Oblast Kaliningrad

Die Oblast Kaliningrad, auch Kaliningrader Gebiet genannt, ist die westlichste Oblast (russisch Gebiet) der Russischen Föderation. Sie hat knapp 942.000 Einwohner (2010) und ist mit 15.125 km² Fläche eines der kleinsten Föderationssubjekte und zugleich die kleinste Oblast Russlands. Damit ist die Oblast etwas kleiner als das Land Schleswig-Holstein. In Russland wird das Gebiet häufig auch als Bernsteinland (russisch Янтарный Край/Jantarny Krai) bezeichnet, was auf seinen Reichtum an Bernstein hinweist. Das Gebiet spielt für Russland eine wichtige Rolle für seine Baltische Flotte mit Sitz in Baltijsk.


Geographie:

Begrenzung:

Die Oblast Kaliningrad wird im Westen von der Ostsee begrenzt, durch die Memel im Norden, die Šešupė, Širvinta und Lipowka im Osten von Litauen (der Grenzabschnitt entlang der drei letztgenannten Flüsschen existiert in seinem Verlauf seit dem 13. Jahrhundert und zählt zu den am längsten unverändert bestehenden Grenzen Europas). Im Süden grenzt die Oblast an Ermland-Masuren in Polen. Diese Grenze verläuft fast schnurgerade von der Frischen Nehrung nördlich von Krynica Morska (Kahlberg) nach Osten bis zur Südspitze des Wystiter Sees.

Lage:

Die Hauptstadt ist Kaliningrad (früher Königsberg). Die Oblast umfasst etwa das nördliche Drittel der ehemaligen preußischenProvinz Ostpreußen des Deutschen Reichs (d. h. das ehemalige Gebiet der Provinz ohne das litauische Memelland und die heute polnischen Gebiete Ermland, Masuren und Oberland), und ist als russische Exklave – von der Erreichbarkeit über die freie internationale Ostsee abgesehen – von Litauen und Polen umgeben. Zwischen Litauen und dem weiter östlichen russischen Kernland liegen noch Weißrussland oder Lettland, sodass die wichtigste Landverbindung vom Kernland zur Oblast durch zwei fremde Staaten führt.


Klima:

Kaliningrad und Küste:

Kaliningrad befindet sich am Übergang von ozeanischem zu kontinentalem Klima und hat zum Teil sehr kalte Winter. Insgesamt ist das Wetter aber eher unbeständig. Durch die Nähe zum Meer wird auch die Lufttemperatur beeinflusst. Bodenfrost im Mai oder Regen zu Silvester und Neujahr sind Merkmale, die für die Stadt typisch sind. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7,1 °C, die jährliche Niederschlagsmenge 697 Millimeter im Mittel. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 16,4 °C bis 17,3 °C, die kältesten Monate sind Januar und Februar mit −2,1 bis −2,7 °C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Juli, August, September mit durchschnittlich 83 bis 90 Millimeter, der wenigste von Februar bis Mai mit 27 bis 43 Millimeter im Mittel.

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0°C3°C8°C14°C19°C22°C24°C23°C19°C14°C7°C2°C
-6°C-4°C-1°C3°C7°C11°C12°C12°C9°C5°C1°C-3°C

Innenland:

Das Innenland der Region ist kontinentaler geprägt, als der maritime Westen. Dennoch liegt das Innenland im Einzugsgebiet der Westwinde der Ostsee. Die Winter sind frostig, kalt und um einiges kälter als an der Küste, während es in den Sommern sehr warm werden kann.

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-1°C0°C5°C13°C19°C21°C24°C23°C18°C12°C6°C1°C
-6°C-5°C-2°C3°C9°C12°C15°C14°C10°C6°C3°C-2°C

Klimatabellen:

Bagrationowsk:

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0°C1°C7°C13°C19°C22°C25°C23°C18°C14°C6°C2°C
-5°C-5°C-1°C4°C8°C12°C15°C14°C9°C6°C1°C-2°C

Baltisk:

Jan.
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1°C3°C7°C14°C19°C21°C23°C23°C19°C12°C7°C2°C
-3°C-3°C-1°C3°C8°C11°C13°C12°C9°C5°C2°C-2°C

Kaliningrad:

Jan.
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Apr.
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Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
0°C3°C8°C14°C19°C22°C24°C23°C19°C14°C7°C2°C
-6°C-4°C-1°C3°C7°C11°C12°C12°C9°C5°C1°C-3°C

Sowetsk:

Jan.
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-1°C1°C6°C12°C17°C20°C22°C22°C18°C11°C4°C1°C
-6°C-4°C-1°C3°C6°C9°C11°C11°C8°C4°C-1°C-3°C

Tschernjachowsk:

Jan.
Feb.
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Apr.
Mai
Jun.
Jul.
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Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
-1°C0°C5°C13°C19°C21°C24°C23°C18°C12°C6°C1°C
-6°C-5°C-2°C3°C9°C12°C15°C14°C10°C6°C3°C-2°C

Wichtige Sehenswürdigkeiten:

Der Tourismus in der Oblast Kaliningrad entwickelte sich nach Öffnung des vormaligen Militärsperrgebietes zunächst sprunghaft, da viele ehemalige Einwohner des nördlichen Ostpreußen als Heimwehtouristen die Region um das frühere Königsberg (Preußen) besuchten. Nach kurzer Zeit ebbte diese Besuchswelle jedoch ab. Von großer und mit Abebben des Heimwehtourismus wachsender Bedeutung in den Küstenbadeorten Selenogradsk und Swetlogorsk sowie auf der Kurischen Nehrung ist der Inlandstourismus. Ein Grund hierfür ist die überbordende Bürokratie und der Visumzwang für EU-Bürger. Vom wachsenden Inlandstourismus zeugen nicht zuletzt neu erbaute Villen in Strandnähe, die sich reiche Moskauer in diesen Orten erbauen. Kaliningrad selbst besitzt nach schweren Zerstörungen im Krieg nur wenige historische Sehenswürdigkeiten, zu denen der alte Königsberger Dom und einige alte Stadtbefestigungen zählen. Jedoch ist die Stadt als örtliche Verkehrsdrehscheibe und Einkaufsstadt von Bedeutung. Im größten Teil des Gebietes besteht kaum touristische Infrastruktur, insbesondere ist man noch nicht sehr auf Individualtourismus eingestellt. Die örtliche Touristenbehörde bemüht sich um den Aufbau verschiedener Fremdenverkehrszweige wie Jagdtourismus, Reitertourismus und ländlichen Tourismus sowie um Förderung des Fremdenverkehrs in den Klein- und Mittelstädten wie Sowetsk (Tilsit). Beliebt sind außerdem Schienenkreuzfahrten in das Gebiet


Kulturelle Zentren und Städte:

Baltijsk:

Baltijsk ist eine Stadt an der östlichen Ostsee. Sie ist der Vorhafen von Kaliningrad, dem früheren Königsberg (Preußen), in der Oblast Kaliningrad. Die Stadt hat 32.697 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010) und ist Verwaltungssitz des Rajons Baltijsk. Die Stadt liegt nördlich des Pillauer Tiefs, das die Halbinsel Frische Nehrung vom Samland trennt. Es ist zugleich südlichster Ort der Bernsteinküste. Über Land ist Kaliningrad etwa 60 Kilometer entfernt. Die Stadt ist die westlichste russisch besiedelte Stadt. Im Zuge des Dreißigjährigen Kriegeslandete am 6. Juli 1626 der schwedische König Gustav Adolf mit einer Flotte von 37 Schiffen in Pillau, das anschließend von den Schweden zehn Jahre lang besetzt war. Sie bauten die schon vorhandenen Schanzen aus und errichteten die FestungPillau. Während der Schwedenzeit vergrößerte sich der Ort, eine erste Kirche aus Holz wurde erbaut. Als 1635 die Schweden abzogen, baute der Große Kurfürst Pillau zum brandenburgischen Flottenstützpunkt aus. Dadurch wuchs die Bevölkerung erneut an, im Einzugsgebiet der Festung siedelten sich Lotsen, Händler und ehemalige Offiziere an. 1660 wurde die Holzkirche durch einen Steinbau ersetzt und erhielt eine Orgel. Die Kirche in Alt Pillau (Pillau II) ging in ihrer Gründung auf das Jahr 1598 zurück. Nach der Zerstörung durch einen Brand wurde 1674 auf Befehl von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg der Grundstein zu einem Neubau gelegt, der 1676 eingeweiht werden konnte. Es handelte sich um ein kaum als Kirchengebäude erkennbares schlichtes und im Fachwerkstil errichtetes Bauwerk mit einem Altar aus dem Jahre 1599 sowie einer Kanzel und einem Wandgrab von 1676/77. Die Orgel erstellte 1751 Adam Gottlob Casparini aus Königsberg (Preußen). Im Krieg wurde die Kirche 1945 zerstört und später ganz abgerissen. Die erste kleine Holzkirche in Pillau (Pillau I) war von den Schweden erbaut worden. 1636 musste sie unter Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg renoviert werden. Im Jahre 1660 errichtete Kurfürst Friedrich Wilhelm eine Kirche, die aber bald durch einen Neubau ersetzt werden musste: Zwischen 1717 und 1720 wurde sie als turmlose kreuzförmige Anlage in gotischem Stil errichtet, die im Innern aufgrund der Anlage der Emporen wie ein Rundbau wirkte. Nach einem Brand im Jahre 1768 wurde das Gebäude erneuert, wovon noch die Kanzel (1773) und die Orgel (1794) kündeten. Von der Decke herab hing ein Votivschiff. Die Kirche stand auf dem Gelände der Festung. Sie wurde im Krieg beschädigt, ihre Grundmauern standen noch in den 1960er Jahren, bis sie abgebrochen wurden. Eine reformierte Gemeinde bestand in Pillau seit 1685. Für ihre Gottesdienste musste sie die Garnisons- und Stadtkirche mitbenutzen, erst 1866 erhielt sie ein eigenes Gebäude zwischen der Festung und dem Paradeplatz. Es handelte sich um ein Backsteingebäude ohne Turm. Die Kirche wurde im Krieg beschädigt, aber repariert und als Militärladen bzw. Kino fremdgenutzt. Auf diese Weise hat sich das Gebäude wenigstens erhalten, auch wenn die Ausstattung aus der Erbauungszeit verloren ging. Die Kirche wurde 1992 an die Russisch-Orthodoxe Kirche übereignet und von ihr ausgebessert. In Pillau gab es vor 1945 außerdem eine Kapelle der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde der Baptisten. Aus ihr ist der spätere Direktor des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Pastor Eckhard Schaefer, hervorgegangen.

Gussew:

Gussew ist eine Rajonstadt in der russischen Oblast Kaliningrad mit 28.260 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010). Die Stadt liegt im historischen Ostpreußen am Zusammenfluss der Flüsse Pissa (prußisch pisa, pisse: tiefer Sumpf/ grundloser Morast, wo nur kleine Birken und Fichten wachsen) und Krasnaja (dt. Rominte: prußisch roms, rams: still, ruhig) auf 57 Meter über NN, etwa 105 Kilometer östlich der Stadt Königsberg (Kaliningrad) und 25 Kilometer östlich der Stadt Insterburg (Tschernjachowsk). Besonders sehenswert:

  • Salzburger Kirche (Nachfolgebau von 1840), Haus Salzburg und Salzburger Anstalt
  • Standbild Friedrich Wilhelms I. von Christian Daniel Rauch aus den Jahren 1824/1835 (nicht erhalten)
  • Elchskulptur

Kaliningrad:

Kaliningrad (bis 1946 Königsberg) ist die Hauptstadt der Oblast Kaliningrad. Die vormals deutsche Stadt Königsberg wurde als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges unter dem Namen Kaliningrad, wie der gesamte Nordteil Ostpreußens (außer dem Memelland), Teil der Russischen Sowjetrepublik, der größten Unionsrepublik der Sowjetunion. Benannt wurde die Stadt nach dem ehemaligen sowjetischen Staatsoberhaupt Kalinin. Seit der Unabhängigkeit der baltischen Staaten 1991 ist die Oblast Kaliningrad – von der Erreichbarkeit über die internationalen Gewässer der Ostsee abgesehen – eine Exklave Russlandszwischen Polen und Litauen. Kaliningrad ist die westlichste Großstadt Russlands und liegt 4,8 Meter über dem Meeresspiegel. Sie befindet sich im Westen der Oblast Kaliningrad am Fluss Pregel (Pregolja), der durch Kaliningrad fließt und westlich der Stadt ins Frische Haff (Kaliningradski saliw)mündet. Dieses wiederum wird durch die schmale Halbinsel der Frischen Nehrung von der Ostsee abgegrenzt. Das früher dicht bebaute Stadtzentrum aus Vorkriegszeiten besteht heute aus Parks, breiten Straßen und Freiflächen, z. B. dem Platz, an dem früher das Schloss stand, und nur noch zwei Gebäuden: Neben dem Standort des ehemaligen Königsberger Schlosses steht heute die Bauruine des Hauses der Sowjets (Dom Sowetow), in das in den 1960er Jahren die Stadtverwaltung einziehen sollte, das aber aus statischen Gründen unbenutzbar geblieben ist. Ansonsten hat man in sowjetischer Zeit die kriegszerstörten Gebäude abgetragen und auf die Flächen konforme Mietwohnbauten in Plattenbauweise gesetzt. Erst in den mittleren Zonen und Randzonen, die weniger zerstört waren, hat man die Bausubstanz geschont und z. T. wiederhergestellt oder durch maßstäbliche Neubauten ergänzt. Das innere Kaliningrad macht heute immer noch einen desolaten Eindruck, wenn auch nach 1990 deutliche Bemühungen zu erkennen sind, die Zeit des brutalen Betons zu überwinden. Auf der Kantinsel (früher Kneiphof) steht als zweites Gebäude der Königsberger Dom, der als einziges Gebäude von der alten Innenstadtbebauung erhalten geblieben ist. Er wird gegenwärtig als Kulturzentrum genutzt. Im Inneren befinden sich zwei kleine Andachtsräume und hinter dem Dom das Grab Immanuel Kants. Auf der Grünanlage neben dem Dom wurde am 29. August 2009 ein Steinkreuz zum Gedenken an die über 5000 Opfer der britischen Luftangriffe auf Königsberg Ende August 1944 errichtet. Im Januar 2010 veranstaltete der MDR eine Themenwoche „Kulturbrücke Kaliningrad“. Am 23. Januar wurde sie mit einem Sinfoniekonzert im vollbesetzten Dombeendet. Das derzeitige Stadtzentrum befindet sich im Nordwesten der alten Stadtmitte am Ploschtschad pobedy (Siegesplatz), früher Hansaplatz, an dem sich Theater, Nordbahnhof, Stadtverwaltung, viele Geschäfte und die russisch-orthodoxe Christ-Erlöser-Kathedrale befinden. Sehenswert sind auch die Neue Börse, die Villenvororte, der jetzt orthodoxe Swjato-Nikolski chram (Nikolaitempel, ehemals Juditter Pfarrkirche) und verschiedene weitere Kirchen, außerdem die sich in einem Universitätsgebäude befindende Wallenrodtsche Bibliothek sowie Teile einer Stadtbefestigung aus dem 19. Jahrhundert mit mehreren Stadttoren: Roßgärter Tor (Rosgartenskije worota), Wrangelturm (Baschnja Wrangelja), Dohnaturm (Baschnja Dona) mit Bernsteinmuseum, Königstor (Korolewskije worota), Sackheimer Tor(Sakchaimskije worota), Friedländer Tor (Fridlandskije worota), Brandenburger Tor (Brandenburgskije worota) und Friedrichsburger Tor (Worota kreposti Fridrichsburg). Ein markantes Bauwerk ist auch der 1965 errichtete 151 Meter hohe Sendemast Wessjolowka mit seinen sechs Querträgern, die von der Mastkonstruktion zu den Abspannseilen reichen.

Sowetsk:

Sowetsk ist eine Stadt in der russischen Oblast Kaliningrad, direkt an der litauischen Grenze. Sie hat 41.705 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010). Sowetsk liegt am Zusammenfluss der Tilse (russischТыльжа/Tylscha, litauisch Tile) mit der Memel (memelis, mimelis„stiller, langsamer“; russisch Neman, litauisch Nemunas) und ist somit Grenzstadt nach Litauen. Der frühere Ortsname Tilsit (ehemals auch Schalauerburg) stammt vom Flüsschen Tilse, dessen Name von prußisch-schalauisch tilse „sumpfig“ (litauisch tilžti „unter Wasser stehen, quellen, weichen, sich mit Wasser vollsaugen“) abgeleitet ist. Durch ihren Aufstau entstand 1562 der Schloßmühlenteich. Sehenswert sind die in der Innenstadt vielfach erhaltenen Jugendstilhäuser, das Theater, die Königin-Luise-Brücke(Grenzübergang nach Litauen) und der Gorodskoje osero (Stadtsee; früher Schloßmühlenteich), ein ehemaliger großer Mühlenweiher aus der Ordenszeit. Die ursprünglichen Kirchen der Stadt wurden im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört und ihre Ruinen in der Nachkriegszeit abgerissen. Die ehemalige Synagoge wurde in eine russisch-orthodoxeKirche umgewandelt. Eine weitere große russisch-orthodoxe Kirche in traditionell russischem Baustil wurde im November 2007 fertiggestellt. Daneben existiert ein Neubau einer römisch-katholischen Kirche für die in der Stadt ansässigen Litauer, die am 20. August 2000 feierlich geweiht wurde. Den Zweiten Weltkrieg überstanden hat das 1925/26 von Erich Mendelsohn erbaute Gebäude der Loge zu den drei Erzvätern. Durch eine Lotterie will die Stadtverwaltung den Park Jakobsruhe erneuern und attraktiv machen. Springbrunnen, Radwege, Gartencafés, die Säuberung der Teiche und die Wiedererrichtung von Königin Luises Denkmal sollen dazu dienen. Der Backsteinkomplex der 1871 errichteten Actienbrauerei wurde 2010 zumindest teilweise abgerissen, obwohl die russische Verwaltung die seit 1944 ruhende Brauerei in das Verzeichnis denkmalgeschützter Bauwerke aufgenommen hatte. Die Eigentümerin der Immobilie begründete den Abriss mit Sicherheitsbedenken.

Swetly:

Swetly ist eine rajonfreie Stadt in der Oblast Kaliningrad, Russland, westlich von Kaliningrad. Swetly hat 21.375 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010) und liegt am Frischen Haff. Das evangelische Gotteshaus in Zimmerbude stammte aus Cranz (heute russisch: Selenogradsk). Dort diente es seit 1855 den Bewohnern und Urlaubern als Kirche, die sich aber bald als zu klein erwies und einem Kirchenneubau weichen musste. Dankbarer Abnehmer war Zimmerbude, wo ein Gottesdienstgebäude fehlte. Es handelte sich um ein schlichtes, formloses Fachwerkgebäude, das 1899 in Zimmerbude aufgebaut wurde. Neben der Kirche stand ein Glockenstuhl mit zwei Glocken. Das Gebäude überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschadet, wurde dann verputzt und als Kino genutzt. Jetzt soll die frühere Kirche als Nebengebäude der Russisch-orthodoxen Kirche in Gebrauch sein.

Tschernjachowsk:

Die Stadt Tschernjachowsk (russisch Черняховск; bis 1946 Инстербург; deutsch Insterburg, litauisch Įsrutis) ist der Sitz des Stadtkreises Tschernjachowsk im Rajon Tschernjachowsk in der russischen Oblast Kaliningrad mit 40.449 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010). Tschernjachowsk liegt im Zentrum der Oblast Kaliningrad etwa 90 Kilometer östlich der Stadt Kaliningrad (Königsberg) am Fluss Angerapp (prußisch angurys ape: Aal-Fluss, russisch Angrapa), die sich bei der Stadt mit dem Fluss Inster (russisch Instrutsch) zum Pregel (russisch Pregolja), dem größten Fluss des ehemaligen Ostpreußen, vereinigt. Besonders sehenswert:

  • Ordensburg – Die teils als Ruine, teils im baufälligen Zustand erhaltene Burg wurde im 14. Jahrhundert errichtet und war bis 1945 unter anderem Sitz des Landgerichts. Nach erheblichen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg werden die erhaltenen Gebäudeteile kulturell genutzt.
  • Schlossteich
  • russisch-orthodoxe Erzengel-Michael-Kirche von 1890 (ehemalige Reformierte Kirche)
  • katholische Pfarrkirche St. Bruno von 1912
  • Gestüt in Majowka (ehemals Georgenburg)
  • Ruine des Bismarckturms bei Georgenburgkehlen, nordwestlich von Insterburg, erbaut 1913
  • In der Kamswyker Allee wurde in den Jahren 1921 bis 1924 durch den seit 1918 in Insterburg ansässigen Architekten Hans Scharoun die sogenannte Bunte Reihe errichtet. Die zwei Mehrfamilienhäuser samt zwei Reihenhauszeilen sind in Angerform gebaut und folgten im Farbkonzept der Tuschkastensiedlung in Berlin-Falkenberg der Architekten Bruno Taut und Franz Hoffmann. Die unter Denkmalschutz stehende Siedlung ist im Jahre 2013 dringend sanierungsbedürftig. Der russische Architekt Dimitri Suchin versucht auch für dieses Baudenkmal in der Stadt Interesse zu wecken. Mit der Hilfe von russischen und deutschen Baufachleuten und Architekten wird eine Sanierung vorangetrieben. Weitere Bauten Scharouns in Insterburg sind durch Kriegshandlungen 1945 zerstört worden.

Naturlandschaften und -monumente:

Das Landschaftsbild wird von leicht gewelltem Flachland mit Moränenhügeln, größtenteils versteppten Wiesen und Feldern sowie viel Wald bestimmt, der von breiten Flussniederungen und Moorgebieten unterbrochen wird. Größte Flüsse sind der Pregel und die Memel, weitere Flüsse sind die Lawa (Alle), die Angrapa (Angerapp), die Krasnaja (Rominte) und die Dejma (Deime). Im Norden der Oblast befindet sich – angrenzend an das Kurische Haff – die Elchniederung (Losinaja Dolina) und das Große Moosbruch, eine Moorlandschaft, die zum Teil trockengelegt worden ist, jedoch in den letzten Jahren zunehmend wieder versumpft. Im Südosten liegt die Rominter Heide mit dem Wystiter See und dem Wystiter Hügelland, die mit bis zu 230 m Höhe die höchste Erhebung der Oblast bilden. Im Westen ragt das Samland als Halbinselin die Ostsee. Im Südwesten liegt das Frische Haff. Die Oblast hat Anteil an der Kurischen Nehrung und an der Frischen Nehrung.

Frische Nehrung:

Die Frische Nehrung ist eine schmale Landzunge (Nehrung) von rund 70 km Länge und einigen hundert Metern Breite (größte Breite 1,8 km), die in nordöstlicher Richtung verläuft und das Frische Haff von der offenen Ostsee abtrennt. Quer über die Frische Nehrung verläuft die Grenze zwischen Polen(Woiwodschaft Pommern) und Russland (Oblast Kaliningrad).

Kurische Nehrung:

Die Kurische Nehrung ist eine 98 km lange Halbinsel an der Nordküste des Samlands. Sie beginnt in Lesnoi und endet am Memeler Tief. Seit 1945 gehören die nördlichen 52 km zu Litauenund die südlichen 46 km zur russischen Oblast Kaliningrad. Die Nehrung trennt das Kurische Haff von der Ostsee. Die mit 3,8 km breiteste Stelle befindet sich beim Bulvikio ragas(Bullwikscher Haken), vier Kilometer nordöstlich von Nidden, dem Grenzort des litauischen Teils. Die schmalste liegt bei der Siedlung Lesnoi (Sarkau) am südlichen Ende der Nehrung und ist nur 380 m breit.