Ferner Osten

Der Ferne Osten von Russland wird nicht zu Sibirien gezählt und stellt eine einzigartige Vielfalt an Landschaften und Völkern auf. Hier liegen auch einige Kältepole der Erde, unter anderen die Stadt Werchojansk (Jakutien) und das Dorf Oimjakon (Jakutien), der kälteste dauerhaft bewohnte Ort der Erde. Die Hauptstadt Jakutsk der Republik Sacha (Jakutien) ist die kälteste Großstadt der Erde. Zusätzlich fliessen hier die zwei größten Flüsse Sibiriens und Russlands: die Lena und der Amur. Beide zählen zu den längsten Flüssen der Welt. Die Halbinsel Kamtschatka ist so groß wie Deutschland und stellt somit die größte Halbinsel Ostasiens dar. Auf der Halbinsel befinden sich massive Vulkane und Geothermalgebiete, da Kamtschatka teil des Pazifischen Feuerrings ist. Nicht zuletzt stellt die Halbinsel eine einzigartige Wildnis dar und wird nur von der Artenvielfalt der Region Ussurien übertrumpft. Ussurien befindet sich im Südosten des Fernen Ostens und stellt das Gebiet zwischen Amur und dem Japanischen Meer dar. Das Sichote-Alin-Gebirge bildet die Bestandteil Ussuriens. Mehr als 95% des Gebiets sind bewaldet und ist somit perfekter Lebensraum für die seltene Amur-Tiger und Amur-Leoparden. Die Hauptstadt des Kreises ist Chabarowsk mit über 600.000 Einwohnern. Der Föderationskreis Ferner Osten hat mit mehr als 6,2 Millionen km² Fläche einen Anteil von 36,4 % an der Gesamtfläche des Landes und ist der größte der acht Föderationskreise Russlands.


Geographien:

Lage:

Als „Fernen Osten“ bezeichnet man die Pazifikregion Russlands, die unter anderem die Gebiete Sacha (das frühere Jakutien), die Jüdische Autonome Oblast und die Halbinsel Kamtschatka (H1) umfasst. Im Osten grenzt der Föderationskreis an den Pazifik mit seinen Randmeeren Beringmeer (M5), Beringstraße (M6), Japanische Meer (M2) und Ochotskisches Meer (M1), im Norden an den Arktischen Ozean mit den Randmeeren Ostsibirische See (M3) und die Laptewsee (M4), im Süden an die Volksrepublik China, Japanund Nordkorea und im Westen an den Föderationskreis Sibirien.

Inseln:

Die größten Inselgruppen im Arktischen Ozean bilden die Neusibirischen Inseln (I4) und die Wrangelinsel (I3) . Im Pazifik bilden die Kurilen (I2), die Kommandeurinseln (I6) und Sachalin (I1) die größten russischen Inseln. Eine weiter Insel ist Karaginski (I5).

Gebirge:

Der Ferne Osten ist gebirgiger als der Rest des asiatischen Russlands. Der Pobeda im Tscherskigebirge (III) erreicht 3000 Meter. Das Stanowoigebirge (XI) erreicht Höhen von 2255 Metern. Der Sichote-Alin (IX) nördlich von Wladiwostok, Heimat von mehreren hundert Sibirischen Tigern, erreicht Höhen von über 1700 Meter. Die Giganten der Region sind aber die Vulkane Kamtschatkas, zum Beispiel der Korjakskaja Sopka. Von diesen sind etwa 20 noch aktiv. Der Kljutschewskaja Sopka erreicht eine Höhe von 4688 Metern. Zu den weitern Gebirgen zählt das Werchojansker Gebirge (I), dasDschugdschur (II), das Kolymagebirge (IV), Anjuigebirge (V), das Hochland von Tschukotka (VI), Korjakengebirge (VII) und der Sredinny-Höhenrücken (VIII). Im Westen wird der Ferne Osten vom Mittelsibirischen Bergland (X) begrenzt.

Tiefländer, Becken und Ebenen:

Die großen Ebenen findet man nur im Norden des Förderationskreises vor. Im Nordwesten liegt das Nordsibirische Tiefland (E3). Weiter östlich liegt das Ostsibirsche Tiefland (E1). Dazwischen liegt die Mitteljakutische Niederung (E2).

Flüsse:

Die Lena (F1), die einen großen Teil Jakutiens entwässert, ist der drittlängste Fluss Russlands, gefolgt vom Amur (F2), dem viertlängsten Fluss, der gleichzeitig die Grenze zu China bildet. Weiter große Flüsse sind der Aldan (F4), die Kolyma (F3) und der Wiljui (F5).

Lena (F1):

Die Lena ist der größte Fluss Ostsibiriens und weist eine Länge von 4313 km auf. Das Einzugsgebiet beträgt 2,5 Mio. km² und entwässert die Region zwischen dem Baikalsee und der Laptewsee (Arktischer Ozean). Die Quelle der Lena liegt in einem Gebirge, das westlich vom Baikalsees liegt und fliesst zunächst durch die sibirische Taiga nach Osten. Bei Jakutsk wendet sich der Flusslauf nach Norden und mündet mit einem rund 30.000 km² großen Delta in das Nördliche Eismeer (Arktischer Ozean). Auf einer Länge von 3500 km ist der Fluss schiffbar, allerdings nur in den Monaten (Mai), Juni, Juli, August, September, (Oktober, November). In den Sommermonate wird die Schifffahrt nicht vom Treibeis verhindert.

Amur (F2):

Der Amur ist nach der Lena der größte Strom Ostsibiriens. Zusammen mit den beiden Quellflüssen Schilka und Onon weist er eine Länge von über 4400 km (ohne Quellflüsse: 2824 km) auf. Sein Einzugsgebiet beträgt 1.855.000 km² (fünfmal so gross wie Deutschland). Auf fast 2000 km bildet der Fluss die Grenze zwischen China und Russland. Südlich von Nikolajesk mündet der Amur in das Ochotskische Meer. Der Fluss ist auf ganzer Länge schiffbar, allerdings verhindert das Treibeis die Schifffahrt im Winter.

Seen:

Der Chankasee (S1) ist der drittgrößte See Asiens und liegt im Grenzgebiet zu China. Er liegt im Küstenhinterland in der Chanka-Niederung.


Klima:

Das Klima im Fernen Osten schwankt von kontinental bis gemäßigt. Hier befindet sich der Kältepol der nördlichen Halbkugel (in der Siedlung Ojmjakon). Die niedrigste jemals gemessene Temperatur wurde auf dem Territorium des Fernen Ostens mit 71 °C unter dem Gefrierpunkt gemessen. Die kalten Winter im Fernen Osten sind trocken und sonnenreich. Aufgrund der Trockenheit der Luft lassen sich auch strenge Fröste leichter ertragen. Insbesondere in der Republik Sascha bleiben während des sieben Monate dauernden Winters die Flüsse gefroren. Auch die Küste am Arktischen Ozean friert in dieser Zeit zu. Das Gebiet des Fernen Ostens ist zu 46 Prozent bewaldet. Davon sind weite Teile im Norden mit borealem Nadelwald bedeckt. Der hohe Norden gehört zur Klimazone der Tundra mit niedrigen Sträuchern, Flechten und Moos. Der Erdboden ist dort über weite Strecken dauernd gefroren (Permafrostboden). Dies macht die Besiedlung und Baukonstruktion sehr aufwendig. Ein Quadratmeter Wohnfläche auf der Tschuktschen-Halbinsel ist etwa zehnmal aufwendiger zu errichten als in Wladiwostok, das in der gemäßigten Klimazone liegt. Im nördlichen Bereich des Fernen Ostens ist Ackerbau nur in sehr wenigen geschützten Gegenden möglich, die landwirtschaftliche Nutzung beschränkt sich sonst im Allgemeinen auf Holzwirtschaft.

Amur:

Das Klima der Oblast Amur ist kontinental geprägt. Die Winter sind trocken und kalt, während die Sommer feucht und heiß sind. Die Durchschnittstemperaturen reichen im Januar von -24°C (Süden) bis -33°C (Norden). Der Juli ist der wärmste Monat mit einer Schnitttemperatur von +18°C (Norden) und +21°C (Süden). Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 850 mm. Im Sommer ist der Einfluss des ostasiatischen Monsunklimas spürbar, da zu dieser Jahreszeit die Regenmenge extrem hoch ist.

Autonomer Kreis der Tschuktschen:

Das Klima ist rau und wird beeinflusst vom Pazifischen und dem Arktischen Ozean. Das Wetter ist charakterisiert durch kalte Nordwinde. Manchmal wechselt die Windrichtung rapide nach Süd. Das Kap Navarin weist die höchste Anzahl an Orkan- und Einstürmen. Stürme sind zu jeder Jahreszeit möglich und erreichen oft Orkanstärke. Die Niederschlagsmenge liegt zwischen 200 und 400 mm im Jahr. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen zwischen −5 und −10 °C. Der Winter beginnt im September und endet erst im Mai. Wärmster Monat ist der Juli mit etwa 9 °C, kältester der Januar mit −25 °C, Tiefsttemperaturen von unter −40 °C sind möglich. Die Vegetationszeit ist kurz und zählt nur zwischen 80 und 100 Tage.

Chabarowsk:

In dieser Oblast herrscht ein strenges Kontinentalklima. Im Winter kommt die Luftströmung aus Nordwest und sind daher extrem kalt und trocken. Der Winter ist deutlich vom subarktischen Klima geprägt. Im Norden ist es strenger und die Sommer sind maritim geprägt. Im südliche Teil sind die Sommer heißer, feuchter und regenreicher. Frühling und Herbst sind extrem kurz und so geht der Sommer meist gleich in den Winter über. Im Sommer herrscht der ostasiatische Monsun vor, während im Winter das Sibirische Hoch die extrem kalten Temperaturen bringt.

Jakutien:

Die Republik Sacha (Jakutien) weist ein extremes Klima auf. In den Gebieten des Werchojansker Gebirges befindenden sich die kältesten Regionen der nördlichen Hemisphäre. Hier wurden einige der kältesten Temperaturen gemessen. Zu den Kältepolen zählt die Stadt Werchojansk mit einen Rekordtiefstwert von -67,8°C. Das kleine Dorf Oimjakon ist bekannt, als der kälteste dauerhaft bewohnte Ort der Erde. Inoffizielle wurde hier im Jahr 1926 ein Extremwert von -71,2°C registriert.

Jüdisch Autonome Oblast:

Das Gebiet weist ein kontinentales Monsunklima auf mit warmen, regnerischen und feuchten Sommern. Diese Jahreszeit wird vom ostasiatischen Monsun beeinflusst. Die Winter sind kalt, trocken und windig. Nachttemperaturen von unter -40°C können auftreten. Das kalte Klima im Winter lässt sich auf das Sibirische Hochdrucksystem zurückführen.

Kamtschatka:

Das Klima der Halbinsel Kamtschatka reicht von subarktischen Klima bis zum kontinentalen Klima. Die Küste wird von maritimen Klima geprägt, während im Inland ein deutlich ausgegärteres Kontinentalklima herrscht.

Magadan:

Im Oblast Magadan herrscht hauptsächlich ein subarktisches Klima. Ganz im Norden geht das Klima in ein polares Tundrenklima über. Die Vegetation besteht aufgrund des extremen Klimas aus endlosen Taigawäldern und weiten Tundren. An der Küste ist das Klima milder.

Primorje:

Das Klima in Primorje ist ein gemäßigtes Monsunklima. Die Winter sind trocken und kalt. An klaren Tagen kommt es zu Tauwetter an der Küste. Der Frühling ist lang mit großen Temperaturschwankungen. Der Sommer ist sehr warm und feucht. Zu dieser Jahreszeit kommt bis zu 90% des jährlichen Niederschlages herab. Taifune suchen die Küste und das Hinterland heim, die teils heftige Schäden anrichten. Der Herbst ist warm, sonnig und trocken. Im Sommer überwiegen die Süd-Ost-Winde vom Pazifik und im Winter kommt die Luftströmung aus Nordwest, die kaltes aber klares Wetter aus Sibirien bringt.

Sachalin:

Das Klima ist sehr rau. Zwar werden im Juli und August monatliche Höchstwerte von über 20° erreicht. Doch von November bis in den April liegen sie bei −7° bis +4°. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen liegen nachts von Oktober bis Mai bei −18,4° bis +0,3°. Das Klima ist gekennzeichnet von kalten Wintern und feuchten Sommern. Im Südosten ist das Wetter am angenehmsten, im Nordwesten am wildesten. Die Zahl der Sonnentage nimmt nämlich von Nord nach Süd zu, die Anzahl Schlechtwettertage verringert sich von West nach Ost. Das Inselinnere ist spürbar kälter, als die Insel. Hier sind die Temperaturen extremer und die Temperaturunterschiede sind höher.

Kurilen:

Das Klima des Kurilen-Archipels ist geprägt durch lange, kalte und stürmische Winter, sowie kurzen und nebligen Sommern. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt zwischen 760 mm und 1900 mm. Das Klima ist subarktisch geprägt, obwohl die Inseln auf dem selben Breitengrad liegen, wie Mailand, Wien oder Seattle.

Klimazonen:

Das Klima im Fernen Osten ist kontinental geprägt, ist aber von Region zu Region unterschiedlich. Ganz im Norden am Eismeer herrscht ein Tundrenklima (ET). Der Küstenstreifen zwischen dem Lena-Delta und der Taimyr-Halbinsel weist ein kaltgemäßigtes oder subarktisches Klima (DFC) auf. Fast der ganze Westen der Region weist ein subarktisches Klima auf. Im Zentrum von Jakutiens herrscht ein ostsibirisches Klima (DFD). Extremer ist das Klima im Zentrum der Region, hier herrscht ein extremes Klima Ostsibiriens (DWD, DSC, DSD). Am Mittlern Pazifikküstenstreifen herrscht ebenfalls ein subarktisches Klima (DWC). Im südöstlichen Teil herrscht ein feuchtes Kontinentalklima (DFB, DWB, DWA).


Oblaste und Städte:

Größten Städte: