Madhya Pradesh

Madhya Pradesh („Mittelstaat“) ist ein indischer Bundesstaat mit einer Fläche von 308.209 km² und ca. 72,6 Millionen Einwohnern (Volkszählung 2011). Die Hauptstadt Madhya Pradeshs ist Bhopal. Die Amtssprache des Staates und Muttersprache von mehr als 87 % der Bevölkerung ist Hindi. Der Monsunwald bei Seoni ist/war Schauplatz für das berühmte Dschungelbuch (engl. Jungle Book) von Rudyard Kipling.

Fläche: 308.209 km²

Bevölkerung: ca. 72,6 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Bhopal (ca. 1,8 Mio. Einwohner)

Besonderheiten: in Madhya Pradesh liegt der Schauplatz des Dschungelbuches; Kernland indischer Kultur; viele religiöse Zentren; einzigartige Naturlandschaften; Monsunwälder; viele Tigerreservate


Inhaltsverzeichnis:

  1. Geographie 
    1. Landschaft
    2. Bundelkhand
    3. Kaimur Range
    4. Malwa
    5. Narmada-Tal
    6. Satpuragebirge
    7. Vindhyagebirge
    8. Wainganga-Tal
  2. Flüsse
    1. Narmada
  3. Klima
    1. Klimatabellen
      1. Bhopal
      2. Burhanpur
      3. Jabalpur
      4. Morena
      5. Seoni
  4. Natur
  5. Kulturelle Zentren 
    1. Bhojpur
    2. Bhopal
    3. Gwalior
    4. Mandsaur
    5. Orchha
    6. Tempel in Madhya Pradesh
  6. Nationalpark 
    1. Bandhavgarh Nationalpark
    2. Kanha Nationalpark
  7. Naturwunder
    1. Bhojtal
    2. Dhuandhar-Wasserfälle
    3. Jabalpur’s Balancing Rock
    4. Jatashankar-Höhle
    5. Marble Rocks
    6. Monsunwald bei Seoni
    7. Pachmari
    8. Pandav-Höhlen
    9. Wasserfälle bei Panchmarhi

Geographie:

Madhya Pradesh grenzt an die Bundesstaaten Maharashtra, Gujarat, Rajasthan, Uttar Pradeshund Chhattisgarh (im Uhrzeigersinn, beginnend im Süden). Flächenmäßig ist der Bundesstaat mit etwa 308.000 km² etwas kleiner als Deutschland (rund 357.000 km²). Flächenmäßig ist Madhya Pradesh der zweitgrößte Bundesstaat Indiens (nach Rajasthan).

Landschaften:

In Madhya Pradesh können verschiedene Landschaften unterschieden werden. Von Ost nach West fließt in einer großen Flussebene die Narmada. Nördlich davon schließt sich das maximal ca. 850 m hohe Vindhya-Gebirgean, das weiter nordwestlich in die Malwa-Hochebene übergeht. Südlich des Narmada-Tals verläuft parallel zum Fluss die Satpura-Bergkette mit dem höchsten Berg des Bundesstaates (Dhupkar, ca. 1350 m).

  1. Lashkar-Ebene
  2. Shivpuri-Plateau
  3. Kanjarda-Plateau
  4. Rewa Plateau
  5. Sagar Plateau
  6. Umatwara Plateau
  7. Sondwara Plateau
  8. Narmada-Tal
  9. Barwani-Hügel
  10. Betul Plateau
  11. Chhindwara Plateau

Bundelkhand:

Bundelkhand ist eine geographische Region im Norden Indiens. Die Region liegt heute in den Bundesstaaten von Uttar Pradesh und Madhya Pradesh, wobei der größte Teil auf Madhya Pradesh entfällt. Seit dem Jahr 1854 war Bundelkhand administrativ Teil der Central India Agency. Während des Indischen Aufstands von 1857 gehörte es zu den aufständischen Regionen. Die Region Bundelkhand liegt zwischen dem Vindhyagebirgeim Süden und der Gangesebene im Norden. Die von zahlreichen Flüssen (darunter Betwa, Chambal, Ken, Sindhu. a.) mit Wasser versorgte Region Bundelkhand ist überaus fruchtbar. Die wichtigsten Städte der Region sind Jhansi, Datia, Lalitpur, Sagar, Damoh, Orai, Panna, Mahoba, Banda, Narsinghpur und Chhatarpur. Die Großstädte Gwalior, Jabalpur und Bhopal sind kulturell stark von der Region Bundelkhand beeinflusst, was sich insbesondere im Sprachgebrauch zeigt. Große Teile der der Region liegen in Höhen von ca. 200 bis 300 m ü. d. M.; das den Süden der Region durchziehende Vindhyagebirge erreicht Maximalhöhen von ca. 600 m.

Kaimur Range:

Das Kaimur-Gebirge bildet den östlichen Teil des Vindhya-Gebirges und ist über 483 km lang. Das Gebirge steigt nie mehr als ein paar hundert Meter von der umliegenden Landschaft auf. Die Breite des Gebirges beträgt 80 km.

Malwa:

Malwa ist eine Region im westlichen zentralen Nordindien und nimmt dort ein Plateau vulkanischen Ursprungs im westlichen Teil des Bundesstaates Madhya Pradesh ein. Diese Region war von der Zeit des indischen Malawa-Stammes bis zum Zusammenschluss der Britischen Malwa-Agentur in Madhya Bharat (1947) eine selbständige politische Einheit. Trotz Grenzverschiebungen im Laufe der Geschichte hat sich in ihr eine eigene spezifische Kultur und Sprache entwickelt. Das Plateau, das einen großen Teil der Region einnimmt, wird nach der Region Malwa-Plateaugenannt. Seine mittlere Höhe beträgt 500 Meter und die Landschaft fällt generell zum Norden hin ab. Der größte Teil der Region wird vom Chambalund seinen Nebenflüssen entwässert, der westliche Teil vom Oberlauf des Mahi. Zu Zeiten von Malwas Selbständigkeit war Ujjain die politische, wirtschaftliche und kulturelle Hauptstadt der Region, heute bildet Indore als größte Stadt das wirtschaftliche Zentrum.

Narmada-Tal:

Das Narmada-Tal stellt eine Ebene dar, die sich im Südwesten von Madhya Pradesh liegt. Durch dem Tal fließt der Fluss Narmada.

Satpuragebirge:

Es beginnt im Westen östlich der Stadt Bharuchim Osten des Bundesstaats Gujarat, verläuft an der Grenze zwischen Maharashtra und Madhya Pradesh entlang in den Norden von Chhattisgarh. Das Satpuragebirge verläuft parallel zum Vindhyagebirge, von dem es durch den Fluss Narmada getrennt ist. Im Süden wird es durch die Tapti begrenzt, im Osten durch das Hochland von Chota Nagpur. Zum Satpuragebirge gehören auch die Gawilgarh Hills, die Mahadeo Hills und die Maikala-Kette im Osten. Es begrenzt das Hochland von Dekkan nach Norden hin. Früher war das Satpuragebirge dicht bewaldet, heutzutage sind größere Bereiche jedoch gerodet. Nur einige Waldstandorte haben überlebt und beherbergen Tiger (Panthera tigris tigris), Gaure (Bos gaurus), Rothunde (Cuon alpinus), Kragenbären (Melursus ursinus), Vierhornantilopen (Tetracerus quadricornis) und Hirschziegenantilopen (Antilope cervicapra). Der Osten erhält durch den Monsun stärkere Niederschläge und ist ebenso wie die Ostghats mit laubwerfenden Feuchtwäldern bedeckt, deren Kennart der Salbaum (Shorea robusta) ist. In Richtung Westen wird die Dürrezeit immer ausgedehnter, und der Teakbaum (Tectona grandis) mischt sich mehr und mehr in die Vegetation, man spricht von laubabwerfenden Trockenwäldern.

Vindhyagebirge:

Das Vindhyagebirge (engl.: Vindhya Range) ist ein bis zu 850 hoher Gebirgszug in Zentralindien. In der langen indischen Geschichte bezeichnete der Begriff „Vindhya“ alle mittleren Gebirgszüge nördlich des Dekkan-Plateaus und südlich des Ganges – heute hat sich eine andere geografische Eingrenzung durchgesetzt, die den östlichsten Teil, d. h. die Gegend um Amarkantak, einer eigenen Gebirgsregion (Maikal-Range) zurechnet. Der indische Bundesstaat Madhya Pradesh ist in hohem Maße vom Vindhyagebirge geprägt.

Wainganga-Tal:

Der Fluss Wainganga bildet im Osten von Madhya Pradesh ein Tal. An diesem Fluss stößt Mogwli auf die Wolfsfamilie, die ihm aufnehmen und großziehen. Der Fluss ist neben den Monsunwald von Seoni die Schlüssellandschaft des Dschungelbuchs.


Flüsse:

Narmada:

Die Narmada oder Nerbudda ist einer der heiligen Flüsse Indiens. Sie fließt von Zentralindien südlich des Vindhyagebirges in westlicher Richtung und mündet in das Arabische Meer. Ihre Länge beträgt ca. 1312 km. Die Narmada entspringt im Osten des Bundesstaates Madhya Pradesh beim Ort Amarkantak. Sie windet sich auf den ersten 320 km ihres Laufes zwischen den Hügeln des Mandla-Hochlandes, die den Beginn des Satpuragebirges bilden. Bei Jabalpur wird der Flusslauf durch Marmorfelsen (Bhedaghat) eingekeilt, anschließend fließt sie durch das vom Vindhya- und Satpuragebirge gebildete Tal in südwestliche Richtung. Die etwa 20 km lange Trichtermündung liegt nördlich von Suratim Golf von Khambhat am Arabischen Meer.


Klima:

In Madhya Pradesh herrscht ein subtropisches Klima. Das Wetter ist typisch für das nördliche Indien. Im Bundesstaat herrschen sehr heiße Sommer von April bis Juni. Der Monsun folgt darauf.

Die ergiebigen Regenfälle überfluten das Land zwischen Juli und September. Die Winter sind faltig trocken und mild. Der durchschnittliche Regenfall liegt bei 1371 mm. Die südöstlichen Distrikte verzeichnen die heftigsten Regenfälle. Hier liegt der Durchschnitt bei mehr als 2150 mm, während die westlichen und nordwestlichen Regionen einen Durchschnitt von 1000 mm aufweisen.

Klimatabellen:


Natur:

Die Naturschutzgebiete bzw. Nationalparks Kanha, Bandhavgarh, Pench, Panna und Satpura sind auch gleichzeitig Tigerreservate, um die seltenen Königstiger zu schützen. Das National Chambal Sanctuary ist auch der Schutz von Gavialen, Sumpfkrokodilen, Flussdelphinen und Indischen Fischottern wichtig. Auch dienen die Nationalparks zum Schutz für viele Schildkrötenarten. Die Barasingha-Hirsche ist das „State-Animal“ und der Paradiesschnäpper der „State Bird“ von Madhya Pradesh.


Kulturelle Zentren:

Das Gebiet von Madhya Pradesh ist ein Kernland indischer Kultur und deshalb überaus reich an kulturellen Hinterlassenschaften: Die prähistorischen Felsmalereien von Bhimbetka gehören ebenso dazu wie die buddhistischen Stupas von Sanchi und Bharhut, die hinduistische Heliodoros-Säule, die Tempelhöhlen von Udayagiri bei Vidisha und die freistehenden Gupta-Tempel von Tigawa, Nachna, Eran und Bhumara. Nur wenig später entstanden die bereits entwickelteren Tempel von Amrol, Naresar, Gyaraspur und Bhojpur. Weitaus bekannter ist der von der UNESCO als Weltkulturerbeanerkannte Tempelbezirk von Khajuraho, aber auch die Forts und Paläste von Gwalior und Orchhasind in diesem Zusammenhang zu nennen. Außergewöhnlich sind die beiden Chausath-Yogini-Tempel von Khajuraho und Bhedaghat. Mehrere Museen (z. B. in Bhopal, Indore, Gwalior und Jabalpur) bewahren Skulpturen und andere Zeugnisse aus der Blütezeit des indischen Mittelalters auf.

Bhojpur:

Bhojpur ist ein kleines Dorf mit etwa 1100 Einwohnern (Zensus 2011) im Zentrum des indischen Bundesstaates Madhya Pradesh. Einst war es eine nicht unbedeutende Tempelstätte auf einer felsigen Anhöhe über einem mittelalterlichen Stausee.

Bhojeshvara-Tempel:

Das bedeutendste Relikt aus der Zeit König Bhojas ist der blockhaft wirkende und unvollendet gebliebene Bhojeshvara-Tempel, der dem Hindu-Gott Shiva geweiht ist. Der Tempel unterscheidet sich von den meisten früheren oder gleichzeitigen Tempelbauten in Madhya-Pradesh (z. B. in Khajuraho oder Gyaraspur) und Rajasthan (z. B. in Ossian) durch seinen völlig ungewöhnlichen quadratischen Grundriss von etwa 15 m Seitenlänge und durch das nahezu vollständige Fehlen von figürlichem oder dekorativem Bauschmuck; darüber hinaus ist kein Ansatz eines Shikhara-Turms erkennbar. Die rötlichen Steine der Außenwände sind größtenteils glatt behauen – eine weitere Verkleidung oder Gliederung war wohl nicht geplant. Einige Forscher sind allerdings der Ansicht, dass das heute existierende Bauwerk nur als die Cella (garbhagriha) eines viel größer konzipierten Tempelbaus anzusehen ist. Die mehrfach abgestuften Pfeiler zu beiden Seiten des riesigen Portalgewändes sind im unteren Bereich mit den beiden Göttinnen Ganga und Yamuna und weiteren männlichen und weiblichen Wächterfiguren mit elegantem Hüftschwung geschmückt; darüber befinden sich an langen Ketten hängende Glöckchen. Die Cella schließt oben in der Mitte ab mit einer – auf reich verzierten Pfeilern ruhenden – unvollendeten Kragkuppelkonstruktion. Inmitten der Cella und diese beinahe ausfüllend erhebt sich ein etwa 5,50 m hoher Shiva-Lingam mit ebenso breiter Yoni-Schale, der aus einem einzigen Felsblock herausgearbeitet wurde und der größte ganz Indiens ist. Bei den mehrmals täglich stattfinden Waschungszeremonien kann der glattpolierte Stein von den Brahmanen nur mit Hilfe von Leitern ‚erklettert‘ werden. Auf dem felsigen Gelände vor dem Tempel stehen zwei in späterer Zeit errichtete kleine Pavillonschreine mit Kuppeldächern, in denen sich Nandi-Bullen befinden.

Parvati-Schrein:

Unterhalb einer Felsklippe etwa 1 km vom Tempel entfernt befindet sich der sogenannte Parvati-Schrein, der Shivas Gemahlin geweiht ist und vor allem von Frauen mit diversen Anliegen aufgesucht wird, die hier im Rahmen einer persönlichen oder gemeinschaftlichen Puja-Zeremonie ihre Verehrung kundtun. Auch hier finden sich etliche ältere Steinrelikte, die darauf hinweisen könnten, dass die Stelle bereits in mittelalterlicher Zeit besucht und verehrt wurde.

Jain-Tempel:

Ein ebenfalls unvollendeter Jain-Tempel befindet sich in der Nähe des heutigen Dorfes. Er ist dem 16. Tirthankara Shantinata geweiht, dessen etwa 5,50 m hohe Statue von zwei kleineren Tirthankara-Figuren (Parshvanata und Suparashvanata) und von noch kleineren Dienern begleitet wird. Zu beiden Seiten der Hauptfigur befinden sich Treppenaufgänge mit abschließenden Podesten, von wo aus die Statuen im Rahmen von feierlichen Zeremonien mit gefärbtem Wasser, (Kokos-)Milch etc. übergossen werden können. An einer Mauer im Außenbereich sind einige Figuren und Dekorfragmente ausgestellt.

Stupas: 

Auf einer Anhöhe im ca. 5 km westlich gelegenen Dorf Murelkhurd (bei Pipalia) befinden sich mehrere buddhistische Stupas aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.

Bhopal:

Bhopal, ‚Stadt der Seen‘ genannt, ist die Hauptstadt des Bundesstaates Madhya Pradesh in Indien mit 1,8 Millionen Einwohnern (Volkszählung 2011). Sie liegt am östlichen Ufer eines 361 Quadratkilometer großen künstlichen Sees namens Upper Lake auf dem Vindhya-Plateau. Sie ist Industriestadt (chemischeIndustrie, Baumwoll- und Edelsteinverarbeitung), Kulturzentrum mit Universität, Musikakademie, Theater, Kinos und Museen, außerdem Verkehrsknoten (Straße, Eisenbahn, Flughafen). Die Katastrophe von Bhopal 1984 gilt als die schwerste Chemiekatastrophe der Geschichte. Sehenswert ist die im Altstadtviertel aufragende Freitagsmoschee. Die Moschee mit ihren roten Sandsteinmauern und gedrungenen Minaretten wurde im Jahre 1837 auf Veranlassung von Qudsia Begum (1801–1881), des ersten weiblichen Herrschers von Bhopal, erbaut. Im Osten der Stadt steht die Moti Masjid, eine 1860 von Qudsias Tochter Sikander Begum (1818–1858) errichtete Perlen-Moschee. Bemerkenswert sind ihre schlanken Minarette mit goldenen Spitzen und Sandsteinkuppeln. Das eindrucksvollste Bauwerk der Stadt ist die Darul Uloom Tajul Masjid. Dieses zu den größten Moscheen Indiens zählende Bauwerk mit seinen kolossalen pinkfarbenen Minaretten, die hoch über das Stadtbild hinausragen, trägt nicht zu Unrecht den Beinamen Mutter aller Moscheen. Unbedingt sehenswert ist das an der Ostküste des Sees auf einem Hügel gelegene Adivasi-Zentrum, das in natürlicher Umgebung das Leben der indischen Stämme zeigt, ohne dabei wie ein menschlicher Zoo zu wirken. Angeschlossen ist ein Museum.

Gwalior:

Gwalior ist eine Millionenstadt im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Sie ist die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts. Der ca. 150 m hohe markante Burgberg über der Ebene dürfte bereits in früheren Zeiten Menschen als Zufluchtsort gedient haben. Im Mahabharata wird ein Ort namens Gopalkaksh erwähnt, der von einigen Forschern mit Gopadri oder Gopagiri identifiziert werden – beides sind alte Namen von Gwalior. Im 5. Jahrhundert nahm Suraj Sen, ein Rajputenfürst vom Stamm der Kachwahas, den Burgberg ein, der in der Folgezeit noch mehrfach den Besitzer wechselte. Im Jahr 1021 eroberten die Truppen Mahmud von Ghaznis den Burgberg und die zu seinen Füßen befindliche Ansiedlung; im Jahr 1231 wurden Stadt und Fort vom Sultan Iltutmish eingenommen. Mit zunehmender Schwäche des Sultanats von Delhi gewannen regionale Hindufürsten vom Stamm der Tomar, darunter auch Man Singh (reg. 1486–1516) die Oberhand, doch wurde er nach jahrelang andauerndem Konflikt durch die in Delhi residierende Lodi-Dynastie besiegt, die sich jedoch ihrerseits wenige Jahre später (1526) den Mogulnunter Babur beugen musste. Nach dem Tod des letzten bedeutenden Großmoguln Aurangzeb (1707) zerfiel das riesige Mogulreich – mehrere Provinzen machten sich unabhängig und von außen mischten sich neue Mächte (Jats, Marathen, Briten) ein. Um 1725 gründete ein Marathengeneral die Scindia-Dynastie und den Fürstenstaat Gwalior, der auch unter britischer Oberherrschaft weiter existierte. Die Briten sorgten für stabile Verhältnisse, doch im Jahr 1857 geriet beim Sepoy-Aufstand alles ins Wanken und musste mit enormem Militäreinsatz bekämpft werden – Gwalior war ein Zentrum der aufständischen Soldaten. Im Jahr 1948 wurde der Fürstenstaat Gwalior in die Indische Unioneingegliedert; 1956 entstand der Bundesstaat Madhya Pradesh.

Mandsaur:

Der über die Region hinaus bekannte, dem Gott Shiva als „Herrn allen Lebens“ geweihte Pashupatinath-Tempel steht am Ufer des Shivna. Während der größte Teil des Tempels neueren Datums ist, besteht über die zeitliche Einordnung des Kultbilds, eines über 2 m hohen 8-köpfigen Shiva-Lingams, Unklarheit – die Datierungen reichen vom 6. bis ins 12. Jahrhundert. Der Nalcha-Mata-Temple ist ebenfalls ein über Mandsaur hinaus bekanntes Heiligtum. An Festtagen werden hier zu Ehren der Göttin ältere Riten wie der Feuerlauf praktiziert. Ca. 4 km nördlich, beim Dorf Sondani befindet sich eine Siegessäule mit einer Inschrift aus dem Jahr 528, die an einen Sieg des Königs Yasodharman über die Hephtaliten oder Hunaserinnert. Unmittelbar daneben stehen zwei Stelen mit figürlichen Reliefs. Ca. 140 km nordöstlich von Mandsaur, d. h. ca. 25 km nördlich von Bhanpura, befinden sich in einer dichten Waldlandschaft die Ruinen des Hinglajgarh-Forts sowie prähistorische Felsmalereien.

Orchha:

Orchha auch Orachha ist ein Ort mit ca. 12.500 Einwohnern im Distrikt Tikamgarh des indischen Bundesstaates Madhya Pradesh. Orchha war von 1531 bis 1950 Hauptstadt des gleichnamigen Fürstenstaats. Touristisch ist die eher ruhige Kleinstadt besonders wegen ihrer Paläste und Tempel aus dem 16. und 17. Jahrhundert attraktiv. Besondere Sehenswürdigkeiten:

  • Bedeutendstes Bauwerk ist der vielräumige, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaute Fürstenpalast (Raja Mahal). Teile der Wände und Decken der Repräsentationsräume sind mit Malereien bedeckt, die zumeist Kriegs- und Jagdszenen sowie religiöse Themen zeigen.
  • Im 17. Jahrhundert wurde der Palast anlässlich eines Besuchs des Mogulherrschers Jahangir um einen repräsentativen Anbau (Jahangiri Mahal) erweitert.
  • Der Chaturbuj-Tempel ist Rama (7. Inkarnation Vishnus) geweiht, der in architektonischer Hinsicht ungewöhnliche Hindu-Tempel entstand in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts anstelle eines Vorgängerbaus.
  • Der palastähnliche Raja Ram Mandir ist der Hindugottheit Rama geweiht und entstand ebenfalls im ausgehenden 16. Jahrhundert.
  • Beinahe idyllisch am felsigen Flussufer der Betwa liegen die weitgehend gleich gestalteten Memorialbauten (chhatris) über den Verbrennungsplätzen der Rajas von Orchha.

Tempel in Madhya Pradesh:

  • Lakshmana-Tempel
  • Kandariya-Mahadeva-Tempel
  • Devi Jagadamba Temple Khajuraho
  • Ram Raja Mandir
  • Shri Omkareshwar Jyotirling Tempel
  • Chaturbhuj Temple
  • Ghantai-Tempel
  • Shree Pashupatinath Mandir
  • Mahakaleshwar Jyotirlinga
  • Vamana-Tempel
  • Kakanmath-Tempel
  • Dulhadeo-Tempel
  • Ratan Garh Mata Tempel
  • Digamber Muktagiri Jain Tempel
  • Bateshwar-Tempel
  • Khajrana Mandir
  • Bijasan Mata Mandir
  • Javari-Tempel
  • Adinath-Tempel
  • Annapurna-Tempel
  • Bhojeshvara-Tempel

Nationalparks von Madhya Pradesh:

Der Bundesstaat beherbergt insgesamt neun Nationalparks:

  1. Bandhavgarh National Park
  2. Kanha National Park
  3.  Satpura National Park
  4. Sanjay National Park
  5. Madhav National Park
  6. Van Vihar National Park
  7. Mandla Plant Fossils National Park
  8. Panna National Park
  9. Pench National Park

Bandhavgarh National Park :

Der Bandhavgarh-Nationalpark ist ein Nationalpark in Madhya Pradesh in Indien. Er umfasst eine Fläche von etwa 480 Quadratkilometern und liegt etwa 300 km südlich von Khajuraho in den Vindhya-Bergen. Der Park gilt als einer der verlässlichsten Orte, um wildlebende Tiger zu beobachten.

Kanha Nationalpark:

Der Kanha-Nationalpark liegt 164 km von Jabalpur entfernt im Bundesstaat Madhya Pradesh und ist einer der bekanntesten Nationalparks Indiens. Er wurde im jahr 1955 gegründet und erstreckt sich über eine Fläche von 940 Quadratkilometern in den beiden Distrikten Mandla und Balaghat. Zusammen mit der ihn umgebenden 1009 km² umfassenden Pufferzone und dem 110 km² großen Phen-Schutzgebiet bildet er das Kanha-Tigerreservat.


Naturwunder:

Bhojtal:

Bhojtal ist ein großer See, der westlich von Bhopal liegt. Legenden zufolge soll der See von Paramara Raja Bhoj geschaffen. Der König wurde auch als Gründer der Stadt Bhopal angesehen, als Maßnahme für den Schutz der östlichen Grenze seines Königreichs.

Dhuandhar-Wasserfälle:

Die Wasserfälle befinden sich bei Bhedaghat. Der Fluss Narmada fällt 30 m tief hinab. Der Narmada schlängelt sich durch eine Marmorschlucht (Marble Rocks), die sich zum Wasserfall hin verengen. Die Wasserfälle bilden eine hohe Gischt und machen einen gewaltigen Lärm.

Jabalpur’s Balancing Rock:

Die faszinierende geologische Formation liegt in der Nähe von Jabalpur. Die Formation besteht aus einem Felsen, der einen Felsbrocken balanciert. Es wird angenommen, dass die Felsformation eine vulkanische Gesteinsformation ist.

Jatashankar-Höhle:

Die Höhle liegt nahe der Stadt Panchmarhi. Im inneren der Höhle findet man unterirdische Schluchten vor. Der Mythologie nach kommt die Gottheit Shiva vom Mahadeo-Gebirge in das Höhlensystem, um den Dämon Bhasamsur zu entkommen.

Marble Rocks:

Die Marble Rocks (Marmorschlucht) ist eine Schlucht des Narmada River im Zentrum Indiens in der Nähe von Jabalpur. Der Fluss hat sich tief in das Marmorgestein hineingegraben. Die Schlucht hat eine Länge von 8 km. Sie ist eine populäre Sehenswürdigkeit.

Monsunwald bei Seoni:

Seoni liegt im südöstlichen Teil des Bundesstaat Madhya Pradesh. In der Umgebung der Stadt befindet sich ein Monsunwald. Hier ist der Schauplatz für das berühmte „Dschungelbuch“ (engl. Jungle Book) von Rudyard Kipling. Klar ist, dass der Wald vor 130 Jahren noch üppiger und unberührter war. Der Wald ist kein Regenwald, aber trotzdem wohnen hier Axishirsche und zumal kommen auch Tiger vor.

Pachmari:

In einer Höhe von 1100 m liegt der hügelige Landschaftspunkt von Pachmarhi. Er war besonders begehrt bei Königin Satpura, da der Ort herrlich gelegen ist und ist umgeben mit Natur und Geschichte inmitten der Satpura-Kette. Legenden zufolge hatten die Pandava-Brüder Pachmarhi während ihrer Verbannungszeit in den fünf Pandav-Höhlen gelebt.

Pandav-Höhlen:

Panchmarhi ist die einzige Bergstation im Bundesstaat Madhya Pradesh. Die Station hat den Namen von fünf alten Höhlen zu verdanken. Nach hinduistischer Mythologie wurden die Höhlen von den Pandava-Bründern und ihrer Frau Draupadi während des 12-jährigen Exils benutzt. Die Höhlen befinden sich in einem niedrigen Sandsteinhügel und sind von gepflegten Wiesen umgeben. Die Fundamente einer alten buddhistischen Stupa aus Ziegelsteinen wurden in der Nähe der Höhle ausgegraben. Man kann auch auf den Gipfel des Felsens steigen. Von dort hat man einen spektakulären Blick auf die umliegende Landschaften.

Wasserfälle bei Panchmarhi:

Der Ort Panchmarhi ist umgeben von zahlreichen Wasserfällen. Während des Monsuns verwandeln sich die trockenen Felsschluchten in Wasserfälle. Die Bee Falls, auch bekannt unter Jamuna Pratap, sind die bekanntesten und beliebtesten Wasserfälle. Die Jamuna Pratap werden aus verschiedenen Bächen gebildet und stürzen 35 m in die Tiefe. Der Wasserfall versorgt Panchmarhi mit Trinkwasser. Die bekannten Wasserfälle haben den Namen von dem bienenartigen Klang, der durch die Akustik in der Schlucht entsteht. Besucher müssen 250 Stufen hinabsteigen, um den Wasserfall zu erreichen.


Barasingha-Hirsche sind das „State-Animal“ von Madhya Pradesh