonton beträgt -49,4°C. Die Sommer (Spätjuni bis frühen September) sind schwül und warm. Die Winter (November bis März) sind sehr kalt, frostig und harsch. Es gibt 135 bis 140 Frosttage im Jahr. Edmonton ist eine der sonnigsten Städten Kanadas.


Calgary Metropolitan Region:

Die Sommer in Calgary sind warm, die Winter können dagegen sehr kalt sein, so dass die Temperatur über eine längere Zeit den Gefrierpunkt nicht übersteigt. Diese Kältephase kann plötzlich durch eine Warmphase mit Temperaturen von fast 20 °C abgelöst werden. Das wird durch den Chinook verursacht, einen warmen föhnartigen Wind, der von den Rocky Mountains auf Calgary herunterweht. Dagegen ist es ebenso möglich, dass bereits Anfang Oktober Schneestürme hereinbrechen.