Die Verbotenen Berge des Himalayas

Viele der Berge in Himalaya sind Göttersitze. Auf manchen Bergen ist es strengsten verboten hinaufzusteigen, während man bei anderen Gipfeln eine Genehmigung braucht. Vier Berge im Himalaya sind besonders heilig. Bisher war auf diesen Gipfeln keine Menschenseele.

“Verbotene Berge” des Himalaya:

Zu den verbotenen Bergen gehört der Kailasch, Machapuchare, Gangkhar Puensum, Khumbi Yul Lha und Nanda Devi.

Heilige Berge die bestiegen wurden:

Einige Gipfel des Annapurna-Massivs wurden bereits bestiegen. Auch der Mount Everest ist für die Sherpas ein heiliger Berg. Für die Besteigung des Ama Dablam benötigt man eine Genehmigung. Viele der als heilig angesehenen Berge (Mount Everest, Cho Oyu, Ama Dablam) sind mittlerweile bestiegen worden. Einzige Ausnahme ist der Khumbi Yul Lha, die „Heilige Mutter des Khumbu“, dessen Besteigung absolutes Tabu ist.


Kailasch:

Lage: China (Tibet)

Höhe: 6638 m

Gebirge: Transhimalaya

Der Kailash, Kailas oder Gang Rinpoche (tibetisch: Kangrinboqê, Umschrift nach Wylie: gangs rin po che; deutsch: „kostbares Schneejuwel“) ist ein seine Umgebung deutlich überragender Berg im Gangdisê-Gebirge, dem westlichen Teil der Gebirgszüge des Transhimalaya im Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China. Seine Spitze hat eine außergewöhnlich symmetrische Form und gleicht einem Kristall oder einer Pyramide, die ganzjährig mit Schnee bedeckt ist. Er gilt den Tibetern als heiliger Berg. Seine Höhe wird häufig mit 6714 m angegeben, neueren Quellen zufolge beträgt die Höhe 6638 m.

Religiöse Bedetung:

Durch die besondere Form und Lage, die den Kailash als Berg Meru identifizieren, zählt er im Tibetischen Buddhismus, Hinduismus, Jainismus und Bön – somit für eine große Anzahl von Menschen – zu den bedeutendsten spirituellen Orten und gilt als heiligster Berg. Eine Umrundung des Berges (tibetisch Kora oder Sanskrit: Parikrama) auf einem ca. 53 km langen Weg, der bis in eine Höhe von ca. 5700 Meter über den Drölma La (tib. „Pass der (Göttin) Tara“) führt, ist die wichtigste Pilgerreise für Anhänger dieser Religionen. Die Richtung der Umrundung erfolgt dabei in Abhängigkeit von der Religionszugehörigkeit des Pilgers (Buddhisten, Hindus und Jainas im Uhrzeigersinn, Anhänger des Bön gegen den Uhrzeigersinn). Nach der 13. Umrundung des Kailash bekommt der Pilger Zutritt zur inneren Kora. Vorgebliches Ziel jedes Buddhisten sei es, den Kailash 108-mal zu umrunden. Wer dies schafft, der erlangt nach buddhistischer Lehre die unmittelbare Erleuchtung. Der tibetische Kalender sieht zudem vor, dass zu bestimmten Zeiten Umrundungen jeweils einen anderen Stellenwert haben, so zählt beispielsweise im Jahr des Pferdes jede Runde sechsfach.


Machapuchare:

Lage: Nepal

Höhe: 6997 m

Gebirge: Annapurna-Massiv, Himalaya

Machapuchare (deutsch ‚Fischschwanz‘) ist ein 6997 m hoher Berg im Himalaya in Nepal. Er gehört zum Annapurna-Massiv und liegt 25 km nördlich von Pokhara. Den Grund für den Namen „Fischschwanz“ erkennt man beim Anblick des Berges von Westen, von wo man die beiden Gipfel sehen kann.

Religiöse Bedeutung:

Der Machhapuchchhre gilt als Sitz des „Buddhas des grenzenlosen Lichts“, des Amitabha, und damit als heiliger Berg.


Gangkhar Puensum:

Lage: Bhutan

Höhe: 7570 m

Gebirge: Himalaya

Der Gangkhar Puensum (auch Kangkar Pünzum, Kankar Punsum) ist vor dem Kula Kangri der höchste Berg Bhutans und zugleich der höchste unbestiegene Berg der Erde. Verschiedene Quellen geben zum Teil erheblich divergierende Angaben über die exakte Höhe des Berges. Die angegebenen 7570 Meter wurden von einer britischen Expedition ermittelt, der es 1986 nicht gelang, den Gangkhar Puensum zu besteigen.

Religiöse Bedeutung:

1994 wurde das Bergsteigen oberhalb 6000 m vom bhutanischen Staat gesetzlich verboten, da die einheimische Bevölkerung die Berggipfel als Wohnstätte von Geistern und Göttern ansieht.


Nanda Devi:

Lage: Indien

Höhe: 7816 m

Gebirge: Nanda-Devi-Gruppe, Garhwal-Himalaya, Himalaya

Die Nanda Devi ist nach dem Kangchendzönga (Sikkim) der zweithöchste indische Berg und der höchste, der sich komplett auf indischem Territorium befindet. Neben dem 7816 m hohen Hauptgipfel gibt es noch den 7434 mhohen Ostgipfel Sunanda Devi. 1982 wurde das Naturschutzgebiet um die Nanda Devi in einen Nationalpark umgewandelt. Seitdem ist die Besteigung der Nanda Devi aus Umweltschutzgründen untersagt. Der Nanda-Devi-Nationalpark wurde 1988 in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbesaufgenommen.

Religiöse Bedeutung:

Sein Name bedeutet „Göttin der Freude“.


Khumbi Yul Lha:

Lage: Nepal

Höhe: 5761 m

Gebirge: Mahalangur Himal, Himalaya

Der Khumbi Yul Lha (auch Khumbui Yul Lha, 5761 m) ist ein Fünftausender in der Khumbu-Region Nepals. Der Berg liegt oberhalb der Ortschaft Khumjung zwischen den Flusstälern von Bhotekoshi und Dudhkoshi.

Religiöse Bedeutung:

Der Khumbi Yul Lha ist der Heilige Berg der Sherpa. Seine Besteigung ist ein absolutes Tabu.


Annapurna-Massiv:

Lage: Nepal

Höhe: max. 8091 m (Annapurna)

Das Annapurna Himal ist ein bis zu 8091 m hohes Gebirgsmassiv in Nepal. Es ist Teil des Himalayas; zu ihm gehören mit den Bergen Annapurna und Annapurna II (7937 m) zwei der höchsten 16 Berge der Erde. Die Umrundung des Annapurna Himal auf dem Annapurna Circuit ist eine beliebte Trekkingreise.

Religiöse Bedeutung:

Annapurna ist ein Doppelwort aus dem Sanskrit. Der Name ist eine andere Bezeichnung der Göttin Parvati (die Bergestochter) – in verschiedenen Mythologien auch identisch mit den Göttinnen Durga (die Unzugängliche) und Kali (die Schwarze). Der Name des Berges setzt sich zusammen aus anna (Nahrung) und purna (erfüllt von), Annapurna ist die Nahrung spendende Göttin oder die Göttin der Fülle. Der Name ist auch im Deutschen ein Femininum.


Mount Everest:

Lage: Nepal, China (Tibet)

Höhe: 8848 m

Gebirge: Mahalangur Himal, Himalaya

Der Mount Everest ist ein Berg im Himalaya und mit einer Höhe von 8848 m der höchste Berg der Erde. Er gehört zu den 14 Achttausendern und zu den Seven Summits. Der Mount Everest ist seit 1856 nach dem britischen Landvermesser George Everest benannt. Auf Nepali heißt der Berg Sagarmatha, auf Tibetisch Qomolangma (deutsche Aussprache „Tschomolangma“; englische Umschrift Chomolungma). Der Mount Everest befindet sich im Mahalangur Himal in der Region Khumbu in Nepal an der Grenze zu China (Autonomes Gebiet Tibet); der westliche und südöstliche seiner drei Gipfelgrate bilden die Grenze. Auf nepalesischer Seite ist er Teil des Sagarmatha-Nationalparks, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Auf der Nordseite gehört er zum Qomolangma National Nature Reserve, das mit dem von der UNESCO ausgewiesenen Qomolangma-Biosphärenreservat korrespondiert.

Religiöse Bedeutung:

Wie im Grunde alle markanten Gipfel der Khumbu-Region ist auch der Mount Everest für die Sherpas ein heiliger Berg. Der Buddhismus ist bei diesem Volk mit ursprünglicheren Religionen, insbesondere Animismus und Bön, gepaart. Nach der Auffassung der Sherpas bewohnen Geister und Dämonen Quellen, Bäume und eben auch die Gipfel. Der Mount Everest ist nach Ansicht der Buddhisten der Sitz von Jomo Miyo Lang Sangma, einer der fünf „Schwestern des langen Lebens“, die auf den fünf höchsten Gipfeln des Himalaya wohnen. Jomo Miyo Lang Sangma gibt den Menschen Nahrungsmittel. Der große Heilige Padmasambhava, der den Buddhismus von Indien nach Tibet brachte, veranstaltete der Sage nach einen Wettlauf zum Gipfel des Mount Everest. Nachdem Padmasambhava einige Zeit auf dem Gipfel meditiert und mit den Dämonen gekämpft hatte, wurde er von einem Lama der Bön-Religion herausgefordert. Es ging um die Frage, wer von beiden mächtiger sei. Der Lama der Bön-Religion machte sich noch in der Nacht auf den Weg, getragen von seiner magischen Trommel, Padmasambhava erst bei Tagesanbruch. Er gewann trotzdem den Wettlauf, weil er, auf einem Stuhl sitzend, von einem Lichtstrahl direkt zum Gipfel gebracht wurde. Nachdem Padmasambhava einige Zeit oben gewartet hatte, ließ er seinen Stuhl zurück und begann mit dem Abstieg. Der Bön-Lama gab sich geschlagen und ließ seine Trommel zurück. Bis heute sagt man, dass die Geister die Trommel schlagen, wenn eine Lawine zu Tale donnert. Auf Grund dieser Bedeutung wird vor einer Besteigung von den Sherpas eine Opferzeremonie durchgeführt, die sogenannte Puja-Zeremonie. Die Sherpas sind davon überzeugt, dass eine Puja zwingend notwendig ist, um Unheil abzuwenden. Dieses Opferfest ist für ihren Seelenfrieden unabdingbar, und im Allgemeinen nehmen auch alle westlichen Expeditionsteilnehmer daran teil, da sonst, nach dem Glauben der Sherpas, die Berggötter zornig würden, und zwar nicht nur gegenüber den Ausländern, sondern besonders auch gegenüber den Sherpas, die solches zugelassen hätten. Religiöse Symbole wie Manisteine und ein Stupa mit Gebetsfahnen, die mit Mantras bedruckt sind, finden sich am Fuß des Mount Everest. Auf dem Weg zum Everest-Basislager (Mount Everest Trek), am Thokla-Pass zwischen Dingbocheund Lobuche, wurde eine Gedenkstätte für die Opfer des Everest angelegt. Den Toten ist mit einem so genannten Steinmann, einem Stapel aufgetürmter Steine, oder einer Stele die letzte Ehre erwiesen.


Ama Dablam:

Lage: Nepal

Höhe: 6814 m

Gebirge: Mahalangur Himal, Himalaya

Die Ama Dablam (Sanskrit: „Mutter und ihre Halskette“) ist ein 6814 m hoher Berg im Mahalangur Himal in der Khumbu-Region des Himalaya. Der Berg wird auch als „Matterhorn Nepals“ bezeichnet. Die Ama Dablam besitzt einen kleineren Nebengipfel, der 5563 m hoch ist. Die Besteigung ist technisch relativ anspruchsvoll.

Religiöse Bedeutung:

Die Besteigung erfordert eine offizielle Erlaubnis (Permit) der nepalesischen Regierung und die Anwesenheit eines Verbindungsoffiziers.


Cho Oyu:

Lage: Nepa, China (Tibet)

Höhe: 8188 m

Gebirge: Mahalangur Himal, Himalaya

Cho Oyu oder Qowowuyag („Göttin des Türkis“) ist ein Achttausender im Himalaya. Er liegt im zentralen Himalaya nur 20 km westlich von Mount Everest und Lhotse und stellt den westlichen Eckpfeiler des Mahalangur Himal im Himalaya-Hauptkamm dar. Die Grenze zwischen China und Nepal verläuft über den Gipfel des Cho Oyu.

Religiöse Bedeutung:

Der Name „Göttin des Türkis“ bezieht sich auf das von Tibet aus sichtbare türkise Leuchten des Gipfels im Nachmittagslicht. Der Name setzt sich wahrscheinlich zusammen aus den tibetischen Wörtern chomo („Göttin“) und yo („türkis“), diese Herleitung ist jedoch nicht belegt. Erstbesteiger Herbert Tichy erfuhr von einem Lama in Namche Bazar, der Name bedeute „Gewaltiger Kopf“. Heinrich Harrer vermutet, der Berg heiße cho-i-u („Gottes Kopf“); auf früheren Karten war der Berg phonetisch ähnlich mit Cho Uyu verzeichnet. Eine alternative tibetische Übersetzung des Namens („Kahler Gott“) deckt sich mit Harrers Version und mit einer Legende, nach der der Kahle Gott Cho Oyu der Göttinmutter Chomolungma seinen Rücken zugewendet hat, weil diese sich weigerte, ihn zu heiraten.