Oblast Wolgograd

Die Oblast Wolgograd ist eine Oblast im südlichen Russland. Im Norden grenzt die Oblast an die Oblast Saratow, im Osten an Kasachstan, im Südosten an die Oblast Astrachan und die Republik Kalmückien, im Süden und Westen an die Oblast Rostow und im Nordwesten an die Oblast Woronesch.


Geographie:

Landschaften:

Die Oblast liegt im Südosten der Osteuropäischen Ebene und grenzt im Osten an Kasachstan. Die Wolga, Europas längster Fluss, und der Dondurchfließen das Gebiet. Die Wolga teilt das Gebiet in zwei Teile: in der östlichen Hälfte dominiert flaches Tiefland, der westliche Teil wird durch ein hügeliges Relief, die Wolgaplatte (bis 358 m Höhe), geprägt. Der Naturraum kennzeichnet sich durch den Übergang von der Waldsteppe im Nordwesten zur Halbwüste im Osten. Nur 4,3 Prozent des Territoriums besteht aus Wald. Im Gebiet gibt es etwa 200 Flüsse, die das Asowsche und das Kaspische Meer speisen.


Klima:

Der Oblast Wolgograd verfügt im Nordwesten über Schwarzerde und im übrigen Gebiet über Braunerden. Es herrscht kontinentales Klima mit kalten Wintern und wenig Schnee und heißen trockenen Sommern. Die Durchschnittstemperatur beträgt in Wolgograd 7,5 Grad Celsius, im Februar −9,9 Grad und im Juli 24,2 Grad. Die Vegetationsperiode ist 181 Tage lang. Die Niederschlagsmenge liegt im langjährigen Mittel im Nordwesten bei 450 mm im Jahr, im Südosten bei 270 mm, in Wolgograd bei 373 mm.

Lufttemperatur der Stadt Wolgograd:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
-4°C-3°C4°C15°C22°C27°C30°C29°C22°C13°C4°C-3°C
-8°C-9°C-3°C5°C11°C15°C18°C17°C11°C5°C-2°C-7°C

Klimastationen in der Oblast Wolgograd:


Natur:

Diese bieten den Lebensraum für eine artenreiche Flora und Fauna. In der Region gibt es über 9000 Insektenarten, 80 Fischarten, 8 Amphibien-, 15 Reptilien, 300 Vogelarten und 80 Säugetierarten. In der Oblast Wolgograd gibt es sieben Naturparks.


Geschichte:

Das Gebiet um Wolgograd war aufgrund seiner geographischen Lage an der Landenge zwischen Wolga und Don schon in der Antike eine wichtige Handelsroute. Hier siedelten im 5. Jahrhundert v. Chr. Skythen. Im 8. und 9. Jahrhundert gehörte das Gebiet zum Reich der Chasaren, im 11. und 12. Jahrhundert hielten sich hier verschiedene Stämme auf, unter anderen die Polovcer. Mit dem Mongolensturm im 13. Jahrhundert kam es unter die Herrschaft der Goldenen Horde, die etwa 50 km östlich von Wolgograd, am Fluss Achtuba, mit der Stadt eines ihrer Zentren errichtete. Im 14. Jahrhundert geriet das Gebiet unter die Herrschaft der Nogaier-Horde. Ende des 16. Jahrhunderts gelangte das Gebiet an das Russische Zarentum, nachdem es in einem Zweifrontenkrieg gegen Kosacken und Kalmücken zerrieben wurde. Zwischen 1708 und dem 3. Februar 1781 gehörte es zum Gouvernement Kasan. Danach kam es an Saratow. Für kurze Zeit, 1781/1782, trug diese den Namen Statthalterschaft Saratow, danach Gouvernement Saratow. Bis zum 29. März 1919 blieb die Region ein Teil dieses Gouvernements. 1919 wurde das Gouvernement Zarizyn gebildet, das bis 1925 bestand. Im Bürgerkrieg war die Region heftig umkämpft. Zu Ehren von Stalin wurde das Gouvernement 1925 in Gouvernement Stalingrad umbenannt. Am 21. Mai 1928 wurde es Bestandteil der neuen Oblast Untere Wolga. Sie wurde bereits im Juni 1928 in Krai Untere Wolga umbenannt. 1932 wurde dessen Hauptstadt von Saratow nach Stalingrad verlegt. Am 10. Januar 1934 wurde der Krai Stalingrad gebildet und am 5. Dezember 1936 die Oblast Stalingrad. Das Gebiet war während des Zweiten Weltkrieges 1942/43 Schauplatz der Schlacht um Stalingrad. In der Zeit der Entstalinisierung wurde die Oblast Stalingrad am 10. Dezember 1961 in Oblast Wolgograd umbenannt.


Kulturelle Zentren und Städte:

Frolowo:

Frolowo ist eine russische Stadt mit 39.449 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010) in der Oblast Wolgograd, Föderationskreis Südrussland. Sie hat den Status eines Stadtkreises und ist zugleich Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons in der Oblast Wolgograd. Frolowo liegt mitten in der südrussischen Steppenlandschaft am Fluss Artscheda aus dem Flusssystem des Don. Das Klima in und um Frolowo ist trocken und hochkontinental mit einem starken Temperaturgefälle zwischen den Sommer- und den Wintermonaten (bis 40 °C bzw. bis unter −35 °C). Die Oblasthauptstadt Wolgograd befindet sich 148 Kilometer südöstlich von Frolowo. Die nächstgelegene Stadt ist Michailowka 44 km nordwestlich.

Kamyschin:

Kamyschin ist eine Großstadt am rechten Ufer der Wolga im Süden Russlands. Sie liegt am Wolgograder Stausee auf halbem Wege zwischen Saratow und Wolgograd. In Kamyschin mündet das Flüsschen Kamyschinka (russisch Камышинка) in den Stausee. Die Stadt hat 119.565 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010) und ist damit der drittgrößte Ort in der Oblast Wolgograd. Kamyschin wurde 1668 als Dorf gegründet und wurde im 18. Jahrhundert zeitweise als Festung genutzt.

Michailowka:

Die Stadt liegt rund 200 km nordwestlich der Gebietshauptstadt Wolgograd am rechten Ufer des Don-Nebenflusses Medwediza. Der Ort entstand 1762 zunächst als ein kleines Landgut namens Sebrjakowo nach dem Familiennamen seines Besitzers. Über Jahrhunderte wurde hier vor allem Landwirtschaft betrieben. Diesen Namen erhielt die 1870 eröffnete nahegelegene Bahnstation, die bis heute so heißt. Ein nahes Dorf trug den Namen Michailowka. Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen das Dorf und die Stationssiedlung als Michailowka allmählich zusammen. 1928 wurde der Ort Verwaltungszentrum eines Rajons. Während des Zweiten Weltkrieges war in Michailowka ein gleichnamiges Arbeitslager eingerichtet. Von 1934 bis zur Verleihung des Stadtrechts 1948 besaß der Ort den Status einer Siedlung städtischen Typs.

Urjupinsk:

Urjupinsk ist eine Stadt mit 41.590 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010) in der Oblast Wolgograd in Russland. Sie befindet sich 340 km nordwestlich der Gebietshauptstadt Wolgograd, am linken Ufer des Flusses Chopjor. Das genaue Gründungsdatum des Ortes ist nicht bekannt: Einige Historiker meinen, dass Urjupinsk bereits im 15. Jahrhundert an den Südgrenzen des damaligen Rjasaner Fürstentums bestand, die anderen gehen von einer Gründung erst um 1618 durch Donkosaken aus. Der Stadtname könnte von der Bezeichnung u ruba – „am Hang“ – abstammen und die ursprüngliche Lage an einem steilen Flussufer bedeutet haben.

Wolgograd:

Wolgograd ist eine russische Großstadt mit 1.021.215 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010). Sie ist das administrative und wirtschaftliche Zentrum an der unteren Wolga. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Industriezentrum. Durch die Schlacht von Stalingrad im Winter 1942/43 ging die Stadt auch in die deutsche Geschichte ein. Wolgograd liegt knapp 1000 km südöstlich von Moskau am westlichen Ufer der Wolga, rund 400 km nördlich der Mündung des Flusses ins Kaspische Meer. Die Stadt erstreckt sich in einer Breite von bis zu 10 km über 60 km am Ufer der Wolga entlang. Die Stadt ist von der typischen Architektur des Spätstalinismus der 1950er und 1960er Jahre der Sowjetunion geprägt. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt zählt die Gedenkstätte der Schlacht von Stalingrad auf dem Mamajew-Hügel. Dort steht auch die Mutter-Heimat-Statue, die ein 33 Meter langes Schwert trägt und 7900 Tonnen wiegt (inkl. Fundament). Das Schwert der Statue wiegt allein 14 Tonnen. Sie ist mit 85 Metern (gemessen von der Fußsohle bis zur Schwertspitze) eine der höchsten Statuen der Welt. Im südlichsten Stadtteil von Wolgograd (in Krasnoarmeisk) liegt die ehemalige deutsche Siedlung Alt Sarepta, die 1765 von der Herrnhuter Brüdergemeine gegründet wurde. Nicht weit davon entfernt, direkt an der Einmündung des Wolga-Don-Kanales in die Wolga, steht die größte Lenin-Statue Russlands.

Wolschski:

Wolschski ist eine Großstadt mit 314.255 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010) im Süden Russlands in der Oblast Wolgograd. Wolschski liegt am linken Ufer der Wolga in Höhe der Abzweigung des Flusses Achtuba, direkt am Staudamm des Wolgograder Stausees und etwa 20 km oberhalb der Gebietshauptstadt Wolgograd. Die nächstgelegenen Städte sind Krasnoslobodsk, das sich etwa 17 km südwestlich von Wolschski befindet, sowie das hieran angrenzende Wolgograd.


Naturlandschaften und -monumente:

Mamayev Kurgan:

Der Mamajew-Hügel (Mamajew kurgan, auch Höhe 102,0), nördlich des Stadtzentrums von Wolgogradgelegen, war in der Schlacht von Stalingrad ein strategisch wichtiger und hart umkämpfter Punkt der Frontlinie zwischen dem Stadtzentrum im Süden und den nördlich liegenden großen Fabriken (Stahlwerk „Roter Oktober“, Geschützfabrik „Barrikaden“ und Traktorenwerk „Dserschinski“). Heute befindet sich auf diesem Gebiet der Stadt Wolgograd eine monumentale Gedenkstätte. Der Hügel wurde nach Mamai benannt, einem Emir im 14. Jahrhundert. Die Bauarbeiten an der Gedenkstätte mit der monumentalen Statue, einer Personifikation der sowjetischen Heimat und Verkörperung des Triumphes der Roten Armee, begannen im Jahre 1959 und endeten nach achtjähriger Bauzeit mit der Einweihung am 15. Oktober 1967. Die Figur ist eine der höchsten Statuen der Welt. Die meistbesuchte Gedenkstätte Russlands ist das ganze Jahr hindurch geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Haltestelle Mamajew kurgan der Stadtbahn liegt unmittelbar unterhalb des Parkgeländes. Diese höchste freistehende Statue der Welt misst bis zur Spitze des 33 Meter langen und 14 Tonnen schweren Schwertes 82 Meter (bis zum Kopf 52 Meter) und wiegt etwa 8000 Tonnen. Der Entwurf stammt von Jewgeni Wutschetitsch. Weiter unterhalb der Kuppe befindet sich eine parkartige Anlage mit Steinskulpturen in pathetischerAnmutung und in einem Gebäude eine große, von einer Steinhand gehaltene Ewige Flamme.

Steppenlandschaften der Stadt Wolgograd:

Die Hauptstadt Volgograd wird umgeben von trocknen Steppen- und Halbwüstenlandschaften. Die Wolga trennt die Waldsteppen von den trockenen Grassteppen. Südlich von Wolgograd beginnt das Delta der Wolga.