Cabañeros Nationalpark – Spanische Serengeti

Cabañeros – das Land der weiten Dehesas. Eine Landschaft mit hohen Artenreichtum an Wild und Pflanzen. Die Eichenhaine (Dehesas) gleichen Savannen, während das Rotwild wie Antilopen in den Steppen grast. Somit wird der Nationalpark im südlichen Zentralspanien häufig als die “Serengeti Spaniens” bezeichnet.

Der Nationalpark liegt eingebettet in den Montes de Toledo südwestlich der Stadt Toledo in der spanischen Region Kastilien-La-Mancha. Der Park hat eine große von 390 km² und besteht aus flachen Hügeln, Bergen und Waldlandschaften.


Klima:

Das Klima im Nationalpark ist ein mediterranes Klima mit kontinentaler Ausprägung. Die Winter sind kühl und können in der Nacht kalt werden. Frost kann vorkommen und es weht teils ein starker Wind. Die Sommer sind sehr heiß und können hohe Höchstwerte erreichen. Jährlich Spitzenwerte von über +38°C sind keine Seltenheit.

Klimadaten des Ortes Navas de Estena:


Natur:

Das natürliche Leben ist perfekt an das extreme Klima und dessen Bedingungen angepasst. Auch die Widerstandsfähigkeit gegen nährstoffarme Böden ist gegeben. Das Wetter reicht von leichtem Frost mit straken Winden im Winter bis zu extrem heißen Sommern.

Vegetation:

Die am meist vertretende Baumart sind die Korkeichen, die typisch für die spanischen Macchia sind, sowie mediterranes Buschland und Dornensträucher.

Rañas und Hügel:

Auf den Rañas und am Fuß der Berge stehen Steineichenwälder, die häufig vom Menschen angepflanzt worden sind. Wo diese in der Vergangenheit übernutzt oder durch Waldbrände geschädigt wurden, entstanden Sekundärgesellschaften mit Erdbeerbäumen, Zistrosen, Erica-Arten und krautigen Pflanzen.

Feuchtgebiete:

An feuchten Stellen und auf schattigen Hängen stehen Bestände der Portugiesischen Eiche mit einem Unterwuchs aus Blütensträuchern. Stellenweise gibt es im Park Feuchtgebiete wie die hier „trampales“ genannten kleinen Moore, wo Glocken-Heide, verschiedene Knabenkräuter, Rundblättriger Sonnentau und das Fettkraut Pinguicula lusitanica gedeihen

Sonnige Standorte:

Auf den wärmsten Standorten gedeihen Korkeichen zusammen mit Portugiesischen Eichen, Erdbeerbäumen, Montpellier-Ahorn und einer Schneeball-Art (Viburnum tinus).

Flusstäler:

In den Flusstälern werden die Wälder von der Pyrenäen-Eiche gebildet, dort gedeihen auch Steineichen, Portugiesische Eichen, Elsbeeren sowie Eingriffeliger Weißdorn. In diesen Wäldern kommt auch die Pfingstrosen-Art Paeonia broteri vor. Bei den Uferwäldern werden drei Typen unterschieden: Eschenwälder gemeinsam mit Weiden, Brombeeren und zahlreichen Kletterpflanzen, Erlenwälder mit Weinreben und schließlich Birkenwälder (Betula pendula ssp. fontqueri) mit Stechpalmen und Faulbaum.

Tierwelt:

Das Area ist Heimat für viele Tierarten. Hier findet man eine große Anzahl von endemischen Arten, die nur hier auf der ganzen Welt vorkommen. Der Nationalpark beherbergt die zweitgrößte Brutkolonie von Rabengeiern auf dem ganzen Planeten. Zudem leben hier auch noch viele weitere Greifvogelarten, wie Kaiser- und Schlangenadler. In den Wiesen schreiten Weiß- und Schwarzstörche und Geier fressen Aas in den Grasfluren. Ingesamt findet man hier auch 45 Säugetierarten vor, wie Wildschweine, Luchse und Rehböcke.

Bedrohte Tierarten:

Unter den Tieren im Nationalpark Cabañeros sind einige vom Aussterben bedroht wie der Spanische Kaiseradler (Aquila adalberti), der Mönchsgeier(Aegipius monachus), dessen Bestand im Park 2004 die Zahl von 186 Paaren erreichte oder der stark gefährdete Iberische Luchs (Lynx pardinus). Der Iberische Wolf (Canis lupus signatus) wurde im heutigen Parkgebiet erst in den 1970er Jahren ausgerottet. Der Iberiensteinbock (Capra pyrenaica) verschwand im 19. Jahrhundert aus der Region, wurde aber später als Jagdwild wieder ausgesetzt. Auch Damhirsch und Mufflon wurden für die Jagd angesiedelt. Die Spanische Elritze ist akut vom Aussterben bedroht.

Dehesa:

Rothirsche, Rehe und Wildschweine sind häufig. Unter den kleineren Raubsäugern im Park finden sich Ichneumon, Wildkatze, Dachsund Fischotter.

Raña:

Auf der Raña sind Grauammer und Theklalerche in großer Zahl zu finden. Hier können auch Weidensperling, Mittelmeer-Steinschmätzer, Rothuhn, Zwergtrappe, Großtrappe, Weißstorch, Wiesenweihe, Bienenfresser, Blauracke, Wiedehopf, Blauelster und Südlicher Raubwürger beobachtet werden. Wintergäste im Nationalpark sind Gleitaar, Merlin, Kornweihe, Rotmilan und Kalanderlerche.

Amphibien:

Unter den Amphibien im Park finden sich Spanischer Wassermolch (Triturus boscai), Südlicher Marmormolch (Triturus pygmaeus), Geburtshelferkröte und Gemalter Scheibenzüngler. Bei den Reptilien sind die Vorkommen der Iberischen Smaragdeidechse (Lacerta schreiberi) und des Iberischen Walzenskinks (Chalcides bedriagai) erwähnenswert. Die Spanische Elritze (Anaecypris hispanica) und die Barben-Art Barbus microcephalus sind Fische, die nur im Rio Guadiana und seinen Nebenflüssen vorkommen.

Insekten:

Stellvertretend für die zahlreichen Insekten im Park seien hier nur die Schmetterlingsarten Erdbeerbaumfalter, Kleines Wiesenvögelchen, Kardinal und Kleiner Feuerfalter erwähnt.

Vögel:

Die Vogelwelt des Nationalparks ist sehr reichhaltig: neben Uhu kommen auch Mönchsgeier, Kaiseradler, Steinadler, Zwergadler, Wanderfalke und andere Greifvögel vor. Vom seltenen Schwarzstorch ist nur ein einzelnes Brutpaar vorhanden. Es gibt zahlreiche Singvögel, darunter Brillengrasmücke, Weißbartgrasmücke und Samtkopf-Grasmücke.