Tal der Dordogne

Die Dordogne ist ein 483 km langer Fluss im Südwesten Frankreichs. Er entspringt im Gemeindegebiet von Mont-Dore und mündet zusammen mit der Garonne durch einen Mündungstrichter, unter dem Namen Gironde bekannt, in den Atlantischen Ozean. Die Dordogne gilt heute aufgrund ihres malerischen Flusstals, ihrer seit dem Mittelalter gut erhaltenen und restaurierten Dorf- und Burgpanoramen und des seichten Flusslaufes als einer der beliebtesten Wassersportregionen und Wasserwanderwege Frankreichs.


Geologie:

Das Dordognetal lässt sich erd- und gesteinsgeschichtlich einerseits nach den typischen Eigenschaften eines Granit- und Gneisgebietes, das durch vulkanologische Aktivität des Zentralmassivs entstanden ist, andererseits und vielmehr jedoch durch Merkmale einer von Erosionsvorgängen geprägten Karstlandschaft charakterisieren. Die Gegend um Bretenoux und Castelnau, wo der Fluss vom Département Corrèze (19) in das Département Lot (46) einfließt und die Cère in die Dordogne mündet, kann man grob als Grenze zwischen diesen beiden geologischen Oberflächenbeschaffenheiten bezeichnen. Die zahlreichen verkarsteten und bis zu 300 Meter mächtigen Kalkplateaus (frz.: causses), durch die sich die Dordogne im Laufe der Erdgeschichte gegraben hat, haben ihren Ursprung in der Kreidezeit, als urzeitliche Meere große Teile des heutigen Europas bedeckten, Sedimente wie Sand, Muscheln oder Ton ablagerten und wieder zurückzogen. Im Tertiär konzentrierten sich diese Ablagerungen zu Kalkstein und brachen infolge des eigenen Gesteinsdrucks und der Plattentektonik auseinander. Die Gestaltungskraft des Flusses und der kohlensäurehaltigen Witterung formten das heutige Dordognetal. Ein für Höhlenforscher und Touristen interessantes Beispiel solcher Verkarstungsvorgänge ist die Émergence de Meyraguet, ein höhlenartiger Austritt eines unterirdischen Flusses aus einer Steilwand der Dordogne bei Lacave.


Hydrologie:

Der Fluss entwässert ein Gebiet von rund 24.000 km², sein mittlerer Durchfluss liegt bei 450 m³/s. Der Fluss fördert auf Höhe des berühmten La Roque-Gageac eine Wassermenge von 20 m³/s bis zu 2500 m³/s im Frühjahrshochwasser, weshalb die Häuserzeile der in Frankreich sehr beliebten Uferpromenade des Dorfes im Erdgeschoss unbewohnt ist.

Hochwasser-Problematik:

Trotz kostspieliger Bemühungen, den Wasserstand des Flusses durch Staudämme und natürliche oder künstliche Wehre zu regulieren, treten im Dordognetal besonders im Monat August heftige Hochwasser mit teils schweren Schäden auf.


Klima:

Generell ist das Klima im Tal der Dordogne mild und wird vom Atlantischen Ozean beeinflusst. Zu dem wird hier das südländische Klima immer deutlicher. Die Sommer sind wärmer und trockner, als in den nördlicheren Gefilden. Die Winter sind mit Tagestemperaturen von über +10°C im unteren Tal sehr mild.

Klima im Périgord:

Das Périgord liegt in der Einflusszone atlantischer Westwinde und weist ein gemäßigtes Klima mit ganzjährigen Niederschlägen auf, deren Maxima im Winter auftreten. Die Sommer sind lang und warm, aber nicht im langjährigen Mittel arid (trocken). Die Durchschnittstemperaturen liegen bei etwa 12 °C mit einem Minimum von 3,5 °C im Januar und einem Maximum von 21,5 °C im Juli, wobei zwischen dem klimatisch begünstigten Bergeracois und dem Rand des Zentralmassivs etwa 4 °C Unterschied bestehen. Die niedrigste je gemessene Temperatur betrug −22 °C im Nordosten, die höchste 42 °C in Bergerac. Bisweilen können die günstigen klimatischen Bedingungen durch Dürren oder Spätfröste gestört werden. Große Schäden richtete auch der Orkan Martin zum Jahreswechsel 1999/2000 an, der ganze Wälder niederlegte und die Forstwirtschaft in eine nachhaltige Krise stürzte.

Klima der Gironde:

Die Gironde liegt in der gemäßigten Klimazone ozeanischer Prägung (Seeklima) mit sehr milden Wintern, warmen Sommern und häufigen Niederschlägen. Durch die enorme Wasseroberfläche mildert sie die Klimaeffekte im Umland nochmals, so dass hier ein sehr ausgeglichener Temperaturgang herrscht. Die Winter sind oft frostfrei, die Sommer immer noch sehr erträglich. Der letzte Eisgang auf der Gironde wurde im Rekordwinter 1956 verzeichnet.

Klimadaten der Stadt Argentat-sur-Dordogne:

Klimadaten der Stadt Beaulieu-sur-Dordogne:

Klimadaten der Stadt Beynac-et-Cazenac:

Klimadaten der Stadt Libourne:


Natur:

Flora:

Die geringe Bevölkerungsdichte und die kargen Böden sind der Grund dafür, dass das Périgord eine der waldreichsten Gegenden von ganz Frankreich ist. Eine Vielzahl verschiedener Baumarten prägt das Landschaftsbild: Auf den Causses dominieren Eichen und Pinien, im Norden und Nordosten auch Buchen. Die Flusstäler beherbergen dagegen feuchtigkeitsliebende Bäume wie Pappeln, Platanen und Kastanien. Wirtschaftlich nutzbare Arten, zumeist Walnuss- und Obstbäume sind nahezu überall vertreten.

Fauna:

Das Périgord ist außergewöhnlich wildreich. Die großen, zusammenhängenden Waldbestände, die sich mit offenem und halboffenem Gelände abwechseln, beherbergen Wildschweine, Rotwild wie Rehe und Hirsche, Geflügel und Kaninchen in großer Zahl.

Naturschutz:

Am 11. Juli 2012 wurde das gesamte Einzugsgebiet der Dordogne als Biosphärenreservat von der UNESCO klassifiziert.