Aragonesische Pyrenäen

Die Aragonesischen Pyrenäen sind ein beliebtes Reiseziel für Wanderer und Naturfreunde. Diese Pyrenäen gehören zum Zentralgebirge des massiven Gebirgsstock, der die Grenze von Frankreich nach Spanien bildet. Das Gebiet Aragóns (Aragonien) umfasst die höchsten Berge der Pyrenäen. Eine ganze Reihe von Gipfeln übertrifft die Dreitausend Meter. Der höchste Punkt ist der Pico d’Aneto mit 3404 m. Der Gipfel bildet die Grenze zwischen Aragonien und Katalonien. Nicht nur die riesigen Berge bilden den Reiz der Zentralpyrenäen, sondern auch wilde Schluchten, glasklare Bergbäche, aus Naturstein errichtete Häuser und Dörfer, sowie die besondere Flora und Fauna. Besonders bekannt ist die Region auch für ihren vielfältigen Bestand an Greifvögeln, nur in wenigen anderen Regionen des europäischen Kontinents lassen sich so viele Greifvögel beobachten wie hier.


Geographie:

Der komplette Norden der spanischen Region Aragonien liegt in den Pyrenäen. Im Süden wird das Vorgebirge und das Hauptgebirge vom Fluss Ebro und seinem weitem Tal begrenzt. Selbst der namensgebenden Fluss Aragón entspringt in dem Teilgebirge der Pyrenäen. Im Vorland des Gebirges, aber noch im Ebrotal gelegen, liegt die Stadt Huesca.


Klima:

Die Gipfelregion des Aneto weit ein alpines bis subarktisches Klima auf

Im aragonischen Ebrotal herrscht ein mediterranes Klima mit semi-ariden Niederschlägen und kontinentalen Ausprägungen. Die Temperaturen im Winter liegen zwischen -2°C und +13°C, während im Sommer die Tagestemperaturen bis auf über +40°C steigen können. Im Vorland der Pyrenäen ist das Klima noch kontinentaler geprägt mit kälteren Wintern und nicht ganz so heißen Sommern. In den Flusstälern des Gebirges ist das Klima zunehmend gemäßigter und kühler. Die Winter dort sind strenger, länger und es kommt öfters zu Schnee. Die Sommer sind warm bis sehr warm und weisen angenehme Nachttemperaturen auf. In den oberen Teilen der Flusstäler ist das Klima kontinental mit strengen Winter und kühlen bis warmen Sommern. In den Hochebenen der Pyrenäen herrscht ein Tundren ähnliches und alpines Klima. Auf den Gipfeln findet man ein subarktisches Klima vor.

Klimadaten der Stadt Huesca (488 m):

Das Klima in Huesca ist ein mediterranes Klima mit kontinentalen Zügen. Die Stadt liegt am nördlichen Rande des Ebrotals. Hier sind die Winter sehr kühl mit sporadisch auftretenden Frost. Die Sommer sind sehr heiß mit Temperaturen bis zu +40°C.

Klimadaten der Stadt Jaca (827 m):

Die Stadt Jaca liegt in einem Flusstal. Das Klima ist gemäßigt mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die Niederschläge sind deutlich höher, als im Ebtrotal und im Süden.

Klimadaten des Ortes Escarrilla (1159 m):

Der Bergort Escarrilla liegt im Hochland der Pyrenäen und hat ein kontinentales Klima mit kalten Wintern und warmen Sommern.

Klimadaten des Ordesa y Monte Perdido Nationalparks:

Im alpinen Hochland der Pyrenäen herrscht ein Tundren gleiches Klima mit alpinen Charakter.


Größere Städte und Gemeinschaften:

Alquézar:

Alquézar liegt auf einer felsigen Anhöhe in den südlichen Ausläufern der Pyrenäen (Sierra de Guara) am Ausgang einer Schlucht des Río Vero. Bereits im 9. Jahrhundert ließ Jalaf ibn Rashid, der die Provinz Huesca im Auftrag seines Herrn, des Emirs von Saragossa, kontrollierte, auf der felsigen Anhöhe eine Festung (arab. al-kasr) erbauen, die jedoch im Zuge der Rückeroberung (reconquista) und Wiederbesiedlung (repoblación) der Gegend zerstört wurde. Alquézar selbst wurde im Jahr 1067 (evtl. auch 1065) von Sancho Ramírez erobert und gehörte fortan zur Krone von Aragón, später dann zum Königreich Spanien.

  • Der alte Ortskern mit seinen engen Gassen ist für viele Besucher die Hauptattraktion des Ortes. Hier finden sich sowohl Häuser aus Natursteinmauerwerk als auch aus Ziegelsteinen, deren Obergeschoss teilweise auf Stützen ruht, die durch mächtige Holzarchitrave miteinander verbunden sind.
  • Die im Äußeren einen ausgesprochen wehrhaften Charakter (Wehrkirche) dokumentierende Kollegiatkirche (Colegiata de Santa María la Mayor) steht auf der höchsten Erhebung des Ortes an der Stelle der ehemaligen maurischen Festung, in deren Räumlichkeiten sich bereits im 11. Jahrhundert christliche Einsiedlermönche eingenistet hatten, die sich im 13. Jahrhundert dem Augustinerorden anschlossen. Eine erste Kirche wurde gebaut, die im 16. Jahrhundert zu der heute sichtbaren einschiffigen, aber mit mehreren Seitenkapellen versehenen Kirche umgebaut wurde. Diese beeindruckt durch ihr hohes Rippengewölbe mit unterschiedlich gestalteten Sternmotiven und durch einen barocken Altarretabel. Der nach Süden anschließende trapezförmige Kreuzgang (claustro) stammt aus dem 14. Jahrhundert, enthält jedoch noch mehrere ‚primitive‘ aber ausdrucksstarke romanische Kapitelle mit nur teilweise deutbaren Szenen und Figuren – die Opferung Isaaks ist jedoch zu erkennen. Die Freskenmalereien an den Wänden des Kreuzgangs wurden im 15./16. Jahrhundert angebracht – sie zeigen zumeist neutestamentliche Szenen. Das im Obergeschoss des Kreuzgangs befindliche Museum präsentiert Altarretabel und andere religiöse Kunstwerke aus der Zeit des späten Mittelalters bis in die Barockzeit.

Huesca:

Genau genommen zählt Huesca nicht zu den Pyrenäen, da die Stadt noch im Tal des Ebro liegt. Die Stadt besitzt jedoch neben Jaca die besten Verkehrsanbindungen an das Gebirge und ist somit ein wichtiger Knotenpunkt für die Verkehrswege nach Norden. Hier findet man auch Informationsmöglichkeiten über das Pyrenäengebirge vor. Huesca weist eine lebendiges und altes Zentrum auf, das recht gut erhalten ist. Besonders sehenswert:

  • Catedral: die Kathedrale liegt im Zentrum der Altstadt und wurde im 13. bis 16. Jh. errichtet. Der Baustiel ist gotisch. Das Bauwerk besticht mit seinem schönem Portal und dem kunstvollen Hochaltar (16. Jh.) aus Alabaster, sowie ein aus der Renaissance stammendes Chorgestühl
  • Museo Provincal: nördlich der Kathedrale beinet sich das Museum mit einer Ausstellung aus vorgeschichtlichen und römischen Funden, aber auch kirchlicher Kunst.
  • Aragonischer Königspalast: das Museo Provincal liegt im aragonischen Königspalast der im 12. Jh. Schauplatz der “Glocke von Huesca” war. König Ramiro II. enthauptete 16 aufständische Adelige, mit dem Vorwand das sie sich hier versammeln, um eine Glocke einzuweihen.

Jaca:

Jaca liegt auf einem Hügel über dem Rio Aragon. Die Stadt war während des Mittelalters die erste Hauptstadt des Königreichs Aragon. Jaca ist auch eine wichtige Station des Jakobweges. Die Stadt weist ungefähr 12.000 Einwohner auf und ist wichtiger Ausgangspunkt für viele Ausflüge. Jaca besitzt eine lebendige Altstadt, deren wichtigste Sehenswürdigkeit die Kathedrale ist. Besonders sehenswert:

  • Catedral: zwischen 1040 und 1076 wurde die Kathedrale von Jacca errichtet. Sie ist eine der ältesten romanischen Kirchen Spaniens und ist Vorbild vieler Kirchenbauten des Jakobswegs. Der anfangs romanische Bau wurde über die Jahrhunderte zum Großteil im gotischen Baustil umgewandelt, einzig die Außenmauer blieb im romanischen Stil erhalten.

Santa Cruz de la Serós:

Ungefähr 15 km südwestlich von Jacca liegt der Ort Santa Cruz de la Serós. Das Kleien Bergdorf Santa Cruz weist inmitten der alten Steinhäuser eine wunderschöne romanische Kirche gleichen Namens auf. Sie ist ein Überbleibsel eines Klosters aus dem 11. Jh.


Naturlandschaften und -monumente:

Brücke des Mohammed:

Kurz vor dem Gipfel des Aneto befindet sich eine kurze felsige Passage, die Brücke des Mohammed. Es ist eine schmale Passage auf dem Grat über große Felsblöcke, die zu beiden Seiten ausgesetzt ist. Vom Gipfel öffnet sich der Blick nach Norden zum schneebedeckten Maladeta, nach Süden auf die trockenen Hochflächen von Aragón.

Mallos de Riglos:

Die Mallos de Riglos ist eine Ansammlung von bizarren Felsformationen in der Nähe der Stadtgemeinschaft Las Peñas de Riglos in der spanischen Provinz Aragonien. Die Felsen liegen 45 km nordwestlich von Huesca. Mit einer Höhe von über 300 m bilden die Felsen eine markante Landschaft, die zum Vorgebirge der Pyrenäen zählt. Die Mallos wurden durch Erosionen geformt und bestehen aus Kalkgestein.

Nationalpark Ordesa y Monte Perdido:

Er wurde am 16. August 1918 zum Nationalpark erklärt und ist damit der älteste in den Pyrenäen. Teil des Nationalparks ist der 3.355 m hohe Monte Perdido, der seit 1997 zum UNESCO-Welterbe gehört.Der Nationalpark verfügt über eine einzigartige Fauna und Flora, so finden sich die tiefsten Schluchten des Kontinents mit bizarren Felsformationen, die an den Grand Canyon erinnern, allerdings mit reichlich Vegetation. Es finden sich viele Pflanzen- und Tierarten, die in weiten Teilen Europas bereits ausgestorben sind, wie der Braunbär oder der Schmutzgeier.

Pico de Aneto:

Der Pico de Aneto ist mit einer Höhe von 3404 m der höchste Berg in den Pyrenäen, der dritthöchste Spaniens (nach dem Teideauf Teneriffa und dem Mulhacén in Andalusien) sowie der höchste von Aragón. Er liegt in der spanischen Provinz Huesca, im Norden von Aragonien. Er bildet den südlichen Teil des Maladeta-Massivs. Sein veralteter französischer Name ist Néthou.