Westbengalen

Westbengalen ist ein indischer Bundesstaat mit einer Fläche von 88.752 km² und 91 Millionen Einwohnern (Volkszählung 2011). Die Hauptstadt Westbengalens ist Kolkata (Kalkutta) im Süden des Bundesstaates. Die vorherrschende Sprache des Bundesstaates ist Bengalisch.


Fläche: 88.752 km²

Einwohner: 91 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Kolkata (Kalkutta) – ca. 4,5 Mio. Einwohner

Sprachen: Bengalisch


Geographie:

Grenzen:

Westbengalen grenzt an die Bundesstaaten Odisha (Südwesten), Jharkhand (Westen), Bihar (Nordwesten), Sikkim (Norden) und Assam(Nordosten), sowie im Nordwesten an Nepal, im Nordosten an Bhutan, im Osten an Bangladesch und im Süden an den Golf von Bengalen.

Indo-Ganges Ebene:

Die Oberflächenform in Westbengalen wird von der Indo-Ganges Ebene dominiert, mit Höhen zwischen 0 und 150 m.

Peninsular Plateau:

Im Südwesten befinden sich die Randgebiete der Peninsular Plateaus mit Höhen zwischen 150 und 300 m.

Gebirgsmassive des Vorderen Himalaya:

Nördlich der Ebene befindet sich hingegen das Gebirgsmassiv des vorderen Himalaya, welches an der Grenze zu Sikkim sich bereits über 3000 m erstreckt.

Siwaliks:

Südlich davon befindet sich eine Hauptrandstörung, gefolgt von der vordersten Gebirgskette des Himalaya, den Siwaliks.

Bharbar:

Am Fuße dieser Gebirgskette liegt das Bharbar, gebildet durch die Erosion der Siwaliks und der Terai, spezielle Sumpfgebiete, die ganzjährig Wasser führen.

Sundarbans:

Die Sundarbans sind die größte Mangrovenwälder der Erde. Der Wald bildet das Mündungsgebiet des Brahmaputra und des Ganges. Die Wälder gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe.


Klima:

Klimazonen:

Westbengalen unterliegt aufgrund des Monsuns größtenteils einem warmtropischen Sommerregenklima, teils semihumid, teils semiarid, mit Ausnahme der nördlichsten Distrikte, die im Einfluss eines subtropischen, kontinentalen Klimas stehen.

Niederschlag:

Der Jahresniederschlag liegt unter 2000 mm.

Durchschnittstemperaturen:

  • Januar: 17–21 °C je nach Region
  • April: 27–30 °C

Klimawandel:

Mögliche Auswirkungen der Globalen Erwärmung: Für das flachliegende Westbengalen wird die globale Erwärmung voraussichtlich folgenschwere Bedeutung erlangen. Bereits heute hat das Land in der Zeit des Sommermonsuns mit Überschwemmungen zu kämpfen; ein Anstieg des Meeresspiegels von nur wenigen Metern hätte bei dem extrem flachen Relief katastrophale Flächenverluste zur Folge.

Kalkutta:

Purulia:


Natur:

Flora:

Die potentielle Baumvegetation besteht größtenteils aus laubabwerfenden Feuchtwäldern mit dichtem Bodenbewuchs. Im Vorderen Himalaya trifft man auf hohe Kastanien und Eichen, auf subtropische Berg- und Kiefernwälder sowie auch feuchte Mischwälder, aber auch auf Koniferen, die eigentlich in Sibirien heimisch sind. An der Küste befinden sich ausgedehnte Mangrovenwälder.

Fauna:

In Küstennähe befinden sich Mangrovenwälder, die als wichtige Brutstätten für Fische fungieren. Die Mangroven sind auch das Rückzugsgebiet des vom Aussterben bedrohten bengalischen Tigers.

Naturschutzgebiete:

Ungefähr 3% der Fläche des Bundesstaates Westbengalen bestehen aus Naturschutzgebieten. Insgesamt gibt es fünfzehn unterschiedliche Schutzgebiete und fünf Nationalparks:

  • Sundarbans National Park
  • Buxe Tiger Reserve
  • Gorumara National Park
  • Neora Valley National Park
  • Singalila National Park

Darjeeling-Himalaya-Hügel:

Die Hügelregion liegt im nordwestlichen Teil Westbengalens. Diese Region liegt entlang des östlichen Himalayas. Der gesamte Darjeeling-Distrikt, das Siliguri und ein kleiner Teil des Jalpaiguri-Distrikt bilden die Hügellandschaft. Die Hügelregion erhebt sich abrupt von der Terai ab. Die tiefe Schlucht des Teesta River teilt die bergige Region in zwei Teile. Die Singalila-Bergektte ist lokalisiert entlang der Grenze zu Darjeeling und Nepal. Hier liegen vier wichtige Gipfel: Sandakfu, Falut, Sabargam und Tonglu. Der 3636 m hohe Sandakfu ist der höchste Berg des Bundesstaats. Der Sandakfu und der Phalut sind die einzigen zwei Plätze im Bundesstaat von wo man den Mount Everest erblicken kann. Zwei weitere Berge sind der Tiger Hill und Ghoom, diese beiden Gipfel liegen nahe der Stadt Darjeeling. Vom Tiger Hill aus ziehen sich verschiedene Bergketten in alle möglichen Richtungen entlang. Der Berg Durpindara ist auch ein wichtiger Berg im östlichen Teil der Darjeeling-Himalaya-Hügelregion. Einige Hügel liegen auch am Fuße des Himalayas in Terai und Dooars. Die Siwaliks-Hügel im Jalpaiguri-Distrikt wird auch Buxa-Jayanti Hills genannt.


Terai:

Die Landschaft wird hauptsächlich durch Grasländer, Savannen und Wäldern bedeckt. Die Wälder ziehen sich weit ins Himalaya hinein. Terai bedeutet „feuchtes Land“ und erstreckt sich vom Himalaya ca. 38 km nach Süden. Über den Terai liegt das Bhabar, ein waldreiches, schroffes und erodiertes Teilgebirge des Himalayas. Der Boden besteht aus Kalk- und Sandschichten. Der Boden fördert das Stauen von Wasser an der Erdoberfläche, somit findet man hier viele Sumpfländer und Feuchtgebiete. Zudem treten viele Flüsse während des Monsuns über das Ufer. Das Terai-Duar ist eine spezielle Ökoregion aus Savannen und Grasländern, das sich im Zentrum des Terri-Gürtel befindet. Das Terai-Duar-Sumpfland ist ein Mosaik aus Langgras-Grasländer, Savannen und immergrünen Wäldern. Politisch gehört die Terri-Region zu folgenden Distrikten: Darjeeling, Jalpaiguri, Alipurduar und Cooch Behar. Der Anstieg des Landes ist sanft und findet von Nord nach Süd statt. Die generelle Höhe liegt zwischen 80 und 100 m. Die ganze Region besteht aus Sand, Kies und Kieselsteine, aufgrund der Flüsse aus dem Himalaya, wie der Teesta, Torsa, Raidak, Jaldhaka und Sankosh. Die Flüsse tragen die Gesteinsablagerungen vom Himalaya in die Region ab. Der Fluss Teesta teilt die Terai-Region in zwei Hälften. Der westliche Teil ist bekannt unter den Namen Terai und der Osten wird Dooars oder Duars genannt. Die Dooars-Region wird wiederum in drei Teilgebieten unterteilt: dem Siliguri oder westlicher Dooars, den Jalpaiguri Dooars oder mittlerer Dooars, Alipur Dooars oder östlicher Dooars.


Nordbengalische Ebene:

Die Terai-Region geht im Süden in den Nordbengalische Ebene über und liegt am westliche Ufer des Ganges. Die südlichen Teile der Distrikte Jalpaiguri und North Dinjapur, sowie die äußerst nördlichen Teile der Distrikte South Dinajpur, Malda, Alipurduar und der südliche Part von Cooch Behar gehören zur Ebene. Der kleine Landstrich im North Dinajpur-Distrikt wird auch der Mahananda-Korridor genannt. Der Korridor verläuft nach Norden und trifft auf Malda mit den Ebenen von Jalpaiguri, Alipurduar und Cooch Beahr. Der gesamte Teil der Ebene von North und South Dinajpur wird als Schwemmlandebene klassifiziert. Der Mahananda River teilt den Distrikt Malda in zwei Regionen. Der östliche Teil besteht aus hügeligen Ebenen und  altem Schwemmland, zu dem ist er Teil des Ganges-Deltas. Der Part ist auch bekannt unter den Namen Barind oder Barendrabhumi. Im Kontrast zum östlichen Part, ist der westliche Teil durch jüngere Schwemmebenen geprägt. Auch liegt hier der Zusammenfluss der beiden Flüsse Kalindi und Mahananda. Das Gebiet von Malda der nördlich des Kalindi liegt wird auch „tal“ genannt. Das „tal“ ist ein Tiefland, das aus Sümpfen und kleinen Tümpeln besteht. Die Region südlich des Kalinid ist sehr fruchtbar und ist bekannt unter den Namen „diara“.


Rarh:

Rarh ist die Region zwischen Vajjabhumi und dem Ganges Delta. Politisch gehört die Region zu den Distrikts: Murshidabad, Birbhum, Bankura, Purba Bardhaman, Paschim Bardhaman, Purba Medinipur und Paschim Medinipur. Die Region liegt zwischen 50 und 100 m über den Meeresspiegel. Es wird angenommen, dass diese Region aus dem Boden des Deccan Plateaus entstanden ist. Das Gebiet wird durch den Schlamm gebildet der von den Nebenflüssen Bhagirathi, Mayurakshi, Ajay, Damodar und Rupnarayan mitgebracht wird. Die Flüsse die über die westliche Hochebene Laterit-Boden mit sich transportieren, färben den Boden rot. Die Landneigung ist von Westen nach Südosten und die Bildung von natürlichen Deichen entlang der Flussufer ist ein häufiges Phänomen.


Küstenebene:

Eine kleine Küstenregion liegt im äußersten Süden des Staates. Ein Teil des Bezirks Purba Medinipur entlang der Bucht von Bengalen bildet die Küstenebene. Diese aufstrebende Küstenebene besteht aus Sand und Schlamm, der von Flüssen und vom Wind abgelagert wird und wurde. Parallel zur Küste liegen Sanddünen und Sumpfgebieten. Die Digha-Düne liegt am nächsten zur Bucht von Bengalen, während die Kanthi-Düne am weitesten von ihr entfernt ist. In einigen Gebieten treten Dünen in einer Entfernung von 15-16 km von der Küste auf und sind 11-12 m hoch.


Sundarbans:

Die Sundarbans sind die größten Mangrovenwälder der Erde. Sie umfassen ein Gebiet von etwa 10.000 km². Davon liegen etwa 6.000 km² in Bangladesch und 4.000 km² im indischen Bundesstaat Westbengalen.


Westliches Plateau und Hochländer:

Das westliche Plateau und Hochland bildet den östlichen Rand des Chota Nagpur Plateaus und besteht aus magmatischen Gesteinen der archaischen Ära sowie kohleführenden Tonsteinen und Quarzitgesteinen aus der Karbonzeit. Der westliche Teil von Purulia, Bankura, Birbhum, Bardhaman und Paschim Medinipur bildet dieses Gebiet. Wegen der langen und andauernden Erosion wurde die gesamte Region in eine hügelige Peneplain umgewandelt. Dieses Gebiet wird von kleinen Monadnocks, die als Tila bekannt sind, durchsetzt. Einige der wichtigsten Hügel in der Region gehören Ajodhya Hills (677 m), Panchet (643 m) und Baghmundi von Purulia, Biharinath (452 m) und Susunia (442 m) von Bankura. Das Gebiet hat eine Neigung von Westen nach Osten. Die Höhe in dem Gebiet reicht von 500 bis 100 m. Gorgaburu in den Ayodhya Hills (677 m) ist der höchste Punkt in der Region.


Gangesdelta:

Das Gangesdelta (auch Ganges-Brahmaputra-Delta oder Bengal-Delta genannt) ist das weltweit größte Flussdelta und liegt in der südasiatischen Region Bengalen. Sein Einzugsgebiet erstreckt sich über Indien, die Volksrepublik China, Bhutan, Nepal, Myanmar (Birma) und Bangladesch.


Kalkutta:

Mit der Gründung eines Stützpunktes der Britischen Ostindien-Kompanie im Jahr 1690 wurde Kalkutta zu einem der Zentren des Britischen Empires in Indien. Bis 1911 war Kalkutta die Hauptstadt Britisch-Indiens. Heute ist Kalkutta Industriestadt, Verkehrsknoten und Kulturzentrum mit Universitäten, Theatern, Kinos, Museen und Galerien. Der Kalighat-Tempel zu Ehren der Göttin Kali (hier Kalika genannt) macht die Stadt zu einem der bedeutendsten hinduistischen Wallfahrtsorte. Kalkutta, offiziell Kolkata, ist die Hauptstadt des Bundesstaates Westbengalen in Indien. Mit 4,5 Millionen Einwohnern ist Kalkutta die siebtgrößte Stadt Indiens, und mit 14,1 Millionen Einwohnern in der Agglomeration (jeweils Volkszählung 2011) der drittgrößte Ballungsraum des Landes.

Geographie:

Kalkutta liegt im Bundesstaat Westbengalen am Fluss Hugli, einem Mündungsarm im westlichen Gangesdelta, durchschnittlich sechs Meter über dem Meeresspiegel. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 187,33 Quadratkilometern. Das Kolkata Metropolitan Area (KMA) erstreckt sich über 1.854 Quadratkilometer. Neben den Millionenstädten Kalkutta und Haora sowie der Großstadt Chandannagar gehören zur Region weitere 38 Gemeinden und 72 Städte.

Sehenswürdigkeiten:

Kalkutta ist das Zentrum der indischen Intellektuellen und der künstlerischen Avantgarde. Der Nobelpreisträger für Literatur des Jahres 1913 Rabindranath Thakur(1861–1941) wirkte hier, ebenso Mutter Teresa (1910–1997), die im Westen wohl berühmteste Bürgerin der Stadt. Sie erhielt 1979 für ihre Arbeit den Friedensnobelpreis. Auch der indische Physiker Satyendranath Bose hat hier gelebt. Die indische Nationalbibliothek, Museen und eine vitale Theater-, Musik- und Filmszene (Kolkata Film Festival) sind weitere Beispiele für den Stellenwert von Kunst und Kultur in der Stadt. Es gibt mehrere Universitäten, an denen intensiv geforscht wird. Viele farbenfrohe Feste und ein reges religiöses Leben sind für Kalkutta mit seinem bedeutenden Kali-Tempel Kalighat signifikant.