Qinghai

Qinghai ist eine Provinz der Volksrepublik China im Nordosten des tibetischen Hochlandes. Ihr Gebiet deckt bzw. überschneidet sich teilweise mit dem tibetischen Amdo.


Geographie:

Die Hauptstadt von Qinghai ist Xining, sie ist auch die einzige Großstadt in der Provinz. Die zweitgrößte Stadt, Golmud, weist gerade etwas mehr als 270.000 Einwohner auf. Über die Hälfte des Terrains liegt auf 4000 bis 5000 Meter Höhe. Landwirtschaft ist bis zu 3200 Meter Höhe möglich. In der Provinz liegt der Nordostteil der Chang Tang, der tibetischen Hochebene. Außerdem befindet sich hier das wüstenhafte Qaidam-Becken. Der hier gelegene Qinghai-See ist der größte Salzsee Chinas und liefert neben Salz auch Phosphate; daneben gibt es Bodenschätze in Form von Erdöl, Kohle und Eisenerz. Im Osten von Qinghai fließt der Huang He (Gelber Fluss), hier wohnt der überwiegende Teil der Bevölkerung. Auch der Yangzi entspringt in Qinghai. Das Klima ist kontinental: trockenkalt mit langen Wintern und kurzen Sommern. Die Hauptstadt Xining gilt seit vielen Jahrhunderten als Tor nach Tibet und Zentralasien.


Klima:

Aufgrund der Höhenlage herrschen in der Provinz kalte Winter und milde Sommer mit hohen Temperaturunterschieden. Die Jahrestemperatur liegt zwischen -5°C und 8°C. Im Winter liegt der Durchschnitt zwischen -18°C und -7°C, während der Schnitt im Juli auf +15°C und +21°C liegt. Zudem kann es zu heftigen Stürmen kommen. Auch Sandstürme treten von Februar bis April auf. Der Niederschlagsgipfel wird im Sommer erreicht, da die Winter und Frühlinge sehr trocken sind. Das Klima in der Provinz ist arid bis semi-arid.

Gangca:

Qaidam-Becken:

Aufgrund der großen Höhe und der großen Entfernung zum Meer herrscht ein kühles Kontinentalklima. Die Winter sind lang und sehr kalt, das Frühjahr bringt häufig Sandstürme. Durch die Berge wird der Regen abgeschirmt, so dass Teile des Beckens zu den trockensten Regionen Chinas zählen. Jahresdurchschnittstemperatur (Golmud): 4,9 °C, Niederschlagsmenge: 40 mm/Jahr.


Geschichte:

Es gab seit dem Ende des großtibetischen Reiches, dem mit den Tsenpos (btsan po) ein Kaiser-gleicher Herrscher vorstand, kein auf dem ganzen tibetischen Hochland geeintes Tibet mehr. Insbesondere Osttibet bestand aus einer Vielzahl kleiner und mittelgroßer Reiche und Gebiete, die teilweise der Lhasa-Regierung der späteren Dalai Lamas, teilweise chinesischen Provinzen unterstanden und teilweise in hohem Maße eigenständig waren. Seit etwa 1727 wurden der als Kukunor-Territorium bezeichnete Norden Khams und der größte Teil Amdos von Xining aus verwaltet, einer Stadt, die bis ins frühe 20. Jahrhundert der Provinz Gansu untergeordnet war. Aus diesem Verwaltungsraum ging 1928 die heutige Provinz Qinghai hervor, deren Großteil von 1912 bis 1949 aber weiterhin von aus Gansu stammenden muslimisch-chinesischen Hui-Gouverneuren und Warlords (Xibei San Ma) statt von der Regierung der chinesischen Republik oder der tibetischen Regierung in Lhasa beherrscht wurde. Schon 1781-84 hatten sich die Hui-Muslime gegen die chinesische Zentralregierung erhoben, 1807 kam es zu einem Aufstand der tibetischen Stämme. Zuletzt wurde in der Region im Oktober 1993 eine muslimische Erhebung von den Behörden unterdrückt. Im Jahr 2008 griffen tibetische Unruhen kurzzeitig auch auf Qinghai über. Am 14. April 2010 wurde die Region von einem Erdbeben der Stärke 7,1 erschüttert, bei dem mindestens 400 Menschen getötet, 8000 verletzt und weit mehr obdachlos wurden.


Kulturelle Zentren und Städte:

Amdo und Klöster:

Amdo ist eine nordosttibetische Region, die sich über die heutigen chinesischen Provinzen Qinghai, Gansu und Sichuan erstreckt. Sie wird zusammen mit Kham und Dbus-Gtsang als eine der drei historischen Provinzen Tibets bezeichnet, war jedoch nie eine administrative Einheit. Bis ins 19. Jahrhundert taucht der Begriff nicht einzeln auf, sondern in Kombination mit Kham als Dokham (mdo khams) und bezeichnet Osttibet. Berühmte Klöster der Region sind u.a.

  • Kumbum Champa Ling (chin. Ta’er Si) in Qinghai,
  • Labrang Tashi Khyil in Süd-Gansu,
  • Qutan Si (Gotamde), Youning Si (Rgolong), Rongwo Gönchen (Longwu Si) und
  • Rakya Gompa in Qinghai,
  • Dzamthang Chöde Chenpo, das Hauptkloster des Jonang-Ordens in Dzamthang sowie die buddhistische Klosterakademie von Jigme Püntsog, Larung Gar, in Serthar (beide in Sichuan).

Historisch bedeutend können auch sehr kleine Klöster sein, wie Shadzong Ritrö, in dem der spätere große tibetisch-buddhistische Reformator Tsongkhapa als Dreijähriger vom 4. Karmapa geweiht wurde, sowie Shyachung Gompa (Jachung-Kloster, bya khyung), in dem dieser seine Mönchsausbildung begonnen hat.

Haidong:

Haidong ist eine im Osten der chinesischen Provinz Qinghai liegende bezirksfreie Stadt. Die Stadtregierung hat ihren Sitz im Stadtbezirk Ledu. Haidong hat eine Fläche von 13.161 km² und ca. 1,48 Mio. Einwohner (2004). Im Norden grenzt die Stadt an den Autonomen Bezirk Haibei der Tibeter, im Osten und Süden an die Provinz Gansu, im Südwesten an den Autonomen Bezirk Huangnan der Tibeter und im Westen an den Autonomen Bezirk Hainan der Tibeter und die bezirksfreie Stadt Xining. Im Dorf Hongya der „Gemeinde Shihuiyao der Hui-Nationalität“ (Kreis Ping’an) wurde 1935 Tendzin Gyatsho, der XIV. Dalai Lama geboren.

Kumbum Champa Ling:

Kumbum Champa Ling im Kreis Huangzhong der Provinz Qinghai, China, ist ein tibetisch-buddhistisches Kloster aus der Zeit der Ming-Dynastie (1560). Es gilt als eines der sechs großen Klöster der Gelug-Schulrichtung des tibetischen Buddhismus. Die ersten Klosterbauten wurden 1578 eingeweiht. 1584 richtete Sönam Gyatsho, der 3. Dalai Lama, bei seinem ersten Besuch hier die erste Studienfakultät ein, aus der sich im Laufe der nächsten Jahrhunderte eine der bedeutendsten Klosteruniversitäten im tibetischen Hochland entwickelte. Der Begründer des Gelug-Ordens Tsongkhapa (1357–1419), soll am Standort der ältesten Tempelhalle des Klosters geboren worden sein. An der Stelle, wo damals das bei der Geburt vergossene Blut versickert sei, habe danach ein wundersamer Baum ausgetrieben, dessen Blätter hunderttausend [= zahllose] Bildnisse Buddhas getragen hätten. Hiervon leitet sich der tibetische Name des Klosters ab.

Xining:

Die Stadt geht mit ihrer Gründung im 2. Jahrhundert v. Chr. auf eine chinesische Garnison der Han-Zeit zurück und erlebte in den Wechselbädern der Geschichte verschiedene nomadische und chinesische Reiche als Oberherrschaften. Im Tibetan Cultural Museum in Xining kann u.a.die weltlängste Thankga besichtigt werden. Sie misst 618 Meter in der Länge und 2,5 Meter in der Breite und beinhaltet alles zur tibetischen Geschichte und Kultur. Rund 40 km von Xining entfernt ist eine der bedeutendsten tibetischen Tempelanlagen zu besichtigen, der Kumbum Tempel.


Naturlandschaften und -monumente:

Altun:

Altun ist ein bis zu 6295 m hohes Hochgebirge im Westen der Volksrepublik China (Asien). Das Altun-Gebirge, das als westlicher Hauptteil des Nanshan-Gebirges etwa 700 km lang und 200 km breit ist, liegt im Südosten und Osten des Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang und erstreckt sich bis in die Provinzen Qinghai und Gansu. Südlich des Altun erstreckt sich der Mittelteil des Gebirges Kunlun sowie im Westen und Norden das Tarimbecken und die Wüste Taklamakan. Östlich schließt sich das Gebirge Qilian Shan an, der östliche Hauptteil des Nanshan. Die meisten Berge des Altun sind zwischen 3500 und 4000 m hoch. Der höchste Berg ist der im Westen des Gebirges liegende Sulamutag mit 6295 m Höhe. Der Berg Altun Shan liegt im Autonomen Kreis Subei der Mongolen im Verwaltungsgebiet der Stadt Jiuquan, Provinz Gansu, und ist mit 5798 m der höchste Berg im östlichen Teil des Altun; sein Gipfel wurde am 19. August 1989 von einem Team aus vier Japanern und Chinesen bestiegen.

A’nyê Maqên:

A’nyê Maqên ist ein Berg im Kreis Maqên des Autonomen Bezirks Golog der Tibeter in der Provinz Qinghai der Volksrepublik China. Der Amnye Machen („Schneebedeckter Berg“) liegt in den Bergen der Nordostabdachung des Tibetischen Hochlands, im Quellgebiet des Huang He, südlich des Qinghai-Sees. Der Bergstock besteht aus drei Gipfeln. Der Hauptgipfel Machen Kangri ist 6282 m hoch. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hielt man ihn eine Zeit lang für den höchsten Berg der Welt. Das Tibetische Hochland erreicht dort Höhen um die 4000 Meter, so dass sich das Massiv nur etwa knapp 2000 m über die weitere Umgebung erhebt. Der Berg ist der bedeutendste heilige Berg Osttibets.

Bukadabang Feng:

Der Bukadabang Feng (oder Syn Qing Feng) ist ein 6860 mhoher Berg des Kunlun in der Volksrepublik China. Er befindet sich an der Grenze von Xinjiang im Norden und Qinghai im Süden im Ostteil des Arkatag (auch Arkha Tagh; veraltet: Prschewalski-Gebirge), dem mittleren Teilgebirge des Kunlun.

Gatö Jowo:

Der Gatö Jowo ist einer der heiligen Berge der Tibeter. Er liegt in einem nördlichen Seitental des Tongtian He, dem Oberlauf des Jangtsekiang (Dri Chu), auf dem Gebiet von Yushuin der tibetischen Kulturregion Kham.

Hala-See:

Der Hala-See ist ein Binnensee im Qilian-Shan-Gebirge, am Nordostrand der Qinghai-Tibet-Hochebene, in China. Der See hat eine Wasserfläche von 590 km2. In den Randbereichen ist er relativ flach und in seinem Zentrum erreicht er eine Tiefe von 65 m.

Hoh Xil:

Hoh Xil liegt zwischen dem Kunlun-Gebirge und dem Dangla-Gebirge an der Grenze Qinghais zu Tibet und Xinjiang in den Kreisen Zhidoi und Zadoi des Autonomen Bezirks Yushu der Tibeter. Die Region umfasst 83.000 km² und ist durchschnittlich 4800 m hoch. Sie ist Einzugsgebiet des Jangtse und wurde 1995 zum nationalen Naturschutzgebiet erklärt. Die Qinghai-Tibet-Bahn verläuft am östlichen Rand des Gebietes. Trotz der extremen geografischen und klimatischen Bedingungen findet man in Hoh Xil über 230 Wildtierarten, von denen 20 unter Schutz stehen, darunter die Tibetische Antilope. Die Bekämpfung von Wilderern in Hoh xil ist Thema des chinesischen Films Kekexili – Mountain Patrol aus dem Jahr 2004. Im Jahr 2017 wurde die Region unter dem Namen „Qinghai Hoh Xil“ von der UNESCO als Naturerbestätte in die Liste des Welterbes aufgenommen. In der Executive Summary gibt die UNESCO dabei folgende zwei Kriterien an: 1) das Gebiet sei von außergewöhnlicher ästhetischer Schönheit mit einer fast 300 Millionen Jahre alten Geschichte, welche den geomorphologischen Wandel illustriere, 2) das Gebiet beinhalte signifikante Habitate für die Bewahrung von Biodiversität und sei die Heimat für zahlreiche endemische und bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie z.B. die Tibetische Antilope.

Kanbula Nationalpark:

Der Kanbula National Forest Park ist mehr als 200 Kilometer von Xining entfernt. Er befindet sich in der Stadt Kanbula, Kreis Jianza, der autonomen Präfektur Huangnan Zuang. Der Park liegt 2.100 bis 4.00 Meter über dem Meeresspiegel und umfasst eine Fläche von 4.774 Hektar. Er grenzt an den Gelben Fluss im Norden und grenzt an das berühmte Wasserkraftwerk Liajiaxia. Die Landschaft wird dominiert von einer roten Konglomeratlandschaft. Die Oberfläche der Gesteinsmasse ist so rot wie das rote Leuchten. Die Berge nehmen verschiedene Formen an.

Kunlun Shan:

Kunlun ist eine knapp 3000 km lange und bis 7167 m hohe Gebirgskette in China (Asien). Das Hochgebirge verläuft vom Fluss Yarkant, welcher die natürliche Grenze zum Pamir bildet, bzw. vom Karakorumpass (5575 m), der die Abgrenzung zum Karakorum darstellt, unter anderen entlang der Nordgrenze zum Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China in Richtung Osten. Dabei bildet es auf etwa 2500 km Länge die Grenze zum Hochland von Tibet, der restliche östliche Teil befindet sich im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang. Das Kunlun-Gebirge besteht im Wesentlichen aus dem westlichen Prschewalski-Gebirge, das an den Nordrand des Hochlands von Tibet stößt, und dem östlichen Marco-Polo-Gebirge, das an dasselbe Hochland grenzt und an den Südrand des Qaidam-Beckens stößt. Vom Prschewalskigebirge zweigt in Richtung Nordosten der Nan Shan ab. Die östliche Fortsetzung wird als Qinling Shanbezeichnet.

Nan Shan:

Nan Shan ist eine bis 6346 m hohe Gebirgskette in der Volksrepublik China(Asien) und erstreckt sich auf der Grenze der Provinzen Qinghai und Gansu. Er stellt damit den Übergang vom nördlichen Rand des tibetischen Hochplateaus in die Wüstenrandregionen der Gobi dar.

Qaidam-Becken:

Das Qaidam-Becken, auch Tsaidam-Becken genannt, ist eine Wüstenregion, die im Norden des tibetischen Hochplateaus in der chinesischen Provinz Qinghai liegt. Der Name leitet sich vermutlich aus dem Mongolischen und Tibetischen ab, in dem tsa’i dam„Salzsumpf bzw. -sümpfe“ bezeichnet. Dabei handelt es sich vor allen Dingen um die Sumpfgebiete entlang dem Hauptfluss Qaidam He, der aus den östlichsten Ausläufern des Kunlun Shan (hier Burhan Budai Shan) in das Becken entwässert.

Qarhan-Salzsee:

Der Qarhan-Salzsee ist ein Salzsee im Westen der chinesischen Provinz Qinghai im Süden des Qaidam-Beckens. In Ost-West-Richtung erstreckt er sich über mehr als 160 km, in Nord-Süd-Richtung über 20–40 km, seine Salzschichten sind 2 bis 20 m dick, seine Fläche beträgt 5.800 Quadratkilometer, er liegt 2670 m über dem Meeresspiegel.

Qilian Shan:

Qilian Shan ist ein bis 5826,8 hohes Hochgebirge in den Provinzen Gansu und Qinghai im Westen der Volksrepublik China (Asien). Der Qilian Shan ist der östliche Hauptteil der Bergkette Nan Shan und enthält deren höchsten Berg. Es ragt etwa 4500 m über die nördlich vorgelagerten Oasen und bis zur Maximalhöhe von 5826,8 m auf. Es beginnt am Ostende des Allyn-tag bei etwa 96° östlicher Länge und erstreckt sich, im Mittel gegen Südosten streichend, durch neun Längengrade bis in die Gegend von Lanzhou. Der Abfall nach Norden ist imposant, nach Süden weniger bedeutend, da dort die Täler des Nan Shan schon Höhen von 3000 bis 4000 Meter über dem Meer aufweisen. Das Gebirge besteht aus mehreren Längszügen, die aus dichtgedrängten Falten paläozoischer Schichtgesteine gebildet werden. Südlich des Qilian Shan erstreckt sich der Ostteil des Hochgebirges Kunlun. Dort liegt der Qinghai-See. Nördlich breitet sich die Wüste Gobi aus. Westlich schließt sich mit Gebirge Altun der westliche Hauptteil des Nanshan an.

Qinghai-See:

Der Qinghai-See ist einer der größten Salzseen der Erde. Der See befindet sich in der chinesischen Provinz Qinghai, deren Name sich von diesem See ableitet. Er erstreckt sich auf einer Höhe von 3.195 Meter über dem Meeresspiegel und hat nach offiziellen Angaben eine Fläche von 4.583 km². Darin sind wohl die teilweise bereits zu selbständigen Seen (Gahai mit 48.9 km², Shadao Hu 19,6 km², Haiyan Hu 112,5 km² u. a.) abgetrennten ehemaligen Buchten mit eingerechnet.