Ladakh

Ladakh ist eine Division des indischen Bundesstaates Jammu und Kashmir und nimmt fast 40 % der Fläche dieses Bundesstaates ein. Sie besteht aus den Verwaltungsdistrikten Kargil und Leh. Das Gebiet ist weitgehend hochgebirgig und mit 290.000 Einwohnern (laut Zensus 2001) nur dünn besiedelt. Ladakh ist bekannt für die Schönheit seiner entlegenen Berge und für die tibetisch-buddhistische Kultur. Daher wird Ladakh als Klein-Tibet bezeichnet.

Kloster im Nubra-Tal


Geographie:

Ladakh erstreckt sich zwischen den Gebirgsketten des Himalaya (mit dem Stok Kangri als bekanntestem Berg) und des Karakorum und dem oberen Tal des Indus. Die Täler befinden sich auf einer Höhe von 3000 m ü.d.M., womit sie die höchstliegenden Kaschmirs sind. Die Berge erreichen Höhen von über 7000 m ü.d.M. Der 1913 erstmals bestiegene Nun mit 7135 m und der benachbarte Kun mit 7077 m, der 1906 erstmals bezwungen werden konnte, sind die höchsten Berge Ladakhs. Die Hauptstadt von Ladakh ist Leh (etwa 27.500 Einwohner). Unweit von Leh befindet sich der Khardong-Pass, einer der höchsten befahrbaren Pässe der Welt.

Flüsse:

Der wichtigste Fluss in Ladakh ist der Indus. Er entwässert die gesamte Provinz und wird von einigen wenigen Brücken überspannt. Er gibt der Region die Bedeutung als Knotenpunkt der Handelswege von Nordwest-Indien nach Tibet und nach Turkestan. Nur ein Teil der wichtigsten Verkehrswege ist asphaltiert.

Indus

Vegetation:

In Ladakh gibt es außerhalb bewässerter Zonen kaum Baumbewuchs, dafür zahlreiche Blütenpflanzen, die in Höhen von über 5000 m ü.d.M. noch wachsen. Die verhältnismäßig wenigen Bäume, welche in Ladakh zu finden sind, wurden von den Ladakhis selber eingeführt. Am häufigsten vertreten sind dabei die Pappeln.


Klima:

Ladakh ist ein sehr trockenes Gebiet (vergleichbar mit der Sahara), da die Hauptkette des Himalaya verhindert, dass die indischen Sommermonsune bis nach Ladakh durchdringen. Die kalten Winter sind nicht schneereich, jedoch sehr windig. Der Niederschlagsmangel wird durch Bewässerung ausgeglichen. Im Indus- wie im Zanskar-Tal und genauso in den Nebentälern des Suru, des Nubra oder Shyok wurden fruchtbare Oasen geschaffen, die Getreide und Gemüse gedeihen lassen. Die Oasen sind häufig Eigentum von Klöstern und werden von diesen bewirtschaftet. Die Klöster sind für dortige Verhältnisse reich (Großgrundbesitzer, erhalten Spenden vor allem aus dem Ausland sowie von Touristen).

Klimawandel:

Jüngere Expeditionen in die schwer zugängliche Hochgebirgslandschaft haben zu Tage gebracht, dass die Niederschläge – vor allem des Monsuns – in Ladakh drastisch zurückgegangen sind. Nach Berichten der örtlichen Bevölkerung sind Seen in den letzten Jahrzehnten stark ausgetrocknet und zu Salzseen geworden, in denen keine Fische mehr leben und aus denen Nutztiere nicht mehr trinken können. Ladakh ist somit langfristig durch Wassermangel bedroht. Gebiete abseits großer Fließgewässer wie dem Jhelam können nicht weiter bewohnt werden; Gletscher existieren aufgrund der fehlenden Niederschläge oft ebenso wenig, wie sich die Seen nicht mehr ausreichend füllen.

Klimatabelle der Hauptstadt Leh:


Natur:

In den 1870er Jahren ging der österreichische Asienforscher, Zoologe, Botaniker und Paläontologe Ferdinand Stoliczka daran, die Tier- und Pflanzenwelt Ladakhs zu erforschen.

Fauna:

Die Tierwelt hat viel gemein mit der Zentralasiens und teilweise auch Tibets. Zugvögel verbringen den Sommer im kühleren Ladakh. Finken, Drosseln und Rotschwänze sowie der Wiedehopf sind zu finden. Die Braunkopfmöwe sucht die Wasser des Indus und Seen Changthangs auf. Rost- und Streifengänse sowie die seltenen Schwarzhalskraniche sind an den Gewässern Ladakhs beheimatet, ebenso Tibetkönigshühner, Chukarhühner und Rabenvögel. An Raubvögeln finden sich Bartgeier und Steinadler. Unter den Paarhufern gibt es ein reichliches Aufkommen von Blauschafen. Die bestens angepassten Sibirischen Steinböcke treten in den westlichen Regionen Ladakhs auf. Argalis finden sich in einer Stückstärke von 400 Tieren. Sie bevorzugen offenes Terrain, da sie im Gegensatz zu Artgenossen die Flucht vor Feinden nicht durch Kletterei ergreifen. Tibetantilopen sind berühmt für ihre Königswolle Shahtoosh, die nach Erlegung des Tieres gezupft wird. Im östlichen Grenzgebiet zu Tibet leben Tibetgazellen. In Konkurrenz um die Weidegründe leben die Kiang mit den Nomaden. Vornehmlich im Hemis-Nationalpark leben vereinzelte Schneeleoparden, Eurasische Luchse und tibetische Wölfe. Pfeifhasen, Wühlmäuse, Murmeltiere und Tibetfüchse als Feind der erstgenannten, leben in enger Nachbarschaft.

Flora:

An Pflanzen setzen sich Sanddorn, Kümmel, Brennnesselgewächse und Wildrosen durch. Kapern, Katzenminzen, Kugeldisteln, Meerträubel, Rhabarber, Wucherblumen und die Steppenraute sowie weitere Sukkulenten wachsen in Ladakh. Wacholder wächst wild und in kultivierten Landschaften. Schwarz- und Balsam-Pappeln, Maulbeeren, Walnüsse, Weiden und Ulmen sowie Robinien und Zypressen sind anzutreffende Bäume.


Tourismus:

Die Hauptreisezeit für Touristen ist von Juni bis August. Bereits von der Hauptstadt Leh aus kann man zahlreiche Trekkingtouren unternehmen, die sich teils über mehrere Wochen erstrecken können. Bei Routen über 6000 m ü.d.M. ist eine Genehmigung erforderlich. Es gibt geführte Klettertouren, auch für Hobbybergsteiger geeignete. Vom Profil her stellen sie kaum eine Beanspruchung dar. Nicht zu unterschätzen ist jedoch die dünne Luft in diesen Höhen. Das Gepäck und die Verpflegung kann man auf Tieren transportieren lassen.