Detroit und Umgebung

Detroit ist eine Großstadt im Südosten des US-Bundesstaates Michigan. Sie liegt direkt an der kanadischen Grenze, am Detroit River zwischen dem Lake St. Clair und dem Eriesee. Detroit ist 370,02 km2groß und hatte 2016 677.116 Einwohner; damit ist sie die größte Stadt in Michigan. 2010 waren 82,7 % der Bewohner Afroamerikaner; damit ist Detroit eine der größten schwarzen Gemeinden innerhalb der USA. Detroit ist Sitz des Wayne County und wirtschaftlicher, politischer und kultureller Mittelpunkt der Metropolregion Detroit, des nach Chicago und Toronto drittgrößten Ballungsraums im Bereich der Großen Seen mit (2010) rund 5,2 Millionen Einwohnern.


Geographie:

Detroit liegt im Nordosten des zugehörigen Landkreises, des Wayne County. Dabei ist insbesondere die nördliche Stadtgrenze auf ihrer gesamten Länge mit der County-Grenze identisch. Diese erstreckt sich über 28,5 Kilometer genau in West-Ost-Richtung und wird von der 8-Mile-Road markiert. Ein Stück nördlich der geographischen Mitte des Stadtgebiets befindet sich eine wenige Quadratkilometer große, die beiden Städte Hamtramck und Highland Park mit zusammen rund 34.000 Einwohnern (Stand: 2010) umfassende Enklave.

Lage:

Detroit liegt am südöstlichen Rand von Michigan sowie am rechten Ufer des Detroit River. Dieser bildet zusammen mit dem St. Clair River und dem nahe gelegenen Lake St. Clair den Abfluss des nördlich gelegenen Huronsee in den weiter südlich gelegenen Eriesee und markiert in diesem Bereich außerdem die Grenze zum nördlichen Nachbarn Kanada. Weil der Fluss an dieser Stelle jedoch von Osten her kommend in südwestliche Richtung fließt, ist Detroit die einzige Großstadt der USA, von der aus der Blick nach Kanada in südliche Richtung geht.

Umgebende Städte:

Gegenüber, auf der anderen Seite des Flusses und damit der Grenze, liegt die Großstadt Windsor. Sie ist mit (2011) 211.000 Einwohnern erheblich kleiner als Detroit und gehört zur kanadischen Provinz Ontario.

Ausdehnung:

Das Stadtgebiet ist 370,2 km2 groß (davon sind 359,4 km2 Landfläche) und erstreckt sich über rund 17 Kilometer entlang des Flussufers sowie zwischen 10 Kilometern am östlichen Rand und 23 Kilometer am westlichen Rand ins Landesinnere. Zu Detroit gehört ferner die rund 4,6 km lange und 3,9 km2 große Belle Isle, eine Insel im Detroit River, die am östlichen Stadtrand liegt.

Rust Belt:

Wirtschaftsgeographisch gesehen liegt Detroit im nordwestlichen Teil des Rust Belt und früheren Manufacturing Belt, des dicht besiedelten, ersten Industriegebiets der USA, dessen einstige Zentren heute vielfach vom Niedergang der Schwerindustrie gekennzeichnet sind.

Lower Peninsula of Michigan:

Die Untere Halbinsel (englisch Lower Peninsula (of Michigan)) ist die südlichere der beiden Hauptlandmassen, die zusammen den US-Bundesstaat Michigan bilden. Sie wird häufig auch als the L.P. (Abkürzung des englischen Begriffs Lower Peninsula) bezeichnet. Die Untere Halbinsel hat etwa zwei Drittel der Landfläche von Michigan, aber 97 Prozent der Gesamtbevölkerung. Der Umriss der Halbinsel erinnert an einen Fäustling, wobei die Region östlich der Saginaw Bay als The Thumb den „Daumen“ darstellt. Das Gebiet wird begrenzt durch den Michigansee im Westen, den Huronsee im Norden und Nordosten sowie St. Clair River, Lake St. Clair, Detroit River und Eriesee im Südosten. Von West nach Ost sind 314 km km und von Nord nach Süd sind es 446 km. Die Landschaft der Halbinsel ist meist durchzogen von ehemaligen Gletschermoränen, die meist bis zu 30 m hoch werden. Die westliche Küste weist Sandstrände und Dünen auf. Der höchste Punkt der Lower Peninsula ist nicht genau festgelegt, allerdings gehört der Birar Hill (520 m) mit zu den höchsten Punkten. Der tiefste Punkt liegt an der Küste des Lake Erie bei 174 m ü. NN.


Klima:

Detroit liegt in der kühlgemäßigten Klimazone, die große Teile der USA und den südlichen Rand Kanadas umspannt (effektive Klimaklassifikation Dfa). Die Jahreszeiten sind kontinentaltypisch stark ausgeprägt mit heißen, schwülen Sommern und kalten, relativ schneereichen Wintern. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,3 Grad Celsius; 188 Tage sind frostfrei. Die Wintermonate Dezember, Januar und Februar sind am kältesten; ihre Monatstiefsttemperaturen liegen im Mittel zwischen −4,4 und −7,2 °C; strenge Fröste bis unter −15 °C sind in dieser Jahreszeit keine Seltenheit. Häufig fühlen sich die Temperaturen bei starkem Wind durch den Windchill-Effekt erheblich kälter an. Jedoch können in dieser Jahreszeit Wärmeeinbrüche die Temperaturen vorübergehend bis weit über 15 °C ansteigen lassen. Die bisher niedrigste Temperatur wurde am 21. Januar 1984 mit −29,4 °C gemessen. Am wärmsten sind dagegen die Sommermonate Juni, Juli und August mit Durchschnittshöchstwerten von 26,1 bis 28,5 °C. In dieser Zeit kann die Temperatur zeitweilig auf über 30 °C ansteigen. Die höchste Temperatur wurde am 24. Juli 1934 mit 40,6 °C gemessen. Die Niederschläge verteilen sich über das ganze Jahr, im Sommer als Regen und in den Wintermonaten als Schnee. Die geringsten Niederschläge sind im Januar und Februar zu verzeichnen. Die Jahresniederschlagsmenge liegt im Mittel bei moderaten 828,5 mm. Der für das Gebiet der Großen Seen berüchtigte Lake effect snow tritt in Detroit in der Regel nicht auf, weil die nächstgelegenen großen Gewässer weiter östlich und damit auf der Leeseite der Hauptwindrichtung liegen. Auch der westlich gelegene Michigansee ist viel zu weit entfernt, als dass die von ihm verursachten Schneefälle in Detroit noch eine Rolle spielen könnten. Allerdings kann es im Sommer vorkommen, dass Luftmassen auf der Rückseite eines Tiefdruckgebiets über dem Lake St. Clair viel Feuchtigkeit aufnehmen, die dann über der Stadt mit kräftigen Niederschlägen abregnet.

Lufttemperatur der Stadt Detroit:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
-1°C1°C7°C14°C21°C26°C29°C27°C23°C16°C9°C2°C
-9°C-8°C-3°C3°C8°C14°C16°C15°C11°C5°C0°C-6°C

Klimastationen der Metropolregion von Detroit:


Geschichte:

Ursprünglich eine frankokanadische Gründung, entwickelte sich die Stadt aufgrund ihrer verkehrsgünstigen Lage bereits im 18. Jahrhundert zu einem wichtigen, zwischen Kanada und den USA mehrfach umkämpften Handelsplatz. Durch die hohe Konzentration der Aktivitäten zahlreicher amerikanischer Autopioniere stieg die Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum führenden Standort der US-Automobilindustrie auf. „Detroit“ wurde zum Metonym für die Gesamtheit der wirtschaftlich wie politisch sehr einflussreichen Autokonzerne. Infolge des wirtschaftlichen Strukturwandels in der Autoindustrie setzte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein fortwährender Niedergang und Bedeutungsverlust ein, verstärkt durch ethnische Konflikte, die Abwanderung wohlhabender Bevölkerungsschichten, eine schlecht funktionierende Verwaltung und ein schlechtes Bildungssystem. Dadurch erlebt die Stadt bis heute eine enorme Konzentration von Arbeitslosigkeit, Armut und Kriminalität. Diese Entwicklung fand mit dem Konkurs von General Motors im Juni 2009 und dem finanziellen Bankrott der Stadt im Juli 2013 weitere Tiefpunkte. Schätzungen zufolge hat Detroit im Jahr 2013 18 Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten angehäuft, während die Kommune pro Jahr nur gut 2 Milliarden Dollar einnimmt. Durch die Abwanderung zahlen immer weniger Bürger Steuern. 78.000 Häuser stehen leer und verrotten. Dem weithin sichtbaren Verfall steht ein breites Angebot an Kultur und Unterhaltung sowie bedeutende Zeugnisse amerikanischer Architektur gegenüber. Detroit ist Sitz etlicher nationaler Großunternehmen (darunter General Motors), eines katholischen Erzbischofs, dreier großer Spielbanken sowie mehrerer Profiliga-Sportmannschaften. Es gibt eine staatliche und zwei katholische Universitäten, ein katholisches Priesterseminar sowie mehrere große Autofabriken. Die Stadt ist außerdem Schauplatz zahlreicher Großveranstaltungen, darunter der Detroit Auto Show, der größten Automobilausstellung der USA. Das hier gegründete Plattenlabel Motown wurde international bekannt.


Sehenswürdigkeiten:

Die Uferlinie von Detroit weist eine Reihe unterschiedlicher Architekturstile auf. Zu den bekannteren Bauwerken der Stadt gehören auch das größte Fox Theatre der Vereinigten Staaten, das Opernhaus und das Detroit Institute of Arts.

Helmedes Comerica Tower at Detroit Center:

Die postmodernen neugotischen Helmedes Comerica Tower at Detroit Center (1993) wurden entworfen, um mit den Art-Déco-Wolkenkratzern der Stadt zu harmonisieren. Zu den Bauwerken im Stil des Art Déco gehören Guardian Building und Penobscot Building im Zentrum sowie das Fisher Building und der Cadillac Place in der Nähe der Wayne State University.

Downtown:

Während das Zentrum aus Hochhäusern gebildet wird, bestehen die übrigen Stadtteile weitgehend aus niedrigen Bauwerken und Einfamilienhäusern. Außerhalb des Stadtkerns finden sich Wohnhochhäuser in den Gebieten der East Riverfront bis zu Grosse Pointe und zum Palmer Park, direkt westlich von Woodward. In der Hochphase der Stadt in den 1920er-Jahren wurden viele Bürogebäude im Stadtzentrum gebaut, sie beeindrucken durch aufwendige Verzierungen. Das Renaissance Center in Downtown Detroit ist eine eindrucksvolle Hochhausgruppe, mit einem Mittelturm und den vier Türmen des General-Motors-Hauptquartiers. Der Detroit People Mover verschafft einen Überblick über die Innenstadt, die beispielsweise mit Greektown und seinen Casinos einige Attraktionen zu bieten hat. Die Wiederbelebung von Downtown Detroit zog mit neu errichteten Sportstätten für American Football und Baseball auch Unternehmen wie Compuware ins Zentrum.

Umliegende Stadtteile:

Die vor dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Bauten sind in den damaligen Arbeiterwohnvierteln vor allem in Holzständer- und Backsteinbauweise errichtet, in den Wohnvierteln der Mittelklasse handelt es sich um größere Backsteinbauten, und verzierte Wohnsitze finden sich in Stadtteilen wie etwa Brush Park, Woodbridge, Indian Village, Palmer Woods und Sherwood Forest. Die ältesten Stadtviertel – wie etwa Corktown, eine Arbeitersiedlung ehemals irischer Einwanderer und Brush Park – finden sich an der Ausfallstraße nach Woodward und Jefferson, die in den 1950er Jahren entstandenen Stadtteile liegen weiter westlich und in der Nähe zur 8 Mile Road.

Bauten aus dem späten 19. Jh. und frühen 20. Jh.:

Viele der bedeutsamen Bauwerke der Stadt sind in das National Register of Historic Places aufgenommen. Die Stadt verfügt über eine der größten erhaltenen Ansammlungen von Häusern aus dem späten 19. Jahrhundert und vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Rosedale Park ist hinsichtlich seiner Zahl der Contributing Propertys der größte Denkmalschutzbezirk Michigans. Hinzu kommen eine Reihe bedeutender Kirchengebäude, etwa St. Joseph Catholic Church und Saint Anne de Detroit Catholic Church.


Naturlandschaften und -monumente:

Detroit River:

Der Detroit River ist ein zum System der Großen Seen gehörender Fluss in Nordamerika. Zusammen mit dem St. Clair River und dem Lake St. Clair bildet der Detroit River den Abfluss des Huronsees in den Eriesee. Seit dem Bau des Sankt-Lorenz-Seeweges ist er ein Teil des Schifffahrtsweges zwischen den Großen Seen und dem Atlantik. Der rund 44 km lange Detroit River beginnt bei dem Windmill Pointe Lighthouse an dem durch die Insel Peach Island/Peche Island geteilten Abfluss des Lake St. Clair und endet bei Bar Point an seiner Mündung in den Eriesee.

Grosse Ile:

Die Insel ist die größte Insel des Detroit River und ist die Insel mit der höchsten Einwohnerzahl im Staat Michigan. Die Insel gehört zur amerikanischen Seite und ist Teil des Wayne County. Sie hat eine Fläche von 24,9 km² und 10.894 Einwohner.

Lake Erie:

Der Eriesee (Lake Erie) ist der südlichste und viertgrößte der fünf Großen Seen Nordamerikas. Der Name leitet sich von den Erie-Indianern ab. Durch ihn verläuft die Grenze der Vereinigten Staaten zu Kanada. Den Zufluss bildet der Detroit River. Über die Niagarafälle entwässert er in den Ontariosee. Der Eriekanal verbindet den See mit dem 580 Kilometer südlich gelegenen Hudson River. Der See liegt auf durchschnittlich 174 mHöhe, seine Fläche beträgt 25.667 Quadratkilometer. Er ist 388 km lang und bis zu 92 km breit, die Küstenlinie beträgt 1369 km.

Lake Huron:

Der Huronsee (Lake Huron) gehört zur Gruppe der fünf Großen Seen Nordamerikas. Durch ihn verläuft die Grenze der Vereinigten Staaten zu Kanada. Er grenzt an den US-Bundesstaat Michigan und an die kanadische Provinz Ontario. Der Huronsee liegt auf 176 m Höhe, seine Fläche beträgt 59.586 Quadratkilometer, als maximale Wassertiefe wurden 229 Meter ermittelt. Der kanadische Seeanteil beträgt 36.351 km², der US-amerikanische beträgt 23.235 km². Durch die Mackinacstraße (engl. Straits of Mackinac) ist der Huronsee mit dem Michigansee verbunden. Es handelt sich um keine Verbindung durch einen Fluss oder Strom, sondern um ein Gewässer ohne Gefälle. Daher kann der Huronsee zusammen mit dem Michigansee auch als ein See betrachtet werden.

Lake St. Clair:

Der Lake St. Clair ist ein See zwischen der kanadischen Provinz Ontario und dem US-Bundesstaat Michigan, etwa zehn Kilometer nordöstlich von Detroit. Der ungefähr 1114 km² große See bildet einen Teil des Große Seen-Systems, obwohl er selbst nicht zu diesen gezählt wird. Der See bildet zusammen mit dem St. Clair River und dem Detroit River die Verbindung zwischen dem Huronsee und dem Eriesee. Der See hat eine Ausdehnung von 42 Kilometern in Nord-Süd-Richtung und 37 Kilometer von Ost nach West. Das Gewässer ist ziemlich flach. Die durchschnittliche Wassertiefe beträgt drei Meter. Die größte natürliche Tiefe ist 6,4 Meter. Für Frachtschiffe wurde eine Fahrrinne ausgebaggert, die 8,2 Meter tief ist.

St. Clair Flats:

Das riesige Delta des St. Clair River wird als St. Clair Flats bezeichnet. Im Mündungsbereich teilt er sich in verschiedene Mündungsarme auf und bildet ein großes Flussdelta, bevor er in den Lake St. Clair mündet.

St. Clair River:

Der St. Clair River ist 64 km lang und Teil des 3776 km langen Sankt-Lorenz-Seewegs. Der St. Clair River verbindet die oberen und unteren Großen Seen. Er fließt in südlicher Richtung vom Südufer des Huronsees zum Lake St. Clair.