Route 66

Die Route 66 war eine ursprünglich 2451 Meilen (3944 Kilometer) lange Straße von Chicago (Illinois) nach Santa Monica/LA (Kalifornien) und galt ab 1926, abgesehen vom Lincoln Highway, als eine der ersten durchgehend befestigten Straßenverbindungen zur US-amerikanischen Westküste. Heute sind die verbliebenen Teilstücke der früher auch Mother Road oder Main Street of America genannten Strecke ein Anziehungspunkt für Touristen und Nostalgiker. Sie wird jedoch nicht mehr einheitlich als Route 66 bezeichnet und ist nicht mehr durchgehend befahrbar.

Länge: 3944 km/2451 Meilen

Start: Chicago, Illinois

Ziel: Santa Monica (L.A.), Kalifornien

Bundesstaaten: Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona, Kalifornien

Eröffnung: 1926


Verlauf:

Zwar folgten die meisten Straßen im flachen Mittelwesten der USA schachbrettartig den Haupthimmelsrichtungen, die Route 66 jedoch verläuft diagonal und gehört damit zu den vielen Ausnahmen, in denen Straßen parallel zu den bestehenden Eisenbahnverbindungen gebaut wurden, wie zum Beispiel auch US 54, IL 48, US 150, US 45usw. Insgesamt führte die Route 66 durch acht US-Bundesstaaten.

Streckenanteil der verschiedenen Staaten:

Illinois:

In Chicago ist der Beginn der Route 66 mit einem Schild am Adams Boulevard markiert (Bild). Dieses hat aber nur touristische Bedeutung, denn die Straße begann einen Block südlich vom Schild am Jackson Boulevard, der heute als Einbahnstraße in Richtung Osten ausgeschildert ist. Das Schild ist besonders hoch aufgehängt, um zu vermeiden, dass es von Souvenirjägern entfernt wird. Chicago ist eine Stadt am Südwestufer des Michigansees im Bundesstaat Illinois in den Vereinigten Staaten von Amerika. Mit einer Einwohnerzahl von 2.722.389 (2014) ist sie die drittgrößte Stadt der Vereinigten Staaten. Ausgehend von Chicago (Adams Street/Michigan Avenue) nahm die Route 66 ihren Weg diagonal in grob südwestlicher Richtung. Sie verläuft in Illinois zunächst durch Städte wie Joliet, Bloomington, Lincoln, Springfield und Litchfield. Springfield (Bild), am Sangamon River gelegen, ist die Hauptstadt des US-amerikanischen Bundesstaates Illinois. Dieser Abschnitt gehört heute zu der Interstate 55 sowie zu den Illinois State Routes 4, 53 und 203. In Springfield, der Hauptstadt des Staates Illinois, führt sie als „Route 66“ am Kapitol vorbei. Das gesamte Landschaftsbild an der Route 66 wird von Kulturlandschaften und flachen Ebenen geprägt.

Missouri und Kansas:

Bei St. Louis überquerte die Route ehemals den Mississippi River auf der 1927 erbauten Chain of Rocks Bridge im Norden und verlief quer durch St. Louis (Lindbergh Boulevard und Watson Road), um anschließend durch die Bundesstaaten Missouri und Oklahoma zu führen, wobei sie in der Nähe von Joplin auch ein kleines Stück bei Galena durch die äußerste südöstliche Ecke von Kansas führte.

St. Louis ist eine Stadt im US-Bundesstaat Missouri am westlichen Ufer des Mississippi mit 319.294 Einwohnern (Volkszählung 2010). Die Einwohnerzahl geht seit den 1950ern zurück, da kontinuierlich Menschen in die Vorstädte ziehen. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Gateway Arch (Bild), ein 192 m großer Bogen, der von Eero Saarinen gestaltet wurde. Der Rock-’n’-Roll-Pionier Chuck Berry kommt aus Saint Louis. Joplin ist eine Stadt mit 47.994 Einwohnern (2006) im US-Bundesstaat Missouri. Sie liegt 109 km westlich von Springfield, 168 km nordöstlich von Tulsa, 91 km nördlich von Rogers, 417 km südwestlich von St. Louis und 224 km südlich von Kansas City in deren Ballungsraum und gehört zum Jasper Countyund Newton County. Am späten Sonntagnachmittag des 22. Mai 2011 suchte ein verheerender Tornado der Stufe 5 auf der Fujita-Skala den 50.000-Seelen-Ort im Mittleren Westen der USA heim (Bild). Der Tornado wuchs schnell auf eine Breite von rund 1,6 km an und verwüstete rund 25 % aller Gebäude auf seinem Pfad durch den Süden der Stadt. Galena ist eine Kleinstadt ca. 3.000 Einwohnern im Cherokee County, im äußersten Südosten des US-Bundesstaates Kansas.  Galena liegt ca. 7,5 Meilen (12 km) westlich von Joplin (Missouri) an der historischen Route 66, die nur ein kurzes Stück durch die äußerste südöstliche Ecke von Kansas verläuft. Nordwestlich von Galena, befand sich während des Zweiten Weltkrieges eine Munitionsfabrik, die einer der weltgrößten Produzenten von Ammoniumnitrat war. In Galena befand sich auch eine Landmaschinenfabrik der Firma International Harvester. An der Main Street von Galena, die Teil der Route 66 ist, steht vor dem Four Women on the RouteDiner als Dekoration noch ein alter rostiger “L-170 Truck” dieser Firma. Er war das Vorbild für die Figur des “Tow Mater” in Disneys Oskar-nominierten Pixar Animationsfilm Cars von John Lasseter(2006).

Oklahoma:

Weiter verläuft die Route durch Oklahoma. Sie führt vorbei an dem berühmten blauen Wal von Catoosa über Tulsa, durch Arcadia zur Hauptstadt Oklahoma City.

Tulsa (Bild) ist die zweitgrößte Stadt im US-Bundesstaat Oklahoma. 2011 hatte die Stadt 396.466 Einwohner. Tulsa ist der County Seatvon Tulsa County. Tulsa liegt im Nordosten des Staates Oklahoma. Durch die Stadt fließt der Arkansas River. Die Stadtfläche misst etwa 484 Quadratkilometer. Außerdem liegt die Stadt an der berühmten Route 66. Tulsas früherer Name war „Tulsy“, ein Begriff der Muskogee-Indianer für „alte Stadt“. In den 1890er Jahren wurde ein Handelsposten in dem Dorf als Poststation unter dem Namen „Tulsey Town“ eingerichtet. 1882 brachte die Eisenbahn weiße Siedler nach Tulsa, das zu einem Viehhandelsplatz aufstieg.

Texas:

Die nächste größere Stadt in westlicher Richtung ist Amarillo in Nord-Texas im Texas Panhandle („Pfannengriff“). Amarillo liegt im Nordwesten von Texas, im Texas Panhandle, in den Staked Plains (Llano Estacado), einer baumarmen und trockenenHochebene. Die Stadt liegt etwa 60 km östlich der Landesgrenze zu New Mexico und etwa 80 km südlich der Landesgrenze zu Oklahoma.  Kurz hinter Amarillo passiert die Straße ein weltbekanntes Kunstwerk, die Cadillac Ranch. Cadillac Ranch (Bild) ist der Name einer Kunstinstallation im Potter County, etwa fünf Kilometer westlich von Amarillo, Texas. Die Autos sind über und über mit Graffiti bemalt und ändern ständig ihr Aussehen. Besucher werden ausdrücklich ermuntert ihre eigenen farblichen Spuren zu hinterlassen.  In Adrian befindet sich der geografische Mittelpunkt der alten Streckenführung. Adrian ist ein kleiner Ort im sogenannten Texas Panhandle, dem nördlichsten Teil des US-Bundesstaates Texas. Er liegt unweit der westlichen Grenze nach New Mexico an der ehemaligen Route 66 im Oldham County.

Der “Midpoint” der Route 66 liegt in Adrian

New Mexico:

Bei Glenrio überschreitet die Route dann nicht nur die Grenze nach New Mexico, sondern wechselt zum ersten Mal auch in eine andere Zeitzone, von der „Central Time“ (UTC-6) zur „Mountain Time“ (UTC-7), um dann schließlich in New Mexico über Albuquerque nach Gallup zu führen.

Glenrio ist ein kleiner, fast völlig verlassener Ort an der alten Route 66, direkt auf Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Texas und New Mexico. Albuquerque  ist mit 557.000 Einwohnern (2014) die größte Stadt im US-Bundesstaat New Mexico. In der Metropolregion, die mit Rio Rancho eine der am schnellsten wachsenden Städte der USA umfasst, leben 905.000 Menschen.

In der Region um Gallup wurden in der Blütezeit des amerikanischen Western zahlreiche Filme gedreht. Das El Rancho Hotel an der historischen Route 66 hatte damals zahlreiche Stars zu Gast, unter anderem John Wayne, Katharine Hepburn, Spencer Tracy, Errol Flynn, Kirk Douglas, Gregory Peck, Humphrey Bogartund viele andere. Auch die US-Präsidenten Dwight D.
Eisenhower und Ronald Reaganwaren im El Rancho zu Gast.

Jedes Zimmer ist nach einem berühmten Hotelgast benannt. Die Hotelhalle des im historischen Originalzustand erhaltenen Hauses, zieren zahlreiche Bilder mit Originalunterschriften alter Hollywoodgrößen. Das Hotel ist in die Liste nationaler Sehenswürdigkeiten der USA eingetragen und steht unter Denkmalschutz.

Arizona:

In Lupton liegt an der Route 66 die bekannte Yellowhorse Indian Trading Post. Der Reisende überquert hier die Grenze nach Arizona und kommt schließlich nach wenigen Kilometern nach Holbrook.

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Ortes ist das Wigwam Motel an der historischen Route 66. Die freistehenden Bungalows sind Indianer – Tipisnachempfunden. Allerdings sind die Bauten aus Beton gefertigt. Das Motel in dem Oskar-nominierten Pixar-AnimationsfilmCars von John Lasseter (2006) basiert auf dem Wigwam Motel in Holbrook. Das 1898 erbaute Historic Navajo County Courthouse im Zentrum von Holbrook beherbergt heute ein Museum. Beide Gebäude sind in die Liste historischer Sehenswürdigkeiten der USA (National Register of Historic Places) eingetragen. Der Petrified Forest National Park (versteinerter Wald) liegt ungefähr 28 Meilen (45 km) östlich von Holbrook.

Wenig später folgt das beschauliche Winslow. Im Anschluss erscheint das Ortsschild von Flagstaff, dem Tor zum Grand Canyon, auf 2000 Metern Höhe gelegen. Winslow, Arizona, ist auch durch den Song “Take it Easy” der Country-Rock-Gruppe Eaglesbekannt geworden. Bekannt ist dieser Ort vor allem durch den Barringer-Krater, den ersten sicher als solchen erkannten Einschlagskrater eines Meteoriten. Es gibt ein Besucherzentrum mit Museum – u.a. wird ein Original einer Raumkapsel aus den 1960er Jahren gezeigt. Nahe dem Ort verläuft der Canyon Diablo über den die Interstate 40 führt.

Im Grand-Canyon-Nationalpark liegt der größte Teil des Grand Canyon, einer steilen, etwa 450 Kilometer langen Schlucht im Norden des US-Bundesstaats Arizona, die während Jahrmillionen vom Colorado River ins Gestein des Colorado-Plateausgegraben wurde. Der Canyon zählt zu den großen Naturwundern auf der Erde und wird jedes Jahr von rund fünf Millionen Menschen besucht.

In Arizona existiert zwischen Seligman und Kingman (Bild) ein weiterer, gut erhaltener Streckenabschnitt. Seligman wird als „Geburtsort der historischen Route 66“ bezeichnet und Kingman nennt sich die „Route-66-Hauptstadt“. Die Anzahl der Sehenswürdigkeiten in Kingman ist überschaubar. Das Visitor Center ist im alten Powerhouse an der Andy Devine Avenue untergebracht und informiert über die lokalen Attraktionen. Das Route 66 Museum im Powerhouse, es informiert über Geschichte und Gegenwart der alten Fernstraße Route 66, die einst von Chicago nach Los Angelesführte. Vorbei an Ed’s Camp über den verschlungenen Sitgreaves Passgelangt man in die alte Goldgräberstadt Oatman und schließlich zum Colorado River bei Topock. Den Fluss querte die Route 66 von 1947 bis zur Fertigstellung der Interstate 40 im Jahr 1966 über die Red Rock Bridge.

Kalifornien:

Der weitere Verlauf der Route 66 führt von Needles, wo die Straße die Grenze nach Kalifornien und zur „Pacific Time“ (UTC-8) überquert, durch die Mojave-Wüste weiter nach Amboy – vorbei unter anderem am legendären Bagdad Café – nach Barstow und von dort in südwestlicher Richtung nach San Bernardino, einer Stadt im Einzugsgebiet von Los Angeles. Die Route endet schließlich bei Los Angeles an den Piers von Santa Monica.


Sehenswürdigkeiten der Route 66:

Wie kaum eine andere Straße der USA wird die Route 66 durch zahlreiche bekannte Roadside Attractions symbolisiert. Meist handelt es sich um zu Werbezwecken errichtete Gebäude, Figuren oder Schrifttafeln, die weithin sichtbar sind und durch ihre Gestaltung die Vorbeifahrenden zum Anhalten animieren sollen. Manche Wahrzeichen sind aber auch Bauwerke wie Brücken, Hotels oder Tankstellen, die sich Reisende aufgrund ihrer auffälligen Architektur einprägen.

Illinois:

Eine der ersten Attraktionen, die einem auf dem Weg von Chicago nach Los Angeles noch heute begegnet, ist der Gemini Giant in Wilmington (Illinois), eine überlebensgroße Figur eines Raumfahrers aus Fiberglas, der nach dem Gemini-Raumfahrtprogramm benannt wurde und für ein örtliches Restaurant wirbt. In Mount Olive hat sich die alte Tankstelle Soulsby’s Service Stationerhalten, die an die Blütezeit der Route 66 erinnert.

Missouri:

In Lebanon (Missouri) steht das bekannte Munger-Moss Motel, dessen große Leuchtreklame weithin sichtbar ist.

Kansas:

Auch auf dem kurzen Stück, das die Route 66 durch Kansas führt, finden sich zwei bekannte Wahrzeichen. Kurz vor Riverton steht die alte Rainbow Bridge aus dem Jahre 1923, die einzige erhaltene Betonbogen-Brücke auf der Route 66, die heute ein historisches Wahrzeichen von Kansas ist. In Galena steht die alte restaurierte Tankstelle 4 Women on the Route, vor der ein altes rostiges Abschleppfahrzeug geparkt ist, das für den Film Cars als Anregung für die Figur des Hook(im Original: Mater) gedient hat.

Oklahoma:

Kurz vor Tulsa, in Catoosa, befindet sich am Rande der Straße ein stillgelegter Freizeitpark, in dem einst ein riesiger blauer Wal die Besucher anlockte, der noch heute zu sehen ist. In dem kleinen Ort Arcadia steht die Round Barn, eine restaurierte historische Rundscheune.

Texas:

Das U-Drop-Inn in Shamrock ist ein Gebäude im Stil des Art déco, das einst als Tankstelle und Diner Café diente und durch den Film Cars berühmt wurde wie auch der alte Brownlee Diner in Glenrio. In Shamrock hat sich auch die alte Magnolia Station erhalten – eine Tankstelle, die mittlerweile liebevoll restauriert wurde. Kurz hinter Amarillo sticht die Cadillac Ranch ins Auge – ein Kunstwerk mit zehn schräg in der Erde versenkten Cadillacs.

New Mexico:

In New Mexico führt die Route 66 vorbei an einer alten verlassenen Trading Post der „Whiting Brothers“ in dem winzigen Ort San Fidel. Am Ortseingang von Tucumcari steht das Blue Swallow Motel, dessen oft fotografierte Leuchtreklame eine blaue Schwalbe zeigt.

Arizona: 

In Holbrook findet sich das Wigwam Motel im Stil alter Indianer-Zelte. In der Stadt schlug 1912 ein Meteorit ein, ein Ereignis, dessen Spuren im Meteor Crater noch heute zu sehen sind. Wenig später folgt das beschauliche Winslow, das durch den Song Take it Easy der Country-Rocker Eaglesbekannt wurde.

Kalifornien:

Zwischen Needles und Barstow kommt man auf das längste noch erhaltene Stück der alten Route 66 in Kalifornien. Es wird auch National Trails Highway genannt, weil es ein ehemaliges Teilstück der Old National Trails Road ist, einer noch älteren Verbindung nach Westen als die Route 66. Man kommt bei Chambless an dem verlassenen Roadrunners Retreat Restaurant vorbei, ehe man in Amboy auf das aus zahlreichen Werbefilmen bekannte Werbeschild von Roy’s Caféstößt. Auf diesem Abschnitt liegt auch der Ort Bagdad, der jedoch nur noch aus einem Ortsschild und ein paar Fundamenten besteht. Das aus dem Film Out of Rosenheim bekannte Bagdad Café steht ein ganzes Stück weiter in Newberry Springs in der westlichen Mojave-Wüste vor Barstow. Auf der Strecke von Barstow nach Victorville liegt Elmer’s Bottle Tree Ranch am Strassenrand; in Victorvilles Altstadt befindet sich das 1995 eröffnete California Route 66 Museum. Die Route 66 führt quer durch Los Angeles Richtung Pazifik über den Sunset Boulevard und endet schließlich in Santa Monica am Pier des Yachthafens, dessen Schild ebenfalls aus zahlreichen Hollywood-Filmen bekannt ist.