Jekaterinburg und Umgebung

Jekaterinburg ist eine wichtige Industrie- und Universitätsstadt am Uralgebirge in Russland mit 1.349.772 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010) und ist somit viertgrößte Stadt des Landes. Nach Moskau, Sankt Petersburg und Nowosibirsk ist Jekaterinburg die viertgrößte Stadt und Zentrum der drittwichtigsten Region Russlands. In der Stadt haben sich mehrere Generalkonsulate niedergelassen, darunter ein US-amerikanisches, ein tschechisches, ein britisches, ein deutsches (seit 2005) und ein österreichisches (seit 2006).


Geographie:

Jekaterinburg liegt am Fluss Isset nur knapp 40 Kilometer östlich der imaginären Trennlinie zwischen Europa und Asien, welche im Westen bei der Stadt Perwouralsk verläuft. An dieser Stelle steht eine Europa-Asien-Säule. Die natürliche Grenze wird vom Ural gebildet. Der Zeitunterschied zu Moskau beträgt zwei Stunden und zu Mitteleuropa vier Stunden (bzw. drei Stunden während der mitteleuropäischen Sommerzeit).

Jekaterinburg liegt, von Europa ausgesehen, jenseits des Urals. Der Ural bildet die geographische Grenze vom europäischen Russland zum asiatischen Russland.


Klima:

Das Klima der Region ist kontinental mit großen Temperaturschwankungen. Die Sommer sind bis zu 35 °C warm, aber kürzer als in Mitteleuropa. Frühjahr und Herbst sind ausgesprochen kurz. Die Winter hingegen können bis zu 6 Monate dauern und erreichen Temperaturen bis -40 °C.

Lufttemperatur der Stadt Yekaterinburg:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
-10°C-8°C0°C10°C18°C22°C24°C21°C15°C6°C-3°C-9°C
-16°C-15°C-8°C1°C7°C12°C14°C13°C7°C1°C-7°C-13°C

Geschichte:

Die Region wurde im 11. Jahrhundert von den Nowgorodern erschlossen. Die industrielle Erschließung begann Ende des 17. Jahrhunderts. Die Gründung der Stadt erfolgte am 7. November/ 18. November 1723 durch Wassili Tatischtschew zusammen mit dem deutschstämmigen Offizier und Kaufmann in russischen Diensten Georg Wilhelm Henning (1676–1750). Der Name der Stadt leitet sich von der Kaiserin Katharina I. (1684–1727) sowie der Heiligen Katharina, der Schutzpatronin der Bergarbeiter, ab.


Sehenswürdigkeiten:

Die bekannteste historische Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Kathedrale auf dem Blut. Sie steht an der Stelle, wo sich bis 1977 das Ipatjew-Haus befand, in dessen Keller in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 die Bolschewiki den letzten Zaren Nikolaus II. und seine Familie ermordeten. Dieser Ort ist mittlerweile ein Wallfahrtsort für Anhänger der russischen Monarchie.

Es gibt in der Stadt noch weitere architektonisch wertvolle Gebäude, neben der 1739 erbauten Bergkanzlei mehrere Kathedralen im russischen Stil, deren bekannteste die im 19. Jahrhundert erbaute Christi-Himmelfahrts-Kathedrale (Wosnessenski sobor) ist. Im Stil des sozialistischen Klassizismus wurde das Rathaus erbaut, bedeutend auch das Universitätsgebäude und mehrere Institute sowie das Zirkusgebäude aus den 1980er Jahren und die prächtige Oper vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Wahrzeichen ist der unvollendete Fernsehturm, eines der höchsten unvollendeten Bauwerke der Welt.