Tschechisches Erzgebirge

Das Erzgebirge ist ein Mittelgebirge im Ostdeutschland und Westtschechien erstreckt. Es bildet die Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik. Nach der politischen Gliederung gehört es zu Sachsen und Westböhmen/Nordböhmen. Das Erzgebirge hat eine Länge von 140 km und reicht vom Elstergebirge im Westen bis zum Elbsandsteingebirge im Osten. Das Gebirge besteht meist aus bewaldeten Kuppen. Die höchsten Gipfel steigen bis auf über1200 m an.

Der tschechische Teil des Grenzgebirges wird durch Hochebenen und Hochmoore geprägt, die teils noch unberührt sind. Auch Sportler finden hier Möglichkeiten: im Sommer kann man Wandern und Radtouren fahren, während man im Winter Langlaufen kann.


Klima:

Das Klima wird durch hohe Niederschlagsmengen und niedrigen Temperaturen geprägt. Die Temperaturen sind sehr rau und erschweren oft die landwirtschaftliche Nutzung, dass auch an den unwirtlichen Boden liegt.

Das Klima in der Nordböhmischen Ebene ist ein feuchtes Kontinentalklima mit etwas milderen Wintern und wärmeren Sommern. Die Stadt Teplice liegt in dieser Ebene.

Loket:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
1°C3°C7°C11°C15°C19°C21°C20°C17°C12°C6°C2°C
-4°C-4°C-1°C2°C6°C10°C12°C11°C8°C5°C0°C-4°C

Teplice:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
2°C4°C9°C15°C19°C22°C24°C24°C19°C14°C7°C3°C
-3°C-3°C0°C4°C9°C12°C13°C13°C9°C5°C1°C-2°C


Orte im Erzgebirge:

Boží Dar (Gottesgab):

Boží Dar (deutsch Gottesgab) ist eine Stadt im böhmischen Erzgebirge. Die alte Bergstadt ist eines der bedeutendsten Wintersportzentren in Tschechien und gilt als die höchstgelegene Stadt in Tschechien. Boží Dar liegt auf einer Hochebene auf dem Erzgebirgskamm in einer Höhe von 1028 m n.m. Die Stadt gehört zum Bezirk Karlsbad und der gleichnamigen Region. Nördlich des Ortes verläuft die Grenze zu Sachsen. Östlich erhebt sich der Klínovec (Keilberg) und unmittelbar südwestlich befindet sich der 1115 m n.m. hohe Božídarský Špičák(Spitzberg). Unweit von Boží Dar, bei der Börnerwiese am 1215 m ü. NN hohen Fichtelberg, liegt auf deutscher Seite die Hauptquelle des Schwarzwassers (Černá). Einer der Nebenbäche fließt direkt durch Boží Dar und mündet beim Standort der früheren Neuen Mühle in das Schwarzwasser.

  • Barockkirche St. Anna aus dem Jahre 1772.
  • Gottesgaber Hochmoor (Božídarské rašeliniště), durch das ein ca. drei Kilometer langer Lehrpfad führt. Hier gibt es typische Moorpflanzen wie die seltene Zwergbirke.
  • Zum 60. Geburtstag des Gottesgaber Heimatdichters Anton Günther wurde 1936 ein Gedenkstein errichtet. Es befindet sich auf der Grünfläche vor dem Rathaus. Daneben befindet sich ein Gedenkstein, der dem griechischen Schriftsteller Nikos Kazantzakis gewidmet ist, welcher von 1929 bis 1931 in der nahegelegenen Streusiedlung Försterhäuser lebte.
  • Westlich das Stadtzentrums beginnt der Plattner Kunstgraben, an dem ein Lehrpfad nach Horní Blatná führt.
  • Westlich des nahen Klínovec zweigt von der Straße ein Pfad zum Dreiherrenstein bei Oberwiesenthal ab.
  • Durch das Stadtgebietder führt der grenzüberschreitende Anton-Günther-Weg.

Horni Blatna (Bergstadt Platten):

Horní Blatná (deutsch Bergstadt Platten) ist eine Stadt in Tschechien unweit der deutschen Grenze bei Johanngeorgenstadt im böhmischen Erzgebirge. Horní Blatná liegt in einer platten Senke der Kammhochfläche des böhmischen Erzgebirges am Südwestabhang des Plattenberges (Blatenský vrch). Horní Blatná zählt zu den am besten erhaltenen Bergstadtanlagen des 16. Jahrhunderts im böhmischen Erzgebirge. Die Stadt steht seit 1992 als kostbar erhaltenes Beispiel einer planmäßig gegründeten Bergstadt in weiten Teilen unter Denkmalschutz. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen:

  • Barockkirche St. Laurentius (Svatého Vavřince) von 1594
  • Friedhof mit Friedhofskapelle
  • Museum Horní Blatná
  • Plattner Kunstgraben: Der 1540 zur bergmännischen Wasserwirtschaft errichtete ca. 13 km lange Kunstgraben führt von Boží Dar nach Horní Blatná. Entlang des Grabens verläuft teilweise ein Lehrpfad.
  • Na strašidlech (Heinrichstein), Bergkuppe mit sagenumwobenen Felsmassiv
  • Blatenský vrch (Plattenberg) mit Aussichtsturm sowie Wolfs- und Eispinge

Jachymov (St. Joachimsthal):

Jáchymov (deutsch Sankt Joachimsthal) ist eine Stadt in der Karlsbader Region in Tschechien. Die alte Bergstadt entwickelte sich nach dem Fund beträchtlicher Silbervorkommen im Jahr 1516 sprunghaft aus einer vordem am Ort bestehenden bergmännischen Ansiedlung und stieg im 16. Jahrhundert zur bedeutendsten Bergstadt im gesamten Erzgebirge auf. Die hohen Profite aus dem Silberbergbau trugen dazu bei, dass sich in der Hochzeit des Bergbaus in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein bedeutender Komplex einer im spätgotischen und Renaissancestil gehaltenen Stadtarchitektur herausbildete, der größtenteils bis in die Gegenwart erhalten ist. In der Umgebung von Jáchymov existieren zudem Sachzeugen des Bergbau- und Hüttenwesens aus der Zeit des Silber- und Buntmetallbergbaus vom 16. bis ins 19. Jahrhundert sowie des Uranbergbaus im 20. Jahrhundert. Diese Sachzeugen sowie die 1992 erklärte städtische Denkmalschutzzone sind ausgewählte Bestandteile der „Montanen Kulturlandschaft Jáchymov“ für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge. Der historische Kern Jáchymovs wurde 1992 zur Denkmalschutzzone erklärt. Zu den wertvollsten Baudenkmälern gehören die Allerheiligenkirche aus dem Jahr 1516, die Kirche St. Joachim und St. Anna, die in den Jahren 1534 bis 1540 als erste protestantische Kirche Böhmens errichtet wurde, die Königliche Münze, das 1782–1784 errichtete Rathaus sowie eine Reihe imposanter Bürgerhäuser. Westlich des oberen Stadtkerns zeugen noch zwei erhaltene Türme von der Burg Freudenstein, ehemals Residenz- und Verwaltungssitzes der Grafen Schlick. Ebenfalls westlich des oberen Stadtkerns befindet sich das aufgelassene Silber- und Uranerzbergwerk Grube Einigkeit(tschechisch Důl Svornost). Die Kurbetriebsgesellschaft als Eigentümer und Betreiber ermöglicht in unregelmäßigen Abständen eine Besichtigung.

Loket:

Loket (deutsch Elbogen) ist eine Stadt im Karlovarský kraj in Tschechien. Die gesamte historische Altstadt steht als Denkmalsreservation unter besonderem staatlichen Schutz. Wegen seines Stadtbildes wurde Loket auch oft als Böhmisches Rothenburg gerühmt. Die Stadt ist ein traditionelles Ausflugsziel der Kurgäste von Karlsbad. Das historische Stadtzentrum wurde 1980 zum städtischen Denkmalreservat erklärt:

  • Mittelalterliche Altstadt
  • Burg Loket
  • Stadtbefestigung
  • Kirche St. Wenzel
  • Mariensäule

Pernink:

Pernink (deutsch Bärringen) ist eine Gemeinde mit 663 Einwohnern im Okres Karlovy Vary in Tschechien. Pernink liegt in einer Höhe von etwa 800 bis 900 m n.m. im Tal der Weißen Wistritz im böhmischen Erzgebirge. Der Ort hat Eisenbahnanschluss an die Bahnstrecke Karlsbad–Johanngeorgenstadt. Der Bahnhof ist mit 902 m n.m. der höchstgelegene Bahnhof des Erzgebirges und der zweithöchste Tschechiens.

  • Kirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit von 1719
  • Denkmal für Dr. Johann Alois Renner (1784–1854), Domkustos zu Prag
  • Eisenbahnviadukt von 1899
  • Hochmoor Oceán und Drachenfelsen
  • Waldkapelle

Städte in der Umgebung des Tschechischen Erzgebirges:

Chomutov:

Die Industriestadt Chomutov (deutsch Komotau) ist die Kreisstadt des Okres Chomutov im Verwaltungsbezirk Ústecký kraj in Nordböhmen. Chomutov befindet sich in Nordböhmen, an der Kreuzung bedeutender Eisenbahnlinien und Straßenverbindungen. Sie liegt im Westen des Nordböhmischen Beckens am südlichen Fuß des Erzgebirges. Durch den Ort fließt die Chomutovka.

Die wichtigsten kulturhistorischen Bauten befinden sich am Ringplatz.

  • Ringplatz (Markt, Náměstí 1. máje) mit spätgotischen Bürgerhäusern und Arkaden.
  • Die St. Katharinenkirche ist das wertvollste historische Denkmal in Chomutov und eine der ältesten frühgotischen Bauten in Europa. Die Kirche wurde im Jahre 1281 als Ordenskirche des Deutschen Ordens fertiggestellt und war Bestandteil der Burg. Bis 1990 diente der Bau als Lagerhaus. Seit November 2000 ist die Kirche nach mehr als 200 Jahren wieder der Öffentlichkeit zugänglich, sie wird jetzt als Konzertsaal und für Ausstellungen des Regionalmuseums genutzt. Einmal im Jahr dient sie als katholische Wallfahrtskirche. Direkt daneben befindet sich die ehemalige Komturei (später die Burg), seit 1607 das Rathaus der Stadt.
  • Die spätgotische Hallenkirche Mariä Himmelfahrt (1518–1542) ist die Stadtpfarrkirche.
  • Direkt anschließend der 53 m hohe Stadtturm, errichtet nach dem großen Brand von 1525 und in der Sommersaison als Aussichtsturm genutzt.
  • Dreifaltigkeitssäule vom Bildhauer Ambroise Laurentis errichtet (1697), umgeben von sieben Heiligenstatuen (1725–1732).
  • St. Ignatiuskirche (Jesuitenkirche), ein früher Barockbau des Basilikentyps mit zweitürmiger Nordfassade wurde vom Italiener Carlo Lurago in den Jahren 1663–1668 erbaut.
  • Das Gebäude „Speichar“, vor dem Bau der St. Ignatiuskirche ursprünglich eine Jesuitenkirche (1611), dient heute als Galerie.
  • Das Bezirksmuseum (Okresni muzeum v Chomutove) existiert seit 1911 und befindet sich im Gebäude des ehemaligen Jesuitengymnasiums (Jesuitenkolleg südlich der St. Ignatiuskirche). Gezeigt werden u. a. Ausstellungen zur Stadt- und Regionalgeschichte sowie zur Geschichte der Juden in Nordwestböhmen.
  • Heiliggeistkirche
  • Barbarakapelle im Oberdorf
  • Gymnasiumsturm
  • Der Alaunsee (Kamencové jezero) liegt nördlich des Stadtzentrums am Fuße des Erzgebirges und ist weltweit einmalig. Der See ist ca. 16 ha groß und bis zu 4 Meter tief. Das Besondere ist sein Gehalt von ca. 1 % Alaun-Salz. Daneben liegt der Stausee Otvice.
  • Das Assigbach-Grundtal (Bezručovo údolí), ein 13 km langes und bis zu 200 m tiefes, bewaldetes Tal, das vom Assigbach (Chomutovka) durchflossen wird, befindet sich nordwestlich der Stadt. Im Jahr 2002 wurde es zum Naturpark erklärt.
  • Die Komotauer Talsperre (vodní nádrž Kamenička) befindet sich im Tal des Neuhauser Flößbachs (Kamenička) bei Blatno.
  • Auf dem Hutberg (Vrch Strážiště, 511 m), am nördlichen Stadtrand in Richtung Platten (Blatno), befindet sich ein Hotel mit einem Aussichtsturm (früher Hutbergwarte, 1931 von Architekt Kugler erbaut).

Teplice:

Teplice (deutsch Teplitz) ist eine Bezirksstadt in der nordböhmischenRegion Aussig in Tschechien. Die Stadt ist ein Kurort, den im 18. und 19. Jahrhundert Prominente aus ganz Europa besuchten. 1812 trafen dort Ludwig van Beethoven und Johann Wolfgang von Goethe zusammen. Die Stadt liegt am Fuß der Südabdachung des Erzgebirges, nördlich des Böhmischen Mittelgebirges im Nordböhmischen Becken, etwa 54 km südlich von Dresden. Östlich erhebt sich die Doubravská hora (Teplitzer Schlossberg) (393 m).

  • Schloss Teplitz: Das Schloss, dessen Teile spätgotische, barocke und klassizistische Baustile aufweisen, stand über 300 Jahre bis 1945 im Besitz der Adelsfamilie Clary-Aldringen (vorher Wressowitz bzw. Kinsky). Das Anwesen war ein Treffpunkt namhafter Personen aus Politik und Gesellschaft, z. B. Giacomo Casanova, Johann Wolfgang von Goethe, Frédéric Chopin und Franz Liszt. Das sehenswerte Gebäude beherbergt heute das Regionalmuseum Teplice. Dazu gehört ein weitläufiger Schlosspark und ein Theater.
  • Schlosskirche „Zum Heiligen Kreuz“ (Zámecký kostel „Povýšení sv. Kříže“): Die Kirche stammt aus dem Jahr 1586 und erhielt ihre heutige romantische Gestalt während eines Umbaus von 1798 bis 1806. Seit 1950 wird das Gotteshaus von Anhängern der Orthodoxen Kirche der tschechischen Länder und der Slowakei genutzt.
  • Dekanatskirche Johannes der Täufer (Děkanský kostel sv. Jana Křtitele): Der genaue Zeitpunkt der Errichtung der am Schlossplatz gelegenen Kirche ist unbekannt. Der Turm stammt aus dem Jahr 1594. Die heutige barocke Gestalt erhielt die Kirche bei einem Umbau zwischen 1700 und 1703. Die Ausstattung umfasst unter anderem Gemälde von Peter Johann Brandl und Wenzel Lorenz Reiner. Die Kirche beherbergt zudem die Grabstellen der Familien Wchynsky, Aldringen und Clary-Aldringen.
  • Kirche der Heiligen Elisabeth von Ungarn (Kostel svaté Alžběty Uherské): neugotische Hallenkirche
  • Dreifaltigkeits- oder Pestsäule: Die auf dem Schlossplatz befindliche Säule stammt von Matthias Bernhard Braun.
  • Erzgebirgisches Theater: Der 1921–1924 nach Entwurf des Dresdner Architekten Rudolf Bitzan und unter Mitwirkung des Bühnentechnikers Adolf Linnebach errichtete Bau war damals das nach Prag zweitgrößte Theater der Tschechoslowakei. Seine gediegene Innenausstattung zeigte stilistische Einflüsse des Expressionismus und des Art déco.
  • Das Denkmal für Mozart wurde nach 1945 vom Schlossplatz entfernt und erhielt einen anderen Standort.
  • Doubravská hora: Auf dem östlich der Stadt gelegenen Teplitzer Schlossberg befindet sich eine gotische Burgruine mit Festungsanlagen.
  • Das Haus „Zur Harfe“, Badeplatz Nr. 75: Hier wohnte vom 4. August bis zum 18. September 1811 Ludwig van Beethoven. Das Haus enthält eine Gedenktafel und im Inneren ein sehr originelles Restaurant mit zahlreichen Bildern von Beethoven-Autographen und Porträts des Komponisten.

Naturlandschaften und -monumente:

Plešivec:

Der Plešivec (deutsch Pleßberg) ist ein 1028 Meter hoher Berg des Erzgebirges in der Karlsbader Region auf dem Territorium der Tschechischen Republik. Der Pleßberg liegt südöstlich von Abertamy (Abertham) am markanten Steilabfall des Erzgebirges hinunter in das Egertal. Westlich des Berges liegt das Tal der Bystřice (Wistritz).


Umwelt:

Trotz der teils noch unberührten Natur, ist die Umweltbelastung ziemlich hoch. Grund sind die Emissionen der Braunkohlekraftwerken im Nordböhmischen Kohlebecken und dem somit verursachten sauren Regen. Die Wälder bestehen häufig aus toten Bäumen und Wäldern. Dies gilt vor allem für den nordböhmischen Abschnitt zwischen den Ortschaften Chomutov und Teplice.