El Morro National Monument

Das El Morro National Monument liegt im Nordwesten New Mexicos. Die bis zu 360 m hohen Felsklötze ragen aus der trockene Prärie heraus. An den Füßen der Felsen liegt ein nie versiegender Quelltopf. Diese kleine Wasserresource hat schon vielen Menschen das Leben gerettet, viele davon verzweigten sich in den Gestein des Felsens.


Klima:


Geschichte:

Der Inscription Rock im El Morro National Monument liegt geographisch auf einer seit Jahrhunderten etablierten Ost-West-Achse durch das Gebiet des heutigen New Mexico.

Anasazi und Vorgeschichte:

Vor etwa 2.000 Jahren begannen die Anasazi sesshaft zu werden, und im Laufe der Zeit entstanden in diesem Gebiet erste Siedlungen. Die Überreste dieser Siedlungen sind noch heute über den gesamten Südwesten der USA verstreut. Auch am Plateau von El Morro National Monument finden sich Überreste von Siedlungen dieser Kultur. Lange bevor Europäer dieses Gebiet erstmals erreichten, hatten bereits die amerikanischen Ureinwohner begonnen, Felszeichnungen (Petroglyphen) im Gebiet des heutigen Nationalmonuments anzufertigen.

Spanier:

Als erstes Zeugnis eines Europäers im El Morro National Monument gilt die Inschrift des spanischen Conquistadores Don Juan de Oñateaus dem Jahr 1605: Pasó por a[qu]í, el adelantado Don J[ua]n de Oñate del descubrimiento de la mar del sur a 16 de Abril de 1605(sinngemäß: Hier zog Don Juan de Oñate auf einer Südsee-Expedition am 16. April 1605 vorüber).

Armee-Expedition und Siedler:

Doch die Geschichte der Inschriften am Inscription Rock hatte eben erst begonnen. Mehr als zwei Jahrhunderte später, im Jahre 1849, besuchten James H. Simpson und Richard Kern im Verlauf einer Armee-Expedition in dieses Gebiet auch den Inscription Rock. Sie waren von den bereits damals vorhandenen Inschriften so beeindruckt, dass sie zwei volle Tage damit verbrachten, diese abzuzeichnen und zu archivieren. Simpsons Bericht und Kerns Zeichnungen waren die ersten schriftlichen Erwähnungen des Felsens. Bald schon war die so genannte El-Morro-Route ein bekannter Siedlerweg nach Kalifornien. Über die nächsten Jahrzehnte machten immer häufiger amerikanische Reisende Halt am El Morro. Dazu zählten Siedler, Forscher, Armeeangehörige und ein Vorauskommando der Union-Pacific-Eisenbahn.

Besuch von P. Gilmer Breckinridge:

Eine besondere Episode stellt der Besuch von P. Gilmer Breckinridge, Henry C. Wayne und Edward F. Beale aus dem Jahr 1859 dar. In dem Versuch, das Problem der mangelnden Wasserversorgung auf den Weg zwischen den Staaten Mississippi und Kalifornien zu lösen, hatten sie im Auftrag der US-Armee in Ägypten und der Türkei zahlreiche Kamele erstanden. Mit diesen wollten sie beweisen, dass der Einsatz von Kamelen im Südwesten der USA deutliche Vorteile gegenüber dem Einsatz der üblichen Zugtiere hatte. Als der Trail im Dezember dieses Jahres in Los Angeles ankam, löste er tumultariges Aufsehen aus. Mit dem Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges ging jedoch auch dieses Kapitel amerikanischer Geschichte zu Ende.


Indianische Zeugnisse:

Zuñi:

Das Volk der Zuñi, der direkten Nachfahren der Anasazi nennt das Felsmassiv A’ts’ina (Ort der Felsinschriften), die Spanier El Morro (Landzunge), die Amerikaner schließlich prägten die Bezeichnung Inscription Rock. Verbindendes Element dieser Gruppen ist, dass sie alle gravierte Spuren ihrer Anwesenheit (Carvings) an den Flanken des Felsens zurückgelassen haben.

Pueblo:

Auf der ebenen Oberfläche des Inscription Rock liegt das nur zu einem kleinen Teil freigelegte Pueblo Atsinna. Die Siedlungsgeschichte beginnt um 400, wie Grubenhäuser in der Nähe belegen. Um 1250 wurden kleinere Siedlungen auf dem Felsen angelegt, vermutlich weil Bewohner der Region wegen verschlechterter Klimabedingungen in höher gelegene Teile zogen, wo stärkerer Niederschlag zu erwarten war. Atsinna entstand, als die kleineren Pueblos nach 1275 zu Gunsten von Atsinna aufgegeben wurden. Atsinna bestand aus zwei konzentrischen Vierecken mit zusammen mehr als 500 Räumen um einen großen zentralen Hof. Da keine Eingänge von außen vorhanden waren, konnte man nur über Leitern in das Pueblo gelangen. Bei den archäologischen Untersuchungen durch Richard B. Woodbury um 1950 wurde eine komplexe Wasserversorgung festgestellt, die sich aus natürlichen Felsvertiefungen und künstlichen Rückhaltebecken speiste. Bald nach 1300 wurde auch Atsinna wieder aufgegeben und seine Bewohner zogen zu ihren früheren Siedlungen in der Nähe von Zuni.