Steinwüsten der Nordkroatischen Inseln

Die Inseln in der Kvarner Bucht sind für ihre abwechslungsreichen Landschaften bekannt. Oftmals sind die Küsten zum Festland hin sehr kahl und vom nackten Gestein geprägt, während sich die Westküste vegetationsreich zeigt. Die Kahlheit der Westküste ist auf die Bora zurückzuführen. Die Steinwüstenlandschaft gleicht einer Mondlandschaft. Die weißen Steine stehen im starken Kontrast zum tiefblauen Meer.


Vegetationszonen der Inseln:

Die drei Hauptzonen besteht aus der weiterverbreiteten Macchia mit ihren Buschwäldern und Dornengestrüppen. Auf der Insel Pag findet man auch Steppenlandschaften vor, diese bestehen aus weiten Wiesenlandschaften, die spärlich bewachsen sind, aufgrund des salzigen Bodens. Die Steinwüsten bilden die dritte Zone. Auf den nahezu blanken Steinen können nur einige Sträucher wachsen.


Klimatische Bedienungen:

Die Niederschlagsmenge ist für den Mittelmeerraum relativ hoch. Selbst der trockenste Monat, der Juli, weist noch eine hohen Niederschlagsrate auf:

Eine Ausnahme bildet die südliche Insel Pag, denn dort ist die Niederschlagsmenge im Juli deutlich niedriger, als auf den nördlicheren Inseln:

 

Entstehung durch die Bora:

Die arme Vegetation ist nicht auf die jährlich Niederschlagsmenge zurückzuführen, da diese relativ hoch ist. Der unwirtliche Steinboden lässt sich auf die berüchtigte Bora zurückführen. Die Bora gehört zu den stärksten, regionale Windphänomenen der Erde. Der Sturm kann eine Windgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h erreichen. Sie kommt vom kontinentalen Festland und bringt sehr kalte und trockene Luft mit. Zudem peitscht sie das Meer auf und trägt das Salzwasser bis in das Inselinnere. Das Wasser verdunstet und somit bleibt nur das Salz über. Dies hat zur Folge, dass auf den salzigen Boden nur sehr widerstandsfähige Pflanzen wachsen können, die meist aus Dornbüschen und Salzgräsern besteht. Auch ist die Stärke des Windes verantwortlich für die Verhinderung des Wachstums der Pflanzen, da der Sturm alles mit sich reist was nicht festverankert ist. Zudem trägt die Bora den Boden weg und übrig bleibt das erodierte Gestein.

Velebit-Kanal:

Besonders extrem lässt sich die Landschaft an den Inselküsten zum Velebit-Kanals (rote Markierung in der Karte) feststellen. Der Meereskanal gehört zu den gefährlichsten Gewässern des Planeten, aufgrund der Düsenwirkung, die den Sturm noch verstärkt. Die hohen Wellen und die weite Gischt erodieren das Gestein und es kommt zu einer sitzkantigen und schroffen Küste. Die Küstenlandschaft des Velebits reicht vom nördlichen Bakar bis zum Novigrader Meer (nördlich von Zadar).

Klimatische Bedienung im Velebit-Kanal:

Der Velebit-Kanal zählt aufgrund der häufig auftretenden Bora-Winde, verbunden mit einer lokalen Düsenwirkung durch das Velebit-Gebirge, zu den gefährlichsten Gewässern im Mittelmeerraum. Im Winter wurden dort stellenweise Spitzenwindgeschwindigkeiten bis zu 240 km/h gemessen


Bilder der Steinwüsten:

Insel Cres:

Insel Krk:

Insel Pag:

Insel Rab: