Donau

Die Donau ist der zweitlängste Fluss in Europa:

  • Gewässerkennzahl: DE:1
  • Lage: Mittel- und Südosteuropa
  • Flusssystem: Donau
  • Quelle: mit der Bregquelle oder mit dem Zusammenfluss von Brigach und Berg in Donaueschingen
  • Quellhöhe: 1078 m oder 680 m
  • Mündung: Schwarzes Meer
  • Mündungshöhe: 0 m
  • Höhenunterschied 1078 m
  • Länge 2857 km
  •  Einzugsgebiet: 817.000 km²
  • Abfluss: 6700 m³/s
  • Linke Nebenflüsse: Blau, Wörnitz, Altmühl, Naab, Regen, Ilz, Kamp, March, Waag, Theiß, Olt, Sereth, Pruth u. a.
  • Rechte Nebenflüsse: Riß, Iller, Lech, Isar, Inn, Enns, Traun, Leitha, Raab, Drau, Save, Morava, Iskar u. a.
  • Durchflossene Stauseen: Eisernes Tor
  • Großstädte: Ulm, Ingolstadt, Rengensburg, Passau, Linz, Wien, Bratislava, Budapest, Novi, Sad, Belgrad, Russe Braila, Galati
  • Schiffbar: 2655 km, davon 2414 km für große Güterschiffe zwischen Kehlheim und Sulina

Der wasserreichste Zufluss der Donau ist die Save mit 1722 m³/s und einer Länge von 945 km. Der längste Nebenfluss der Donau ist die Theiß 1308 km.

Wenn die Donau, mit 2850 km der zweitlängste Fluss Europas, ihren Weg vom Schwarzwald, durch Österreich, die Slowakei, Ungarn; Kroatien und Serbien bis nach Rumänien bewältigt hat, mündet sie dort mit einem weit verzweigten Delta in das Schwarze Meer. Dieses riesige Gebiet von 6000 km² ist im Wesentlichen feucht, hat aber auf Sanddünen auch extrem trockene Zonen und bietet so einen vielfältigen Lebensraum. Das besondere ist man kann Bootstouren durch das Delta unternehmen und dabei die Tierwelt des Donaudelta kennen lernen.


Verlauf der Donau:

Die Donau entspringt mit dem Zusammenfluss der  beiden Flüsse Brigach und Breg. Den größten Teil des Wassers verliert die Donau in der Donauversenkung. Dann fließt die Donau durch die Großstädte Tuttlingen und Ulm. Von Ulm bis Kehlheim ist die Donau eine Bundeswasserstraße. In diesem Abschnitt fließen verschiedene Flüsse in die Donau: Iller, Lech, Isar, Inn, Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen. Die Städte Neu-Ulm, Neuburg an der Donau, Ingolstadt, Regensburg, Deggendorf, Straubing, Passau liegen alle an der Donau. In Passau fließt der Inn, Ilz und Donau zusammen. Die blaue Donau, der grüne Inn und die schwarze Ilz stoßen in Passau zusammen.

Das Donau erreicht das Donautal in Österreich. Die Donau fließt durch Linz und erreicht schließlich den Wienerwald. In Wien ist die Donau nun angekommen und bildet gleich hinter Wien die Donauauen. Durch die Donauauen erreicht die Donau die Thebener Pforte und nun fließt sie in das Pannonische Becken, womit der Oberlauf zu ende geht. Nahe der Grenze zur Slowakei bildet die Donau schöne Auen. Wichtige Flüsse die in Österreich in die Donau münden: Aist, Traun, Enns, Ybbs, Traisen, Kamp, Wien, Schwechat, March und die Leitha.

Nur 45 km von Wien entfernt fließt die Donau durch Bratislava (Preßburg) die Hauptstadt der Slowakei. Nach Bratislava zweigt sich die Donau in ein Seitenarm die Kleine Donau und bildet mit der Donau die Großen Schüttinseln die größten Flussinseln Europas. Die kleine Donau mündet in die Waag, dies wird zur Waager Donau und mündet wiederum in die Donau.

Die Donau teilt sich wiederum und kommt wieder zusammen. Dann fließt die Raab in die Donau. Nahe der Einmündung des Ipel, wird sie vom Börzsöny-Gebirge nach Süden abgedrängt. Ab den 90 ° knick (Donauknie) fließt die Donau fast 500 km gerade nach Süden. Nach 40 km durchfließt die Donau Budapest, hier erreicht sie eine Breite von 400-500 m. Die Donau verlässt das ungarische Mittelgebirge und markiert ab hier die westliche Grenze für das Ungarische Tiefland. Kurz hinter Mohacs verlässt sie Ungarn.

Mit 137 km hat Kroatien, nach Moldawien und der Ukraine den kürzesten Anteil der Donau. Der Fluss bildet die Grenze von Kroatien und Serbien. Die Drau mündet in die Donau und die Donau verlässt Kroatien.

Die Save und die Theiß münden in Serbien in die Donau. Am Eisernen Tor trifft sie in die berühmte Donauschlucht. Die Donau ist der Grenzfluss von Serbien und Rumänien. Das Eiserne Tor ist der größte Stausee der Donau.

Im Norden Bulgariens wird die Grenze nach Rumänien fast auf ganzer Länge von der Donau gebildet. Die Donau ist zwar der einzige schiffbare Fluss Bulgariens, hat aber verkehrstechnisch nur regionale Bedeutung für diesen dünn besiedelten Landesteil. Es gibt zwölf bulgarische Donauhäfen mit einer kleinen Handelsflotte. Der Nationalpark Srebana wird von der Donau gespeist.

Auf 1075 Kilometern, über einem Drittel ihrer Gesamtlänge, passiert die Dunărea Rumänien. Das ist der größte Wert aller Anrainerstaaten. Die Donau ist für das Land anfangs Grenzfluss zu Serbien, dann zu Bulgarien. Nach einer Richtungsänderung nordwärts ist sie rumänischer Binnenfluss im Bereich der Regionen Baragan und Doburdash, um später Grenzfluss zu Moldawien und zur Ukraine zu werden und schließlich ins Schwarze Meer zu münden. Hier mündet die Donau ins Donaudelta und dann ins Schwarze Meer mit einer Fläche von 6000 km², aber zuvor durchfließt sie die Walachei und Transsilvanien.

Der Anteil Moldawiens an der Donau ist der kleinste aller Anrainerstaaten. Nur auf einer Länge von 340 Metern berührte ursprünglich der südlichste Zipfel des Landes die Donau zwischen Rumänien und der Ukraine. 999 überließ die Ukraine Moldawien in einem Gebietstausch weitere 230 Meter, so dass die heutige Gesamtlänge des moldawischen Ufers 570 Meter beträgt.

Die Ukraine hat einen Anteil von Donaudelta, nämlich 800.000 ha. Hinter dem ukrainischen Abschnitt wird die Donau in den beiden südlich gelegenen Mündungsarmen wieder auf beiden Ufern rumänisch.


Deutsche Donau:

Gut 633 km legt der Fluss zurück, bis er vom Schwarzwald kommend bei Jochstein die Grenze nach Österreich übertritt. Zahlreiche Flüsse beteiligen sich in Deutschland als Wasserlieferanten.

Am besten kann man sie sich mit einer alten Eselsbrücke merken:

Iller, Lech, Isar, Inn fließen rechts zur Donau hin; Altmühl, Naab und Regen fließen links entgegen

Donauquelle:

Die Donau entspringt 678 m ü. NN. in Donaueschingen. Auch dafür gibt es eine bekannte Eselsbrücke:

Brigach und Breg bringen die Donau zu Weg

Donauversickerung:

Eine spektakuläre Stelle zwischen Immendingen und Möhringen. Ein Großteil des Wasser versickert im kalkfelsigen Untergrund und bahnt sich einen Weg durch en verzweigtes Höhlensystem, die Donauversickerung. Erst nach gut 12 km tritt ein Teil südlich als Aachquelle wieder an die Oberfläche, während der anderer Teil bei Möhringen in das Flussbett der Donau zurückfindet.

Schifffahrt:

Man glaubt kaum, dass sie im weiteren Verlauf einer der mächtigsten Ströme Europas werden soll. Ab Ulm wird sie dann schiffbar und die Energiewirtschaft bedient sich ihrer Kraft. Die Ulmer Schiffer haben sich bereits im Mittelalter die Donau als Wasserstraße zu Nutze gemacht und befuhren mit ihren”Ulmer Schachteln” den Fluss bis Belgrad. Ein neuer wichtiger Handelsweg zwischen Okzident und Orient war somit geboren. Noch heute zeigen das Schiffviertel und das Münster den Reichtum vergangener Tage. Große Schiffe können aber von hier noch nicht starten.

Weltenburger Enge:

Vorbei an Ingolstadt mit dem wehrhaften Herzogschloss fließt die Donau weiter zum Kloster Weltenburg. Dort schafft sie zwischen senkrechten Felsen den spektakulären und für Ausflugsschiffe nicht ganz ungefährlichen Durchbruch nach Kelheim.

Kelheim:

Ab hier kann dann die eigentliche Donauschiffahrt mit größeren Schiffen beginnen.

Regensburg:

In Regensburg, der alten Handelsstadt, steht die aus dem 12. Jh. stammende Reichs- oder Steinerne Brücke, die älteste noch funktionierende Donaubrücke.

Passau:

Die letzte größere Station des Stroms in Deutschland ist die Drei-Flüsse-Stadt Passau. Ausgangspunkt der klassischen Donaukreuzfahrt. Jährlich starten von hier rund 200.000 Flussreisende zu erlebnisreichen Tagen auf der Donau (ein Drittel davon fährt bis in das Donaudelta). Gestärkt durch Inn und Ilz sagt die Donau leise “Servus” und macht sich auf den Weg nach Österreich.


Österreichische Donau:

In Österreich faszinieren die wechselhaften Landschaften entlang der Donau. Dörfer und Städte wissen mit vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten zu beeindrucken. Die Donau in Österreich wird gern mit einem Gebirgsfluss verglichen und ein paar zahlen unterstreichen dies. Man geht von einem Gefälle von 40 cm pro km aus und einer Strömungsgeschwindigkeit von 1 bis 3 m/s. Schneeschmelzen im Gebirge lassen selbst manchmal noch im Hochsommer, ganz abgesehen von extrem starken Regenfällen, die Pegelstände ansteigen. Das alte Bild der Donau erfuhr aber im 20. Jh. drastische Veränderungen. Waren einst Haupt-, Neben- und Altläufe prägend, die durch den ständig wechselnden Gang des Wassers der Landschaft immer wieder ein neues Gesicht gaben (Inseln entstanden und verschwanden, Altwasser verlandeten, Wälder wuchsen heran und wurden überspült), glaubt man heute manchmal, auf Seen unterwegs zu sein. Hierzu trug wesentlich die Stauung durch Kraftwerke bei. Aber nicht nur für den Kraftwerksbau wurde die Donau reguliert, der Eingriff erleichtert durch die Schifffahrt oder schützt z.B. das landwirtschaftlich intensiv genutzte Marchfeld vor Hochwasser.

Donau-Schutzgebiete:

Nur das 36 km lange, malerisch enge Tal der Wachau und die weite Ebene des Nationalparks Donauauen (47 km) blieben als “freie” Fließstrecken erhalten. Gerade die Donauauen sind als Biotop besonders schützenswert. Zahlreiche Wasservögel aus Nordeuropa finden hier ihr Winterquartier: Schellente und Krickente gehen auf Futtersuche. Der Seeadler war regelmäßiger Gast und ist sogar als Brutvogel zurück gekehrt. Die Schotterflächen an den Uferseiten sind im Frühjahr Heimstätte für Kiesbrüter, sie sind nur noch hier an der österreichischen Donau zu finden. Der Kraft des Flusses ist es zu verdanken, dass an ihren steilen Uferböschungen Eisvögel Höhlen bauen, um ihre Jungen aufzuziehen, und Biber ihre Bauten in den Böschungen anlegen. Manchmal kann der Flussreisende auf den vom Hochwasser umgestürzten Bäumen Greifvögel entdecken, die nach Beute spähen. Im Wasser leben rund 60 Fischarten, darunter der Sterlet, eine klein Störart, der Huchen, der zur Familie der Lachse gehört, sowie der als Speisefisch äußerst beliebte Wels oder Donauwaller mit seinem breiten Maul und den für ihn so charakteristischen Barten. Die Ufer mit ihren Sand- und Schotterbänken werden gesäumt von Weiden und Schwarzpappeln. Wo alte Flussbetten mit wasserdurchlässigen Böden ausgetrocknet sind, gedeihen nun Weiß- und Sanddorn, Orchideen, Federgras sowie an die Trockenheit angepasste Flechten und Moose.

Donaudurchbrüche:

Die Donau durchbricht in Österreich mehrmals das Granit- und Gneishochland (Böhmische Masse), dazwischen durchfließt sie den Nordrand des Alpenvorlands. Nach der Staatsgrenze – zwischen Passau und Jochenstein in der Flussmitte – folgt das mit etwa 50 km längste dieser Engtäler, das Oberösterreichische Obere Donautal mit der Schlögener Schlinge.

Linz bis Wien:

Dann durchquert der Strom das fruchtbare Eferdinger Becken und Linz, die drittgrößte Stadt Österreichs. Im Auengebiet des Machlands fließt sie vorbei an Mauthausen, nimmt bei Enns den gleichnamigen Nebenfluss auf und quert die Landesgrenze zu Niederösterreich. Bei der alten Schifferstadt Grein und Schloss Greinburg hat die Donau mit ca. 20 m ihre tiefste Stelle in Österreich. Es folgen mit Strudengau und Nibelungengau zwei weitere Engtäler und rund 90 Kilometer hinter Linz erreicht der Strom Melk mit seinem gewaltigen Barockstift. Den Dunkelsteiner Wald abschneidend, durchfließt der Strom auf den folgenden knapp 35 Kilometern eine der schönsten Donaulandschaften, die Wachau, die an Dürnstein vorüber bis nach Krems reicht; anschließend durchquert sie das Tullnerfeld, eine weitere landwirtschaftlich geprägte Niederungslandschaft. An der Korneuburger Pforte knickt sie um den Wienerwald herum, den letzten Nordost-Ausläufer der Alpen, und erreicht dann durch die Wiener Pforte das weiträumige Wiener Becken.

Wien bis Staatsgrenze:

Hier liegt mit Österreichs Hauptstadt Wien die lange Zeit größte und bedeutendste aller Donaustädte, mit der inzwischen Belgrad und Budapest gleichgezogen haben. Bis kurz hinter Wien hat der Strom eher Gebirgsflusscharakter, erst danach wandelt er sich allmählich zu einem Tieflandfluss. Durch die Donau-Auen nähert sich die Donau der Staatsgrenze zur Slowakei und bei der Thebener Pforte erreicht sie das Pannonische Becken, womit ihr Oberlauf im eigentlichen Sinne zu Ende geht. Sie verlässt Österreich bei Bratislava.


Slowakische Donau:

Ein warmes Klima und fruchtbare Böden prägen den Südwesten der Slowakei, durch den die Donau fließt. Entspannt kann von Bord eine Landschaft genossen werden, die im Wesentlichen ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat. Dichte Schilfgürtel, Weideflächen und Pappelwälder ziehen sich an den Ufern der Donau entlang.

Bratislava:

Während einer Donaukreuzfahrt darf der Besuch der jungen Hauptstadt des Landes, Bratislava, nicht fehlen. Historisch bedeutsam und in den letzten Jahren mühevoll restauriert, bietet sie gute Möglichkeiten für einen entspannten Bummel. Auffallend im Stadtbild ist die große Zahl junger Menschen. Die Universität, aber auch die Möglichkeit, einen Arbeitsplatz zu finden, hat viele vom Land hierher gezogen.


Ungarische Donau:

Die große Ungarische Tiefebene (auch Puszta) entlang von Donau und Theiß ist die letzte ausgedehnte und zusammenhängende Steppenlandschaft Mittel- und Südosteuropas. Mit ihren Pferden, Herden von Langhornrindern, den Schafen, Gänsen und Zugvögeln zählt sie mit der Hortobágy-Puszta seit kurzem zum Weltkulturerbe der UNESCO. Ungarn ist aber nicht nur Puszta-Romantik mit akrobatischen Reitvorführungen, sondern ein modernes aufstrebendes Land, dessen alter Kultur auf Schritt und Tritt begegnet. Stolz scheint man auf den 2005 erfolgten Beitritt zur EU zu sein, denn fast überall hängt neben der ungarischen und die europäische Fahne.

Donauknie:

Mit dem Donauknie besitzt Ungarn einen weiteren schönen Abschnitt der Donaukreuzfahrt. Hier, wo der Fluss seinen Weg nach Süden nimmt, liegt hoch über ihm eine der mächtigsten Kirchen Ungarns. Die Basilika von Esztergom mit ihrer 100 m hohen Kuppel ist eine der größten Kirchen Europas. Weiter stromabwärts thront die Burg Visegád, slawisch für “Hohe Burg”; jahrhundertlang Sitz der ungarischen Könige. Der berühmteste unter ihnen dürfte wohl König Stefan I. sein, der vor über 1000 Jahre den Staat gründete.

Budapest:

Durch eine scheinbar unberührte Flusslandschaft fließt der Strom gen Budapest, der “Königin der Donau”. Die Einfahrt mit dem Schiff zählt zu einem der unvergesslichen Höhepunkte der Donaukreuzfahrt, denn das Stadtpanorama ist überwältigend. Einzigartig schön anzusehen ist, wie sich Stadt und Fluss vereinen. Außerdem gibt es zahlreiche imposante Bauwerke: Burg und Burgviertel, ebenfalls Teil des Weltkulturerbe der UNESCO, Fischerbastei und Géllertberg, das Parlament – Palais aus allen Epochen säumen die Uferlinie. Nicht zu vergessen die berühmten Brücken, von denen die Kettenbrücke, Budapests erste Donaubrücke, den Fluss majestätisch überspannt.

Kalocsa:

Ungarn hat aber noch ein weiteres Zentrum zu bieten. Flussabwärts liegt Kalocsa, die Hauptstadt der Paprika. Alljährlich wird die Ernte von einem großen Fest begleitet, bei dem so manches traditionelle Gericht aufgetischt wird. Die facettenreiche ungarische Küche hat durch den jahrhundertlangen Einfluss verschiedener Kulturen ihr eigene unverwechselbare Note bekommen.


Kroatische Donau:

Einen kleinen Anteil von 188 km hat auch Kroatien an Europas zweitlängsten Strom, der einen Teil der Ostgrenze des Landes nach Serbien und Montenegro bildet. Aber auch auf diesem Streckenabschnitt kann mit weiteren reizvollen Landschaften gerechnet werden. Einen Ausläufer der Großen Tiefebene bilden die Weiten der Baranja. Hier fließt die Donau, scheinbar um etwas länger verweilen zu können, gemächlich dahin. Felder, Wiesen und Weiden wechseln sich mit Auwäldern ab. Ein kaum beinträchtiger natürlicher Lebensraum, der durch den Nationalpark Kopatki rit geschützt wird. Unzählige Sumpfvögel haben hier ihre Heimat und die in den Wäldern lebenden Wildarten bereicherten einst die Küche der hier lebenden Habsburger Adelsfamilien (u.a. Prinz Eugen von Savoyen) und später der Politprominenz.

Osijek:

Eine etwas größere Stadt liegt unweit der Stelle, wo die Drau in die Donau mündet. Von den Türken mit einer mächtigen Festung versehen, repräsentiert Osijeks noch heute ein geschlossenes bauliches Ensemble an Jugendstilhäuser.

Vukovar und Umgebung:

Weiter flussabwärts wird hinter Vukovar eine Veränderung der Landschaft, zumindest am rechten Flussufer, sichtbar. Langsam tauchen dort wieder Hügel auf, während die gegenüber liegende Uferseite von unendlichen Weiten geprägt wird. Im Frühjahr und Sommer begeistert aber speziell erstere Seite, dann alles Sinne werden angesprochen, wenn die Obstbäume blühen und ihr Duft in einer lauen Nacht bis an Bord getragen wird oder die Rapsfelder einen gelben Teppich bilden, die Ähren der Weizenfelder sich wiegen und die Sonnenblumen ihre Köpfe in den Himmel recken.


Serbische Donau:

Oberlauf:

Anfangs teilen sich Kroatien (rechtes Ufer) und Serbien (linkes Ufer) die Donau. Unweit Batina zweigt der Große Batschka-Kanal nach links ab, der Teil des heute serbischen Donau-Theiß-Kanalsystems ist. Bei Bačka Palanka macht die Donau einen Knick und durchquert dann Serbien in südöstlicher Richtung, von der kroatischen hin zur rumänischen Grenze. Nur 25 Kilometer, nachdem die Donau von Ungarn her die Grenze und den Grenzrevisionspunkt Bezdan gegenüber von Batina passiert hat, liegt die bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges fast nur von Donauschwaben bewohnte Hafenstadt Apatin, die erste größere serbische Stadt an der Donau.

Novi Sad:

Weiter stromabwärts passiert der Strom die Stadt Novi Sad, deren Brücken 1999 im Kosovo-Krieg schwer beschädigt wurden. Über sechs Jahre lief der Verkehr zwischen den beiden Stadthälften über eine provisorische Pontonbrücke. Da diese nur dreimal pro Woche geöffnet wurde, stellte sie das bedeutendste Hindernis für den Schiffsverkehr entlang der Donau dar. Seit der Wiedereröffnung der Freiheitsbrücke am 11. Oktober 2005 ist die Donau wieder ungehindert befahrbar.

Belgrad:

Nach noch einmal 75 Kilometern erreicht die Donau Belgrad, die mit etwa 1,15 Millionen Einwohnern drittgrößte Stadt an der Donau (Stand 2012) und mit einem Alter von 7000 Jahren eine der ältesten ständig bewohnten Siedlungen an ihren Ufern überhaupt. Sie ist um die Mündung der Save gebaut, ihr Kern ist die gewaltige Festung Kalemegdan auf einer Anhöhe über der Mündung.

Unterlauf:

Auf ihrem weiteren Weg durch Serbien fließt die Donau an den Industriestädten Pančevo, an der Mündung des Temesch, und Smederevo vorüber, wo die Morava in die Donau mündet. Bei Stari Slankamen mündet die Theiß von links, der größte Nebenfluss der Donau.

Eisernes Tor:

Unterhalb der Ruine der serbischen Festung Golubac tritt sie in die beeindruckende Donauschlucht am Eisernen Tor ein. Die Donau bildet hier die Grenze zwischen Serbien und Rumänien bis zu den beiden Staudämmen Đerdap 1 und 2. Auf serbischer Seite befindet sich der Nationalpark Đerdap.


Bulgarische Donau:

Vidin:

Die erste bulgarische Stadt an der Donau ist Vidin. Ihre Geschichte reicht bis zu den Kelten zurück. Südlich davon, also weiter flussabwärts, ist es ratsam, sich an Deck für ein paar großartige Landschaftsaufnahmen bereitzuhalten.

Belogradicik:

Bei Belogradicik erwarten den Donaureisenden bizarre Felsformationen und die romantische, mitten in den Fels hineingebaute Burg Kaleto.

Veliko Tarnovo:

Historisch bedeutsam ist Veliko Tarnovo, weil sie während des 2. bulgarischen Zarenreichs (ab 1186) bulgarische Hauptstadt war. Für das Land eine Phase größter wirtschaftlicher und kultureller Blüte. Reiche Gaben an die Klöster ließen diese zu Zentren der Kunst und Bildung werden. Allein um Veliko Turnovo sind Überreste von zehn Klöstern zu finden, z. B. das von Preobrashenije.

Ruse:

Die Geburtsstadt des Literatur-Nobelpreisträgers Elias Canetti war schon in der Antike eine wichtiger Donauhafen. Allein der alte Name “Sexaginta Prista”, was “60 Schiffe” bedeutet, ist ein einschlägiger Beweis, dass schon damals ein reger Verkehr auf der Donau geherrscht haben muss.

Svistov:

Mit Svistov, beherrscht von einer riesigen Burgfestung.

Silistra:

Dies ist die letzte bulgarische Stadt an der Donau. 17 km westlich von Silistra liegt das UNESCO-Weltnaturerbe; Biosphärenreservat Srebarna.


Rumänische Donau:

Rumänien hat mit 1075 km den längsten Anteil der Donau. Die Flussreise endet hier in einer der großartigsten Naturlandschaften Europas.

Eisernes Tor:

Noch vor dem spektakulären Eisernen Tor, für die Schifffahrt vor der Entschärfung zu Beginn der 1970er Jahre der gefährlichste Stromabschnitt, beginnt der rumänische Donaulauf südwestlich des Banater Gebirges.

Orsova:

Nahe Orșova passiert sie den engsten Teil und erreicht Drobeta Turnu Severin, wo bei Islaz der Olt in die Donau mündet.

“zweites” Donauknie:

Nun macht der Fluss einen Knick nach Süden vorbei an Gruia, Pristol, Cetate und Calafat.

Grenze zu Bulgarien:

Dann beginnt die Donau ihre 400 Kilometer lange Reise gen Osten als Grenze zu Bulgarien. Dabei fließt sie an den Städten Dăbuleni, Corabia, Turnu Măgurele, Zimnicea, Giurgiu (direkt gegenüber auf bulgarischer Seite liegt die Stadt Russe), Oltenița, wo der Argeș in die Donau mündet, und Călărași vorbei.

Dobrudscha:

Nun begrenzen sie die Anhöhen der Dobrudscha nach Westen hin, sie fließt vorbei an Cernavodă, Topalu, Hârșova, Giurgeni und Gropeni und erreicht die beiden größeren Städte Brăila und Galați.

Grenzfluss zur Ukraine:

Kurz dahinter wird sie wieder Grenzfluss zur Ukraine, um in Richtung Osten bald das Donaudelta zu erreichen. Zuvor berührt sie Tulcea und Pardina.

Donaudelta:

Endlich gelangt man in das über 6000 km² große Donaudelta. Nur 20% der Fläche sind Festland, der Rest besteht aus Wasser, Schilf- und Wasserpflanzen inmitten einer überaus artenreichen, paradiesischen Inselwelt. Kanäle, mäandrierende Flussarme und Seen bilden ein verwirrendes Labyrinth. Diese Landschaft, deren Stille und Ursprünglichkeit jeden Besucher in ihren Bann zieht, ist einer ständigen Veränderung ausgesetzt. Das von der Donau herantransportierte Schwemmmaterial setzt sich ab, wird verlagert und lässt immer wieder neue Inseln entstehen. Mit über 100 Fischarten und über 300 Vogelarten gilt das Delta als eines der größten Naturreservate der Welt. Wappentier der Region ist der Pelikan, der hier eines seiner letzten Rückzugsgebiete in Europa fand. Das Donaudelta wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt.


Moldawische Donau:

Moldawien hat an der Donau den kleinsten Anteil. Nur 570 m fließt die Donau durch Moldawien. An dieser Stelle bildet die Donau, die Grenze zwischen Moldawien, Ukraine und Rumänien.


Ukrainische Donau:

Die Ukraine hat ca. 54 km Anteil an der Donau. Sie bildet die Grenz zu Rumänien. Kurz hinter der Mündung des Pruth bildet der Fluss die Grenze zwischen Rumänien auf dem rechten Ufer und der Ukraine. Die bedeutendsten ukrainischen Städte an der Donau sind Ismajil, Kilija sowie Wylkowe, wo der Bystre-Kanal beginnt. Hinter dem ukrainischen Abschnitt wird die Donau in den beiden südlich gelegenen Mündungsarmen wieder auf beiden Ufern rumänisch, während der nördliche Kilijaarm weiterhin die Grenze zur Ukraine bildet. Sie formt bei ihrer Mündung in das Schwarze Meer das Donaudelta mit rund 800.000 Hektar Fläche (davon rund 680.000 Hektar in Rumänien).