Westanatolisches Binnenland

Das Westanatolische Binnenland ist eine Großlandschaft im Westen der Türkei. Die Landschaft ist das Hinterland der südägäischen Küste der Türkei und reicht von Ebenen bis zu hohen Gebirgen. Bereits die Phryger, Römer und Seldschuken besiedelten das Gebiet und hinterliessen kulturgeschichtliche Zeugnisse, wie Ruinenstädten.


Geographie:

Das Westanatolische Binnenland ist ungefähr halb so groß wie Deutschland und wird zum großteils von weiten Kulturlandschaften geprägt, wie Mohnfelder, Rosenplantagen und Weizenfeldern. Die Mohnfelder befinden sich bei Afyon. Die weiten Rosenplantagen liegen bei Isparta, und die Weizenfelder umgeben die Stadt Konya. Zwischen den Feldern liegen große Seen und Hochebenen.

Lage:

Im Norden liegt die Stadt Eskişehir. Nach Süden hin erstreckt sich die Großlandschaft bis zu den Höhen von Burdur und reicht im Westen bis nach Aydın. Die Stadt Karaman liegt m Osten des Westanatolischen Binnenlandes.

Landschaft:

Die Landschaft des Binnenlands reicht von grünen Tälern, Kulturlandschaften, Ebenen bis zu Hochlandsteppen und Seenlandschaften.

Göller Bölgesi:

Das Seengebiet (türkisch: Göller Bölgesi) ist eine Seenplatte aus Salz- und Süßwasserseen im Westanatolischen Binnenland. Die Seenlandschaft liegt zwischen Denizli (Westen), Konya (Osten), sowie Afyon (Norden) und dem Taurusgebirge (Süden). Neben den Salzseen findet man hier auch Stauseen aus Süßwasser vor. Einige der Seen drohen auszutrocknen, wie der Akşehir oder der Burudr. Das Umland der Seen ist geprägt von weiten Feldern. Die Landschaft ist abwechslungsreich und reicht von der kahlen Berglandschaft des Westanatolischen Hochlands bis zur verschlafenen Städten. Im Sommer herrscht absolute Trockenheit und den Seen wird eine enorme Wassermenge abgezapft, um die umliegenden Rosen- und Melonenfelder oder die Apfelplantagen zu bewässern.


Klima:

Das Klima des Binnenlandes ist weitgehend vom mediterranen Klima geprägt. In den höheren Lagen herrscht ein mediterranes Klima mit warmen Sommern und starken kontinentalen Einschlägen. In den Ebenen und Becken, sowie den Tiefländer herrscht ein mediterranes Klima mit heißen Sommern und nur leichten kontinentalen Einfluss. Im Bezug auf die Niederschläge liegt der Großteil des Westanatolischen Binnenland in der Klimazone des kühlen semi-ariden Klimas.

Burdur:

Eskişehir:


Kulturelle Zentren:

Aizanoi:

Aizanoi ist eine antike Stadt die bekannt für ihren Zeustempel ist. Die Ruinenstadt gehört zu den besterhaltenen und dennoch am wenigste besuchten Kultstätten der Türkei.

Aphrodisas:

Aphrodisas ist eine weiter antike Ruinenstadt die sich ganz dem Aprhoditekults ausrichtet.

Binbirkilise:

Eine Ruinenstadt inmitten der weiten Einsamkeit. Sie liegt nördlich von Karamaran und besteht aus Ruinen von Kirchen und Klöstern aus byzantinischer Zeit.

Konya:

Konya war einst die ehemalige Seldschukenhauptstadt und weist viele Moscheen auf.

Sagalassos:

Sagalassos ist eine weiter Ruinenstadt, die von wilder Bergwelt umgeben ist. Momentan wird in dieser Stadt sehr viel geforscht.


Naturlandschaften und -wunder:

Becken von Isparta:

Isparta ist die Hauptstadt der gleichnamigen türkischenProvinz Isparta. Isparta trägt den Spitznamen die “Stadt der Rosen”. Die Stadt liegt in 1049 m Höhe im Westlichen Taurusgebirge am Oberlauf des Aksu und ist der Standort der Süleyman Demirel Üniversitesi. Berühmt ist die Provinz für ihre Teppiche sowie ihren Rosenanbau und die aus Rosenöl hergestellten Produkte.

Beyşehir:

Der Beyşehir Gölü trocknet zunehmend aus, aufgrund der exzessiven Bewässerung der umliegenden Felder. Hauport am See ist die Stadt Beyşehir. Das Gewässer ist fischreich und weist viele Inseln auf. Der See weist keinen Zufluss auf.

Eğirdir:

Der Eğirdir Gölü ist so groß wie der Bodensee und ist gleichzeitig der viertgrößte See der Türkei. Der See ist umgeben von Bergen und weist ein leicht salziges Wasser auf. Hauport des Sees ist die gleichnamige Stadt Eğirdir.

Kovada Gölü Milli Parkı:

Der Kovada Gölü Milli Parkı ist ein kleiner Nationalpark rund um den See Kovada Gölü. Der Park hat eine Fläche von 40 km². Die Landschaft des Parks wird von einer einsamen Berglandschaft geprägt mit einem tiefen Bergsee und dichten Eichen- und Kiefernwäldern. Im Park leben Wildziegen und -schweine, sowie Rotwild, Wölfe, Bären und viele Vogelarten.

Pamukkale:

“Baumwollschloss” ist die treffende deutsche Übersetzung der türkischen Bezeichnung für die weltberühmten weißen Kalksinterterrasssen in Pamakkuale. Warmes Thermalwasser fließt über breite Stufen hinab und hat dabei Kalk abgelagert. So entstanden Becken, in denen das Wasser blau schimmert und an den baumwollweiße Tropfsteine. Wer im Sommer früh aufsteht, kann sie mit etwas Glück menschenleer genießen.

Tal des Büyük Menderes:

Der Büyük Menderes (deutsch: Großer Mäander) ist ein Fluss der durch das Westanatolische Binnenland fliesst. Das Delta des Flusses war zu Zeiten der Antike stark besiedelt und es entwickelten sich große Städte, wie Milet und Priene. Stromaufwärts lagen weitere antike Städte, wie Tralleis, Nysa und Aphrodisias. Das Tal des Flusses ist ein fruchtbarer Landstrich. Hier liegen weite Baumwollfelder, aber auch Plantagen von Granatäpfeln, Zitrusfrüchten, Äpfeln oder Pfirsichen. Neben den Obstplantagen findet man auch Olivenhainen und Melonenfelder vor.