Madrid und Umgebung

Madrid ist die HauptstadtSpaniens und der Autonomen Gemeinschaft Madrid. Die Metropolregion Madrid zählt mit etwa sieben Millionen Einwohnern zu den größten Metropolen Europas. Madrid ist (ohne Vororte) mit rund 3,2 Millionen Einwohnern nach London und Berlin die drittgrößte Stadt der Europäischen Union und die größte Stadt Südeuropas. Madrid ist seit Jahrhunderten der geographische, politische und kulturelle Mittelpunkt Spaniens (siehe Kastilien) und der Sitz der spanischen Regierung. Hier residieren auch der König, ein katholischer Erzbischof sowie wichtige Verwaltungs- und Militärbehörden. Als Handels- und Finanzzentrum hat die Stadt nationale und internationale Bedeutung. In Madrid befinden sich sechs öffentliche Universitäten sowie verschiedene andere Hochschulen, Theater, Museen und Kultureinrichtungen.Die Einwohner Madrids nennt man „Madrilenen“ (span. madrileños) oder „Madrider“.

Kastilien:

Kastilien ist das Herz Spaniens.  In der Region liegt die spanische Hauptstadt Madrid.  Das heutige Kastilien besteht aus drei autonomen Gemeinschaften:

  • Castilla La-Mancha
  •  Madrid
  •  Castilla-León

zusammen bilden sis die größte und auch bevölkerungsreichste Region Spaniens.

Im Norden recht Altkastillien  bis an den Atlantik, Umfasst auch die heutigen Comunidades Kantabrien  und La Rioja.

Trennungslinie zwischen diesen beiden historischen Regionen ist das Kastillische Scheidengebirge mit der Sierra de Gredos und der Sierra de Guadarrama, das aus der  zentralspanische Hochebene der Meseta zu Höhen von deutlich über 2000 m  ansteigt.


Geographie:

Madrid befindet sich im Zentrum Spaniens auf 667 msnm und ist damit die höchstgelegene Hauptstadt der Europäischen Union. Die vom kleinen Fluss Manzanares durchflossene Stadt gehört zur historischen Landschaft Kastilien und liegt inmitten der Meseta, der Hochebene von Kastilien. Nordwestlich der Stadt erheben sich die Berge der Sierra de Guadarrama, die im Peñalara bis 2429 m hoch aufragen. Nach Osten öffnet sich das Tal des Henares, in dem Eisen- und Autobahnen nach Saragossa und Barcelona verlaufen. Etwa 70 km südlich, am Tajo, liegt die alte kastilische Hauptstadt Toledo, die heute Hauptstadt der autonomen Region Castilla-La Mancha ist.


Klima:

Durch seine Höhenlage auf 667 Meter über dem Meeresspiegel und das kontinentale Klima sind die Sommer in Madrid heißer und trockener, die Winter jedoch deutlich kälter als etwa in den Städten am Mittelmeer. Die durchschnittliche Temperatur im Januar liegt bei etwa 6,1 °C, im Juli bei etwa 24,2 °C. Dabei ist es dann meist sehr trocken und heiß.

Lufttemperatur der Stadt Madrid-Bajaras:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
11°C13°C17°C20°C25°C30°C34°C34°C29°C22°C15°C12°C
2°C2°C4°C7°C10°C15°C18°C18°C14°C10°C5°C1°C

Lufttemperatur der Stadt Madrid-Getafe:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
11°C12°C16°C20°C24°C29°C34°C33°C28°C22°C15°C11°C
3°C3°C6°C9°C12°C17°C20°C20°C16°C12°C7°C3°C

Geschichte:

Obwohl Madrid spätestens seit dem 9. Jahrhundert existiert, ja womöglich bereits eine vormaurische Siedlung dort existierte, sind aus dieser Zeit kaum Spuren erhalten. Das Stadtbild Madrids ist ganz wesentlich von den spanischen Habsburgern und Bourbonen geprägt worden, später wurde es unter Joseph Bonaparte, der deswegen im Volksmund auch Rey bzw. Pepe Plazuelas gescholten wurde, umgestaltet. Nach den Zerstörungen durch die Belagerung während des Spanischen Bürgerkriegs wurde es unter Francisco Franco nach dessen Plänen wieder aufgebaut bzw. die durch den Bürgerkrieg unvollendeten Umgestaltungen der von Franco bekämpften Zweiten Republik, etwa die Nuevos Ministerios, wurden fertiggestellt. Nach dem Plan de Estabilización 1959 wuchsen auch immer mehr Wolkenkratzerin die Höhe, ein Trend der bis zur Finanzkrise 2007 anhielt. Zwischen 1900 und 1980 versechsfachte sich die Stadtbevölkerung von etwa 500.000 auf etwa drei Millionen Einwohner.


Sehenswürdigkeiten:

Wichtigsten Sehenswürdigkeiten:

  • Palacio Real
  • Almudena-Kathedrale
  • Parque del Buen Retiro
  • Parque Madrid Río
  • Parque de Atracciones de Madrid
  • Puerta de Alcalá
  • Palacio de Cibeles
  • Palacio Longoria
  • Bank von Spanien
  • Estadio Santiago Bernabéu
  • Estadio Vicente Calderón
  • Palacio de Deportes
  • Las Ventas
  • Faro de Moncloa
  • Torre España
  • Puerta de Europa
  • Torre Caja Madrid
  • Torre de Cristal
  • Torre PwC
  • Torre Espacio
  • Torre Picasso
  • Metropolis-Haus
  • Bahnhof Madrid Atocha
  • Tempel von Debod
  • Congreso de los Diputados

Plätze:

  • Die Plaza Mayor wurde im 15. Jahrhundert als Marktplatz angelegt und ist bis heute der lebendigste Platz der Stadt. Er befindet sich im Zentrum der Altstadt und ist ein rechteckiger, einheitlich geschlossener, autofreier Platz (ähnlich dem gleichnamigen Platz in Salamanca). Hier werden häufig Konzerte veranstaltet.
  • Plaza de la Puerta del Sol, der Mittelpunkt der Stadt und ganz Spaniens: hier befindet sich der Kilómetro Cero, der traditionelle Ausgangspunkt der sechs radialen Nationalstraßen.
  • Die parkartige, halbrunde Plaza Oriente zwischen der Oper und dem Palacio Real.
  • Plaza de Cibeles: hier befinden sich drei der größten Sehenswürdigkeiten von Madrid auf einem Platz: der Kybelebrunnen, der Palacio de Comunicaciones und die Banco de España. Von den Anhängern und der Mannschaft des Fußballvereins Real Madrid wird dieser Platz zur Feier von Meisterschaften genutzt.
  • Plaza de España am westlichen Ende der Gran Vía, ein großer Platz im Stile der 1920er Jahre mit früher Hochhausarchitektur.
  • Plaza de Colón: zentral gelegen, Beginn des Paseo de la Castellana.
  • Plaza de Lavapiés, zentraler Punkt des gleichnamigen Stadtteils Lavapiés, ist ständig in Umbauarbeiten begriffen, sei es zur Bewerbung für die Olympischen Spiele o. ä.
  • Plaza de Castilla: ist im Norden von Madrid im Stadtteil Chamartín. Hier befinden sich die berühmten Torres KIO.

Straßen:

  • Calle de Alcalá. Diese Prachtstraße beginnt an der Puerta del Sol und führt in Richtung Alcalá de Henares. Zwischen Sol und Plaza de Cibelesbefinden sich zahlreiche repräsentative Gründerzeitbauten, u. a. Konzernsitze von Großbanken.
  • Paseo del Prado. Diese sehr breite Straße führt vom Bahnhof Atochazur Plaza de Cibeles. Hier befinden sich große Hotels und das Prado-Museum.
  • Paseo de la Castellana. Die wichtigste Straßenachse Madrids beginnt an der Plaza de Colón und führt rund 5,42 Kilometer in nördliche Richtung bis zum inneren Autobahnring. Die Straße ist großteils durch parkartige Alleen unterteilt. An manchen Stellen kann man inmitten von 10 stark befahrenen Autospuren gemütlich einen cafe con leche genießen. Im Norden repräsentiert sie das moderne Madrid mit ihrer weithin sichtbaren Hochhausarchitektur.
  • Gran Vía. Hier befinden sich eine Reihe großer Kinos, die Zentrale der spanischen Telefongesellschaft Telefónica und Modegeschäfte.
  • Calle Goya
  • Calle Huertas. Nach ihr ist das „Schriftstellerviertel“ im Zentrum benannt, in dem die wichtigsten Schriftsteller (u. a. Cervantes, Lope de Vega, Quevedo, Góngora) der spanischen Literatur auf engem Raum und z. T. in gleichen Zeiträumen („Das goldene Jahrhundert“) wohnten und arbeiteten. Als eine der wenigen Fußgängerzonen der Stadt fungiert die Straße heutzutage als Ausgehzentrum.

Gran Via

Museen:

Am Paseo del Prado befinden sich im sogenannten Museumsdreieck in Gehweite von wenigen hundert Metern drei der wichtigsten Museen der Welt: Museo del Prado, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia und Museo de Arte Thyssen-Bornemisza

  • Museo del Prado: Eines der wichtigsten Malereimuseen der Welt. Es umfasst die bedeutendste Sammlung spanischer Malerei vor 1900 überhaupt (z. B. El Greco, Velazquez, Goya) sowie herausragende Werke anderer europäischer Maler (Raffael, Tizian, Hieronymus Bosch, Rubens, Dürer u. v. a. m.)
  • Museo Reina Sofía: Benannt nach der spanischen Königin Sofía ergänzt das Museum die Kollektion des Prados mit vielen wichtigen Gemälden und Skulpturen namhafter Künstler der Moderne ab dem 20. Jahrhundert, so z. B. Pablo Picasso, vor allem sein Gemälde Guernica, Salvador Dalí, Juan Gris u. v. a. m.
  • Museo Thyssen-Bornemisza: Eine der wichtigsten Privatsammlungen der Welt mit Gemälden aus der Zeit ab dem 14. Jahrhundert.
  • Museo de Cera: Im Wachsfigurenkabinett Madrids sind über 450 berühmte Personen aus den Bereichen Unterhaltung, Sport, Kunst, Wissenschaften, Literatur oder Geschichte mit Schwerpunkt auf das Land Spanien in Wachs reproduziert. Dazu gibt es noch die Schreckenskammer, und den Multivisionssaal, in dem Carlos I. die Geschichte Spaniens erzählt.
  • Museo Arqueológico Nacional: Das 1867 gegründete Museum zeigt historische Funde der iberischen Halbinsel. Darunter befindet sich die berühmte Dama de Elche. Zudem gibt es eine ägyptische und griechische Sammlung.
  • Museo Taurino de la Plaza de Toros de Las Ventas: Großes Stierkampfmuseum von Las Ventas
  • Museo Nacional de Ciencias Naturales

Kulturelle Zentren und Städte in der Umgebung von Madrid:

Alcalá de Henares:

Alcalá de Henares ist eine Stadt in der Comunidad de Madrid (Spanien). Sie hieß in der Römerzeit Complutum. Die historische Universität Alcalá, eine der ältesten Universitäten Europas, die im Jahre 1836 nach Madrid verlegt wurde, und ein historischer Stadtkern zeichnen Alcalá aus. Dies wurde 1998 durch die Aufnahme von Altstadt und alter Universität in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO bestätigt. Der Name der Stadt leitet sich aus dem Arabischen ab, sowie vom Henares, dem durch die Stadt fließenden Fluss. Alcalá ist vermutlich die Geburtsstadt des spanischen Nationaldichters Miguel de Cervantes, des Autors des Don Quijote. Seine Taufe ist hier dokumentiert. Das Geburtshaus des Dichters Miguel de Cervantes gehört zu den großen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die vielen religiösen Gebäude, allen voran die Kathedrale an der Plaza de los Santos Niños, sowie weitere Kirchen, Kapellen, Klöster etc. Lange Zeit waren in vielen historischen Gebäuden die Kasernen der Fallschirmspringer-Brigade untergebracht. Heute sind bzw. werden diese Gebäude für die Fakultäten der Universität renoviert. Auf den Türmen der Stadt wohnen viele Störche, die seit einigen Jahren ganzjährig in Alcalá bleiben.

  • Hauptgebäude der Universität (Plateresker Stil)
  • Geburtshaus von Miguel de Cervantes
  • Kathedrale (La Magistral an Plaza de los Santos Niños)
  • Corral de Comedias (Plaza Cervantes, altes Theatergebäude)
  • Teatro Salón Cervantes
  • Palacio Arzobispal (Erzbischöflicher Palast)
  • Calle Mayor (zwischen Plaza Cervantes und Plaza Santos Niños, mit vor Hitze und Regen schützenden Arkaden)
  • Botanischer Garten (Neues Uni-Gelände)
  • Arboretum (im Westteil der Stadt)
  • Parque O’Donnell
  • Puerta de Madrid (Stadttor)
  • Alte Stadtmauer
  • Archäologische Funde
  • La Cupula Restaurante (Restaurant in ehemal. Kloster)
  • Eine große Zahl kleinerer Kirchen, Klöster usw.

Aranjuez:

Aranjuez ist eine Stadt in Spanien. Sie liegt 47 km südlich von Madrid an den Flüssen Tajo und Jarama. Ihre Einwohner werden Ribereños oder arancetanos genannt. Aranjuez gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe Spaniens und besteht aus den folgenden Stadtvierteln: Centro (Innenstadt), Vergel, Olivas, Aves, Nuevo Aranjuez („Neu-Aranjuez“), Foso, Moreras und La Montaña („Die Berge“). Seit dem 16. Jahrhundert war Aranjuez einer der Sommersitze der königlichen Familie. Darauf spielt der berühmte Beginn des Don Karlos von Schiller an: „Die schönen Tage in Aranjuez sind nun zu Ende.“ In Aranjuez wurde am 12. April 1772 zwischen Frankreich und Spanien ein Vertrag geschlossen, in dem Spanien der anderen Vertragsseite gegen Großbritannien beizustehen versprach. Am 18. März 1808 brach in der Stadt die spanische Revolution aus, die den Friedensfürsten Godoy stürzte sowie König Karl IV. zur Abdankung zwang. Schließlich trat hier im gleichen Jahr am 25. September die Zentraljuntazusammen. Aranjuez liegt in einem schönen, bewaldeten Tal. Die Altstadt weist eine regelmäßige Architektur auf, die an den holländischen Stil erinnert. Die größte und bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist der 1727 von Pedro Caro errichtete Palast von Aranjuez, die ehemalige Sommerresidenz der spanischen Könige. Der Palast ist umgeben von weitläufigen Gärten mit herrlichen Baumgruppen, Laubholzbeständen und Wiesen. Eine weitere Sehenswürdäigektie ist die Kirche San Antonio.

Palacio Real de Aranjuez:

Der Palacio Real de Aranjuez (span. „Königlicher Palast von Aranjuez“) ist ein Schlossin der gleichnamigen Stadt in Spanien, ca. 50 Kilometer südlich von Madrid. Das Schloss kann mit einer aufwändigen Inneneinrichtung aufwarten, als Höhepunkte gelten der Porzellansalon, der Thronsaal und die Schlosskapelle, zudem sind im Schloss die Paradezimmer und privaten Wohnräume der Königsfamilie erhalten. Da der Palast in Teilen ein Museum beherbergt, ist er für Besucher zugänglich und bildet den Mittelpunkt der auf ihn ausgerichteten Stadt. Das Schloss von Aranjuez ist für seine Parkanlage berühmt. Das Wasser bildet durch den direkt am Palast vorbeifließenden Tajo das dominante Gestaltungselement. Der Barockpark ist in seinen Grundzügen bis heute erhalten und in verschiedene Bereiche gegliedert, der Prinzengarten liegt direkt an den Ufern des Flusses, der Inselgarten auf einem künstlich angelegten Eiland. Der Park ist mit dutzenden Brunnenanlagen, Statuen und Blumenrabatten geschmückt, ein kleiner chinesischer Pavillon stillte das Bedürfnis nach Exotik. Im Park findet sich auch die Casa del Labrador, ein dreiflügeliges klassizistisches Lustschloss, das bis 1803 für Karl IV. errichtet wurde. Das Schloss beherbergt heute eine große Sammlung von Porzellanen und historischen Uhren. Der Palast von Aranjuez mit seinen Gärten und der Stadt steht auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Die berühmte Eingangsszene von Schillers Don Karlos spielt hier. Die Palastanlage regte 1939 den spanischen Komponisten Joaquín Rodrigo zur Komposition seines Concierto de Aranjuez an. Als Rodrigo 1991 durch König Juan Carlos I. in den erblichen spanischen Adelsstand erhoben wurde, erhielt er in Anlehnung an seine Komposition den Titel eines Marqués de los Jardines de Aranjuez.

Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial:

Der Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial (Königlicher Sitz Sankt Laurentius von El Escorial) ist eine Schloss- und Klosteranlage, die in den Jahren 1563 bis 1584 auf Initiative des Königs Philipp II. von Spanien nach Plänen von Juan Bautista de Toledound unter langjähriger Bauleitung von Juan de Herrera in der spanischen Ortschaft San Lorenzo de El Escorial in der Region Madrid errichtet wurde. Die Entfernung zur spanischen Hauptstadt beträgt etwa 45 Kilometer. Die Klosterburg ist der größte Renaissancebau der Welt. Das Bauwerk wirkt trotz seiner Länge von 207 m und einer Breite von 161 m nicht wie ein typischer Palast. Die Fassaden sind wegen der Vorliebe Philipps II. für einen asketischen Lebensstil im nüchternen Stil der spanischen Renaissance gestaltet. Zum Gebäudekomplex gehören eine Kirche (über einem Quincunx-Grundriss im Mailänder Schema errichtet), ein dem hl. Laurentius geweihtes Kloster des Ordens der Hieronymiten (heute in der Obhut der Augustiner), der eigentliche Königspalast, eine Schule und eine Bibliothek. Der Bau gilt als erstes Beispiel für den Desornamentado-Stil (Herrera-Stil). Auf einer Grundfläche von 33.000 m², die nur vom Vatikanpalast übertroffen wird, gibt es 2000 Gemächer mit 3000 Türen und 2673 Fenstern, außerdem 16 Höfe, 12 Kreuzgänge, 88 Brunnen und 86 Treppenaufgänge. Der Grundriss hat die Form eines Gitters, zu Ehren des heiligen Laurentius, welcher der Überlieferung nach auf einem Feuerrost das Martyrium erlitt. Die Bibliothek ist in einem der größten Säle des Palastes mit prunkvollen Deckenfreskenuntergebracht; sie beherbergt über 40.000 Bücher, darunter zahlreiche mittelalterliche Handschriften. Im Königspalast sind Porzellan, Möbel und Wandteppiche zu besichtigen. Die berühmtesten Kämpfe der Spanier gegen die Araber und aus der Regierungszeit Philipps II. (Saint-Quentin) sind im 55 m langen Schlachtensaal dargestellt. Das Architekturmuseum beherbergt eine Dokumentation der 21-jährigen Bauarbeiten. Der Sommerpalast Philipps II. besitzt eine wertvolle Gemäldesammlung mit Werken von Tizian, El Greco, Albrecht Dürer und besonders Hieronymus Bosch, dem Lieblingsmaler Philipps II. Die Fassade der monumentalen Kirche erhebt sich im Königshof, dem Haupteingang gegenüber. Über der Dreiportalanlage wachen die Standbilder von sechs biblischen Königen. Rechts und links des Eingangs stehen die beiden 72 m hohen Glockentürme. Die Höhe der Kuppel der Kirche beträgt 90 m. Im Inneren der Kirche gibt es 40 Altäre; der Hochaltar ist aus rotem Marmor und Jaspis gefertigt. An den beiden Seiten des Hochaltars befinden sich die Grabmäler Philipps II. und Kaiser Karls V. und ihrer Familien. Die Sakristei verwahrt unter anderem über vierzig wertvolle Gemälde, darunter Werke von Tizian und El Greco. Die als Pantheon bezeichnete Krypta unter der Kirche, ein Kuppelbau aus schwarzem Marmor, ist die Grablege der meisten spanischen Herrscher, beginnend bei Karl V.

San Lorenzo de El Escorial:

San Lorenzo de El Escorial ist eine Gemeinde im Nordwesten der spanischen Region Comunidad de Madrid. Die Gemeinde liegt in der Sierra de Guadarrama in einer mittleren Höhe von 1.035 Metern und ist 47 km von Madrid entfernt. Sie hat 18.038 Einwohner (Stand 1. Januar 2016). In San Lorenzo befinden sich zwei Monumente, die mit der spanischen Geschichte eng verknüpft sind:

  • Die Kloster- und Schlossanlage Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial, 1563 bis 1584 auf Initiative des Königs Philipp II. von Spaniennach Plänen von Juan Bautista de Toledo errichtet, gilt als größter Renaissancebau der Welt.
  • Die Abadía de la Santa Cruz del Valle de los Caídos kann als das bedeutendste architektonische Symbol der Franco-Diktatur angesehen werden.

Valle de los Caídos:

Das Valle de los Caídos (mit vollem Namen Monumento Nacional de Santa Cruz del Valle de los Caídos‚ Nationalmonument des Heiligen Kreuzes im Tal der Gefallenen‘) ist ein Monument bei Cuelgamuros in der Nähe von El Escorial in der Sierra de Guadarrama in Spanien, in dem sich die Grabstätten des Diktators Francisco Franco und des Gründers der faschistischen Bewegung Falange, José Antonio Primo de Rivera, befinden. Es gilt als eines der größten neueren Mausoleen der Welt und als das bedeutendste architektonische Symbol der Diktatur Francos. Franco ließ es sich noch zu seinen Lebzeiten zur fortdauernden Verherrlichung der Falange-Diktatur erbauen. Das von Pedro Muguruza und Diego Méndez auf dem Berggipfel Risco de la Nava errichtete Monument besteht aus einem 155 Meter hohen und genau 44 Meter breiten Betonkreuz (dem höchsten freistehenden Kreuz der Welt, flankiert von den vier Evangelisten und den vier Kardinaltugenden), einem großen Aufmarschplatz, einer Benediktinerabtei (spanisch Abadía Benedictina de Santa Cruz del Valle de los Caídos) und einer Basilika. Mit 263 Metern Länge soll es sich dabei um die längste Kirche der Welt handeln.


Naturlandschaften und -monumente:

Iberische Scheidegebirge:

Das Iberische Scheidegebirge (auch Kastilisches Scheidegebirge, Zentralkordillere sowie spanisch-portugiesisch: Sistema Central oder Cordillera Central) ist ein Gebirgssystem im Zentrum der Iberischen Halbinsel. Die höchste Erhebung der Bergkette ist der Berg Pico Almanzormit 2592 m Höhe, der sich in der Sierra de Gredos befindet.

Meseta:

Als Meseta wird das im Zentrum der Iberischen Halbinsel gelegene, über 200.000 km² große kastilische Hochland in Spanien bezeichnet. Da der Begriff Meseta aber nicht ausschließlich das kastilische Hochland, sondern Hochebenen allgemein bezeichnet und im geologischen Kontext für meist variszische Gebirgsrümpfe steht, wird sie präziser Iberische Mesetaoder auch Iberisches Massiv, im Spanischen auch Meseta Central genannt. Sie wird im Norden vom Kantabrischen Gebirge, im Osten vom Iberischen Randgebirge und im Süden von der Sierra Morena begrenzt. Im Südwesten geht sie in die Extremadura über, mit der sie geologisch eine Einheit bildet. Das vorwiegend in Ost-West-Richtung verlaufende Iberische Scheidegebirge teilt die Meseta in einen nördlichen und einen südlichen Teil.

Sierra de Guadarrama:

Die Sierra de Guadarrama ist eine Bergkette in Spanien, die sich über die Hälfte des Iberischen Scheidegebirges (ein Bergmassiv, das sich in der Mitte der Iberischen Halbinsel befindet) erstreckt. Die Sierra de Guadarrama befindet sich zwischen der Sierra de Gredos in der spanischen Provinz Ávila und der Sierra de Ayllón in der Provinz Guadalajara. Die Bergkette erstreckt sich von Südwesten nach Nordosten, reicht dabei südlich in die Provinz Madrid hinein, und besitzt Ausläufer nach Norden in die Provinz Segovia. Die Gesamtlänge beträgt etwa 80 Kilometer und erreicht mit dem höchsten Berg Peñalara eine Höhe von 2.430 Meter ü.d.M.

Vinos de Madrid:

Vinos de Madrid ist ein Weinbaugebiet mit Herkunftsbezeichnung (D.O. seit November 1990) in der Region Madrid in Spanien. Die Gesamtrebfläche beträgt ca. 11.800 Hektar. Das Klima ist stark kontinental; die Jahresniederschlagsmenge beträgt nur 460 mm (in der Subzone Arganda) bis 650 mm (in der Subzone San Martin) und die Sommertemperaturen liegen häufig bei 35 °C. 1914 (also ca. 30 Jahre später als in Frankreich und Nordspanien) wurde das Gebiet, dass seinerzeit über 60.000 Hektar Rebfläche verfügte, verheerend von der Reblaus befallen. Dies zwang die Winzer zu Neuanpflanzungen und wurde generell genutzt, bessere Rebsorten zu pflanzen und den Qualitätsstandard zu heben.