Rožmberk nad Vltavou und Umgebung

Rožmberk nad Vltavou (deutsch Rosenberg, auch Rosenberch, Roesenberg, Rosemberg, Rozmberg, Rožumbergk) ist eine Stadt im Süden Tschechiens. Sie gehört zum Okres Český Krumlov.


Geographie:

Rožmberk nad Vltavou liegt nordöstlich der Stadt Hohenfurt im Tal der Moldau, zehn Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Die Stadt ist von unberührter Natur sowie dem Flusslauf der Moldau umgeben.


Klima:

Das Klima ist ein feucht-kühlgemäßigtes Klima mit kontinentalen Zügen. Der Ort wird klimatisch noch vom Böhmerwald beeinflusst. Die Winter sind hart, kalt und streng, während die Sommer warm sind.


Geschichte:

Rosenberg wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts an einem Handelsweg von Krumau nach Linz gegründet. Seine Geschichte ist eng verbunden mit dem gleichnamigen Geschlecht der Rosenberger, auf die die Gründung der Burg Rožmberk zurückgeht. Deren Besitzer eigneten auch das Städtchen Rosenberg mit der gleichnamigen Herrschaft. Um 1250 bestand bereits eine jüdische Gemeinde. 1982 hat die Stadt Freistadt eine Patenschaft über die Vertriebenen der Stadt und Pfarre Rosenberg übernommen. Rosenberg ist der Hauptort, in dem sich das Geschehen Smetanas Oper Die Teufelswand abspielt. Karel Leger nahm die Landschaft als Grundlage für die Handlung in seinen Roman Wilde fünfblättrige Rose(Planá růže pětilistá).


Sehenswürdigkeiten:

  • Burg Rožmberk
  • Die gotische St.-Marien-Kirche-Kirche aus dem Jahr 1271 wurde im 15. Jahrhundert umgebaut. Der Hauptaltar stammt aus der Zeit des Frühbarocks.
  • Das Pfarrhaus aus dem 15. Jahrhundert wurde mehrfach umgebaut und barockisiert.
  • St.-Nepomuk-Brunnen sowie Renaissance- und Barockhäuser auf dem Markt
  • Alter und Neuer Jüdischer Friedhof
  • Kapelle St. Anna in Studenec

Burg Rožmberk:

Die Burg Rožmberk (deutsch Rosenberg) befindet sich 20 Kilometer südlich von Český Krumlov (Krumau), auf einem länglichen Felsenvorsprung über dem Fluss Moldau. Die Anlage der Burg Rosenberg besteht aus einer Unteren Burg und einer Oberen Burg. Die Obere Burg wurde nach 1225 durch den Witigonen Witiko von Prčice und Blankenberg oder dessen Sohn Wok von Rosenberg errichtet, der erstmals 1250 in einer Urkunde des Königs Wenzel I. als „Woko de Rosenberch“ erwähnt wurde. Obwohl sein Vater Witiko von Prčice und Blankenberg als Begründer des witigonischen Familienzweigs der Rosenberg gilt, benutzte erst Wok als erster das von dem Burgnamen abgeleitete Prädikat „von Rosenberg“. Woks Sohn Heinrich I. von Rosenberg residierte ebenfalls auf der Rosenburg, verlegte jedoch 1302 nach dem Aussterben des ebenfalls witigonischen Familienzweiges der Herren von Krumau, deren Besitzungen an die Rosenberger übergegangen waren, seinen Sitz auf die Burg Krumau. Trotzdem wurde die Burg Rosenberg von den Rosenbergern weiterhin genutzt. Die erstmals 1262 urkundlich erwähnte Untere Burg wurde 1330–1340 unter Peter I. von Rosenberg erweitert. 1420 verpfändete Ulrich II. von Rosenberg Burg und Herrschaft Rosenberg an die Herren von Walsee, denen nach 1460 die Herren von Lobkowitz folgten. Danach muss sie wieder an die Rosenberger gelangt sein, da Burg und Herrschaft Rosenberg nach 1550 von Jan Zrinski, einem Neffen des Peter Wok von Rosenberg verwaltet wurde. Jan Zrinski war ein Sohn von Peter Woks Schwester Eva und Nikola Šubić Zrinski. Während dieser Zeit erfolgte durch den Architekten Baldassare Maggi der Umbau der Unteren Burg zu einem Renaissance-Schloss. Nach dem Tod Peter Woks von Rosenberg 1611 waren ab 1612 die Herren von Schwanberg die neuen Besitzer. Da Peter von Schwanberg 1618 an böhmischen Ständeaufstand beteiligt war, wurde die Burg Rosenberg 1619 vom kaiserlichen Heer unter Feldmarschall Karl Bonaventura Bucquoyeingenommen. Aus Dankbarkeit schenkte ihm Kaiser Ferdinand 1620 die Burg. Sie blieb im Besitz der Grafen Buquoy bis zu deren Enteignung und Vertreibung im Jahre 1945. Unter den Grafen Buquoy wurde die Untere Burg 1840–1857 im Stil der Neugotik umgebaut. Nachfolgend stattete der anglophile Georg Johann Heinrich von Buquoy zahlreiche Räume neu aus, u. a. die Kreuzgalerie, die Waffenkammer und die Rosenberger Zimmer. Auch die Familiengalerie geht auf ihn zurück.


Städte und Orte in der Umgebung:

Česke Budejovice (Budweis):

Budweis war im Mittelalter ein wichtiger Handlungsort für das begehrte Salz. Die Bierbrauerei begann bereits im 16. Jh. Im Zentrum befindet sich ein quadratischer Marktplatz, der eine beachtliche Größe aufweist. Weitere Sehenswürdigkeiten sind:

  • Altes Zeughaus
  • freistehender Glockenturm

Český Krumlov (Krumau):

Die Stadt weist eine wunderschöne Altstadt auf. Česky Krumlov liegt wie Rožmberk an einer Moldauschleife. Ein riesiges Schloss liegt auf einer Erhebung über der Stadt. Sie ist die zweitgrößte Burg Tschechiens. Das Schoss gehört zu den schönsten Prachtbauten in Europa. Krumau gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist somit eine der wichtigsten Städte Tschechiens. Zugleich ist sie auch Hauptstadt der Region Südböhmen. Neben der Burg befindet sich eine Schlossbrücke, die die Altstadt mit der Burganlage verbindet. Die Stadt ist perfekter Ausgangsort für Ausflüge in den Böhmerwald und in das Moldautal.

Holašovice (Hollschowitz):

Das Dorf liegt wenige Kilometer nordwestlich der Stadt Budweis. Die Gebäude stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Frymburk (Friedberg):

Frymburk (deutsch Friedberg, älter auch Friedburg) ist eine Minderstadt im Okres Český Krumlov in Tschechien. Sie liegt in der Region Südböhmen auf einer Halbinsel am linken Ufer des Lipnostausees. Eine Fähre verbindet sie mit dem rechten Ufer und dem Ortsteil Frýdava (Friedau).

  • Bekanntester Bau Frymburks ist die St.-Bartholomäus-Kirche. Sie wurde vor 1277 gegründet und 1530 spätgotisch umgebaut. 1649–1652 wurde sie infolge der Schwedenangriffe renoviert. Weitere Umbauten erfolgten 1735 und 1870. Die Ausstattung der Kirche stammt aus dem Barock.
  • Der Marktplatz wurde nach einem Brand 1856 in den 1880er Jahren zum Park umgestaltet. In der Mitte des Marktplatzes befindet sich seit Ende des 16./Anfang des 17. Jahrhunderts ein künstlicher Bach, der aus dem Podhorský-Bach gespeist wird. Damals noch durch einen Kanal verbunden, dient seit 1950 ein Schlauch zur Wassereinspeisung.
  • Der Brunnen auf dem Platz stammt vermutlich aus dem Jahr 1676. Er wird aus dem Bach gespeist.
  • Der etwa fünf Meter hohe steinerne Pranger trägt die Jahreszahl 1651. Er ersetzte den ehemaligen hölzernen Pranger, der von den Schweden zerstört wurde.
  • Felsblock mit einer Bronzetafel von Hans Rathausky (1902) zum Gedenken an Adalbert Stifter, der Frymburk wegen seiner Jugendliebe Fanny Greipl häufig besuchte. An die Liebesgeschichte erinnert nur noch die Grabplatte von Fannys Eltern an der Kirchenwand in Richtung zur Fähre.


Naturlandschaften, -monumente, -wunder:

Böhmerwald (Šumava):

Der Böhmerwald, tschechisch Šumava, ist eine etwa 120 km lange Bergkette, die sich entlang der tschechisch-deutsch-österreichischen Grenze erstreckt. Sie ist das höchste Rumpfgebirge der Böhmischen Masse und bis zu 50 km breit. Der höchste Berg des Böhmerwaldes ist mit 1456 Metern der Große Arber.

Černé jezero:

Der Černé jezero (deutsch Schwarzer See) ist der größte Gletschersee im Böhmerwald. Er liegt auf tschechischem Staatsgebiet auf dem Gebiet der Stadt Železná Ruda (Katastralgemeinde Hojsova Stráž) und ist der größte natürliche See Tschechiens. Er wird von der 320 Meter hohen Felswand Jezerní stěnaeingerahmt. Das Grundgestein ist Glimmerschiefer, bedeckt von einer neun Meter mächtigen Schlammschicht, die sich über Jahrtausende aus den Pollender umliegenden Bäume gebildet hat.

Lipno-Stausee:

Der Lipno-Stausee ist der größte See Tschechiens und wird auch “Böhmisches Meer” genannt. Der See bildet sich durch den Stau der Moldau. Die Region um den See ist ein beliebtes Erholungsgebiet und ein wichtiges Zentrum für Surfer und Segler.