Minneapolis und Umgebung

Minneapolis ist mit rund 382.500 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt im US-Bundesstaat Minnesota. Zusammen mit St. Paul bildet sie die Metropolregion der Twin Cities. Der Name der Stadt entstammt einer Wortkombination aus zwei Sprachen, dem Wort der Dakota-Indianer für Wasser („minne“) und dem Wort der Griechen für Stadt („polis“).


Geographie:

Minneapolis liegt im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten am Mississippi River. Es hat eine Fläche von rund 151 Quadratkilometern. Davon sind sechs Prozent Wasserflächen und 15 Prozent Parkanlagen. Südlich des Stadtzentrums verläuft der 45. Breitengrad. Die geringste Höhe über dem Meeresspiegel ist am Zusammenfluss des Minnehaha Creek und des Mississippi Rivers mit einer Höhe von 209 Metern. Der höchste Punkt befindet sich in Prospect Park-Gegend mit 282 Metern.


Geschichte:

Die Regionen um das heutige Minneapolis gehörten zu den Siedlungsgebieten der Dakota. Gegen 1680 erreichten französische Pelzhändler das Gebiet. Fortan beanspruchten zunehmend europäische Siedler die Region am Mississippi für sich. In verschiedenen Verträgen mit den Mdewakanton wurden diese von den Europäern immer weiter verdrängt. Seit dem Bau des Fort St. Anthony, des späteren Fort Snelling, an der Stelle des Zusammenflusses des Minnesota und des Mississippi Rivers im Jahre 1819 durch die Streitkräfte der Vereinigten Staatenentstanden mehrere neue Siedlungen. 1867 wurde das nördlich an den Saint-Anthony-Fällen gelegene Minneapolis zur Stadt, im selben Jahr wurde die Eisenbahnstrecke nach Chicago in Betrieb genommen. 1872 schloss sich Minneapolis mit der nunmehr kleineren Stadt St. Anthony, die sich seit 1848 östlich des Mississippi entwickelt hatte, zusammen. Mit dem Bau von Getreidemühlen an den Saint-Anthony-Fällen konnte sehr feines Mehlproduziert werden. Zwischen 1880 und 1930 wurde die Stadt einer der wichtigsten Mehlproduzenten der Vereinigten Staaten. Die hohe Effektivität der mit Wasserkraft betriebenen Mühlen galt als innovativ und machte Minneapolis weltweit bekannt. Zahlreiche Siedler aus dem Osten der Vereinigten Staaten kamen in die Stadt und ließen sie rasch wachsen. Zwischen 1880 und 1930 verzehnfachte sich die Zahl der Einwohner auf über 460.000. Neben vielen Getreidemühlen entstanden an den Wasserfällen auch zahlreiche Sägewerke, die das aus dem Norden von Minnesota stammende Holz weiterverarbeiteten. 1905 wurden knapp zehn Prozent des in den Vereinigten Staaten verbrauchten Mehls und Schrots in Minneapolis hergestellt. In den 1950er Jahren wurde mit der Erneuerung der Stadtmitte begonnen. Über 200 neue Gebäude wurden erbaut, zahlreiche alte – teils auch historisch wertvolle Bauwerke – abgerissen. So wurde auch das 1890 erbaute Metropolitan Building abgerissen, eines der ersten und bedeutendsten Hochhäuser der Stadt.


Klima:

In Minneapolis herrscht das für den Mittleren Westen typische Klima. Die Winter sind sehr kalt und trocken, die Sommer warm und zeitweise feucht. In der Klimaklassifikation nach Köppen/Geiger fällt die Stadt in das humide Kontinentalklima (Dfa). Die höchste jemals gemessene Temperatur liegt bei 42,2 Grad Celsius im Juli 1936, die niedrigste bei -40,6 Grad Celsius im Januar 1888. Der Winter 1983/84 war der schneereichste, als 2,5 Meter Schnee fielen. Aufgrund der vor Wettereinflüssen ungeschützten Lage im Norden der Vereinigten Staaten gelangt Minneapolis im Winter oftmals unter den Einfluss polarer Kaltluftmassen. Die jährliche Durchschnittstemperatur der Region Minneapolis-St. Paul von 7 Grad Celsius ist zudem die niedrigste aller Metropolregionen innerhalb der USA.

Klimastationen der Metropolregion Minneapolis-St. Paul:


Sehenswürdigkeiten:

Minneapolis bildet zusammen mit seiner Zwillingsstadt St. Paul einen kulturellen Schwerpunkt im Mittelwesten der Vereinigten Staaten. Beide Städte weisen nach New York City die höchste Pro-Kopf-Dichte an Theatern in den USA auf. Für das traditionsreiche Guthrie Theaterentwarf Architekt Jean Nouvel 2006 ein neues Theatergebäude. Neben den bekannten Theatern wie dem restaurierten State Theater, dem Orpheum Theatre oder dem Pantages Theatre, existieren auch zahlreiche kleinere Theater und Bühnen, auf denen Shows, Ballette und Konzerte aufgeführt werden. Das Minnesota Orchestra unter Leitung des Hauptdirigenten Osmo Vänskä gilt als eines der besten Symphonieorchester des Landes und tritt regelmäßig in der Orchestra Hall auf. Das Minneapolis Institute of Arts ist ein 1915 im Süden der Stadt erbautes Kunstmuseum mit über 80.000 Ausstellungsstücken. Das Walker Art Center wurde von Newsweek als eines der besten zeitgenössischen Museen des Landes bezeichnet. Es war das erste öffentliche Kunstmuseum im oberen Mittleren Westen und wurde von 1999 bis 2005 renoviert und erweitert.

Bauwerke:

In Minneapolis gibt es daneben eine Reihe von architektonisch anspruchsvoll gestalteten Gebäuden, z. B.:

  • Chambers Hotel, Schwesterbetrieb des berühmten New Yorker Hotels
  • Central Library
  • W Foshay, ursprünglich ein Art-déco-Turm
  • Graves 601 Hotel
  • The Depot, ein ehemaliges Bahnhofsgebäude im Zentrum der Stadt
  • Der 1872 eröffnete und etwa 100 ha große Lakewood Cemetery gilt als landschaftlich und architektonisch sehenswert.
  • Die 1967 erbaute Interstate-35W-Mississippi-River-Brücke; eine strompfeilerlose Brücke über den Mississippi River mit einer maximalen Spannweite von 150 m, welche am 1. August 2007 im Berufsverkehr einstürzte.
  • Bardwell-Ferrant House
  • Das U.S. Bank Stadium wurde 2016 errichtet und ist das modernste Stadion in der amerikanischen Profi-Football Liga NFL.


Parks und Seen:

Minneapolis weist eine Vielzahl von Landschaftsparks und Seen auf. Insgesamt bestehen 26 km² des Stadtgebiets aus Parks und Gewässerlandschaften. Theodore Wirth war die entscheidende Person, die die Entstehung dieser Parklandschaften ermöglicht hatte. Neben den Mississippi National River and Recreation Area gibt es noch einige andere regionale Parks und Besucherzentren. Der Theodore Wirth Park ist der größte Stadtpark Minneapolis und gehört zum Golden Valley. Der Park würde 60% des New Yorker Central Parks bedecken. Der Minnehaha Park ist eine der berühmtesten Parklandschaften der Metropole. Hier liegen auch die Minnehaha Falls. Ein weiterer Park ist der Tower Hill Park, der Teil des Prospect Park ist. Hier steht ein Wasserturm, der aus dem Jahr 1913 stammt und bildet gleichzeitig die höchste Erhebung im Stadtgebiet.

Grand Rounds Scenic Byway:

Die Grand Rounds Scenic Byway ist ein Ring durch die Stadt, der große Teile der Parklandschaften miteinschließt und entlang des Mississippi River führt. Ein Parkway für Autos, ein Fahrradweg für Biker, und ein Wanderweg für Fußgänger führen über 50 Meilen parallel aneinander.

Seen:

Insgesamt findet man 24 Seen in der Stadt. Die größten Seen sind der Lake Harriet, Lake Calhoun, Lake of the Isles und der Cedar Lake.