Zentralanatolien

In Zentralanatolien liegt die türkische Hauptstadt Ankara. Die Kulturlandschaft ist Herzstück der Türkei und sie wurde bereits im 10. Jh. von den ersten turkmenischen Stämmen besiedelt. Im Ganzen ist Zentralanatolien eine weite Hochebene, die nur wenige landschaftliche Reize aufweist. Dennoch befinden sich hier einige Kulturstädte.

Ankara – Hauptstadt und zweitgrößte Stadt der Türkei


Inhaltsverzeichnis:

  1. Geographie 
    1. Gewässer
    2. Landschaft
  2. Klima
    1. Klimadaten ausgewählter Städte in Zentralanatolien
      1. Ankara
      2. Göreme
  3. Naturlandschaften und -wunder
    1. Aladağlar Milli Park
    2. Ballıca-Höhlen
    3. Erciyes Dağı
    4. Feenkamin
    5. Hasan Dağı
    6. Ihlara-Tal
    7. Kapuzbaşı-Wassefälle
    8. Sultan Sazlığı Milli Park
    9. Tuz Gölü
    10. Zamantı-Tal

Geographie:

Zentralanatolien bildet das Herz der Türkei und wird zum Großteil von der zentralantolischen Hochebene geprägt. Der Tuz Gölü ist das zentrale Gewässer der Region und zugleich der zweitgrößte See der Türkei.

Gewässer:

In Zentralanatolien gibt es zwei große Flüsse, die die Regionen des Gebietes einteilen. Zu einem der Sakarya, ein 824 km langer Strom der im anatolischen Hochland entspringt, und zum anderen der Kızılırmak, ein 1355 km langer Strom und ist der längste ausschließlich in der Türkei fliesende Fluss. Der größte See in Zentralanatolien ist der Tuz Gölü. Der stark salzige See hat eine Fläche von 1500 km² und ist der zweitgrößte See der Türkei.

Landschaft:

Landschaft bei Ankara

Das zentrale Anatolien wird zum Großteil von der zentralanatolische Hochebene geprägt. Diese Hochebene liegt im Schnitt zwischen 800 und 1200 Höhenmeter und ist eine weite Einöde im Zentrum der Türkei. Im Norden wird das Hochland durch Gebirgszüge vom Schwarzen Meer abgetrennt. Die Landschaft ist eine baumlose Trockensteppe, die durch weite Felder überzogen wird. Die bewässerten Feldern ermöglichen es, dass hier der Anbau von Gemüse und Obst ermöglicht werden kann. Die Hochebene wird immer mal wieder von hohen Vulkanen unterbrochen. Eine Teillandschaft von Zentralanatolien ist Kappadokien.

Kappadokien


Klima:

Aksaray / Ankara / Çankırı /  Çorum / GöremeKayseriMalatya

Zentralanatolien weist ein semi-arides Kontinentalklima auf. Die Sommer sind trocken-heiß, während die Winter kalt und verschneit sind. Die meisten Gebiet der Region haben für gewöhnlich eine niedrige Niederschlagsrate.

Die trockene und baumlose Steppe des zentralanatolischen Hochlandes liegt im Regenschatten der umliegenden Gebirgen, daher ist der Anbau von Gemüse- und Obstsorte sehr schwierig und nur mit Bewässerungsanlagen möglich. Die Winter sind hier klirrend kalt und es kann zu leichten Schneefall kommen. Der Sommer ist trocken und extrem heiß. In den Sommermonaten ist die öde Steppenlandschaften noch mehr verbrannt.

Klimadaten ausgewählter Städte in Zentralanatolien:

Ankara:

Göreme:


Naturlandschaften und -wunder:

Aladağlar Milli Park:

Dieser Nationalpark liegt ca. 40 km südöstlich von Niğde. Er schützt einen über 3500 m hohen Gebirgszug. Der höchste Berg im Park ist der Demirkazık Tepe mit 3756 m. Auf ungefähr 3100 m befinden sich die “sieben Seen” (Türkisch: Yedigöller).

Ballıca-Höhlen:

Die Ballıca-Höhlen (Türkisch: Ballıca Mağarası) ist eine 680 m lange Höhle, die bekannt für ihre Vielfalt an Stalagmiten und Stalaktiten ist. Die Tropfsteinhöhle besitzt acht Säle und ist vor ca. vor 15 oder 14 Mio. Jahren entstanden.

Erciyes Dağı:

Der Vulkan Erciyes ist mit 3917 m der höchste Berg Zentralanatoliens und ist erloschen. Nördlich des Vulkans liegt die Stadt Kayseri in Kappadokien. Der Berg überragt die Stadt um ganze 2900 m. Am Fuße des Vulkans findet man immer mal wieder auf die Zelte von Halbnomaden. Der Berg bildet in der Umgebung, trotz des trockenen Umlandes, ein großes fruchtbares Ackerland. Die berühmten und atemberaubenden Tufflandschaften von Göreme und im restlichen Kappadokien mit den typischen “Feenkaminen” sind entstanden durch die Ausbrüche des Erciyes und zum Teil auch durch die Ausbrüche des Hasan entstanden.

Feenkamin:

Unter “Feenkamin” versteht man die Steinformationen der Erdpyramiden die sich in Kappadokien befinden. Die bekanntesten Erdpyramiden befinden sich bei Göreme, aber auch in den Städten Uchisar, Ürgüp oder Zelve die östlich der Stadt Nevsehir liegen gibt es dieses Steinformationen. Im Nationalpark Göreme, UNESCO-Welterbe, bündelt sich die ganze Vielfalt dieser Formationen auf einem Ort. Die Landschaft ist durch die Ausbrüche der beiden Vulkane Erciyes (Osten) und Hasan (Südwesten) entstanden. Die Ausbrüche fanden vor ca. 20 Mio. Jahren statt und infolge der Eruptionen wurde eine gewaltige Menge an Staub, Asche und Gestein ausgestoßen, dass weite umliegenden Landstriche hierdurch unter einer meterdicken Decke Lage. Durch die Asche- und Steinschicht bildet sich im Laufe der Jahrmillionen ein weiches Tuffgestein, dass durch Erosionen von Wetter und Wasser so gebildet wurde, dass die “Feenkamine” entstanden sind.

Hasan Dağı:

Der Hasan Dağı ist ein erloschener Vulkan im Grenzgebiet der Provinzen Aksaray und Niğde. Er hat eine Höhe von 3268 m und ist somit der zweithöchste Berg Zentralanatoliens. Den Vulkan kann man durch mehrstündige Fußmärsche besteigen und der Gipfel bietet ein umfassendes Panorama über das Taurusgebirge, dem anatolischen Hochland, dem Salzsee Tut Gölü und Kappadokien. In den umliegenden Tälern befinden sich einzigartige Tufflandschaften, vor allem um Aksaray und im Ihlara-Tal.

Ihlara-Tal:

Das 15 km lange Tal bildet eine bis zu 150 m tiefe Schlucht aus Tuffstein. Die Schlucht liegt in der Region Kappadokien. Neben der atemberaubenden Landschaft findet man hier noch 50 Felsenkirchen, sowie zahlreiche Höhlenbauten vor.

Kapuzbaşı-Wassefälle:

Diese Wasserfälle werden von dem Gebirgsfluss Zamantı gebildet und liegen in einem wilden Seitental des Zamantı-Tal. Hier stürzt der Fluss kaskadenförmig die Steilwände hinab.

Sultan Sazlığı Milli Park:

Dieser Nationalpark liegt ungefähr 50 km nordöstlich von Niğde. Vor noch nicht all zu langer Zeit, war der Park noch ein Vogelparadies mit Sumpf- und Seenlandschaften. Heute sind die Seen allerdings weitgehend ausgetrocknet, da das Wasser für die Landwirtschaft verwendet und abgeleitet wurde. Nur noch wenige Vögel leben in den Überbleibseln der einstig schönen Seenlandschaft.

Tuz Gölü:

Der Tuz Gölü ist nach dem Vansee der zweitgrößte See der Türkei. Er gehört mit knapp 33% Salzanteil zu den salzhaltigsten Seen der Erde. Der Salzsee liegt im zentralen Hochland Anatoliens und liegt zwischen den Städten Ankara, Konya und Aksaray. Der See hat keinen Abfluss und wird durch geringe Niederschläge und Grundwasser gespeist. Der Uferbereich des Sees ist meist von Binsen bewachsen. Im Salzwasser waten Rosaflamingo hindurch, die hier ihr größtes Brutrefugium in der ganzen Türkei haben. Nebenbei leben hier noch 500 Brutpaar der Armeniermöwen, die die zweitgrößte Kolonie in der Türkei darstellt.

Zamantı-Tal:

Hinter Niğde befindet sich der Gebirgszug des Aladağlar-Gebirges, das hier das Zamantı-Tal eröffnet. Die Landschaft des Tals ist canyonartig und stellt eine Wildnis dar. Der Zamantı, ein türkiser Gebirgsfluss, schlängelt sich durch die Steilwände und dichten Kiefernwäldern.