Camargue

Denkt man an die Camargue, entsteht sofort ein Bildersturm im Kopf. Jeder hat eine Vorstellung von dieser südfranzösischen Landschaft, selbst wenn man sie noch nie mit eigenen Augen gesehen hat. Sie ist der Inbegriff der Wildheit, die Metapher einer unbezähmbaren Natur mit langer Mähne und wehenden Schweif, die sich aller Zivilisiert verweigert – auch wenn es in Wahrheit hier viel Landwirtschaft gibt, aber vielleicht liegt der Reiz der Camargue, dieses fast 1000 km² großen Schwemmlands im westlichen Rhone-Delta, gerade darin, dass sie den Eindruck erweckt, sich alle Domestizierungensversuchen des Menschen konsequent zu entziehen.

Diese Welt aus Sümpfen und Dünen, Brackwasserseen und Salzsteppen gehört der Flora und Fauna, nicht uns. Sie ist das Reich von Pinien und Schwertlilien, von halbwilden Pferden und freiheitsliebenden Kampfstieren, von riesigen Flamingokolonien und Hunderttausenden anderer Vögel wie Stelzenläufer, Säbelschnäbler, Purpur-, Nacht-, Rallen-, Kuh- und Seidenreiher. Sie alle finden hier einen reich gedeckten Tisch und eine Heimat, die ihnen keine Menschen streitig macht.

 

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