Mid-Atlantic States

Als Mittelatlantikstaaten (engl.: Mid-Atlantic States) wird eine Gruppe von Bundesstaaten im Nordosten der Vereinigten Staaten bezeichnet. Dazu zählen insbesondere New York, New Jersey und Pennsylvania. Viele Definitionen des Begriffs, etwa die des United States Census Bureau, beschränken sich auf diese drei Staaten; andere schließen auch Delaware, Maryland, Washington D.C., Virginia und West Virginia ein.


Geographie:

Delaware:

Die Mehrheit der Fläche Delawares liegt auf der atlantischen Küstenplatte. Der Staat grenzt im Norden an Pennsylvania. Die Ostgrenze zu New Jersey bilden der Fluss Delaware sowie der Atlantische Ozean; im Westen und Süden liegt der Staat Maryland. Die größte Stadt ist Wilmington und die Hauptstadt ist Dover. Einer der größten amerikanischen Luftwaffenstützpunkte, Dover Air Force Base, liegt in der Nähe von Dover.

Maryland:

Maryland liegt in der Mitte der Ostküste. Im Südwesten grenzt es an Virginia und Washington, D.C., im Westen an West Virginia, im Norden an Pennsylvania und im Nordosten an Delaware. An der tief ins Land schneidenden Chesapeake Bay liegen wichtige Häfen, wie Baltimore und Annapolis, wo sich die Marineakademie der USA befindet. Die Bucht war lange Zeit einer der ertragreichsten Fischgründe der Welt, doch Überfischungund Wasserverschmutzung ließen die legendären Austernbänke fast vollkommen verschwinden. In dem relativ kleinen Staat liegen die Extreme nahe beieinander: hier die Metropole Baltimore, dort die abgelegenen Hügel der Appalachen und an der Küste beschauliche Fischerdörfer. Überhaupt hat der Staat eine eigentümliche Form: Bei Hancock liegt die schmalste Stelle des Staates. Die Grenzen zu Pennsylvania im Norden und West-Virginia im Süden liegen hier weniger als drei Kilometer auseinander – damit ist dies die engste Stelle eines Bundesstaates der USA überhaupt.

New Jersey:

Der Staat grenzt im Norden und Nordosten an New York, wo teilweise der Hudson River eine natürliche Grenze bildet. Im Westen wird New Jersey vollständig durch den Delaware River von den Staaten Pennsylvania und Delaware getrennt. Im Süden, in der Delaware-Bucht, und im Osten hat New Jersey schließlich Anteile am Atlantik. Der Staat hat in etwa die Form von Kopf und Oberkörper eines Menschen, dessen Haupt leicht nach vorne gebeugt ist. Von diesem Bild ausgehend ist der Kopf, also der Norden des Landes, die Region mit den noch größeren Erhebungen in einem ansonsten flachen Land. Hier im Großen Appalachen-Tal (auch Kittatinny-Tal), das sich vom US-Staat Alabama bis zum Hudson River erstreckt, befindet sich an der Grenze zum Staat New York der High Point, New Jerseys höchster Berg, der mit 550 Metern die durchschnittliche Landeshöhe um mehr als das siebenfache übersteigt. Der Osten des Landes, das Einzugsgebiet des Hudson und der größten US-amerikanischen Millionenstadt New York City, ist dichtbesiedelt. Jener Ballungsraum westlich des Hudson umfasst mit Newark, Jersey City, Paterson und Elizabeth bereits alle vier Großstädte des Landes. Südlich davon beginnt die Atlantische Küstenebene, die auf einer Länge von mehr als 200 km mit ihren zahlreichen Seebädern ein beliebtes Urlaubsziel darstellt. Der Küstenstreifen ist insbesondere im nördlichen und dann wieder im südlichen Teil mit ihren zahlreichen sich aneinanderreihenden Mittelstädten relativ stark bevölkert. Größte Städte entlang der Küste sind Long Branchim Norden sowie das für den Fremdenverkehr bedeutsame Atlantic City im Süden. Im Landesinneren bis in den südlichen Teil prägen dichte Wälder das Bild des Staates. Bekanntes und populäres Reiseziel in dieser Region sind die Pine Barrens, die unter Naturschutz stehen und denen der Mythos des Jersey Devil anhaftet.

New York State:

Der Bundesstaat New York ist von den Nordausläufern der Appalachen geprägt. Die durchschnittliche Höhe über dem Meeresspiegel liegt zwischen 300 und 1000 m. Im Norden befinden sich die Adirondacks mit dem Mount Marcy, dem mit 1629 m, höchsten Berg des Staats. Im Norden grenzt der Staat an den Eriesee und den Ontariosee sowie an den Sankt-Lorenz-Strom, dort befinden sich kleinere Tiefländer. Im Südosten befindet sich das Tal des Hudson River sowie Long Island, eine ca. 200 km lange und 20 bis 30 km breite Insel, auf der große Teile von New York City liegen.

Pennsylvania:

Die Landschaft Pennsylvanias ist geprägt durch die Appalachen und deren Vorländer. Im Nordwesten des Staates befindet sich die Küste am Lake Erie. Der US-Staat ist zudem dicht bewaldet und wird auch von weiten Kulturländern durchzogen. Im Südosten bei Philadelphia mündet sich der Delaware River zu seiner weiten Mündung in die Delaware Bay.

Virginia:

Virginia liegt an der Atlantikküste der Vereinigten Staaten etwa mittig zwischen der nördlichen (Maine) und südlichen (Florida) Ausdehnung der US-Küste. Von der Atlantischen Küstenebene entlang der Chesapeake Bay bis zu den Höhen der Blue Ridge Mountains in den Appalachen im Westen des Bundesstaats weist der Bundesstaat eine topografische Vielfalt auf. Die Südgrenze zu North Carolina und Tennessee ist eine fast gerade Ost-West-Linie, während die Nordgrenze zu Maryland und dem District of Columbia vom Potomac River gebildet wird. Kentucky und West Virginia sind auf der Westseite der Appalachen ebenfalls direkte Nachbarstaaten. Virginia teilt sich mit dem Nachbarstaat Maryland jeweils knapp eine Hälfte des ausgedehnten städtischen Ballungsraumes um den Bundesdistrikt Washington, D.C. Dazu gehört neben dem Flughafen Dulles International auch Arlington County, in dem sich eine Vielzahl amerikanischer Bundesbehörden, darunter das Pentagon, befinden. Im westlichen Teil des Landes befindet sich der höchste Berg Virginias, der 1746 Meter hohe Mount Rogers. Ebenfalls in den Appalachen befindet sich der Shenandoah-Nationalpark.

Washington D.C:

Washington, D.C. befindet sich nahe der Ostküste des Landes, etwa 35 km westlich der Chesapeake Bay, einer Bucht des Atlantischen Ozeans. Die Höhe über dem Meeresspiegel variiert zwischen 0 und 125 m. Die Stadt liegt an der Mündung des Anacostia River in den Potomac River, und zwar am linken Ufer des Potomac zwischen den Bundesstaaten Maryland im Nordosten und Virginia im Südwesten.

West Virginia:

West Virginia liegt im Osten der USA zwischen Virginia im Südosten und Süden, Kentucky im Südwesten, Ohio im Nordwesten sowie Pennsylvania und Maryland im Nordosten. Der nördlichste Teil des Staates bildet einen schmalen Streifen zwischen Ohio und Pennsylvania und wird daher als „Panhandle“ (Pfannenstiel) bezeichnet. Die Grenze zu Ohio wird durch den Oberlauf des Ohio River gebildet, die Grenze zu Maryland durch den North Branch des Potomac River. Der Staat liegt zur Gänze in den Appalachen, weshalb er den Spitznamen „mountain state“ (Gebirgsstaat) trägt. Von Nordwesten nach Südosten gliedert er sich in das Allegheny-Plateau (ein Teil des Appalachen-Plateaus), die Allegheny Mountains und die Valley and Ridge-Zone. Höchste Erhebung ist mit 1482 m der Spruce Knob, durchschnittlich liegt West Virginia 455 m über dem Meer, was der höchste Wert für einen Staat östlich des Mississippi ist.

Angrenzende Regionen:

Im Westen grenzen die Mittelatlantikstaaten an den Mittleren Westen; im Süden liegen die Südstaaten und im Nordosten Neuengland. Ihre natürliche, östliche Grenze markiert schließlich der Atlantische Ozean.


Geschichte:

Bereits seit der frühen Kolonialzeit wurde die Mittelatlantik-Region von einer größeren Bandbreite europäischer Ethnien bevölkert als etwa Neuengland oder die Südstaaten. Rund um den Hudson River errichteten die Niederländer im 17. Jahrhundert ihre Kolonie Nieuw Nederland, und am Delaware River gründeten die Schweden 1638 eine Kolonie Nya Sverige. In den benachbarten britischen Gebieten nahmen häufig religiöse Minderheiten Zuflucht: in Maryland britische Katholiken, in Pennsylvania die Quäker und die Pennsylvania Dutch sprechenden Mennoniten und Amische. Auch als die Region sich von 1667 an vollständig in britischer Hand befand, blieb sie ein Anziehungspunkt für Siedler aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern. Die meisten frühen Siedler waren Bauern, Kaufleute und Fischer. Aufgrund ihrer Lage besaß die Region, die in der Kolonialzeit als the Middle Colonies bezeichnet wurde, die Funktion einer strategischen Brücke zwischen Nord und Süd. Philadelphia war 1774 Sitz des Kontinentalkongresses, der Delegiertenversammlung, die den Amerikanischen Unabhängigkeitskriegvorbereitete. 1776 wurde in Philadelphia auch die Unabhängigkeitserklärung und 1787 die Verfassung der Vereinigten Staatenerarbeitet. Nach der Gründung der Vereinigten Staaten zogen die Mittelatlantikstaaten, in denen nun eine bedeutende Schwerindustrieentstand, eine große Zahl europäischer Migranten an. An den Küsten und entlang der Schifffahrtswege wuchsen Städte wie New York City, Philadelphia und Baltimore zu großen Metropolen heran.


Delaware:

Fläche: 6.448 km²

Höchste Erhebung: Ebright Azimuth (135 m)

Bevölkerung: 885.000 Einwohner

Hauptstadt: Dover (35.000 Einwohner)

Zeitzone: Eastern Time


Maryland:

Fläche: 32.134 km²

Höchster Berg: Backbone Mountains (1024 m)

Bevölkerung: 5,7 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Annapolis (36.000 Einwohner)

Größte Stadt: Baltimore (620.960 Einwohner)

Zeitzone: Eastern Time


New Jersey:

Fläche: 22.590 km²

Höchste Erhebung: High Point (549 m)

Bevölkerung: 8,7 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Trenton (85.000 Einwohner)

Zeitzone: Eastern Time


New York State:

Fläche: 141.080 km²

Höchster Berg: Mount Marcy (1629 m)

Höchstes Gebäude: Empire State Building (381 mm, mit Antennenmast ca. 499 m)

Bevölkerung: 19,5 Mio. Einwohner

Größte Stadt: New York City (8,4 Mio. Einwohner)

Hauptstadt: Albany (95.000 Einwohner)

Zeitzone: Eastern Time


Pennsylvania:

Fläche: 119.291 km²

Höchster Berg: Mount Davis (979 m)

Bevölkerung: 12,6 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Harrisburg (47.000 Einwohner)

Zeitzone: Eastern Time


Virginia:

Fläche: 110.792 km²

Höchster Berg: Mount Rogers (1746 m)

Bevölkerung: 7,9 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Richmond (195.000 Einwohner)

Zeitzone: Eastern Time


Washington D.C:

Fläche: 177 km²

Einwohner: 660.000 Einwohner

Hauptstadt: Washington D.C.

Besonderheit: Stadtstaat und Sitz der USA


West Virginia:

Fläche: 62.759 km²

Höchster Berg: Spruce Knob (1482 m)

Bevölkerung: 1,8 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Charleston (50.000 Einwohner)

Zeitzone: Eastern Time