Gangesebene

Beim Eintritt des Ganges in die Gangesebene zweigt seit 1856 rechts der große Gangeskanal ab, der ein über 6000 Kilometer langes System von Bewässerungskanälen speist. Die Gangesebene ist eine fruchtbare Ebene in der viel Ackerbau betrieben wird.  Neben Reis, Weizen, Zuckerrohr, Ölsaaten wird auch Baumwolle angebaut. Die Ebene ist durchzogen von Kanalbewässerungssystemen. Die Indusebene wird häufig mit der Gangesebene als Indus-Ganges-Ebene bezeichnet.

Die Gangesebene ist eine ausgedehnte Ebene am Flusslauf des Ganges im Norden Indiens. Zusammen mit der Flussebene des Brahmaputra bildet sie eine Tiefebenemit einer Länge von rund 2400 Kilometern und einer Breite zwischen 200 und 320 Kilometern. Im Norden wird die Gangesebene durch den Himalaya, im Süden durch das Dekkan-Plateau begrenzt.

Fläche: 350.000 km²

Länge und Breite: 2400 km x 300 km

Hauptgewässer: Ganges

Bundesstaaten: Arunachal Pradesh, Assam, Bihar, Chhattisgarh, Delhi, Gujarat, Haryana, Jammu & Kashmir, Jharkhand, Madhya Pradesh, Punjab, Rajasthan, Tripura, Uttarakhand, Uttar Pradesh, West Bengal


Inhaltsverzeichnis:

  1. Geographie 
    1. Verlauf
    2. Bundesstaaten
  2. Geologie
  3. Klima
    1. Agra
    2. Delhi
    3. Gwalior
    4. Jaipur
    5. Kalkutta
    6. Morena
    7. Purulia
    8. Varanasi
  4. Fauna
    1. Heutiges Tierleben
  5. Umwelt
    1. Umweltverschmutzung
  6. Städte
    1. Agra
    2. Allahabad
    3. Ambala
    4. Bardhaman
    5. Bareilly
    6. Bathinda
    7. Chandigarh
    8. Faridabad
    9. Gorakhpur
    10. Gurgaon
    11. Gwalior
    12. Jaipur
    13. Jalandhar
    14. Jhansi
    15. Kalkutta
    16. Kanpur
    17. Ludhiana
    18. Meerut
    19. Panipat
    20. Patna
    21. Varanasi
  7. Delhi 
    1. Rotes Fort
    2. Jami Masjid
    3. Qutb Minar
    4. Hazrat Nizamuddin
    5. Mausoleum von Humayun
    6. Lotus-Tempel
    7. Akshardham
  8. Kulturelle Zentren
    1. Taj Mahal

Geographie:

Die Gangesebene ist eine riesige Ebene und dem Himalaya (Norden) und dem Dekan-Hochland (Süden). Die Ebene hat eine Länge von 1200 km und eine Breite von ungefähr 300 km. Insgesamt ist das Tiefland 350.000 km² groß.

Verlauf:

Es verteilt sich vor allem im Doab, dem Zweistromland zwischen dem südwestwärts strömenden Ganges und seinem bedeutendsten Nebenfluss, der Yamuna (in der treffenden Bedeutung Zwilling), der rund 100 km weiter südwestlich parallel verläuft. Die Mündung beider Flüsse bei Allahabad, Triveni Sangam – „Dreifachmündung“ genannt (Sangama(Sanskrit): „Mündung“) hat religiöse Bedeutung, da hier auch der mythische Fluss Saraswati aus dem Untergrund heraus münden soll. Im weiteren Verlauf passiert der Ganges Varanasi, die Stadt mit der größten religiösen Bedeutung am Ganges, und Patna, die größte Stadt an den Ufern des Flusses; beide Städte gehören zu den ältesten Ansiedlungen Indiens. Der Ganges erhält danach von links mehrere wasserreiche Nebenflüsse aus dem Himalaya.

Bundesstaaten:

  • Arunachal Pradesh
  • Assam
  • Bihar
  • Chhattisgarh
  • Delhi
  • Gujarat
  • Haryana
  • Jammu & Kashmir
  • Jharkhand
  • Madhya Pradesh
  • Punjab
  • Rajasthan
  • Tripura
  • Uttarakhand
  • Uttar Pradesh
  • West Bengal

Goldener Sonnenuntergang bei Varanasi


Geologie:

Im Zuge der noch anhaltenden Kollision des Indischen Subkontinents mit der Eurasischen Plattetaucht die Indische Platte ab, was zur Bildung einer ausgedehnten Vortiefe vor dem Faltengebirge des Himalaya als Kollisionsfront führt. Sie wird von den Sedimenten aus dem Himalaya laufend aufgefüllt. Das Flusssystem des Ganges hat sich im östlichen Teil des Tieflands entwickelt. Die Talformen am Oberlauf sind wegen der starken laufenden Hebung des Himalaya durch starke fluviale Erosion geprägt und bilden deshalb enge Talprofile mit rutschgefährdeten Hängen, die streckenweise auch schluchtartig sind. Die obersten Quellbäche fließen in Trogtälern, die eiszeitliche Gletscher hinterlassen haben. Nach Passieren der letzten Schlucht durch die Randketten aus jungen Sedimentgesteinen verästelt sich der Fluss unter ständiger Verlagerung der Stromrinnen und schüttet dabei ausgedehnte Kies- und Sandflächen auf. Im weiteren Verlauf dominieren immer feinkörnigere, landwirtschaftlich besser nutzbare Sedimente. Bevorzugt an hohen, stabilen Prallufern sind Städte entstanden. Im flachen untersten Teil des Tieflandes kann auch die tektonische Unruhe zu bedeutenden Laufverlagerungen führen. Bis zum späten 12. Jahrhundert war der Bhagirathi der Hauptarm des Ganges, verlief jedoch teilweise anders als heute. Dann wurde der Padma-Arm bedeutender; ab dem 16. Jahrhundert war er etwa gleichrangig und ab dem 18. Jahrhundert der Hauptstrom. Diese Verlagerungen wie auch die etwas spätere Verlagerung des Brahmaputra nach Westen, also über die heutige Jamuna zur Padma hin, wird durch tektonische Hebungen im westlichen Gangesdelta und am Alten Brahmaputra erklärt, besonders nach einem Erdbeben im Jahre 1782 und einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1787, bei der auch die Tista ihren Lauf weg vom Ganges hin zur sich gerade formierenden Jamuna verlagert hat. Erst seit diesen jungen Verlagerungen ist der Ganges Teil eines größeren Stromsystems, zuvor war er ein selbständiger Strom.


Klima:

Das Klima in der Ebene ist typisch für den indischen Subkontinent. Insgesamt gibt es drei Jahreszeiten. Der Winter ist untertags warm, während es in der Nacht ziemlich kalt werden kann. Kaltlufteinbrüche sind nicht selten. Der Sommer ist extrem heiß mit Durchschnittstemperaturen über +40°C. Ab Juni beginnt der Monsun. Hier kommt es zu sintflutartigen Regenfällen mit heftigen Überschwemmungen. Der Monsun endet im September. Die beste Reisezeit für Reisen ist zwischen Oktober und Februar. Zu dieser Zeit sind die Temperaturen nicht ganz so heiß und man entgeht der Regenzeit.

Agra:

Die Tagestemperaturen können in den Monaten Mai, Juni und Juli 40 °C erreichen, die Nachttemperaturen liegen immer noch bei knapp 30 °C; in der Monsunzeit (Mitte Juli bis Anfang Oktober) kühlt es sich um etwa 10 °C ab. Im Winter liegen die Tagestemperaturen bei etwa 20 bis 25 °C, nachts kann das Thermometer bei geringer Bewölkung bis auf etwa 3 °C absinken.

Delhi:

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 25 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 719 Millimeter im Mittel. Der wärmste Monat ist der Juni mit durchschnittlich 33,4 Grad Celsius und der kälteste der Januar mit 14,5 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Monat August mit durchschnittlich 206 Millimetern, der wenigste im November mit 4 Millimetern im Mittel.

Gwalior:

Das Klima ist für indische Verhältnisse gemäßigt; Regen (ca. 910 mm/Jahr) fällt meist nur in den sommerlichen Monsunmonaten.

Jaipur:

Das Klima ist ein Übergangsklima vom heißen Wüstenklima und dem heiß-semi-ariden Klima.

Kalkutta:

In der kurzen Winterzeit herrscht das angenehmste Klima, wenn die tägliche Höchsttemperatur bei 27 Grad Celsius liegt, kurz vor Beginn der Monsunzeit lastet die Hitze drückend auf der Stadt. Die einsetzenden Regenfälle bescheren Ende Juni die ersehnte Linderung, doch die heftigen Fluten verwandeln gleichzeitig die Straßen in Morast. 1978 starben bei Überschwemmungen durch heftige Monsunregenfälle in Kalkutta 15.000 Menschen. Am 27. September 1978 wurde mit 380 Millimeter die höchste Niederschlagsmenge der Geschichte an einem Tag gemessen. Oktober und November sind nach einer kurzen Hitzeperiode nach dem Monsun recht angenehme Monate. Durga Puja, das größte Fest der Stadt, wird dann gefeiert. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 26,9 Grad Celsius, die Jahresniederschlagsmenge beträgt im Mittel 1.614 Millimeter. Der wärmste Monat ist der Mai mit durchschnittlich 30,8 Grad Celsius, der kälteste der Januar mit 20,1 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juli mit durchschnittlich 385 Millimetern, der wenigste im Dezember mit 13 Millimetern im Mittel. Die Stadt ist auch durch immer wieder auftretende Zyklone gefährdet. Die Stürme brauen sich vor allem in den Sommermonaten über dem Indischen Ozean nördlich des Äquators zusammen und driften dann nach Norden in Richtung Indien. Die Hauptgefahr geht in den Küstenregionen von den mitunter mehr als zehn Meter hohen Flutwellen aus, die heftige Zyklone vor sich herschieben. Einer der schwersten Stürme forderte am 7. Oktober 1737 an der Mündung des Hugli rund 300.000 Todesopfer.

Morena:

Das Klima ist typisch für den indischen Kontinent. Das Jahr wird in drei Jahreszeiten eingeteilt. Der Winter (Dezember bis Januar) ist mild. Der Sommer (Februar bis Mai) ist sehr heiß. Der Monsun (Juni bis Oktober) ist sehr nass und die Niederschläge sind ergiebig. Der November ist ein Übergangsmonat.

Purulia:

Das Klima ist meist schwül und vor allem in den Monsunmonaten Juni bis Oktober auch regenreich.

Varanasi:

Varanasi weist ein feuchtes Subtropenklima auf mit großen Unterschieden zwischen Sommer- und Wintertemperaturen. Die trockenen Sommern starten im April und enden im Juni. Darauf folgt der Monsun, dieses Saison findet zwischen Juli und Oktober statt. Die Temperaturen reichen zwischen 22 Grad und 46 Grad im Sommer. Die Wintertemperaturen liegen im warmen Bereich, während es in der Nacht ziemlich kalt werden kann.


Fauna:

Einst lebten im offenen Grasland der Ebene viele Tierarten. Die offene Landschaft war Heimat vieler Großsäuger und anderen Tierarten. Hier waren alle drei asiatische Nashornarten vertreten, wie das Panzernashorn, Java-Nashorn und Sumatra-Nashorn. Die Savanne konnte man mit den Savannen des heutigen Afrikas vergleichen. Hier wanderten große Herden von Gazellen, Büffeln, Elefanten und Antilopen. Auch Nashörner, Löwen und Flusspferde kamen hier vor. In der Ebene lebten auch Wildpferde und Auerochsen. In den Wäldern versteckten sich Wildschweine, Hirsche und Muntjaks. An den Flussufern des Ganges grasten riesige Herden von Wasserbüffeln und Flusspferden. Aufgrund der Dichte von großen Pflanzenfressern kamen auch einige Raubtiere vor, wie der Indische Wolf, Rothund, die Streifenhyäne, der Asiatische Geparden und Asiatische Löwen. Diese Raubtiere jagten in der Ebenem während Leoparden und Bengalische Tiger in den Wäldern jagten. Auch Lippenbären kamen hier vor. In den Flüssen lebten Gaviale, Sumpfkrokodile und Flussdelphine.

Heutiges Tierleben:

Der Ganges ist der Lebensraum des seltenen und wenig erforschten Gangesdelfins, des Gangeskrokodils sowie des Gangeshais, über den ebenfalls nur wenig bekannt ist. Im seichten und von Wasserläufen durchzogenen Mündungsgebiet, insbesondere in den Sundarbans, leben zahlreiche Säugetiere (Bengaltiger, Axishirsche, Wildschweine), Vögel und Reptilien.


Umwelt:

Umweltverschmutzung:

Die Verschmutzung des Flusses ist enorm: Täglich werden über 5 Millionen Kubikmeter oft Gifte enthaltende Abwässer eingeleitet, allein in Kalkutta 320 Millionen Liter in den Gangesarm Hugli. Die Belastung durch Kolibakterien ist 2000-mal höher als in Indien erlaubt und das Wasser enthält hohe Konzentrationen von Cyaniden, Arsen, Blei, Zink, Chrom und Quecksilber. Zu den Fäkalabwässern kommen zahlreiche Leichenreste. Beides erleichtert die Ausbreitung von Cholera- und Typhusbakterien. Außerdem funktionieren nur wenige Kläranlagen effektiv, sodass sich auch dort gereinigtes Wasser unterhalb der Anlagen wieder mit hoch belastetem Wasser mischt. 1985 startete die indische Regierung einen Aktionsplan (Ganga Action Plan), der das Ziel hatte, die Verschmutzung zu bekämpfen. Trotz hoher Investitionen gilt der Plan als weitgehend gescheitert, nicht zuletzt, weil für den Betrieb der Anlagen notwendige Mittel fehlten.


Städte:

Agra:

Agra ist eine etwa 1,7 Millionen Einwohner zählende Stadt im Westen des Bundesstaats Uttar Pradesh in Indien. Sie war mit Unterbrechungen von 1526 bis 1648 die Hauptstadt des Mogulreiches und weist mehrere zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Stätten auf. Seit dem Jahr 1886 ist Agra Sitz eines katholischen Erzbistums. Sehenswürdigkeiten der Stadt:

  • Das von 1565 bis 1571 begonnene Rote Fort mit dem später hinzugefügten Palast von Shah Jahan und der Perlmoschee (Moti Masjid) sowie die Freitagsmoschee (Jama Masjid) stehen am Rande der Altstadt.
  • Weitaus berühmter ist das Taj Mahal, das Shah Jahan von 1631 bis 1648 in Agra als Mausoleumfür seine Gattin Mumtaz Mahal und sich selbst erbauen ließ. Dort befindet sich auch eine Anlage, um das traditionelle Spiel Pachisi mit lebenden Figuren zu spielen.
  • Weniger bekannt ist das 1628 auf der Ostseite des Yamuna befindliche Itimad-ud-Daula-Mausoleum, welches Nur Jahan für ihren Vater Mirza Ghiyas Beg, den unter seinem Ehrentitel Itimad-ud-Daula (‚Stütze des Staates‘) bekannten Premierminister Jahangirs erbauen ließ. Als erstes Mogul-Bauwerk wurde es vollständig mit Marmor verkleidet und begründete damit einen Stilwandel in der Architektur der damaligen Zeit.
  • Ein selten besuchtes Mausoleum ist das im Jahr 1635 erbaute und ehemals mit vollständig mit farbigen Steininkrustationen überzogene Chini ka Rauza, das Grabmal des aus Persien stammenden Ersten Ministers von Shah Jahan – Allāma Afzal Khāl Mullā Shukrullāh.
  • Ein Kuriosum ist das um 1805 für den in Diensten der aufständischen Marathen stehenden englischen Offizier John Hessing auf dem christlichen Padresanto-Friedhof von Agra erbaute Mausoleum (Red Taj).
  • In Agra befinden sich drei bedeutende katholische Kirchen – die bereits im Jahr 1598 erbaute, aber nach völliger Zerstörung durch Shah Jahan unter Verwendung der alten Steine im Jahr 1636 wiederaufgebaute Church of Akbar, die in direkter Nachbarschaft stehende, im Jahr 1848 eingeweihte spätere Kathedrale (Cathedral of the Immaculate Conception) und die im Jahr 1923 fertiggestellte St. Mary’s Church (mittlerweile umbenannt in Church of Our Lady of Good Health).

Allahabad:

Bei Allahabad vereinigen sich der Ganges, Indiens größter Strom, und sein wichtigster Nebenfluss, die Yamuna. Nach einer mythischen hinduistischen Vorstellung kommt ein dritter, unsichtbarer Fluss hinzu – die Sarasvati; Allahabad wird daher auch oft Triveni Sangam („Vereinigung von drei Strömen“) genannt. Hauptsehenswürdigkeit Allahabads ist wegen seiner religiösen Bedeutung der Triveni Sangam. Daneben verfügt die Stadt über eine Reihe von Baudenkmälern sowohl aus der Mogulzeit als auch aus der Epoche der britischen Herrschaft.

  • Das bedeutendste Bauwerk aus der islamischen Periode ist das am Zusammenfluss von Ganges und Yamuna gelegene Fort Allahabad, dessen Bau im Jahr 1583 vom Mogulkaiser Akbar in Auftrag gegeben wurde und über 45 Jahre später fertiggestellt wurde. Im Inneren des Forts befinden sich die Ashoka-Säule aus dem Jahr 232 v. Chr. sowie zwei wichtige hinduistische Heiligtümer: Der Patalpur-Tempel sowie der heilige Banyanbaum Akshaya Vat, von dem sich – der Legende zufolge – einst zahlreiche Gläubige in den Tod gestürzt haben, um den Zustand der Erlösung zu erlangen. Der größte Teil des Forts wird heute von den indischen Streitkräften genutzt und ist daher nicht öffentlich zugänglich.
  • Ein weiteres Beispiel für die indo-islamische Architektur in Allahabad ist der Khusrau-Bagh. In der ummauerten Gartenanlage nahe dem Bahnhof Allahabad Junction befinden sich die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Grabdenkmäler Khusrau Mirzas, dem ältesten Sohn Kaiser Jahangirs, sowie seiner Mutter und Schwester.
  • Aus der britischen Zeit stammen eine Reihe von Repräsentationsbauten aus dem 19. Jahrhundert. Hierzu gehört die 1887 im Stil der viktorianischen Neugotik erbaute All Saints Cathedral, während das Gebäude des Allahabad High Court (1916) und einige der Bauten der University of Allahabad wie das Muir College (1874) oder die Allahabad Public Library (1864) den indo-sarazenischen Mischstil vertreten.
  • Ferner gehört zu den Sehenswürdigkeiten Allahabads der Anand Bhavan, die ehemalige Residenz der aus Allahabad stammenden Nehru-Gandhi-Familie. Das am nordöstlichen Stadtrand gelegene Anwesen wurde von Motilal Nehru (1861–1931) gegründet. Im Jahr 1970 übergab Indira Gandhi den Anand Bhavan an die indische Regierung, die es in ein Museum umwandelte. Im Garten des Anand Bhavan befindet sich seit 1979 das Jawahar-Planetarium.
  • Das Allahabad-Museum präsentiert eine große Anzahl archäologischer und anderer Exponate aus der Geschichte Indiens

Als Ort des Zusammenflusses von Ganges und Yamuna, die beide im Hinduismus als heilige Flüsse gelten, besitzt Allahabad eine große religiöse Bedeutung. Daher ist Allahabad ein wichtiger hinduistischer Pilgerort und trägt den Beinamen Tirth Raj, „König der Pilgerstätten“. Die Kumbh Mela in Allahabad gilt als das größte religiöse Fest der Welt: 2013 wurde sie von geschätzten 90–100 Millionen Menschen über einen Zeitraum von 55 Tagen besucht.

Ambala:

In der Umgebung von Ambala zählen die Planstadt Chandigarh (genannt „Die schöne Stadt“) und Kurukshetra, wo nach der Bhagavad Gita die Schlacht um Mahabharata ausgetragen wurde, zu den Sehenswürdigkeiten.

Bardhaman:

Bardhaman ist kulturell vielseitig; es finden sich architektonische Zeugnisse buddhistischen, moslemischen und hinduistischen Einflusses, letztere tragen Zeichen der Sakta und Vaishnava. Das Grab des Sufis Pir Baharam befindet sich ebenfalls dort. Neben dem Schrein von Sarvamangala gibt es zahlreiche weitere Tempel und Shivalingams. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören auch die Paläste und Gärten der Zamindari (Golapbag). Seit 1960 ist Bardhaman Universitätsstadt. Sie beherbergt ein nach Meghnad Saha benanntes Planetarium.

Bareilly:

Vier lokal und regional bedeutende Shiva-Tempel (nath-temples) bilden die ehemaligen Stadtgrenzen. Die Freitagsmoschee (Shia Jama Masjid) ist das religiöse Zentrum der Muslime. Auch mehrere Gurudwaras der Sikh-Religion sowie mehrere christliche Kirchen finden sich über das Stadtgebiet verteilt.

Bathinda:

Das Fort Qila Mubarak ist ein fast 2000 Jahre altes Monument im Stadtkern. Bathinda hat einen der größten Eisenbahnknoten Asiens, über den sie an die Nachbarstädte Mandi Dabwali, Kalanwali, Mansa, Rampura Phul, Malout und Faridkot angebunden ist.

Chandigarh:

Sie besitzt den Status eines eigenen Unionsterritoriums und ist zugleich die Hauptstadt der beiden indischen Bundesstaaten Punjab und Haryana, an deren Grenze sie liegt. Die Planstadt Chandigarh wurde nach der Teilung Indiens nach Plänen des schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier als neue Hauptstadt des indischen Teils des Punjab errichtet.

Faridabad:

Gegründet wurde die Stadt 1607 von Scheich Farid, dem Schatzmeister von Jahangir, um die durch das Areal führende Straße zu schützen. Damals wurden ein Fort, ein Wasserbecken und eine Moscheeerbaut, welche heute nur noch als Ruinen existieren.

Gorakhpur:

  • Wichtigster Tempel der Stadt ist der im 18. oder 19. Jahrhundert erbaute und dem Begründer der hinduistischen Nath Pantha-Sekte geweihte (siehe Hinduistische Orden) Gorakhnath-Tempel.
  • Der Kali-Tempel ist ebenfalls von großer Bedeutung für gläubige Hindus.
  • Das Archaeological Museum zeigt Skulpturen und Malereien aus Gorakhpur und seiner Umgebung.
  • Das Taramandal-Planetarium ist vorwiegend für Inder interessant. Himmelsbeobachtungen sind wegen des nahezu ständig dunstigen Himmels kaum möglich.
  • Der Ambedkar-Park trägt den Namen von Bhimrao Ramji Ambedkar, eines Führers der indischen Unabhängigkeitsbewegung und Kämpfers gegen das Kastenwesen.

Gurgaon:

Gurgaon liegt gut 30 Kilometer südwestlich des Stadtzentrums von Delhi und ist seit 2010 über die Metro Delhi mit der Hauptstadt verbunden und unweit des verkehrsreichsten Flughafens des Landes, IGI (Indira Gandhi International Airport). Gurgaon ist Sitz des gleichnamigen Distrikts.

Gwalior:

Die Stadt wird von einem etwa 150 m hohen und von insgesamt sieben Torbauten gesicherten Tafelberg(Fort Gwalior) überragt. Hier befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten:

  • Mehrere stehende und sitzende Jain-Tirthankaraswurden vom 7. bis zum 15. Jahrhundert aus dem Fels gehauen. Die größte Figur stellt Rishabha (oder Adinath) dar und ist knapp 18 m hoch. Die Köpfe der Statuen wurden im Auftrag Baburs zerstört, doch später wieder erneuert.
  • Der mit farbigen Kacheln dekorierte Man-Singh-Palast entstand um 1500 und vereint hinduistische mit islamischen Dekorelementen. Vom Großmogul Babur wurde er als „Perle“ bezeichnet.
  • Der Gurjari-Palast stammt aus derselben Zeit und wurde für die Lieblingsfrau Man Singhs erbaut. Er beherbergt heute ein archäologisches Museum.
  • Der hochaufragende Teli-ka-Mandir aus dem 8. Jahrhundert ist einer der eigenwilligsten Hindutempel überhaupt.
  • Eine Inschrift aus dem 9. Jahrhundert im kleinen Ganesh-Tempel zeigt erstmals in Indien die Zahl „0“.[9]
  • Die beiden – restaurierten – Sas-Bahu-Tempel stammen aus dem 11. Jahrhundert stehen zum Schutz vor Regenwasser und freilaufenden Tieren auf einer Plattform (jagati); sie haben nichts mit Schwiegermutter (sas) und Schwiegertochter (bahu) zu tun, sondern sind dem Hindu-Gott Vishnu unter seinem Beinamen Shashtra Bahu geweiht. Beeindruckend ist die offene, beinahe schwebende Architektur des Haupttempels, die an Bauten der Jains (z. B. Ranakpur) erinnert.
  • Bedeutendstes historisches Bauwerk in der Unterstadt ist das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu Ehren eines Sufi-Heiligen erbaute Ghaus-Mohammed-Mausoleum. Der quadratische, aber mit zahlreichen Vorsprüngen und Dachpavillons (chhatris) versehene Bau wird von einer zentralen Kuppel überhöht und von feingearbeiteten Jali-Fenstern umschlossen.
  • In seiner Umgebung finden sich weitere Grabmäler und Kenotaphe, darunter auch das Mausoleum für den Musiker Tansen.
  • Der Ende des 19. Jahrhunderts in europäischen Stilformen errichtete Jai-Vilas-Palace dient heute als Museum.
  • Der in den 1980er Jahren von der Industriellenfamilie Birla gestiftete Sonnentempel ist dem Sonnengott Surya geweiht. Der auf einem steinernen und von sieben Pferden gezogenen Wagen stehende Tempel ist eine verkleinerte Nachbildung des Sonnentempels von Konark.

Im Umkreis von etwa 50 km rund um Gwalior liegen mehrere bedeutende Tempel und Tempelkomplexe; insbesondere die Orte bzw. Stätten Naresar, Mitaoli, Pidhawali, Aiti, Bateshwarim Distrikt Morena sind zu nennen, aber auch die mogulzeitlichen Ruinen von Nurabad verdienen Beachtung. Rund 25 km südlich von Gwalior befinden sich die beiden Tempel von Amrol.

Jaipur:

Jaipur ist eine schnell wachsende Industriestadt mit Metall-, Textil-, Schmuck- und chemischer Industrie; in ihrer Umgebung wird Bergbau und Landwirtschaftbetrieben. Die Stadt ist Kulturzentrum mit Universität, Theatern, Kinos, Museen, Zoo und Kunstdenkmälern und ist ein Verkehrsknotenpunkt von Straße, Eisenbahn und Flughafen. Die pinkfarbene Altstadt ist teilweise von einer Stadtmauer mit Zinnen und Stadttoren umzogen. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört das nahe dem Tripolia-Tor gelegene Minarett Iswari Minar Swarga Sal, das Jai Singhs Sohn Iswari bauen ließ.

Jalandhar:

Sie ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Distrikts. Zucker-, Konserven-, Textil- und Metallindustrie. Die Stadt ist bekannt für die traditionelle Elfenbeinschnitzerei.

Jhansi:

  • Die Festung (fort) von Jhansi existierte schon unter den Chandellas, war danach jedoch lange Zeit verlassen und wurde erst Mitte des 18. Jahrhunderts wieder genutzt und erneuert. Von hier bieten sich schöne Blicke über die zu Füßen des Festungsberges gelegene Stadt.
  • In der Unterstadt steht der Rani Mahal (oder Rani Lakshmi Mahal), ein repräsentativer Palast im indo-europäischen Stil des 18./19. Jahrhunderts. Einige Räume sind mit farbigen Malereien bedeckt; im Hof befindet sich ein archäologisches Museum mit zahlreichen Skulpturen.
  • Das Government Museum zeigt zahlreiche Exponate von der Gupta-Zeit bis ins 20. Jahrhundert.
  • In der Unterstadt befindet sich der Judasschrein, die wichtigste christliche Pilgerstätte Nordindiens.

Kalkutta:

Kalkutta ist das Zentrum der indischen Intellektuellen und der künstlerischen Avantgarde. Der Nobelpreisträger für Literatur des Jahres 1913 Rabindranath Thakur(1861–1941) wirkte hier, ebenso Mutter Teresa (1910–1997), die im Westen wohl berühmteste Bürgerin der Stadt. Sie erhielt 1979 für ihre Arbeit den Friedensnobelpreis. Auch der indische Physiker Satyendranath Bose hat hier gelebt. Die indische Nationalbibliothek, Museen und eine vitale Theater-, Musik- und Filmszene (Kolkata Film Festival) sind weitere Beispiele für den Stellenwert von Kunst und Kultur in der Stadt. Es gibt mehrere Universitäten, an denen intensiv geforscht wird. Viele farbenfrohe Feste und ein reges religiöses Leben sind für Kalkutta mit seinem bedeutenden Kali-Tempel Kalighat signifikant.

Kanpur:

Die wichtigste Stadt am oberen Ganges ist das industriell geprägte Kanpur. Sie hat etwa 2,8 Millionen Einwohner (Volkszählung 2011), ist Industriezentrum (Maschinenbau, Textil-, Elektro-, Elektronik-, Metall-, chemische Industrie), Verkehrsknotenpunkt (Straße und Eisenbahn) sowie kultureller Mittelpunkt der Region mit Universität, Hochschulen, Theater und Museen. An das Massaker an wehrlosen Frauen und Kindern erinnert ein Park an der Stelle des Brunnens, in den damals die Leichen geworfen wurden. Der Park war bis zur Unabhängigkeit Indiens nur Europäern und indischen Christen zugänglich, nach der Unabhängigkeit wurde er umgestaltet. Hier finden sich heute auch Denkmäler für Nana Sahib und einen der indischen Anführer der Aufständischen, Tantya Tope. Auf dem Gelände der Garnison errichteten die Briten eine Kirche, in der heute der Toten von Kanpur gedacht wird. Rund um die Kirche markieren Steine den Verlauf der damaligen Garnison.

Ludhiana:

Ludhiana im Bundesstaat Punjab in Indien mit 1,6 Millionen Einwohnern Einwohnern (Volkszählung 2011). Sie ist Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts. Der Fluss Satluj lag früher nahe bei der Stadt, hat aber seinen Lauf mit der Zeit weiter nach Norden verlegt. Ludhiana ist kultureller Mittelpunkt des Gebietes mit Theater, Museen, Kinos und Galerien sowie Verkehrsknoten der Region (Straße, Eisenbahn, Flughafen). Die Grand Trunk Road, Verbindung zwischen den Städten Amritsar und Delhi, verläuft durch Ludhiana. 1895 wurde die Christliche Medizinische Hochschule eröffnet, im Jahre 1962 die Landwirtschaftliche Universität.

Meerut:

Trotz ihrer langen Geschichte gab es im sandigen und lehmigen Schwemmland des Doab und so auch in Meerut jahrhundertelang keine oder nur sehr wenige Gebäude aus Naturstein; dieser musste von weither herantransportiert oder aber vor Ort gebrannt werden und so entstanden die meisten Steingebäude erst in britischer Zeit.

  • Der älteste Steinbau ist die um 1020 errichtete Freitagsmoschee, die allerdings unter dem Großmogul Humayun in der Mitte des 16. Jahrhunderts erneuert wurde.
  • Das Baley-Miyan-Mausoleum wurde von Qutb ud-Din Aibak zu Ehren seines Generals Ghazi Saiyyad Salar Masud erbaut.
  • Das Shahpir-Mausoleum wurde von Nur Jahan, der Lieblingsfrau Jahangirs, im Jahr 1628 zu Ehren eines Sufi-Heiligen aus rotem Sandstein aus Rajasthan erbaut. Es ist jedoch unvollendet geblieben.
  • Der im frühen 18. Jahrhundert erbaute Suraj Kund ist ein durch Wasser vom Gangeskanalgespeister Teich innerhalb einer gepflegten Gartenanlage.
  • Der älteste Steinbau aus jüngerer Zeit ist die im Jahr 1822 geweihte St. John’s Church, eine der ältesten Kirchen Nordindiens.
  • Der Augarnath-Tempel (oder auch Kali Paitan Mandir) ist dem Hindu-Gott Shiva geweiht. Er steht an der Stelle, wo die Meuterer von 1857 ihren Widerstand planten.
  • Das schönste Bauwerk der Stadt ist das Mustafa Castle , ein in den Jahren 1896 bis 1900 zu Ehren des Dichters Nawab Mustafa Khan Shefta erbautes palastartiges Mausoleum.

Panipat:

Panipat ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Distrikts. Panipat liegt 16 Kilometer westlich der Yamuna, am westlichen Kanal dieses Flusses. Panipat, eine Industriestadt mit einer Raffinerie und einer großen Düngemittelfabrik, ist auch für seine handgewebten Stoffe bekannt.

Patna:

Trotz ihrer langen Geschichte hat die Stadt nur wenige Sehenswürdigkeiten von historischer und kultureller Bedeutung; sie ist jedoch ein vielbesuchtes Pilgerzentrum für Angehörige aller indischer Religionen.

  • Der ca. 4 km östlich des Stadtzentrums gelegene Agam-Kuan-Brunnen wurde der Legende nach vom Mauriya-Herrscher Ashoka erbaut. Der heutige Bau ist deutlich jünger.
  • In der Nähe befindet sich die Ausgrabungsstätte von Kumhrar mit Funden aus der Maurya-Zeit (3. und 2. Jh. v. Chr.).
  • Die Begu-Hajjam-Moschee wurde wahrscheinlich kurz vor oder kurz nach 1500 erbaut.
  • Um das Jahr 1540 entstand die fünfkuppelige Sher-Shah-Suri-Moschee.
  • Nach einer Hungersnot ließ der Engländer John Garstin im Jahr 1786 am Ufer des Ganges einen kuppelförmigen Kornspeicher mit Außentreppe (Golghar) erbauen. Er ist heute das Wahrzeichen der Stadt.
  • Der Sikh-Tempel (Takht Sri Harimandar Sahib), der im frühen 19. Jahrhundert durch den panjabischen Maharaja Ranjit Singh erbaut worden ist, markiert den Geburtsort von Guru Gobindh Singh.
  • Der dem Hindu-Gott Hanuman geweihte Mahavir-Mandir hat eine lange Geschichte. Der heutige Bau stammt jedoch aus dem 20. Jahrhundert.
  • Bedeutsam für die Stadt ist auch der in den 1970er Jahren von der Industriellenfamilie Birla erbaute Birla-Tempel.
  • Die Stadt hat ein bekanntes archäologisches Museum (Patna Museum) mit buddhistischen und hinduistischenStein-, Bronze- und Terrakottafiguren. Daneben werden auch andere Fundstücke wie ein riesiger fossiler Baum gezeigt.
  • Die Orientalische Bibliothek (Khuda Baksh) enthält eine Sammlung von historischen Werken.
  • Seit 1916 ist die Stadt Sitz des Patna High Courts, des obersten Gerichts für den Bundesstaat Bihar.
  • Die Universität von Patna wurde 1917 eröffnet.

Die „Golden Hour“ bei Patna

Varanasi:

Sie liegt am Ganges und hat rund 1,2 Millionen Einwohner (Volkszählung 2011). Varanasi ist eine der ältesten Städte Indiens und gilt als heiligste Stadt des Hinduismus. Wegen seiner religiösen Bedeutung hat Varanasi seit alters her Hindus aus anderen Teilen Südasiens angezogen, von denen sich viele in der Stadt niedergelassen haben. So gibt es in Varanasi größere Gemeinschaften von Volksgruppen wie Bengalen, Tamilen, Nepalesen und anderen, die in eigenen Vierteln leben und Tempel im Stil ihrer Heimatregionen erbaut haben. Varanasi gilt als Stadt des Gottes Shiva Vishwanat („Oberster Herr der Welt“) und als eine der heiligsten Stätten des Hinduismus. Seit mehr als 2.500 Jahren pilgern Gläubige in die Stadt, die zudem ein Zentrum traditioneller hinduistischer Kultur und Wissenschaft ist. Als besonders erstrebenswert gilt es für strenggläubige Hindus, in Varanasi im Ganges zu baden, sowie dort einmal zu sterben und verbrannt zu werden. Entlang des Flusses ziehen sich kilometerlange, stufenartige Uferbefestigungen hin, die Ghats, an denen auf der einen Seite die Gläubigen im Wasser des für sie heiligen Flusses baden und wenige Meter weiter die Leichen der Verstorbenen verbrannt werden. Die Asche streut man anschließend ins Wasser. Ein Bad im Ganges soll von Sünden reinigen, in Varanasi zu sterben und verbrannt zu werden, ist der hinduistischen Mythologie zufolge, der Ausbruch aus dem ständigen Kreislauf der Wiedergeburt.  Neben den erwähnten Ganga-Ghats, den etwa einhundert getreppten Bade- und Verbrennungsplätzen, verfügt Varanasi über ca. 200 wichtige hinduistische, jainistische und buddhistische Tempel. Zu vielen davon haben Nicht-Hindus allerdings keinen Zutritt.

  • Vishwanath-Tempel (auch: „Goldener Tempel“)
  • Durga-Tempel
  • Tulsi-Manas-Tempel
  • Neuer Vishwanath-Tempel
  • Bharat-Mata-Tempel („Mutter-Indien-Tempel“)
  • Annapurna-Tempel

Delhi:

Delhi liegt am Fluss Yamuna durchschnittlich 216 Meter über dem Meeresspiegel.

Rotes Fort:

Delhis größtes Bauwerk ist „Lal Qila“, was Rotes Fort heißt, das in der nordöstlichen Ecke des alten Shahjahanabad liegt. Die dicken, roten Sandsteinmauern mit den Türmen und Zinnen sind von einem breiten, ausgetrockneten Burggraben umgeben. Das monumentale Bauwerk, 1639 bis 1648 erbaut, ist dem Fort in Agra nachempfunden. Es stand gleichzeitig für das Machtzentrum der Moguln: Hallen für private und öffentliche Empfänge, Marmorpaläste, luxuriöse Privaträume, eine Moschee und kunstvoll angelegte Gärten. Einfache Marmorkuppeln haben die Kupferplatten ersetzt und auch von den kostbaren Steinen und Juwelen, die einst die Wände schmückten, ist kaum etwas übrig. Grund für den Verfall waren unter anderem die Plünderungen 1739 durch den persischen Herrscher Nadir Schah (1688–1747) und 1857 durch die britischen Soldaten. Seit 2007 ist das Rote Fort als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt.

Jami Masjid:

Weithin sichtbar überragt Delhis rot-weiße Jami Masjid die umgebenden Basare gut 500 Meter westlich des Roten Forts. In ihrem Innenhof finden bis zu 25.000 Gläubige Platz. Die Jami Masjid ist Indiens größte Moschee. Der Entwurf stammt von Schah Jahan (1592–1666), dessen Leidenschaft die Architektur war. Realisiert wurde der Bau zwischen 1650 und 1656. Die Jami Masjid steht auf dem Bho Jhala, einem der beiden Hügel von Shahjahanabad, und gewährt einen Rundblick auf das Rote Fort und die Straßen der Altstadt. Die Hauptgebetshalle im Innenhof wird von drei zwiebelförmigen Kuppeln aus Marmor gekrönt.

Qutb Minar:

Die ersten Bauwerke des muslimischen Indiens sind heute als Qutb-Komplex bekannt. Erbaut wurden sie auf den Trümmern von Lal Kot, einer im 8. Jahrhundert von den Tomara-Rajputen gegründeten und im 12. Jahrhundert von den Chauhans erweiterten Festung mit einem Hindutempel. Heute findet sich hier eines von Delhis berühmtesten Wahrzeichen: der spitz zulaufende, rote Sandsteinturm des Qutb Minar. Als bekanntes Relikt des ehemaligen Tempels befindet sich auf dem Gelände auch die Eiserne Säule, eines der weltweit ersten metallurgischen Monumente, das aus rostfreiem Schmiedeeisen besteht. Inmitten der Ruinen der ehemaligen Quwwat-ul-Islam-Moschee ist der Qutb Minar über 70 Meter hoch und mit Ornamenten und Koranversen verziert. Das Minarett wurde 1199 als Siegesturm zusammen mit der ehemaligen Moschee von Qutb-ud-Din Aibak (1150–1210), Begründer des Sultanats von Delhi, errichtet. Man feierte damit den Beginn der muslimischen Vorherrschaft über Delhi und weite Teile des Subkontinents.

Hazrat Nizamuddin:

Der Stadtteil Nizamuddin liegt im Süden Delhis. Die Straßen mit ihren gut besuchten Restaurants und Geschäften gruppieren sich um einen der bedeutendsten Schreine des Sufismus. Der marmorne Innenhof birgt den Hazrat Nizamuddin Dargah, die Grabstätte des moslemischen Chishti-Heiligen Scheich Nizamuddin Aulia (1236–1325). Der Schrein wurde in seinem Todesjahr erbaut, hat aber im Laufe der Zeit viele Veränderungen erfahren und stammt in seiner gegenwärtigen Form aus dem Jahre 1562. Der von Marmor-Veranden umgebende Raum wird von einer Kuppel aus weißem Marmor gekrönt. Das sich im Inneren des Heiligtums befindliche Grab ist von Gitterfenstern (Jalis) und einem Geländer aus Marmor geschützt.

Mausoleum von Humayun:

Nahe dem mittelalterlichen muslimischen Zentrum von Nizamuddin steht an der Kreuzung Lodi Road und Mathura Road das Mausoleum von Humayun. Mit dem Bau an Delhis erstem Mogul-Grab wurde 1564 nach dem Tod des zweiten Mogul-Herrschers begonnen. Haji Begum, Humayuns Witwe und Mutter von Akbar(1542–1605), hielt ein wachsames Auge auf die Arbeiten und schlug sogar vor Ort ihr Lager auf. Später wurde das Gelände zur Bestattung weiterer Moguln genutzt. Es diente als Zufluchtsort für den letzten Herrscher, Bahadur Schah II. (1775–1862), den die Briten 1857 an diesem Ort gefangen nahmen. Das Grab gehört aufgrund des eleganten persischen Stils zu den prächtigsten historischen Bauwerken in Delhi.

Lotus-Tempel:

Der Lotustempel (Ortschaft: Bahapur) ist ein Haus der Andacht der Religionsgemeinschaft der Bahai. Der Name Lotustempel ist dabei an die Form des Gebäudes angelehnt, die eine blumenähnliche Gestalt hat. Das Gebäude wurde im Jahr 1986 fertiggestellt und dient als Muttertempel für den indischen Subkontinent. Der Tempel hat zahlreiche Architekturwettbewerbe gewonnen und wurde in unzähligen Zeitschriften und Zeitungen abgedruckt. Die Architektur stammt vom iranischen Architekten Fariborz Sahba. Die neun Zugangstüren öffnen zu einer großen, 40 Meter hohen Andachtshalle die im inneren aus weißem Marmor besteht. Insgesamt bietet die Andachtshalle 2.500 Menschen platz. Der Lotustempel ist eines der beliebtesten touristischen Ziele in Neu-Delhi. Er hat jährlich mehr als vier Millionen Besucher.

Akshardham:

Akshardham ist ein hinduistischer Tempelkomplex in Neu-Delhi auf einem Areal von 360.000 m². Der Tempel ist sehr aufwendig gestaltet und zeigt traditionelle Darstellungen der indischen und hinduistischen Kultur, sowohl spirituell als auch architektonisch. Der Tempel wurde erschaffen auf Inspiration von Pramukh Swami Maharaj, dem Oberhaupt der hinduistischen Religionsgemeinschaft Bochasanwasi Shri Akshar Purushottam Swaminarayan Sanstha. Durch Mitwirken von 3.000 Freiwilligen und 7.000 Kunsthandwerkern konnte der Tempel am 6. November 2005 nach 5-jähriger Bauzeit eröffnet werden. Seit Dezember 2007 hat der Tempel einen Eintrag im Guinness Buch der Weltrekorde als Flächenmäßig größter Hindu Tempel der Welt. Neben dem Tempelgebäude befinden sich auf dem Areal mehrere Ausstellungshallen, die Werte des Hinduismus sowie die Geschichte der vedischen Kultur darstellen. Außerdem wird in einem IMAX-Kino der Film Mystic India gezeigt, der die siebenjährige Pilgerreise des jugendlichen Swaminarayan durch Indien darstellt. In der Sahaj Anand Water Show wird multimedial eine Geschichte aus den Upanishaden erzählt.


Kulturelle Zentren:

Taj Mahal:

Der Taj Mahal ist ein 58 Meter hohes und 56 Meter breites Mausoleum (Grabgebäude), das in Agra im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh auf einer 100 Meter × 100 Meter großen Marmorplattform in der Form einer Moschee errichtet wurde. Der Großmogul Shah Jahan ließ ihn zum Gedenken an seine im Jahre 1631 verstorbene große Liebe Mumtaz Mahal (Arjumand Bano Begum) erbauen. Die Grabmäler im Zentralraum sind Kenotaphe, die eigentlichen, schlichteren Gräber befinden sich in der darunterliegenden Krypta. Die vier um das Hauptgebäude herum angeordneten Minarette sind leicht geneigt, damit sie bei einem Erdbeben nicht auf das Hauptgebäude stürzen. Im Westen, in der Richtung von Mekka steht eine Moschee. Symmetrisch dazu liegt im Osten ein Gästehaus mit gleichem Grundriss. Vor dem Zentralgebäude liegt ein 18 Hektar großer Garten mit einem länglichen Wasserbecken im Zentrum, ein Tschahār Bāgh nach dem Muster des Bagh-e Wafa bei Dschalalabad