Peking und Umgebung

Peking (auch Beijing) ist die Hauptstadt der Volksrepublik China. Der Name bedeutet Nördliche Hauptstadt (vgl. Nanjing für Südliche Hauptstadt). Peking hat eine über dreitausendjährige Geschichte und ist heute eine regierungsunmittelbare Stadt, das heißt, sie ist direkt der Zentralregierung unterstellt und damit Provinzen, autonomen Gebieten und Sonderverwaltungszonen gleichgestellt.

Das gesamte 16.807 Quadratkilometer große (etwas größer als Schleswig-Holstein) Verwaltungsgebiet Pekings hat 21,5 Millionen Einwohner (Stand: März 2016). Es stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar, mit seiner dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur ist es eher mit einer Provinz vergleichbar. Von der Gesamtbevölkerung sind 11,8 Millionen registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz und 7,7 Millionen temporäre Einwohner mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung. Wird die Kernstadt (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform) als Grundlage genommen, leben in Peking 7,7 Millionen Menschen mit Hauptwohnsitz (2007). Der Ballungsraum (einschließlich Vororte) hat 11,8 Millionen Einwohner (2007). Ab 2017 soll die Metropole Kern einer Megalopolis von 130 Millionen Einwohnern namens Jing-Jin-Ji werden.


Geographie:

Lage:

Peking liegt 110 Kilometer nordwestlich des Golfs von Bohai inmitten der Provinz Hebei, ist jedoch eine unabhängig verwaltete Regierungsunmittelbare Stadt mit einer Fläche von 16.807,8 km², das entspricht in etwa der Bodenfläche des Bundeslandes Thüringenoder der Steiermark. Davon gehören aber nur 1.369,9 km² (8 %) zur Kernstadt (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform). 15.398,4 km² (92 %) bestehen aus Vorstädten und Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur. Die Metropolregion Peking, einschließlich des die eigentliche Stadt umgebenden Vorortgürtels, hat eine Fläche von 8.859,9 km². Die Stadt befindet sich am nordwestlichen Rand der dicht bevölkerten Nordchinesischen Tiefebene durchschnittlich 63 Meter über dem Meeresspiegel und ist von Bergen (Mongolisches Plateau) umgeben. Die höchste Erhebung des Verwaltungsgebietes von Beijing ist der Ling Shan mit 2303 Metern. In Nord-Süd-Richtung erstreckt sich das Gebiet über 180 km, in Ost-West-Richtung über 170 km. Weitere große Städte im Verwaltungsgebiet von Peking sind (Stand 1. Januar 2007): Mentougou 205.574 Einwohner, Tongzhou 169.770 Einwohner, Shunyi 122.264 Einwohner, Huangcun 109.043 Einwohner und Fangshan100.855 Einwohner.

Landschaften:

Die Gebirge, die von Südwesten her bis Nordosten in dichten Ketten die Stadt umgeben, erreichen im allgemeinen 1000-1500 Meter an Höhe, einige Spitzen sind über 2000 m hoch. Das im Norden liegende Bergland wird zusammenfassenden Jundu-Gebirge genannt. Hier liegt auch die Badaling-Bergkette, durch die sich ein langes Teilstück der Großen Mauer windet. Das im Westen gelegen Gebirgsland, genannt „Westberge“, enthält die bekannten Spitzen wie den Lingshan, den Baihua, den Miaofeng und andere. Südöstlich der Stadt ist es flach, hier liegt die sogenannte „Beijinger Bucht“, die sanft in östlicher Richtung zum Bohai-Meer absinkt. Die Flüsse, die den Großraum durchziehen, gehören alle dem Wassersystem des Huang He an, der im Gebiet von Tianjin ins Bohai-Meer mündet. Der wichtigste Fluss im Großraum Peking ist der Yongding im Westen, dann folgt der im Osten fließende Chaobai. Bedeutsam sind ferner der Juma, der Juhe und der Nordkanal.


Geologie:

Nordchinesische Ebene und Lösskegel des Huang-He:

Die Nordchinesische Ebene (Große Ebene), in der Peking liegt, ist geologisch ein Einbruchsfeld, das später von den Deltabildungen der nordchinesischen Ströme ausgefüllt wurde. Sie besteht aus Schwemmlöss und Sanden, die von den Flüssen aus den westlichen Gebirgsländern herangeführt worden sind. Die Ebene ist also eine Fortsetzung des Lösslandes. Auch klimatisch – heißfeuchte Sommer und trockenkalte Winter mit Staubstürmen – und pflanzengeographisch – Parklandschaft mit steppenhaften Zügen – ähnelt sie den benachbarten Lössbergländern. Die Nordchinesische Ebene stellt einen riesigen Schwemmkegel dar, den der Huang He, der schlammreichste Fluss der Erde, im Laufe vieler Jahrtausende aufgeschüttet hat und dessen Ausläufer nördlich und südlich der Halbinsel Shandong das Gelbe Meer erreichen.

Erdbeben:

Das Gebiet ist starken tektonischen Spannungen ausgesetzt die immer wieder zu Erdbeben führen, darum wurde bereits 1930 die Jiufeng-Erdbebenstation eingerichtet. Ursache ist die langsame Verschiebung der indischen Kontinentalplatte nach Norden in die eurasische Kontinentalplatte. Die Geschwindigkeit der Plattentektonik beträgt im Mittel etwa vier Zentimeter pro Jahr. Am 28. Juli 1976 ereignete sich in Tangshan, 140 km östlich von Peking, das folgenschwerste Erdbeben des 20. Jahrhunderts (siehe Beben von Tangshan 1976). Es hatte eine Stärke von 8,2 auf der Richterskala. Die offizielle Angabe der Regierung der Volksrepublik China über die Zahl der Toten beträgt 242.419, doch manche Schätzungen geben eine Zahl bis zu 800.000 Toten an, auch die Stärke wird offiziell nur mit 7,8 angegeben. Das Beben führte auch in Peking und anderen Städten der Region zu Schäden.


Klima:

Obwohl Peking nur etwa 150 Kilometer von der Küste entfernt liegt, hat es aufgrund der Lage im Westwindgürtel ein gemäßigtes, kontinentales Klima, das heißt warme, feuchte Sommer und kalte, trockene Winter. Der Jahresniederschlag beträgt 578 mm im Mittel, davon fallen etwa 62 % in den Monaten Juli und August. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 11,8 °C. Wärmster Monat ist der Juli mit maximal 30,8 °C und minimal 21,6 °C mittlere Tagestemperatur. Der kälteste Monat ist in der Gegend um Peking der Januar mit maximal 1,6 °C und minimal −9,6 °C Tagesmitteltemperatur. Im Winter herrschen Temperaturen bis zu −20 °C und ein eisiger, aus den Ebenen der Inneren Mongolei wehender Wind. Der Sommer (Juni bis August) ist schwül und heiß mit Temperaturen bis zu 40 °C, der kurze Frühling (April und Mai) trocken, aber windig. Im Herbst (September und Oktober) herrscht trockenes und mildes Wetter. Wenn der Wind aus dem Süden oder Südosten kommt, ist die Sicht, vor allem im Juni bis August, gleich Null. Wenn der Wind hingegen aus dem Norden kommt, wird es im Winter sehr kalt, und im Frühjahr gibt es dann die Sandstürme. Die höchste Temperatur wurde offiziell am 15. Juni 1942 mit 42,6 °C gemessen, die tiefste am 22. Februar 1966 mit −27,4 °C.

Smog:

Zur Verbesserung der Luftqualität wurden strengere Abgasregeln erlassen. Seit dem 1. Januar 2003 werden nur noch Personenkraftwagen zugelassen, welche die Euronorm 2 erfüllen. Seit dem 1. März 2008 müssen alle Neuwagen den Euro-IV-Standard erfüllen. Zahlreiche dieselbetriebene Busse wurden durch Erdgasbusse ersetzt. Außerdem stieg der Anteil von elektrisch betriebenen Oberleitungsbussen an den insgesamt 18.000 Omnibussen in Peking auf rund fünf Prozent. Auch wird der schienengebundene Nahverkehr, besonders das U-Bahn-Netz, stark ausgebaut. Die Luftverschmutzung in der Metropole ist jedoch weiterhin bedenklich. Der hohe Gehalt an Feinstaub und anderen Luftschadstoffen stellen ein großes Problem dar. Im Rahmen des Saubere-Luft-Plans wurden von 2013 bis 2017 alle Kohlekraftwerke der Stadt stillgelegt und durch Gaskraftwerke ersetzt. Die Luftqualität der Hauptstadt gilt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der schlechtesten der Welt. Die Ursachen liegen sowohl in den zahlreichen Fabrikanlagen und Kraftwerken als auch am Verkehr und in den privaten Haushalten. Bedingt durch die schnelle Verstädterung, das stark gestiegene Verkehrsaufkommen und die Industriekonzentration im Ballungsraum stellen die übermäßige Emissionsbelastung und der Smog eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar. Während Inversionswetterlagen nehmen besonders Atemwegserkrankungen unter der Bevölkerung der Hauptstadt zu.

Lufttemperatur der Stadt Peking:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
2°C4°C11°C20°C26°C30°C31°C30°C26°C19°C10°C3°C
-9°C-7°C-1°C7°C13°C18°C22°C20°C14°C7°C0°C-7°C

Klimadaten:

Klimastationen der Stadt Peking:


Sehenswürdigkeiten:

Peking stellt als Hauptstadt das politische Zentrum Chinas dar. Aufgrund der langen Geschichte beherbergt Peking ein bedeutendes Kulturerbe. Dies umfasst die traditionellen Wohnviertel mit Hutongs, den Tian’anmen-Platz (chinesisch Platz am Tor des Himmlischen Friedens), die 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Verbotene Stadt, den neuen und alten Sommerpalast und verschiedene Tempel, wie z. B. den Himmelstempel, den Lamatempel und den Konfuziustempel.

Altstadt und Kaiserpalast: 

Die ursprünglich von einer großen Mauer umgebene Altstadt von Peking wurde als Abbild des Kosmos – von griechisch kósmos = die Welt[-ordnung] – geplant und bestand aus drei rechteckigen Bezirken (Kaiser-, Innere und Äußere Stadt). Auf der Hauptachse der Altstadt, in Nord-Süd-Richtung, befanden sich Torbauten, Palast- und Zeremonialgebäude. Die Verbotene Stadt – sie war ursprünglich nicht für das einfache Volk zugänglich – beherbergt den mit einer Mauer umgebenen und 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbeerklärten ehemaligen Kaiserpalast. Der Ort diente 24 chinesischen Kaisern der Ming- und Qing-Dynastien und ihren Familien als Residenz. Heute beherbergt die Verbotene Stadt das Palastmuseum Peking. Die Altstadt bestand aus der Äußeren und der quadratischen im nördlichen Teil gelegenen Inneren Stadt, die von 1409 bis 1420 erbaut und von einer breiten, 15 Meter hohen Mauer mit neun Toren umgeben war. Die Grenzen der Inneren Stadt entsprachen weitgehend denen der Hauptstadt Dadu in der Yuan-Dynastie (1271–1368). In der Inneren Stadt lag die Kaiserstadt, in der sich Regierungsgebäude, Paläste, Tempel, Garten- und Parkanlagen sowie die Verbotene Stadt befanden. Außerhalb der Kaiserstadt lagen Viertel mit Märkten und Tempeln sowie Wohnviertel. Die Mauer war circa 25 Kilometer lang. Die im südlichen Teil gelegene Äußere Stadt wurde während der Ming-Dynastie zwischen 1521 und 1566 erbaut. Sie war rechteckig und besaß eine Mauer von 23,5 Kilometern Länge. Es befanden sich sowohl wichtige Tempelbezirke als auch Wohnbezirke für das einfache Volk in diesem Areal. Nach der Machtübernahme der Kommunisten in China am 1. Oktober 1949 wurden die alten Stadtmauern von Peking niedergerissen und durch Hauptverkehrsstraßen ersetzt; von den alten Stadttoren blieben jedoch mehrere erhalten. Das Palastmuseum (Gugong) in der Verbotenen Stadt ist die frühere Residenz der kaiserlichen Familie und des Hofes. Dieser Komplex – im 15. Jahrhundert errichtet – umfasst eine Reihe von riesigen Hallen und Palästen. Westlich dieses Komplexes befindet sich das Gebiet Zhongnanhai, ein großer Park mit Seen, der von einer Mauer umgeben ist.

Tian’anmen-Platz:

Unmittelbar südlich der Verbotenen Stadt und des Palastmuseums liegt der Tian’anmen-Platz (Platz am Tor des Himmlischen Friedens), das Zentrum der Stadt. Auf dem Platz können sich bis zu einer Million Menschen versammeln. Mit seiner Fläche von 40 Hektar ist er der größte öffentliche Platz der Welt. Er wurde in seiner gegenwärtigen Größe im Anschluss an die Machtübernahme der Kommunisten angelegt. Jedes Jahr finden hier große Feierlichkeiten und Kundgebungen statt. An der Westseite des Platzes steht die Große Halle des Volkes (Sitz der chinesischen Nationalversammlung), an der Ostseite befindet sich ein Museum zur chinesischen Geschichte und Revolution. Ein Denkmal für die Helden des Volkes und das Grab des früheren Vorsitzenden Mao Zedong (1893–1976) beherrschen den Platz in seiner Mitte. In seiner neueren Geschichte diente der Platz zahlreichen historisch bedeutsamen Massenkundgebungen als Rahmen: am 4. Mai 1919 den ersten Forderungen nach Demokratie und Liberalismus durch Studenten, die gegen den Versailler Vertrag demonstrierten; am 9. Dezember 1935 den antijapanischen Protesten, mit denen zu einem Krieg des nationalen Widerstands aufgefordert wurde; 1966 den acht bühnenreif inszenierten Massenaufmärschen, die den Beginn der Kulturrevolution markierten und für die jedes Mal circa eine Million Rotgardisten nach Peking befördert wurden, um auf die revolutionären Ideale eingeschworen und dann in die Provinzen beordert zu werden. Im April 1976 wurden beim Tian’anmen-Zwischenfall, unmittelbar vor dem chinesischen Totengedenktag, zum Gedenken an den früheren Premierminister Zhou Enlai (1898–1976) hingestellte Kränze und Blumen aufgrund innerparteilicher Auseinandersetzungen von Sicherheitskräften entfernt. Heute ist der Platz jedoch vor allem wegen des Tian’anmen-Massakers von 1989 bekannt, als Studenten und Arbeiter friedlich für Demokratie demonstrierten und Tausende am 4. Juni dieses Jahres vom chinesischen Militär getötet wurden.

Tempelanalgen:

Von den vielen Tempeln ist der Himmelstempel (Tiantan) im südlichen Teil der Äußeren Stadt besonders hervorzuheben (unter anderem mit der Halle der Jahresgebete). Dort betete der Kaiser jedes Jahr für eine reiche Ernte. Die Anlage liegt im Xuanwu-Bezirk im Süden der Stadt inmitten eines großen Parks. Das wichtigste Gebäude des Tempels ist die Halle der Ernteopfer, ein Gebäude mit kreisförmigem Grundriss auf einer dreistufigen Marmorterrasse. Sie wurde im Jahre 1420 erbaut, brannte 1889 ab und wurde 1890 neu errichtet. Weitere sehenswerte Tempel sind der Konfuziustempel, der Lamatempel und der Tempel der Weißen Pagode.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

In den nordwestlichen Vororten (Shisan ling) befinden sich die Ming-Gräber der Kaiser aus der Ming-Dynastie (1368–1644). Diese erreicht man über eine Allee, die von marmornen Löwen, Elefanten, Kamelen und Pferden gesäumt wird. Nordwestlich der Gräber (bei Badaling) steht ein Teil der Chinesischen Mauer. Interessant als Relikt vergangener Zeiten ist das Alte Observatorium. Die erste Sternwarte an dieser Stelle entstand auf Anordnung von Kublai Khan (1215–1294), um den damals fehlerhaften Kalender durch Astronomen korrigieren zu lassen. Später als die islamischen Wissenschaften ihre Blüte erlebten, gelangte es unter muslimische Kontrolle, um im 17. Jahrhundert schließlich in die Hände von christlichen Jesuiten-Missionaren überzugehen, die bis in die 1830er Jahre die Hausherren blieben. Im Komplex befindet sich ein idyllischer Garten und acht astronomische Instrumente aus der Ming-Zeit – wunderbar gearbeitete Armillarsphären, Theodolite und Ähnliches – auf dem Dach. Angegliedert ist ein kleines Museum mit einer Ausstellung von frühen, durch Astronomie inspirierten Töpferarbeiten und Navigationsinstrumenten. Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten sind der 1992 erbaute und 400 Meter hohe Fernsehturm, das spektakuläre Central Chinese Television Headquarters, der mit 330 Metern höchste Wolkenkratzer der Stadt innerhalb des China World Trade Center, die Chinesische Nationaloper und die zahlreichen christlichen Kirchen. Die größten und bekanntesten unter ihnen sind die Östliche Kirche (Wangfujing), die Westliche Kirche (Xizhimen), die Südliche Kirche (Xuanwumen) und die Nördliche Kirche (Xishiku). Des Weiteren sind der kaiserliche Sommerpalast (Yihe Yuan) sowie die Ruinen des Alten Sommerpalastes (Yuanming Yuan) zu nennen.


Natur in der Stadt:

In der chinesischen Kultur ist die Verbindung von Wohnung und Natur beziehungsweise nachempfundener Natur traditionell eng. Allerdings wurde in den städtischen Siedlungen dieser Gedanke immer wieder zugunsten einer höchstmöglichen Ausnutzung des knappen Bodens verdrängt, vor allem in den letzten Jahren mit dem Aufkommen der Wohnhochhäuser in serieller Bauweise. Für hausnahe Grünanlagen blieben nur Restflächen. Die bauliche Verdichtung ist so groß, dass ein ausgleichender Bedarf an öffentlichen Parks, Sportstätten, Freizeit- und Spielflächen entstand. In letzter Zeit setzte sich der Gedanke durch, dass eine Stadt, über der die meiste Zeit eine Smogglocke hängt, kaum Zukunft hat. Es gibt zwei bemerkenswerte Gegenmaßnahmen: Emissionskontrolle und -senkung und Durchlüftung über Grünkorridore. So ist es inzwischen Standard, an Schnellverkehrstraßen Begleitgrünstreifen anzulegen, die mit 100 bis zu 400 Meter Breite sogar kleinere Waldstücke bilden. Besonders das Programm zum Ausbau der Flussbetten und Kanäle mit breiten Uferstreifen ist ein Fortschritt. In die Bankette der aufgestauten Flussläufe rings um Peking wurden beispielsweise kleinere Parks, Radwege und Freizeitanlagen eingestreut, sodass die Bewohner der neuen Stadtrandsiedlungen wohnungsnahe Erholungsmöglichkeiten haben. Selbst die zahlreichen neuen Golfplätze sind hier zu nennen, obwohl sie als nichtöffentliche Flächen weniger frequentiert werden.

Der allgemein als Sommerpalast bezeichnete Yiheyuan gehört zu den reizvollsten Parkanlagen in Peking. Das riesige Areal, zwei Drittel davon ein See, diente den letzten Kaisern als Ort der Sommerfrische, an den sie sich samt Hofstaat während der heißesten Monate des Jahres zurückzogen. Und die von Hügeln umgebene, vom See gekühlte und durch eine Gartenanlage geschützte Lage ist ideal. Kaiserliche Pavillons gibt es dort schon seit dem 11. Jahrhundert, die heutige Anlage stammt jedoch größtenteils aus dem 18. Jahrhundert und entstand unter dem Mandschu-Kaiser Qianlong.

Der Nordmeer-Park nordwestlich des Kaiserpalastes ist einer der typischen chinesischen Gärten. Der Jin-Kaiser Shizong begann 1179 mit der Errichtung eines Sommerpalastes und der Anlage dieses Parks. Kaiser Kublai Khan machte ihn 1260 zu seiner Residenz, indem er die „Halle der Weiten Kühlung“ bezog. An ihrer Stelle wurde durch die Qing-Kaiser ab 1651 die lamaistische „Weiße Pagode“ erbaut, die noch heute den Park dominiert. Kaiser Qianlong ließ zwischen 1735 und 1796 umfangreiche Erweiterungsarbeiten durchführen. Nahezu alle heutigen Bauten in diesem Park stammen aus dieser Bauperiode.

Weitere Parks sind der Jingshan- und der Ditan-Park. In den Bergen westlich der Stadt befinden sich mehrere Parks, wie beispielsweise Badachu und der Fragant Hill Park. Außerdem befindet sich dort auch der neue und alte botanische Garten von Peking mit dem Tal der Kirschen. Sehenswert ist auch der Zoo von Peking, nicht nur wegen des großen Pandas, sondern auch wegen des Aquariums.

Südwestlich liegt der etwa 40 Hektar große Beijing World Park. Hier sind verkleinerte Nachbildungen vieler weltbekannter alter und neuerer Bauwerke und baulicher Ensembles aller Kontinente beispielsweise von den ägyptischen Pyramiden über den Eiffelturm bis zum untergegangenen New Yorker World Trade Center in unterschiedlichen Maßstäben zu besichtigen.

Eine alle bisherigen Projekte sprengende Park- und Freizeitlandschaft entsteht seit 2001 im Westen: beginnend südlich der Marco-Polo-Brücke wurde zunächst ein trockengelegtes Flussbett auf eine Länge von 20 km und einer Breite zwischen 0,8 und zwei Kilometern mit öffentlichen Grünflächen, kleineren Seen und mehreren Golfplätzen angelegt. Im Süden werden bereits weitere Flächen als Verlängerung dieser grünen Lunge vorbereitet. 14 km nach Nordwesten wird in gleicher Weise das hier schmaler werdende Flussbett in eine Parklandschaft mit besonders vielen Wasserflächen verwandelt. Ende 2010 sind bereits ca. 60 % der Arbeiten erledigt. Nach Fertigstellung aller Anlagen (um 2014) werden einmal rund 50 Quadratkilometer eines stadtnahen Landschaftsparks zur Verfügung stehen.


Sehenswürdigkeiten in der Umgebung der Stadt:

Chinesische Mauer:

Über eine Länge von 8850 Kilometer zieht sich die Chinesische Mauer durch China, ein monumentales Bauwerk, dessen Errichtung im 5. Jahrhundert v. Chr. begonnen und bis ins 16. Jahrhundert fortgeführt wurde. Die heute noch bestehenden Teilstücke würden aneinandergesetzt von New York bis nach Los Angeles reichen, und würde man aus ihren Steinen eine einzige Mauer von fünf Meter Höhe und einem Meter Tiefe bauen, ergäbe sich eine Strecke, die länger als der Erdumfang wäre. Der bekannteste Mauerabschnitt erstreckt sich bei Badaling, 70 km nordwestlich von Peking. Es war das erste Teilstück, das 1957 restauriert wurde. Die Mauer ist dort sechs Meter breit und in regelmäßigen Abständen mit Wachtürmen aus der Ming-Zeit (1368–1644) bestückt. Ihr Verlauf folgt dem Grat einer Hügelkette und hätte verteidigungsstrategisch kaum besser angelegt sein können, weshalb dieser Abschnitt auch nie direkt angegriffen, wohl aber über die Seiten eingenommen wurde. Weniger bekannt ist die Chinesische Mauer bei Mutianyu, 90 km nordöstlich von Peking. Der dortige, 1368 erbaute und 1983 restaurierte Abschnitt mit seinen zahlreichen Wachtürmen ist zwei Kilometer lang und erstreckt sich entlang eines Hügelkamms in grüner, sanft gewellter Landschaft. Ein weiteres Teilstück der Chinesischen Mauer befindet sich in Simatai, 110 km nordöstlich von Peking. Der Großteil dieses aus der Ming-Dynastie stammenden Mauersegments ist in seinem ursprünglichen Zustand belassen und besitzt nur einige Neuerungen aus späterer Zeit wie beispielsweise Geschützstände für Kanonen und quer zur äußeren Mauer gezogene, innere Mauerabsperrungen, um bereits eingedrungene Feinde zu stoppen.

Jietai-Tempel:

Der Jietai-Tempel im Pekinger Stadtbezirk Mentougou. Er geht bis auf die Zeit der Sui-Dynastie zurück und hat damit eine Geschichte von über 1.400 Jahren.

Marco-Polo-Brücke:

Die Marco-Polo-Brücke oder Lugou Qiao (‚Schilfrohrgossenbrücke‘) ist eine steinerne Bogenbrücke im Pekinger Stadtbezirk Fengtai, die den Fluss Yongding He überspannt. Sie wurde im Jahre 1192 vollendet. Die Marco-Polo-Brücke ist insgesamt 235 m lang und verfügt über elf Brückenbögen, wobei jedes einzelne Bogensegment 21,60 m überspannt. Die Fahrbahn der Brücke ist 9,30 m breit und besteht aus großen Steinquadern. Die 250 steinernen Geländerteile tragen steinerne Löwen. Die genaue Anzahl der Löwen ist schwer zu bestimmen, denn neben und auf den großen Löwen sitzen zahlreiche kleinere Löwenfiguren von oft nur wenigen Zentimetern Größe.

Ming-Gräber:

Die Ming-Gräber („Dreizehn Gräber der Ming-Dynastie“) sind eine Begräbnisstätte von Kaisern der chinesischen Ming-Dynastie, die sich etwa 50 km von Chinas Hauptstadt Peking entfernt am Fuße des Berges Tianshou befinden. 13 der 16 Ming-Kaiser sind hier begraben. Angelegt wurde die Anlage 1409 von Kaiser Yongle, der auch die Verbotene Stadt in Peking bauen ließ. Nach dem Tod seiner Frau zwei Jahre zuvor wählte er diesen Bereich als Ort für sein Changling-Mausoleum aus. Das Changling ist die größte Grabanlage der Ming-Gräber und gehört zu den imposantesten Kaisergräbern der chinesischen Geschichte. Fertiggestellt wurde die erste Anlage 1427. Bis zum Zusammenbruch der Ming-Dynastie 1644 wurden hier 13 Ming-Kaiser begraben. Weiterhin gibt es sieben Grabkammern kaiserlicher Konkubinen und die eines Eunuchen. Die gesamte Anlage hat eine Fläche von 80 km², die jedoch nicht als eine Anlage, sondern eher als einzelne Gräber am Fuße des Berges Tianshou zu verstehen sind.

Grab des Ding Ling:

Die heute am stärksten frequentierte Grabstätte der Ming-Gräber ist Ding Ling, das Grab des Kaisers Wanli. Er war der 13. Kaiser der Ming-Dynastie und regierte 1572 bis 1620. Seine Grabanlage liegt östlich des Berges Dayu. Zusammen mit ihm sind dort seine zwei Frauen beerdigt. Mit dem Bau von Ding Ling wurde im November 1584 begonnen, fertiggestellt wurde das Mausoleum im Juni 1590. Die gesamte Grab-Anlage ist 180000 m² groß und besteht aus einem großen Vorplatz und der unterirdischen Grabkammer, die aus fünf Hallen besteht. Ding Ling war die erste Grabanlage der Ming-Gräber, die freigelegt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Der Vorplatz der Grabanlage beginnt mit dem Grabtor und ist von da aus (wie die meisten Anlagen dieser Art) in einer Achse gradlinig bis zum Eingang der Grabkammer angelegt. An diesem Tor beginnt auch ein gerader Weg, der von hier aus bis zur Grabkammer führt. Die gesamte Anlage ist durch eine Mauer eingefasst worden. Hinter dem Grabtor folgt zunächst ein Platz, durch die Außenmauern begrenzt. Eine horizontale Mauer beschreibt zudem das Ende dieses Platzes, als Durchgang zur weiteren Anlage diente das Ling’En-Tor, von dem jedoch nur noch das Fundament zu sehen ist. Dasselbe gilt für die Ling’En-Halle, bei der auch nur noch die Ansätze der Säulen erkennbar sind, die sie getragen haben. Es folgt ein weiteres Tor, das Tor der Sternenanbetung (Xing Ling Men). Von hier aus geht es auf den Turm der Seelen zu, der etwas erhöht auf einer Terrasse steht. Von dieser Terrasse aus beginnt auch eine kreisrunde Mauer, die den gesamten Hügel, in dem sich die Grabkammer befindet einrahmt. Der Eingang zur unterirdischen Kammer befindet sich auf der Rückseite. Die Grabkammer besteht aus fünf Hallen, der vorderen, mittleren, hinteren, linken und rechten Halle, die kreuzförmig angeordnet sind. Die drei Särge von Wanli und seinen Gemahlinnen wurden in der hinteren Halle gefunden. Heute werden dort jedoch nur deren Nachbildungen ausgestellt. In den anderen Hallen wurden kostbare Grabbeigaben in unzähligen Truhen und die Throne der Herrscher gefunden.

Tanzhe-Tempel:

Der Tanzhe-Tempel (Tanzhe si) im Pekinger Stadtbezirk Mentougou ist ein buddhistischer Tempel aus der Zeit der Westlichen Jin-Dynastie. Es ist der älteste Tempel Pekings. Der Tempel steht seit 2001 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China (5-195). Es gibt den Spruch „Zuerst war der Tanzhe-Tempel, dann die Stadt Peking“.

Xiangshan Park:

Der Xiangshan Park liegt 20 km nordwestlich der Stadtmitte von Peking. Der Park ist vor allem im Herbst ein beliebtes Ausflugsziel, nicht zuletzt wegen der bunten Färbung der Blätter. Der Park ist auch bekannt unter Jingyi Garden.


Naturlandschaften und -monumente:

Jundu Shan:

Jundu Shan ist ein Gebirgszug im Norden der regierungsunmittelbaren Stadt Peking in China. Er verläuft über die Gebiete von Changping, Yanqing und Huairou und verbindet die Gebirge Taihang Shan und Yan Shan. Das Gebirge ist bis über 1500 m hoch und heutzutage ein beliebtes Skigebiet.

Qinglong-Schlucht:

Die Qinglong-Schlucht, im Norden von Huairou, ist 70 km von Zentrum Beijings entfernt. Die Große Mauer verläuft entlang der Bergkämme und um die Qinglong Schlucht, die sich hier mit dem Mauerabschnitt Mutianyu im Westen und dem Mauerabschnitt Simatai im Osten verbindet. Dieser Abschnitt der Großen Mauer wurde während der Ming-Dynastie erbaut und umfasst eine Festung, die der Stadt Ji gehörte. Die Beacon Türme sind noch gut erhalten.

Yummengshan:

Yunmengshan liegt an der Grenze des Bezirks Miyun und Huairou. Der Hauptpark erstreckt sich über 1.400 Meter über dem Meeresspiegel und umfasst eine Fläche von rund 2.200 Hektar. Die herrliche Sommerresidenz ist von Bergen, schroffen Felswänden, grotesken Felsen, Wasserfällen und fließenden Quellen geprägt. Die dichten Wälder, die zwitschernden Vögel und die wechselhaften Wolken verleihen dem Park einen besonderen Reiz. Im Juli und August ist der Berg immer im Nebel verschleiert. An sonnigen Morgen durchdringt die Sonne den Nebel und die Wolken und erhebt sich langsam in den Himmel.