Teplice und Umgebung

Teplice (deutsch Teplitz) ist eine Bezirksstadt in der nordböhmischenRegion Aussig in Tschechien. Die Stadt ist ein Kurort, den im 18. und 19. Jahrhundert Prominente aus ganz Europa besuchten. 1812 trafen dort Ludwig van Beethoven und Johann Wolfgang von Goethe zusammen.


Geographie:

Die Stadt liegt am Fuß der Südabdachung des Erzgebirges, nördlich des Böhmischen Mittelgebirges im Nordböhmischen Becken, etwa 54 km südlich von Dresden. Östlich erhebt sich die Doubravská hora (Teplitzer Schlossberg) (393 m).


Landschaften:

Nordböhmisches Becken:

Das Becken liegt zwischen dem mittleren und östlichen Erzgebirge im Norden und dem Bergland Rakovnická pahorkatina im Süden. Im Osten grenzt das Becken an das Böhmische Mittelgebirge und an Ausläufer der Böhmischen Schweiz sowie im Südosten an den Landschaftsraum Dolnooharská tabule (etwa Untereger-Tafel). Im Westen berührt es das Duppauer Gebirge.

Nordböhmisches Kohlebecken:

Das Nordböhmische Kohlebecken liegt im Nordböhmischen Becken und ehemals auch “Schwarzes Dreieck” genannt. Die Region erstreckt sich zwischen Chormutov, Teplice und Most. Früher wurde hier in Massen Kohle abgebaut, noch heute ist die Landschaft von den exzessiven Kohleabbau geprägt und gehört zu den unschönen Landstrichen Tschechiens, allerdings befinden sich hier viele Kulturelle Zentren.

Tschechisches Erzgebirge:

Das Erzgebirge ist ein Mittelgebirge im Ostdeutschland und Westtschechien erstreckt. Es bildet die Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik. Nach der politischen Gliederung gehört es zu Sachsen und Westböhmen/Nordböhmen. Das Erzgebirge hat eine Länge von 140 km und reicht vom Elstergebirge im Westen bis zum Elbsandsteingebirge im Osten. Das Gebirge besteht meist aus bewaldeten Kuppen. Die höchsten Gipfel steigen bis auf über1200 m an. Der tschechische Teil des Grenzgebirges wird durch Hochebenen und Hochmoore geprägt, die teils noch unberührt sind. Auch Sportler finden hier Möglichkeiten: im Sommer kann man Wandern und Radtouren fahren, während man im Winter Langlaufen kann. Trotz der teils noch unberührten Natur, ist die Umweltbelastung ziemlich hoch. Grund sind die Emissionen der Braunkohlekraftwerken im Nordböhmischen Kohlebecken und dem somit verursachten sauren Regen. Die Wälder bestehen häufig aus toten Bäumen und Wäldern. Dies gilt vor allem für den nordböhmischen Abschnitt zwischen den Ortschaften Chomutov und Teplice.

Milešovka:

Die Milešovka (deutsch Milleschauer, auch Donnersberg) ist mit 836 Metern der höchste Berg des Böhmischen Mittelgebirges in Tschechien. Im heutigen tschechischen Sprachgebrauch wird er auch als „Královna Českého středohoří“ (Königin des Böhmischen Mittelgebirges) bezeichnet. Bemerkenswert sind die naturnahen Laubwälder an der bis 30° steilen Südseite. Wertvoll aus biologischer Hinsicht sind die waldfreien Felsgebiete, in denen viele seltene Pflanzen zu finden sind. Seit 1951 steht der Berg auf 51,3 ha als Nationales Naturreservat unter Schutz.

 


Klima:

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2°C4°C9°C15°C19°C22°C24°C24°C19°C14°C7°C3°C
-3°C-3°C0°C4°C9°C12°C13°C13°C9°C5°C1°C-2°C

Sehenswürdigkeiten:

Schloss Teplitz:

Das Schloss, dessen Teile spätgotische, barocke und klassizistische Baustile aufweisen, stand über 300 Jahre bis 1945 im Besitz der Adelsfamilie Clary-Aldringen (vorher Wressowitz bzw. Kinsky). Das Anwesen war ein Treffpunkt namhafter Personen aus Politik und Gesellschaft, z. B. Giacomo Casanova, Johann Wolfgang von Goethe, Frédéric Chopin und Franz Liszt. Das sehenswerte Gebäude beherbergt heute das Regionalmuseum Teplice. Dazu gehört ein weitläufiger Schlosspark und ein Theater.

Schlosskirche „Zum Heiligen Kreuz“ (Zámecký kostel „Povýšení sv. Kříže“):

Die Kirche stammt aus dem Jahr 1586 und erhielt ihre heutige romantische Gestalt während eines Umbaus von 1798 bis 1806. Seit 1950 wird das Gotteshaus von Anhängern der Orthodoxen Kirche der tschechischen Länder und der Slowakei genutzt.

Dekanatskirche Johannes der Täufer (Děkanský kostel sv. Jana Křtitele):

Der genaue Zeitpunkt der Errichtung der am Schlossplatz gelegenen Kirche ist unbekannt. Der Turm stammt aus dem Jahr 1594. Die heutige barocke Gestalt erhielt die Kirche bei einem Umbau zwischen 1700 und 1703. Die Ausstattung umfasst unter anderem Gemälde von Peter Johann Brandl und Wenzel Lorenz Reiner. Die Kirche beherbergt zudem die Grabstellen der Familien Wchynsky, Aldringen und Clary-Aldringen.

Kirche der Heiligen Elisabeth von Ungarn (Kostel svaté Alžběty Uherské): neugotische Hallenkirche

Dreifaltigkeits- oder Pestsäule:

Die auf dem Schlossplatz befindliche Säule stammt von Matthias Bernhard Braun.

Erzgebirgisches Theater:

Der 1921–1924 nach Entwurf des Dresdner Architekten Rudolf Bitzan und unter Mitwirkung des Bühnentechnikers Adolf Linnebach errichtete Bau war damals das nach Prag zweitgrößte Theater der Tschechoslowakei. Seine gediegene Innenausstattung zeigte stilistische Einflüsse des Expressionismus und des Art déco.

Denkmal für Mozart:

Das Denkmal für Mozart wurde nach 1945 vom Schlossplatz entfernt und erhielt einen anderen Standort.

Doubravská hora:

Auf dem östlich der Stadt gelegenen Teplitzer Schlossberg befindet sich eine gotische Burgruine mit Festungsanlagen.

Das Haus „Zur Harfe“, Badeplatz Nr. 75:

Hier wohnte vom 4. August bis zum 18. September 1811 Ludwig van Beethoven. Das Haus enthält eine Gedenktafel und im Inneren ein sehr originelles Restaurant mit zahlreichen Bildern von Beethoven-Autographen und Porträts des Komponisten.


Die Umgebung von Teplice:

Krupka (Graupen):

Krupka (deutsch Graupen) ist eine Stadt im Ústecký kraj in Tschechien. An die historische Bedeutung und Größe der alten Bergstadt erinnert die gut erhaltene Denkmalzone mit Bauten aus der Zeit der Gotik und Renaissance. Krupka liegt unmittelbar am Fuß des Südabfalls des Erzgebirges.

  • Wallfahrtskirche in Mariaschein im Ortsteil Bohosudov
  • Kirche Mariä Himmelfahrt (Kostel Nanebevzetí Panny Marie), im 13. Jahrhundert erbaut
  • ehemalige Spitalkirche Hl. Geist (Špitalni kostel sv. Ducha), erstmals 1454 erwähnt
  • Friedhofskirche St. Anna (Kostel sv. Anny) von 1516
  • Ruine der St.-Prokop-Kirche
  • Burg Graupen (Hrad Krupka)
  • Ruine der Geiersburg (Hrad Kyšperk) aus dem 14. Jahrhundert.