Wrangelinsel

Die Wrangelinsel (Ostrow Wrangelja) ist eine russische Inselim Arktischen Ozean. Im Osten grenzt sie an die Tschuktschensee, im Westen an die Ostsibirische See. Sie gehört zum Rajon Iultin im Autonomen Kreis der Tschuktschen. 2004 wurde ihre Landschaft von der UNESCO zum nördlichsten Weltnaturerbe erklärt und in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen. Bereits seit 1976 existierte das „Naturreservat Wrangelinsel“.


Geographie:

Die Insel ist etwa 7608 km² groß. Zum Naturreservat gehören weiterhin ein paar kleine vorgelagerte Eilande und die etwa 65 km nordöstlich liegende und nur 11 km² große Insel Herald. Die Insel ist in Ost-West-Richtung etwa 150 km lang und in Nord-Süd-Richtung bis zu 80 km breit.

Lage:

Die Wrangelinsel stellt die Trennstelle zwischen der westlich angrenzenden Ostsibirischen See und der östlich gelegenen Tschuktschensee (die zur Beringstraße überleitet) dar; südlich trennt die Longstraße die Insel vom etwa 150 km entfernten asiatischen Festland und damit von Ostsibirien.

Vereisung und Gletscher:

Obwohl ihre Gebirgswelt bis zu 1096 m über den Meeresspiegel aufragt (Herald-Insel bis zu 372 m) und die Wrangelinsel im Winter völlig von Treibeisschollen eingeschlossen wird, ist das Land nicht vergletschert. Allerdings ist die Insel, die etwa 500 bis 600 km jenseits des Nördlichen Polarkreises und etwa 2000 km vom Nordpolentfernt ist, nicht nur in der Polarnacht des Winters von einer teils dicken Schneedecke überzogen. Die sich nördlich anschließende polare Packeisgrenze ist in dieser Gegend in der Regel nur etwa 100 bis 200 km entfernt. Daher kommt es vor, dass die Wrangelinsel selbst im Sommer nur schwer erreichbar ist, wenn sie von dicken Treibeisschollen umschlossen wird.

Landschaft:

Die Landschaft auf der Wrangelinsel wird ausschließlich von der arktischen Tundrabeherrscht; in den Höhenlagen finden sich unbewachsene Frostschuttwüsten. Der nördliche Teil der Insel wird von einer Niederung eingenommen, die im Sommer sumpfig ist und sogar von einem kleinen Fluss durchflossen wird. In der nur wenige Wochen andauernden warmen Jahreszeit stürzen außerdem noch einige Bäche von den Berghängen.


Klima:

Das Klima auf der Wrangelinsel ist polar und wird durch sehr kalte Temperaturen und recht geringen Niederschlägen geprägt. Die Temperaturen liegen meist unter dem Gefrierpunkt erreichen im Januar Werte von weit unter -35°C. Pluswerte werden nur in den Monaten Juli und August erreicht.


Natur:

Flora:

Wegen des Permafrosts und des nur geringen Wassergehalts im Boden können sich keine hohen Pflanzen wie zum Beispiel Bäume entwickeln. Daher herrschen Flechten, Moose, Mohne und Farne vor. Die Flora ist im Vergleich mit anderen arktischen Gebieten sehr artenreich. Mit 417 Pflanzenarten leben hier doppelt so viele Arten wie auf vergleichbaren Flächen und mehr als auf jeder anderen arktischen Insel. Die meisten dieser Pflanzen, die auf den Berghängen gedeihen, werden nur wenige Zentimeter hoch.

Fauna:

Die letzten Mammuts starben auf der Wrangelinsel erst ca. 1700 v. Chr. (weitere Angaben reichen von 5700 bis 1500 v. Chr.) aus, ca. 6000 Jahre später als im restlichen Eurasien. Auf der Wrangelinsel leben u. a. Eisbären, Moschusochsen, Robben und Walrosse. Zur artenreichen Vogelwelt (besonders Seevögel) gehören die Eiderente, die Schneegans, der Kormoran, die Ringelgans, der Steinwälzer und die Zwergschneegänse.