Klima im Bundesstaat Michigan

Aufgrund der Lage im Mittleren Westen der USA ist das Klima in Michigan extrem ausgeprägt, aber dennoch hat das Klima in Michigan eine Besonderheit, denn im Vergleich zu den restlichen Vereinigten Staaten sind die Temperaturen gemildert. Dies liegt an der Nähe zu den Großen Seen. Diese geben Michigan ein milderes Klima im Vergleich zu anderen Staaten derselben geographischen Breite. Es ist feucht und kontinental (weltweit eine recht seltene Kombination) und liegt in der kühlgemäßigten Klimazone. Das Klima von Ober- und Unter-Michigan ist jedoch gesondert zu betrachten.

Klimakarten:

Staaten weiter Klimadurchschnitt für den Bundesstaat Michigan:

Anzahl der sonnigen, teils bewölkten und bewölkten Tage:

Michigan weist ein wechselhaftes Wetter auf. Sonnige Tage sind gering. Am häufigsten ist der Himmel bedeckt, meist über die Hälfte des Jahres. Die Upper Peninsula weist vergleichsweise mehr bedeckte Tage auf, als die südliche Halbinsel von Michigan.


Upper Michigan:

Ober-Michigan ist deutlich kühler und weist ein nordisches Klima auf. Die durchschnittliche frostfreie Zeit beträgt nur 60 bis 120 Tage pro Jahr. Die Winter sind sehr streng und die Sommer mild. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Sault Ste. Marie nahe der Grenze zu Kanada im Nordosten Ober-Michigans beträgt 4,3 °C. Wärmster Monat ist der Juli mit 18 °C, die kältesten sind Januar und Februar mit −10 °C. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt bei 869 mm und verteilt sich über das gesamte Jahr.

Küstengebiet der Großen Seen:

Hier ist das Klima gemildert, aufgrund der großen Wasserfläche des Lake Superior und des Lake Michigan. Die Winter sind hier deutlich milder, als im Hinterland der Upper Michigan Peninsula. Die feuchteste Jahreszeit ist hier der Herbst. Die Schneemenge im Gebiet ist erheblich, da der Lake-Effekt riesige Mengen an festen Niederschlag produziert.

Inland der Upper Michigan Peninsula:

Das Klima in Inland von Upper Michigan ist kontinentaler geprägt, als an der Küste an den Großen Seen. Die Winter sind dort deutlich kälter, aber nicht so schneereich. Die Sommer sind etwas wärmer. Der Niederschlag verteilt sich etwas anders. Die feuchte Jahreszeit wird länger und beginnt bereits im Frühsommer. Das Tornadorisiko ist deutlich höher, als an der Küste des Lake Superior.


Lower Michigan:

Klimadurchschnitte für Lower Michigan

Das Klima in Unter-Michigan hingegen ist mild. Die durchschnittliche frostfreie Zeit beträgt 180 bis 240 Tage, ist also deutlich länger als in Ober-Michigan. In Detroit (im Südosten Unter-Michigans) liegt die Durchschnittstemperatur bei 10 °C. Wärmster Monat ist der Juli mit 24 °C, kältester der Januar mit −5 °C. Die Temperaturen sind insgesamt um 5 °C höher als in Ober-Michigan. Die Temperaturdifferenz ist mit 18 °C gering für einen Kontinentalstaat. Dies liegt an dem Einfluss der Großen Seen. Im Sommer kühlen sie die Luft ab und im Winter speichern sie Wärme und erwärmen die Luft. Allerdings ist die Temperaturdifferenz immer noch deutlich höher als etwa an Meeresküsten, weshalb das Michigan-Klima trotz des Einflusses der Seen zum kontinentalen Typ gerechnet wird. Der Niederschlag ist auch hier ganzjährig, jedoch mit 691 mm etwas geringer.

Central Michigan:

Das Zentrum in Michigan wird von den Great Lakes beeinflusst. Das Klima ist wie überall im südlichen Michigan kontinental geprägt mit heißen Sommern und kalten Wintern. Die Winter sind schneereich und der Lake-Effekt bringt große Schneemassen. Die Winter an der Küste sind milder, als im zentralen Innenland. Umso südlicher man kommt, umso heißer werden die Sommer und die Winter milder.

Northern Lower Peninsula:

Die Region weist feuchte Sommer und sehr kalte Winter auf. Manchmal können die Sommermonate auch heiß werden. Der Frühling ist regnerisch und es kann zu starken Überflutungen mit Schlammlawinen kommen. Schnee ist häufig und die Menge erheblich, aufgrund des Lake-Effekts und der Westwinde des Lake Michigans. Die Schneemenge kann zwischen 130 cm (Harrisville) und 360 cm (Gaylord) liegen. Die Rekorde der Höchst- und Tiefsttemperaturen wurden alle beide im nördlichen Teil der Lower Peninsula gemessen:

  • Mio: +44°C am 13.07.1936
  • Vanderbilt: -46°C am 09.02.1934

Southeast Michigan:

Der Südosten Michigans ist der wärmste Teil des Bundesstaates. Hier sind die Winter vergleichsweise mild und die Sommer heiß. Dennoch ist die Niederschlagsmenge, wie in allen Teilen Michigans, hoch. Im Winter kommt es zu großen Schneemengen, da die Great Lakes einen deutlichen klimatischen Einfluss auf das regionale Klima haben. Der Lake-Effekt bringt große Mengen an Schnee über den nördlichen Mittleren Westen. Die Wassertemperaturen des Lake Erie sind im Vergleich zu den anderen Great Lakes recht hoch. Im Sommer liegt die durchschnittliche Wassertemperatur bei +25°C.

West Michigan:

Das westliche Michigan erstreckt sich entlang des Lake Michigans und reicht bis in das Zentrum von Michigan. Das Klima wird grundsätzlich vom Lake Michigan bestimmt. Die Winter sind kalt und schneereich, während die Sommer im Süden heiß und im nördlicheren Teil sehr warm sind. Im Süden des Westens ist das Tornadorisiko am höchsten im Bundesstaat. Umso näher man an den Lake Michigan kommt, umso feuchter und milder wird das Klima. Die Winter sind am See deutlich milder, als im Hinterland. Wenn der Lake-Effekt einsetzt kommt es zu großen Schneemassen.


Wetterextreme:

Gewitterstürme:

Michigan ist bekannt für seine heftigen Gewitterstürme. Diese könne Hagel, Orkanböen, hohe Blitzraten, sintflutartige Regenfälle und Tornados mit sich bringen. Solche Gewitter entwicklen sich vor allem im Spätfrühling und Frühsommer.

Regenfälle, Überflutungen und Hochwasser:

Überflutungen können zu jeder Jahreszeit auftreten. Vor allem während der Schneeschmelze und dem ersten heftigen Regenschauern im Frühjahr. Aber auch heftige Gewitterstürmen können kurzeitige Überflutungen verursachen. Durch die globale Erwärmung könnte sich dieses Wetterextrem verschärfen (siehe Klimawandel im Bundesstaat Michigan). Sintflutartige Regenfälle treten vermehrt im Herbst auf. Am 31.08.1914 regnete es in Bloomingdale innerhalb von 24 Stunden 248 mm.

Schneefall:

Der größte jemals registrierte Schneefall innerhalb von 24 Stunden wurde am 02.12.1985 in Herman gemessen und betrug 81 cm. Die größte jemals vorhanden Schneedecke betrug 297 cm und lag zwischen dem 27.01 und 31.01.1948 in Eagle Harbor.

Temperaturextreme:

Die tiefste jemals gemessene Temperatur in Michigan betrug -46°C und wurde am 09.02.1934 in Vanderbilt gemessene. Das extreme Gegenteil betrug +44°C und wurde am 13.07.1936 in Stanwood registriert.

Tornados:

Der Durchschnitt der Tage mit Gewitterstürmen liegt bei 30 Tagen. Diese können heftig ausfallen, vor allem im südlichen Teil des Staates. Im Schnitt werden 17 Tornados pro Jahr gezählt. Der Süden von Michigan gehört zur Tornado Alley. Daher haben viele Gemeinden und Städten im südlichen Michigan ein Tornadowarnsystem mit Sirenen. Weiter im Zentrum, Norden und in der Upper Peninsula sind Tornados seltener. 


Klimawandel im Bundesstaat Michigan:

Heftige Regenfälle und starke Überflutungen nehmen zu. Die starken Regenfälle nahmen in den letzten fünfzig Jahren deutlich zu. Diese Wetteralgen verursachen Überflutungen, Schlammlawinen und beschleunigen die Erosion des Bodens. Die Zunahme von heftigen Gewittern und Hagelstürmen haben einen negativen Einfluss auf die Landwirtschaft und Infrastruktur.

Durch den Klimawandel und die zunehmende Erwärmung nimmt die Verweisung der Seen ab.

Der Klimawandel hat auch Auswirkungen auf die Great Lakes. Der stärker werdenden Regenfälle spülen Phosphate, Colibakterien und ander Umweltschadstoffe von der Landwirtschaft und den Städten in die Great Lakes. Diese Verschmutzung führt häufig dazu, dass manche Strände zeitweise gesperrt wurden. Zudem nimmt das Algenwachstum zu. Durch die schädlichen Algen kam es im Jahr 2014 in Toledo zu so einer Trinkwasserbelastung, dass dieses ungenießbar war. Die ansteigenden Temperaturen verhindern das Entstehen von Eis im Winter. Auch die Fauna der Seen, vor allem die Fische, leiden unter den Veränderungen, da neue Arten die heimischen Arten weitgehend verdrängen. Auch die Verschmutzung der Strände wird zunehmen.

Auch die Landwirtschaft leidet unter den Veränderungen der klimatischen Bedingungen. Aufgrund der immer länger werden Vegetationszeit kommt es zu einer Umstellung der Arten von Nutzpflanzen, aber auch der Biorhythmus der angebauten Pflanzen ist dadurch gestört. Extremes Wetter, wie Dürre, Hitze, Gewitter oder Hagelschlag können die Ernte weitgehend zerstören. Zudem sind auch überraschende Kaltlufteinbrüche im Frühjahr eine weitere Gefahr für die Agrarkultur.

Auch die Wälder leiden unter den Veränderungen. So verschiebt sich das südliche Verbreitungsgebiet weiter nach Norden. Dadurch werden die jetzigen Pflanzenarten von neuen Pflanzenarten zurückgedrängt oder vermischt. Hitze macht den Wäldern in Michigan auch zu schaffen, aber auch die Zunahme von schädlichen Insekten stellt eine ernste Gefahr dar.


Siehe auch: