Masowien

Die Woiwodschaft Masowien (poln. województwo mazowieckie) ist eine von 16 Woiwodschaften, in die die Republik Polen gegliedert ist. Sie ging 1999 bei der polnischen Gebietsreform aus den Woiwodschaften Warschau, Płock, Ciechanów, Ostrołęka, Siedlceund Radom hervor. Die größte Woiwodschaft des Landes umfasst das Gebiet um die Landeshauptstadt Warschau. Masowien ist ein beliebtes Touristenziel und weisst eine hohe Anzahl von historischen Monumenten und Landschaften auf.


Geographie:

Masowien ist als Ebene durch zahlreiche Weidenalleen und Bachläufe gekennzeichnet. Die romantisch-melancholische Landschaft prägte die Mazurkas und Polonaisen Fryderyk Chopins, der in Żelazowa Wola in Masowien geboren wurde und in Warschau aufgewachsen ist. Warschau ist als größte polnische Metropole durch zahlreiche Paläste und Parkanlagen im Barock und Klassizismus gezeichnet.

Lage und Grenze:

Woiwodschaft Masowien liegt im zentralen Polen ist die größte polnische Woiwodschaft und grenzt im Westen an die Woiwodschaften Kujawien-Pommern und Łódź, im Süden an die Woiwodschaft Heiligkreuz, im Osten an die Woiwodschaften Podlachien und Lublin, und im Norden an die Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Landschaften:

Masowien liegt in der polnischen Ebene zu beiden Seiten der mittleren Weichsel. Entlang der Weichsel gibt es fruchtbares Schwemmland, viele Gebiete nördlich davon weisen aber lediglich humusreichen Sandboden auf.

Flüsse:

  • Liwiec
  • Narew
  • Pilica
  • Radomka
  • Weichsel
  • Westlicher Bug

Waldlandschaften:

Mehr als 20% der Region sind mit Wäldern bewachsen. Die dominierenden Baumarten sind Kiefern und Eichen.


Klima:

Das Klima der Region Masowien ist ein gemäßigtes Kontinentalklima mit ozeanischen Einflüssen. Die küstennahen Orte haben ein milderes Klima, als die Städte im Herzen Masowiens. Die wärmste Region ist das Zentrum der polnischen Hauptstadt Warschau.

Das Klima ist ein Übergangsklima von gemäßigt zu kontinental. Die Sommer sind allgemein warm bis heiß mit Mitteltemperaturen zwischen 16 °C und 21 °C und die Winter kalt, mit Mitteltemperaturen um -5 °C. Niederschlag fällt vor allem im Frühjahr und Herbst, wobei die Niederschlagsmengen geringer sind als in Westpolen.

Warschau:

Warschau befindet sich in der Übergangszone vom maritimen zum kontinentalen Klima. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 8,5 °C. Der kälteste Monat ist Januar mit einer Durchschnittstemperatur von −1,9 °C und der wärmste ist Juli mit 19 °C. Die Sommer sind warm bis heiß, die Winter kühl und teilweise auch eisig kalt. Die Summe der jährlichen Niederschlagsmenge übersteigt nicht 550 mm. Eine dicke Schneeschicht ist in den Wintermonaten keine Seltenheit und die Gewässer in den Parkanlagen sowie die Weichsel können vollständig zufrieren.


Geschichte:

Masowien kam im 10. Jahrhundert an Polen. Im 11. Jahrhundert war Płock für kurze Zeit Hauptstadt Polens. In der Kathedrale von Płock sind die Könige Herman und Boleslaus III begraben. In der Zeit der territorialen Zersplitterung war es ein Fürstentum. Später wurde es ein polnisches Lehen und kam 1526 an Polen zurück. 1596 wurde Warschau polnische Hauptstadt.


Kulturelle Zentren und Städte:

Größten Städte:

  1. Warschau (700.540 Einwohner)
  2. Radom (226.400 Eiownhner)
  3. Płock (127.300 Einwohner)
  4. Siedlce (77.000 Einwohner)
  5. Pruszków (55.400 Einwohner)
  6. Ostrołęka (53.800 Einwohner)
  7. Legionowo (50.700 Einwohner)

Płock:

Płock ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Masowien etwa 100 km nordwestlich von Warschau an der Weichsel. Die Stadt war seit alters her eng mit Masowien verbunden, war dessen Hauptstadt und ist bis heute eine der wichtigsten Städte der Woiwodschaft. Płock ist die älteste Stadt Masowiens und eine der ältesten Städte Polens. Das Schloss der Herzöge von Masowien ist ein Werk der Backsteingotik. Am Weichselufer befindet sich die 1530 bis 1563 im Renaissancestil errichtete Kathedrale Mariä Himmelfahrt, welche Sitz des Bischofs von Płock ist. Sie wurde mehrfach umgestaltet und erweitert. Des Weiteren findet sich in der Stadt der „Tempel der Barmherzigkeit und Liebe“, die Kathedrale der Mariaviten, einer christlichen Glaubensrichtung, die sich 1906 von der katholischen Kirche abspaltete.

Warschau:

Warschau ist seit 1596 die Hauptstadt Polens und zugleich die flächenmäßig größte sowie mit über 1,7 Mio. Einwohnern (2013) bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Als eines der wichtigsten Verkehrs-, Wirtschafts- und Handelszentren Mittel- und Osteuropas genießt Warschau darüber hinaus große politische und kulturelle Bedeutung. In der Stadt befinden sich zahlreiche Institutionen, Universitäten, Theater, Museen und Baudenkmäler. Beidseitig am Strom der Weichsel (pln. Wisła) in der Woiwodschaft Masowien gelegen, stellt sie darüber hinaus das Zentrum der zweitgrößten Agglomeration Polens mit rund 3,5 Mio. Einwohnern dar. Ihr Stadtgebiet gliedert sich in insgesamt 18 Stadtbezirke, unter denen Śródmieście (dt. Stadtmitte) die eigentliche Innenstadt ausmacht und das UNESCO-Welterbe der wiederaufgebauten Warschauer Altstadt beherbergt.

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts entstanden in Warschau die ersten gemauerten Kirchen. Kaum eine der gotischen und Renaissancekirchen hat jedoch die Verwüstungen durch die Schweden im Ersten Nordischen Krieg1655 bis 1660 unbeschadet überstanden. Nach dem Krieg wurden die zerstörten Kirchen wiederaufgebaut und im Zuge der Ausdehnung des Stadtgebiets nach Süden neue errichtet. Dieser großen Bautätigkeit verdankt Warschau seine zahlreichen Kirchen des Hochbarock und des Klassizismus, die heute das Stadtbild prägen. Bedeutendster Baumeister des Warschauer Barocks war Tylman van Gameren. Im Stil des Klassizismus schufen Domenico Merlini, Chrystian Piotr Aigner und Simon Gottlieb Zug. Auch die Neorenaissance und Neugotik hinterließen in Warschau zahlreiche Sakralbauten. Während der russischen Besetzung im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche orthodoxe Kirchen in Warschau errichtet, von denen sich bis heute nur zwei erhalten konnten. Die meisten wurden nach der polnischen Unabhängigkeit 1918 abgerissen oder im Zweiten Weltkrieg zerstört. Auch die vielen einstigen Synagogen stammten aus dem 19. Jahrhundert, zwei davon sind erhalten (siehe Nożyk-Synagoge). Viele der Warschauer Gotteshäuser wurden 1944 gesprengt oder schwer beschädigt, nach dem Krieg aber rekonstruiert. Die deutsche Besatzungsmacht ließ die Große Synagoge am 16. Mai 1943 nach dem Aufstand im Warschauer Ghetto sprengen. Die Pragaer Synagoge wurde 1961 abgerissen.

Weitere Kulturelle Zentren:

Sehenswert ist vor allem die Hauptstadt Warschau und die mittelalterlichen Städte Płock, Pułtusk, Sochaczew, Czerskund Łowicz. Mehrere romantische Schloss- und Parkanlagen befinden sich in Masowien, allen voran Arkadia und Nieborów.


Naturlandschaften und -monumente:

Kampinos Nationalpark:

Der Kampinos Nationalpark ist ein Biosphärenreservat was zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Er liegt 30 km nordwestlich von Warschau. Der Nationalpark befindet sich inmitten der Kampinos-Heide (Puszcza Kampinoska) auf dem Gebiet des Warschau-Berliner Urstromtales. Bereits seit den 1920er Jahren existierten hier Pläne zur Gründung eines Nationalparks. 1959 wurde dieses Vorhaben auf einer Fläche von 407 km² umgesetzt. Der Nationalpark wurde danach etwas verkleinert und verfügt derzeit über eine Fläche von 385,44 km². Im Januar 2000 wurde der Nationalpark Kampinos in die Liste der Biosphärenreservate der UNESCO eingetragen. Die vor ca. 12.500 Jahren hier entstandene Dünenlandschaft stellt heute auf einer Fläche von fast 200 km² ein in Europa einzigartiges Naturensemble dar. Das Urstromtal zeichnet sich größtenteils durch mit Kiefernwäldern bedeckte Sumpfgebiete aus. In den Senken zwischen den Dünen dehnen sich mit Erlen bewachsene Sümpfe, Niedermoore und Wiesen aus. Der Nationalpark liegt zudem im größten Wasserknoten Polens. In der Nähe fließen Weichsel, Bug, Narew, Wkra und Bzura zusammen. Seen gibt es im Nationalpark dagegen nicht.

Weichsel in Masowien:

Hinter Sandomierz mündet von den Karpaten her der San in die Weichsel. Weiter nördlich erreicht sie das polnische Tiefland. Kurz hinter Warschau (Warszawa) gelangt sie in den Bereich überwiegend ostwestlich ausgerichteter Urstromtäler, durch die ihr von Osten, kurz vorher vereint, Bug und Narew zufließen. Hier wendet sie sich stark nach Westen und passiert Płock, Dobrzyń nad Wisłą, Włocławek und Toruń(Thorn). Bei Włocławek besteht seit 1970 ein großes Stauwehr mit Wasserkraftwerk. Bei Bydgoszcz (Bromberg), dessen Stadtzentrum nicht am Strom liegt, verlässt sie das große ostwestliche Urstromtal und durchbricht in einem kleineren den baltischen Landrücken. Dieser umfasst zwischen Weichsel und Oder die Pommersche Seenplatte, zwischen Weichsel und Njemen die Masurische Seenplatte. In den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden am Mittellauf umfangreiche Regulierungsmaßnahmen durchgeführt, um die Schiffbarkeit zu verbessern.