Liaoning

Liáoníng ist eine Provinz im Nordosten der Volksrepublik China. Liaoning ist die südlichste der drei mandschurischen Provinzen. In der Kurzform wird die Provinz auch Liao genannt. Der Name geht auf dem Fluss Liaohe zurück, der die Ebene in der Mitte der Provinz durchzieht und in den Golf von Liaodong mündet. Auf einer Fläche von 146.000 km² leben 42 Mio. Menschen in 44 Kreisen und 31 Städten. Die Hauptstadt der Provinz ist Shenyang, die vielfach noch unter ihren mandschurischen Namen Mukden bekannt ist.


Geographie:

Liaoning liegt in der Mandschurei, dem südlichen Teil vom Nordosten Chinas. Die Provinz wird im Süden vom Gelben Meer, im Südosten von Nordkorea, im Nordosten von der Provinz Jilin, im Westen von Hebei und im Nordwesten durch die Innere Mongolei begrenzt.

Der Yalu ist der Grenzfluss zwischen Nordkorea und China. Er mündet in die Bucht von Korea zwischen Dandong (Liaoning) und Sinŭiju (Nordkorea).

Die Küstenlinie ist 1650 km lang und ist strak zerklüftet. Sie biete jedoch viele natürliche Häfen und Fischereien.

Großlandschaften der Provinz:

Tafelland von Ost-Liaoning:

Im Osten grenzt dieses Hügel- und Bergland an das Gelbe Meer im Süden und weiter nördlich an Nordkorea. Im Nordosten stößt es an die Provinz Jilin und im Westen an die Liaohe-Ebene. Da die große Halbinseln Liaodong zu diesem Bergland letztlich zu rechnen ist, hat sie auch Teil an den Küsten des Boahi Meeres. Obwohl viele Erhebungen nur etwa 500 m hoch sind, gibt es doch auch bis zu 1000 m hohe Berge und der Buyun Shan weist sogar 1134 m auf. Im nördlichen Teil dieses Gebiets erreicht auch der Morihong Shan eine Höhe von 1013 m, im Osten der Laotieding Shan mit 1325 m. Das gesamte Berggebiet fällt in der langen Linie im Westen zur Liaohoe-Ebene ab, die den ganzen Mittelteil der Provinz ausfüllt und von südwestlicher Richtung nach Nordosten verläuft.

Liaohoe-Ebene:

Die Ebene ist ein fruchtbares Flachland im dem sich der Liaohe in vielen Bögen windet. Das Land ist intensiv durch Felder bewirtschaftet. Der Liaohe kommt aus dem Norden, wo er von vielen Nebenflüssen gespeist wird. Am östlichen Rand, noch vor dem Berggebiet, liegt die Provinzhauptstadt Shenyang, die sich am Hunhe, einem Nebenfluss des Liaohe, ausbreitet. Die Ebene ist durch die Ablagerung des Liaohe und seiner Nebenflüsse entstanden.

Tafelland von West-Liaoning:

Die ca. 200 km breite Eben wird im Westen von einem Tafelland begrenzt, das jedoch im Süden aufsteigt und mit dem Daqing Shan (1224 m) den höchsten Punkt erreicht. Der östliche Teil dieses Landes liegt an der Küste des Bohai Meeres.

Administrative Lage:

Administrativ ist Liaoning in 14 bezirksfreie Städte gegliedert:

  • Stadt Shenyang
  • Stadt Dalian
  • Stadt Anshan
  • Stadt Fushun
  • Stadt Benxi
  • Stadt Dandong
  • Stadt Jinzhou
  • Stadt Yingkou
  • Stadt Fuxin
  • Stadt Liaoyang
  • Stadt Panjin
  • Stadt Tieling
  • Stadt Chaoyang
  • Stadt Huludao

Klima:

Der kontinentale Charakter des Klimas wird stark durch die Monsunwinde beeinflusst und beschert dem Land heiße, regnerische Sommer und einen langen kalten, aber schneearmen Winter. Der Frühling ist kurz und windig. Die frostfreie Periode reicht im Durchschnitt von 130 bis zu 180 Tage, bedingt durch die Höhenunterschiede. In bestimmten Landschaften kann sie sich bis auf über 200 Tage erstrecken.

Im Vergleich zur restlichen Mandschurei weist die Provinz Liaoning die höchste Temperatur und die größte Niederschlagsmenge auf.

Durchschnittstemperaturen:

  • ∅ Jahrestemperatur: +6°C bis +11°C

Die durchschnittliche Temperatur im Januar schenkt zwischen -12°C im Landesinneren und -4,5°C an der südlichen Küste. Im Juli liegt die Temperatur bei +24,6°C in der Hauptstadt. An der Küste hingegen kühlen die Seewinde die Sommertemperaturen ein wenig ab.

Niederschlag:

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt zwischen 400 und 1000 mm. Der Gipfel wird in den Sommermonaten erreicht, zu dieser Zeit fallen etwa zwei Drittel des gesamten Jahresniederschlags herab.

Shenyang:

Klimastationen Shenyangs:

Dalian:


Geschichte:

Die heutige Provinz Liaoning, die bis 1929 den Namen Fengtian trug, war das Kernland der Mandschu mit Shenyang (mandschurisch: Mukden) als Hauptstadt des Mandschu-Reiches. Nach Gründung der Qing-Dynastie verlegten die Mandschu ihre Hauptstadt von Shenyang nach Beijing. Nach dem Niedergang der Qing-Dynastie war die Provinz von Japan und Russland besetzt, die die Region auch industrialisierten. Die Häfen von Dalian und Lüshunkou(vormals als Port Arthur bekannt) waren während der russischen Besetzung wegen ihrer Eisfreiheit ein wichtiger strategischer Punkt für die Russische Fernostflotte.


Kulturelle Zentren und Städte:

Anshan:

Anshan wurde 1387 gegründet und im 16. Jahrhundert befestigt. Nachdem die Stadt im Boxeraufstand (1900) und im Russisch-Japanischen Krieg (1904–1905) großen Schaden genommen hatte, wurde sie mit breiten Straßen neu angelegt. Die Industrialisierung begann in Anshan um 1918, und beschleunigte sich nach der Okkupation durch Japan1931. Im zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg (1937–1945) wurde Anshan wieder schwer beschädigt und die Industriekomplexe später von der sowjetischen Armee gegen Ende des Zweiten Weltkrieges geplündert. In den 50er Jahren wurde die Stadt wieder neu aufgebaut, diesmal mit neuen modernen Industrieanlagen.

Dalian:

Dalian war dank seiner günstigen geographischen Lage bereits im 6. Jahrhundert ein wichtiger Hafen. Die Qing-Dynastie benutzte den Hafen als Stützpunkt ihrer Nordflotte, die im chinesisch-japanischen Krieg von 1894 unterging. Besondere Sehenswürdigkeiten:

  • Bankgebäude
  • Dalian Jiaotong Universität

Fushun:

Eines der größten Kohlezentren Chinas ist Fushun, die Stadt am Hanhe, 40 km östlich von Shenyang. Die Kohle von Fushun enthält Öl und Bitumen und wird teilweise im Tagebau gefördert. Die Vorräte werden auf eine Milliarden Tonnen geschätzt. Neben den Kohlebergwerken befinden sich in Fushun doch auch eine Reihe anderer Industriebetriebe.

Shenyang:

Shenyang liegt im Nordosten der Volksrepublik China und ist die Hauptstadt der Provinz Liaoning. Es ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Nordostchinas. Im europäischen Schrifttum ist die Stadt auch unter dem Namen Mukden als Hauptstadt der Mandschurei bekannt. Frühere Namen der Stadt waren Shengjing und Fengtian. Shenyang liegt im Nordosten der Volksrepublik China, im Süden der fruchtbaren mandschurischen Ebene am Fluss Hun He, einem Nebenfluss des Liao He, der in etwa 170 km Entfernung vom Stadtgebiet in den Golf von Liaodong des Gelben Meeres mündet. Die ältere Stadt lag lange Zeit nur am rechten Nordufer des Flusses, seit einigen Jahren und dem Bau weiterer Brücken besetzt die schnell wachsende Kommune jedoch auch die linke Flussseite im Süden. Hier steht auf großen heute noch landwirtschaftlich genutzten Flächen der Raum zur Verfügung, den die expansive Stadt benötigt. Shenyang besitzt diverse touristische Attraktionen. Die meist besuchteste ist sicherlich der oben erwähnte Kaiserpalast, welcher eine kleinerer Vorläufer der bekannteren Pekinger Verbotenen Stadt und ein Palast der Mandschurenherrscher war. Die Anlage wurde 2004 von der UNESCO als Teil der kaiserlichen Paläste der Ming- und Qing-Dynastien in die Liste des Welterbes aufgenommen. Daneben gibt es mehrere Kaisergräber, von denen zwei im Stadtgebiet liegen. Dongling, das Grab Nurhachis, liegt im Osten der Stadt, Beiling, das Grab Huang Tai Jis, liegt im Norden – beide inmitten großer Parks; der Beiling-Park ist mit über 350 Hektar Fläche ungefähr so groß wie der Central Park in New York City. Sehenswert sind auch die vier Pagoden, die in gleichem Abstand von der Verbotenen Stadt aus in den vier Himmelsrichtungen verteilt liegen. Die einzige dieser Pagoden, die die Zerstörungswut der Großen Kulturrevolution überlebt hat, ist die nördliche Pagode. Die übrigen wurden nach dem Ende der Kulturrevolution originalgetreu rekonstruiert. Seit Mai 2006 sind östlich Shenyangs der Vogelinsel-Park mit einem Seeaquarium und die Internationale Gartenausstellung (IGA) zu besichtigen. Die IGA hat u. a. eine interessante Ansammlung von Gärten zu bieten, die in reicher Vielfalt die unterschiedlichsten Gartenbautraditionen der chinesischen Provinzen vorstellen. In den letzten Jahren hat die Stadtverwaltung die vorrangige Anlage von Straßenbegleitgrün an den Autobahnringen sowie neuen Park- und Grünflächen in den Fluss- und Kanaluferbereichen verstärkt, um dem hohen Verschmutzungsgrad durch Industrie- und Verkehrsemissionen entgegenzuwirken. Shenyang ist zur „Nationalen Modellstadt für Umweltschutz“ ernannt worden und kann somit auf Unterstützung aus Peking zurückgreifen. Im lange anhaltenden Winter ist Wintersport in den ebenfalls ca. 30 km östlich von Shenyang gelegenen Qipanshan-Bergen möglich. Die breiten, mäßig steilen Skipisten sind gut für Anfänger geeignet. In den Qipanshan-Bergen gibt es auch einen Safaripark, wo es möglich ist, mit dem eigenen Wagen durch Freigehege mit Tigern, Löwen, Bären und anderen Großtieren zu fahren. Außerdem fährt ein Bus Touristen durch die Freigehege. Neuerdings findet auch in Shenyang allwinterlich ein Eisskulpturenfest ähnlich dem berühmten Eisskulpturenfest in Harbin statt. In Shenyang lebt insbesondere in den Stadtvierteln um die westliche Pagode eine starke koreanische Minderheit, Shenyang entwickelt sich aufgrund der wirtschaftlichen Prosperität immer mehr zu einem regionalen kulturellen Zentrum mit wachsender multikultureller Szene. Abends ziehen vor allem riesige Karaoke-Bars, aber auch einige Discos und Bars in westlichem Stil ein großes Publikum an. Shenyang war Austragungsort einiger Fußballspiele der Olympischen Sommerspiele 2008. Dazu wurde mit dem Olympischen Stadion Shenyang eigens ein neues Mehrzweckstadion mit offenem Dach für 60.000 Zuschauer gebaut. Es liegt im Süden und bildet den Mittelpunkt einer großzügig angelegten Urbanisation, die mit ihren breiten Straßen und Zubringern US-amerikanischen Vorbildern offensichtlich den Rang ablaufen möchte. Höchstes Gebäude der Stadt war lange Zeit der Fernsehturm Shenyang, welcher 2014 vom 384 Meter hohen Bürogebäude des Forum 66 abgelöst wurde.

Yonghe-Tempe:

Der Yonghe-Tempel in Peking, ist die ehemalige Residenzdes Prinzen Yinzhen, welche 1744 unter Kaiser Qianlong zu Ehren seines Vaters in einen lamaistischen Tempel umgebaut wurde, ist dieser ugs. daher auch als der Lamatempel bekannt. Er ist einer der größten lamaistischen Tempel außerhalb Tibets und gilt als die am besten restaurierte Tempelanlage Pekings. Die in Nord-Süd-Richtung ausgerichtete Anlage besteht aus einem Ziergarten, mehreren Innenhöfen und verschiedenen Hallen. Als Höhepunkt gilt die Halle des Unendlichen Glücks, in welcher eine 18 Meter hohe, aus einem einzigen Sandelholzbaum geschnitzte Statue des Buddha Maitreya steht. Der Stamm des Ursprungsbaums ist 26 m hoch, 8 m davon in die Tiefe gesetzt. Die Quersumme der Höhe beträgt 8. Diese Statue war ein Geschenk von Kelsang Gyatsho, dem 7. Dalai Lama, an Kaiser Qianlong.

Xingcheng:

Xingcheng ist eine kreisfreie Stadt der bezirksfreien Stadt Huludao in der chinesischen Provinz Liaoning. 1999 zählte sie 545.684 Einwohner. Die alte Stadtmauer von Xingcheng (Xingcheng gucheng) steht seit 1988 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China (3-62).


Naturlandschaften und -monumente:

Bucht von Korea:

Die Koreabucht, auch Westkoreabucht ist ein nördlicher Ausläufer des Gelben Meeres, zwischen der chinesischen Provinz Liaoning und der nordkoreanischen Provinz P’yŏngan-pukto. Die Bucht wird durch die zur Volksrepublik China gehörende Halbinsel Liaodong vom Golf von Bohai im Westen getrennt und ist mit diesem durch die an der engsten Stelle 102 km breite Bohaistraßeverbunden. Der südlichste Punkt der Halbinsel, die Stadt Dalian, ist Chinas nördlichster eisfreier Seehafen. Der Yalu mündet in die Bucht, zwischen Dandong und Sinuiju, der Fluss ist gleichzeitig die Grenze zwischen Nordkorea und der Volksrepublik China. Auf der gegenüberliegenden Seite der Koreanischen Halbinsel befindet sich die Ostkoreabucht.

Changbai Shan:

Changbai Shan, koreanisch auch Changbaek San, („ewig-weiß“) bezeichnet ein Gebirge im Grenzland zwischen VR China und Nordkorea. Das Gebirge breitet sich von den nordöstlichen chinesischen Provinzen Jilin und Liaoning bis zu den nordkoreanischen Provinzen Ryanggang und Chagangaus. Viele Gipfel im Changbai-Gebirge überschreiten die2000 m-Marke. Der höchste und auch bekannteste Berg des Changbai-Gebirges ist der Paektu San/Baitou Shanmit seinem Himmelssee (Tian Chi). Im Gebirge soll der Legende nach Bukuri Yongson geboren sein, der der Urahn der Nurhaci und der Königsfamilie der Aisin Gioroist, und der die Mandschurei und die chinesische Qing-Dynastie begründet hatte.

Dahuofang:

Nur 15 km von der Stadt entfernt liegt im Osten der Dahuofang-Stausee, einer der größten Chinas mit einer Fläche von 110 km². Bereits zwischen 1954 und 1958 am Ober- und Mittellauf des Hanhe angelegt, sichert er die Bewässerung von 120.000 ha Ackerland und das Kraftwerk am Staudamm versorgt Fushun und viele Gebiete, vor allem aber Shenyang, mit Strom.