Rhône-Alpes

Rhône-Alpes ist eine historische Region im Südosten Frankreichs, die an die Schweiz und Italien grenzt. Die Berge im Zentralmassiv und die spektakulären Schluchten der Ardèche sind beliebte Wander- und Raftingziele. Das Kultur- und Gastronomiezentrum Lyon verfügt über ein Renaissanceviertel und einen mittelalterlichen Stadtkern. Das im Nordosten der Region in Bourg-en-Bresse gelegene gotische Kloster Brou ist bekannt für seine kunstvollen Adelsgräber mit Marmorstatuen.

Die Alpen in dieser Region erreichen hier ihre höchsten Punkte. Der Mont Blanc ist mit 4810 m der höchste Berg Europas, außerhalb des Kaukasus. Im Norden liegen einige Seen, darunter der Annecysee. Weiter nördlich erstreckt sich der Genfer See. Das weite Rhône-Tal trennt den Jura und die Alpen vom Zentralmassiv. Im Flusstal selbst ziehen sich weite Weinfelder bis nach Burgund hinauf. Im Südosten von Rhône-Alpes liegt ein weites Hügelland mit schroffen Berghängen und tiefen Schluchten. Hier befindet sich auch die Gorges du Verdon, den Grand Canyon Europas.

Rhône-Tal


Genfers

Geographie:

Die Region Rhône-Alpes ist lokalisiert im östlichen Frankreich. Die höchste Erhebung ist der Mont Blanc (4810 m), der höchste Punkt der Alpen. Der zentrale Teil von Rhône-Alpes wird von den Flüssen Rhône und Saône geprägt. Der Zusammenfluss der beiden Ströme liegt in Lyon. Der westliche Teil wird vom Massif Central geprägt.

Lage:

Die Region Rhône-Alpes grenzt im Nordosten an die Schweiz und im Osten auf dem Hauptkamm der Alpen an Italien (Piemont und Aostatal). Im Norden wird die Region von Burgund und dem Franche-Comté, sowie im Westen von der Auvergne begrenzt. Im Süden geht die Region in das Languedoc-Roussillon über. Im Süden grenzt sie an die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Pont d’Arc

Gewässer:

Wichtige Flüsse sind die Rhone, die Isère und die Saône. Mit der Schweiz teilt sich die Region auch den Genfer See. Ein weiterer See ist der Annecysee. Der Fluss Ardéche fliesst in Richtung Südwesten und bildet die tiefste Schlucht Europas. Weiter Seen:

  • Lac de Paladru
  • Lac d’Aiguebelette
  • Lac du Bourget
  • Lac d’Annecy
  • Lac de Nantua
  • Lac Léman

Rhône


Großlandschaften:

Alpen:

Im Osten erstrecken sich die Alpen und erreichen hier ihre höchsten Punkte. Die dauphinischen und savoyischen Alpen weisen eine hohe Dichte von Gletschern auf, sowie eine Vielzahl an Tälern, wie das der Isére und Maurienne. Hier befinden sich ¾ aller französischen Gletscher. Die Bergkette von Belledonne endet mit einem 2977 m hohen Gipfel. Die Berge von Pelvoux und Ecrins erreichen eine Höhe von 4102 m. Der höchste Punkt der Alpen ist der Mont Blanc mit 4810 m.

Jura:

Nordöstlich der Region erstreckt sich das Gebirge Jura, dessen höchster Punkt der 1718 m hohe Crêt de la Neige ist. Die südlichen Ausläufer der Jura gehen in den Nordalpen über.

Täler:

Das zentrale Tal der Rhône-Alpes-Region ist das Rhône-Tal. Die Saône durchquert die Region von Nord nach Süden, so auch die Rhône. Im Osten fliesst der Fluss Isère. Die Loire durchquert den Westen.

Vercors:

Dieses wichtige Massiv erstreckt sich vom östlichen Teil der Drôme bis zum südwestlichen Teil der Isère. Es umfasst viele Pässe, sehr enge Täler und viele Höhlen, wie die Chornache-Höhle. Einer der bekanntesten Gipfel ist der Mont-Aiguille in der Nähe von Clelles in Isère.


Klima:

Das Klima ist variantenreich und hängt von der geographischen Lage ab. Die südliche Region hat ein mediterranes Klima mit milden Wintern und heiß-trockenen Sommern. Im Zentrum ist das Klima kontinental bestimmt. Das Central Massif schirmt die feuchte Luft des Atlantik ab und sorgt insgesamt für ein trockneres Klima. In den alpinen Gebieten herrscht ein alpines Klima.

Alpen:

In den Alpen herrscht in den höheren Lagen ein ausgeprägtes Gebirgsklima. Die Gipfel über 3000 m weisen ein alpines bis polares Klima auf. Auf den vergletscherten Gipfel herrscht ein polares Klima. In den tieferen Tälern der größeren Flüsse herrscht ein halbkontinentales Klima. Flusstäler die nach Süden ausgerichtet sind und verlaufen weisen einen mediterranen Einfluss auf.

Ardèche:

Der Norden des Departements, genauer gesagt die Ardèche verte und das obere Ardèche, liegt zischen 350 und 850 m. Das Klima ist gemäßigt, wobei das Rhônetal einen starken mediterranen Einfluss aufweist. Schneefälle und Gewitter sind winziger stark ausgeprägt. Das Hochplateau des Departements weist eine durchschnittliche Höhe von 1000 m. Das Klima ist rau und die Winter weisen Temperaturen von -20°C auf. Die Region ist durch viele Schneefällen zwischen Ende November und März gekennzeichnet. Der Nordwind Burle ist eisig und bläst regelmäßig im Winter. Die Schneewehen könne mehrere Meter erreichen. Die südliche Ardèche ist geprägt durch ein trocknes mediterranes Klima mit heißen Sommern. Das Klima begünstigt den Anbau von Olivenbäumen bis in die Stadt Aubenas. Temperaturextreme können dennoch auftreten, aufgrund der nahliegenden Cevennen.

Bresse:

Das Klima in der Bresse ist ein semi-kontinentales Klima mit starken Einflüssen des mediterranen Klimas. Die Niederschläge sind sehr hoch. Die Sommer sind heiß.

Drôme:

Das Klima im Departement Drôme ist hauptsächlich mediterran. Im Norden der Ebene von Valence befindet sich der Übergang vom mediterranen Klima zum ozeanischen Klima. Im Süden der Ebene von Valence ist das Klima mediterran.

Rhône-Tal:

Durch seinen Süd-Nord-Verlauf bildet die Talung eine Klimaschneise. Noch Lyon – das etwa auf der nördlichen Breite des Tessin oder von Triest liegt – hat ein stark mediterranbeeinflusstes Klima, eine Gunstlage, die sich bis Südwestdeutschland auswirkt. Besonderheit ist hierbei die Épisode méditerranéen, ein Südstau am Zentralmassiv, der zu schweren Niederschlägen und Sturzfluten führt, hierorts insbesondere Pluies oder Orage cévenol (‚Cevennen-Regen/-Unwetter‘) genannt. Umgekehrt kann die Schneise auch zu Nordwetterereignissen führen, darunter dem Wind Mistral, ein Einströmen polarer Kaltluftin das westliche Mittelmeer, das auch sehr heftig werden kann. Bei Westlagen herrscht Stauniederschlag an den Alpen, wobei das Rhonetal selbst im Lee des Zentralmassivs geschützt ist.

Zentralmassiv:

Das Klima im Zentralmassiv ist sehr unterschiedlich. Ingesamt ist das Klima dort kontinental geprägt. Der östliche Teil des Gebirges ist trockener, während der Westen sehr feucht ist. In den Hochlagen des Mittelgebirges herrscht ein subalpines Klima. Im Umland des Massiv, wie in den Ebenen bei Saint-Étienne herrscht ein semi-kontinentales Klima mit leichten mediterranen Einflüssen.


Geschichte:

Entstehung der Region:

Die Region setzt sich aus historisch sehr heterogenen Gebieten zusammen, die – abgesehen von einer gemeinsamen Zugehörigkeit zum frühmittelalterlichen Königreich Burgund – zu ganz verschiedenen Zeiten zu Frankreich kamen. Man unterscheidet das Lyonnais, die Dauphiné sowie Savoyen, das erst 1861 französisch wurde.

Mitt des 20. Jahrhunderts bis heute:

Mit der Einrichtung der Regionen in Frankreich entstand 1960 die Region Rhône-Alpes. 1972 erhielt die Region den Status eines Établissements public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. Im Jahre 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert.


Städte:

Stadt Einwohner (Jahr) Département
Lyon 513.275 (2015) Rhône
Saint-Étienne 171.057 (2015) Loire
Grenoble 160.649 (2015) Isère
Villeurbanne 148.665 (2015) Rhône
Valence 62.479 (2015) Drôme
Vénissieux 64.273 (2015) Rhône
Chambéry 59.697 (2015) Savoie
Annecy 125.694 (2015) Haute-Savoie
Vaulx-en-Velin 47.313 (2015) Rhône
Saint-Priest 45.097 (2015) Rhône
Bourg-en-Bresse 40.819 (2015) Ain


Wichtigsten Städte und Kulturelle Zentren:

Annecy:

Annecy ist eine Alpenstadt im Südosten Frankreichs. Sie liegt an der Mündung des Lac d’Annecy in den Thiou. Am bekanntesten ist die Stadt für ihre Altstadt Vieille Ville mit den Kopfsteinpflasterstraßen, sich schlängelnden Kanälen und pastellfarbenen Häusern. Über der Stadt thront das mittelalterliche Château d’Annecy, in dem einst die Grafen von Genf residierten. Heute beherbergt das Schloss ein Museum mit regionalgeschichtlichen Exponaten wie z. B. alpenländischem Mobiliar und religiöser Kunst sowie einer naturkundlichen Ausstellung. Ein weiteres Schloss ist das Wasserschloss Palais de L’Isle aus dem 12. Jh. Unmittelbar hinter Annecy erheben sich die Hochalpen und die Passstraße nach Chamonix.

Bourg-en-Bresse:

Bourg-en-Bresse liegt am Westrand des französischen Jura, am linken Ufer der Reyssouze, einem Nebenfluss der Saône. Lyon liegt etwa 70 Kilometer südwestlich und Lons-le-Saunier 50 Kilometer nördlich, Mâcon 30 Kilometer westlich und Genf 120 Kilometer östlich der Stadt.

  • Das Königliche Kloster Brou mit großer Abteikirche wurde zwischen 1505 und 1536 erbaut; sie enthält die Grabmale von Marguerite de Bourbon, Philibert und Margarete von Österreich.
  • Die gotische Konkathedrale Notre-Dame de Bourg (1505–1695) besitzt eine Renaissance-Fassade aus dem 16. Jahrhundert. Das Portal stammt von 1545. Der Turm wurde von 1652 bis 1695 errichtet, während der französischen Revolution gekappt und 1914 rekonstruiert.
  • Das Musée de Brou  zeigt eine Sammlung französischer, flämischer und italienischer Kunst vom 15. bis ins 20. Jahrhundert.
  • L’Hôtel-Dieu  (XVII. Jahrhundert) mit Apothicairerie (historische Apotheke)
  • Das Schloss der Herzöge von Bresse
  • Porte des Jacobins (15. Jahrhundert)
  • In der Innenstadt stehen viele Gebäude aus dem 15. und 16. Jahrhundert, u. a. das Theater, das Grenette-Viertel, der Kiosque à musique des Quinconces und das alte Jesuitenkolleg.

Alpenlandschaft bei Chamonix

Chamonix:

Chamonix-Mont-Blanc (meist einfach nur: Chamonix) ist ein französisches Urlaubsgebiet an der Grenze zur Schweiz und zu Italien. Chamonix liegt am Fuße des Mont Blanc, des höchsten Bergs der Alpen, und ist ein bekannter Skiort. Das ganze Jahr über verkehren Seilbahnen zu verschiedenen Gipfeln in der Umgebung. Weite Panoramablicke bieten sich etwa vom Aiguille du Midi oberhalb des Orts. Auf der Fahrt zum Pointe Helbronner an der italienischen Grenze überquert man riesige Gletscherfelder.

Grenbole:

Grenoble ist eine französische Stadt in der historischen Region Rhône-Alpes im Südosten des Landes. Das bekannte Wintersportziel liegt am Fuß mehrerer Berge zwischen den Flüssen Drac und Isère und besitzt renommierte Museen, Universitäten und Forschungszentren. Eine Seilbahn, deren Gondeln an Blasen erinnern und die deshalb als “Les Bulles” bezeichnet werden, verbindet die Stadt mit der Bastille, einer am Berghang errichteten Festung aus dem 18. Jh.

Lyon:

Lyon, Stadt in der geschichtsträchtigen französischen Rhône-Alpes-Region, liegt am Zusammenfluss von Rhône und Saône. Im Zentrum wird die 2.000-jährige Geschichte der Stadt erlebbar, angefangen beim römischen Amphithéâtre des Trois Gaules über die mittelalterliche und Renaissance-Architektur in der Altstadt Vieux Lyon bis zum modernen Stadtviertel La Confluence auf der Halbinsel Presqu’île. „Traboules“ genannte überdachte Passagen zwischen Gebäuden durchziehen Vieux Lyon und das auf einem Berg gelegene Viertel La Croix-Rousse. Selbst aus kulinarischer Sicht ist Lyon ein Paradies für Feinschmecker. Die Rhône-Metropole gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Saint-Étienne:

Das heutige Stadtzentrum, das Ende des 18. Jahrhunderts um die mittelalterliche Kernstadt geplant wurde, besitzt ein lediglich durch die Topographie gestörtes orthogonales Straßenraster, und ist von hoher baulicher Dichte und Einheitlichkeit geprägt. In ihrer Entstehungszeit wurden die Höfe der Blockbebauung intensiv handwerklich und zu Wohnzwecken genutzt und waren vielfach öffentlich zugänglich. Das für heutige Verhältnisse extrem enge Straßennetz wurde dadurch um die Traboules, ein inzwischen vielfach verschwundenes System von Fußwegen durch die Hinterhöfe, ergänzt. In der Innenstadt sind praktisch keine Grün- oder Parkflächen zu finden, dazu muss man auf die Hügel am Rande der Stadt steigen, wird dort aber mit grandioser Aussicht auf das dichte urbane Netz belohnt. Die wenigen städtischen Plätze werden intensiv kulturell oder als Markt genutzt. Darüber hinaus hat die Moderne ihre Spuren hinterlassen; das weitere Stadtbild wird in vielen Teilen durch Zeilen- und Plattenbauten geprägt; der Stadt ist anzusehen, dass ihre Blütezeit mit der Schließung der großen Minen der Stadt vorüber war (bis auf den Puits Couriot, das heutige Bergbaumuseum, hat keine der oft fast schon im Stadtgebiet erbauten Zechen überlebt). Lediglich die Gässchen rund um das Zentrum versprühen einen gewissen Charme mit einigen Cafés und Nachtclubs, doch leidet die Stadt auch unter der Nähe zu Lyon. Bedeutendste Sehenswürdigkeiten sind die Tour de la Droguerie, das Rathaus, die Präfektur und die alte Waffenmanufaktur Manufacture d’armes de Saint-Étienne (auf deren Gelände am nördlichen Rand der Innenstadt zurzeit die Cité du Design entsteht). International bekannt ist das Museum für moderne Kunst (Musée d’art moderne de Saint-Étienne).

 

Val d’Isère:

Val-d’Isère ist ein Skiresort in den französischen Alpen in der Nähe der italienischen Grenze. Zusammen mit dem nahe gelegenen Ort Tignes gehört es zum Skigebiet Espace Killy. Hier bieten Skilifte Zugang zur steilen, schwarz markierten Piste Face de Bellevarde und zum Gletscher Grande Motte, der für seine Sommerpisten bekannt ist. Der Gebirgspass Col de l’Iseran ist im Sommer eine beliebte Radroute. Im Ort gibt es zahlreiche Bars und Restaurants rund um die Avenue Olympique.


Naturlandschaften und -monumente:

Genfer See:

Der See grenzt an der Schweiz und an Frankreich. Die wichtigsten Zuflüsse sind; die Rhone, Venoge, Drans und Aubonne. Der Abfluss ist die Rhone ins Mittelmeer. Der See liegt 372 m über den Meeresspiegel. Die Fläche beträgt 580 qkm, davon 345 qkm zur Schweiz und 234 qkm zu Frankreich gehören. Das Volumen beträgt 89 kqkm und die Mittlere Tiefe beträgt 153 m. Die Maximale Tiefe ist 310 m. Die Besonderheit ist er ist der größte See der Schweiz, der zweitgrößte See Mitteleuropas und tiefster See Frankreichs.

Gorges du Verdon:

Die Gorges du Vernon ist eine 700 m tiefe Schlucht des Flusses Verdon. Ausgangspunkt für die Schlucht ist der Ort Castellane. Das kühle smaragdgrüne Flusswasser ist reissend und bleibet bei Kajakfahrer.

Montblanc:

Der Montblanc ist mit 4810 m der höchste Berg Europas außerhalb des Kaukasus. Übersetzt bedeutet der Gipfel der “weiße Berge” und ist ein wuchtiges Massiv in den Savoyer Alpen. Über dem Berg verläuft die Grenze zwischen Italien und Frankreich. Der obere Teil des Berges ist stark vergletschert. Zahnrad- und Seilbahnen führen auf 3800 m hinauf.

Parc National de la Vanoise:

Im Gletschergebiet des Val d’Isère erheben sich bis zu 3852 m hohe Gipfel. Hier leben Steinböcke und Gämse.

Parc National des Écrins:

Diese urtümliche Hochgebirgslandschaft erreicht eine mit dem Gipfel La Meije eine Höhe von 3983 m.