Chesapeake Bay

Die Chesapeake Bay ist die größte Flussmündung in den USA. Sie ist eine südwärts zum Atlantik hin verlaufende Bucht desselben zwischen der Delmarva-Halbinsel im Osten und dem nordamerikanischen Festland im Westen und von den Bundesstaaten Virginia und Maryland umgeben, für die sie eine der bedeutendsten Naturlandschaften darstellt.


Geographie:

Die Bucht grenzt an die US-Bundesstaaten Virginia und Maryland und bedeckt eine Fläche von 12.000 km². Ihr Einzugsgebiet umfasst insgesamt 165.800 km²; zu ihm gehören Teile von sechs amerikanischen Bundesstaaten – neben Virginia und Maryland auch New York, Pennsylvania, Delaware und West Virginia – sowie der gesamte District of Columbia. Mehr als 150 Flüsse und Bäche münden in das Gewässer, das sich vom Susquehanna River im Norden 311 km weit bis zum offenen Atlantischen Ozean erstreckt. Flussgeschichtlich gesehen ist die Bucht das alte untere Tal des Susquehannas, in das sich dieser vor 15.000 Jahren während der letzten Kaltzeit eingegraben hatte, als der Meeresspiegel noch ca. 100 m unter dem heutigen lag. An ihrer schmalsten Stelle östlich von Annapolis (Maryland)ist die Bay nur 6,5 km breit; sie wird dort von der Chesapeake Bay Bridge überspannt. Nahe der Mündung verbindet das Bauwerk Chesapeake Bay Bridge-Tunnel die beiden Seiten.

Krater:

Im Eozän vor 35 Millionen Jahren schlug am heutigen Eingang der Bucht ein Meteorit ein; die Mitte des dabei entstandenen, 85 km breiten und 1,3 km tiefen Impakt-Kraters liegt acht Kilometer westlich von Cape Charles, die Struktur wurde wegen ihrer unterseeischen Lage erst 1993 bei Ölbohrungen entdeckt. Der Krater ist mit Brekzien verfüllt, die im Laufe der Zeit noch von einer 300 bis 500 Meter dicken Schicht Sedimente überlagert wurden. Die zur Bildung der Brekzien führende Zertrümmerung beeinflusste auch den natürlichen Aquifer und ist dafür verantwortlich, dass hier der Salzgehalt des Grundwassers 1,5 Mal so hoch ist wie anderswo. Größtenteils ist das Grundwasser für Trinkwasserzwecke zu brackig, was den Bewohnern der betroffenen Gebiete natürlich bekannt war; erst die Entdeckung des Kraters brachte aber die Erklärung des Sachverhalts. Erste Hinweise auf den Impakt gab eine Bohrung im fernen Atlantic City, bei der man eine 20 cm dicke Schicht Auswurfmaterials fand, Anzeichen eines massiven Einschlags. Trotz seines hohen Alters ist er höchstwahrscheinlich für die Entstehung der heutigen Bucht mitursächlich.

Landschaft:

Über weite Strecken hinweg bildet das Ufer als Steilküste gleichsam die Falllinie vom höher gelegenen Piedmont-Plateau zur eigentlichen Küstenebene. In der Nähe des Ufers im Westen liegen die größten Städte und Häfen: Annapolis, Baltimore, Washington, D.C. sowie die Agglomeration um die Hampton Roads. Am zerklüfteten Ostufer gibt es nur kleinere Orte, Fischerdörfer oder Kleinstädte, in deren MarinasYachten neben den Booten der Fischer dümpeln. Auf der sich anschließenden und weitgehend unter Naturschutz stehenden Delmarva-Halbinsel entstanden ausgedehnte Marschlandschaften, Sümpfe, Wälder und Weidegebiete.

Sumpfmarsch:

Die Marschen werden regelmäßig von den Gezeiten überflutet, ihre Gräser sind gegen das Salzwasser resistent. Diese eigenartige Landschaft bietet einen nährstoffreichen Schutz- und Lebensraum für verschiedene Vogelarten (Blaureiher, Weißkopfseeadler, Fischadler, kanadische Wildgänse, Störche, Tundraschwäne und etliche Zugvögel auf dem Weg in die Karibik), für Fische (Flundern, Barsche, Alsen, Elritzen) und für Krebse und Austern.

Mündungsflüsse:

  • Susquehanna River
  • Patapsco River
  • Potomac River
  • James River
  • Appomattox River
  • Rappahannock River
  • Patuxent River
  • Choptank River
  • York River mit dem Pamunkey River und Mattaponi River

Geschichte:

Der Name Chesepiooc bedeutete in der Algonkin-Spracheder Indianerstämme Powhatan und Nanticoke, die hier ansässig waren, vermutlich „Großer Fluss“ oder bezeichnete vielleicht ein Dorf an der Mündung des Gewässers zur offenen See. 1607 errichteten englische Kolonisten im James River die Kolonie Jamestown, die die erste erfolgreiche Kolonie Englands in Nordamerika wurde. Ihr Leiter John Smith erkundete als erster Weißer im Jahr 1608 Teile der Bucht und ihre südlichen Zuflüsse.


Klima:

Das Klima der Chesapeake Bay ist feucht und subtropisch geprägt. Nach der Köppen-Klimaklassifikation liegt das komplette Küstengebiet in der Zone des humiden Subtropenklimas (Cfa). Die Winter sind kühl und weisen leichte kontinentale Einschläge aus. Im Norden weisen die Nachttemperaturen insgesamt mehr Nächte mit Minustemperaturen auf, als im Süden. Die Sommer sind schwül und heiß. Die Niederschlagsmenge ist im gesamten Küstengebiet hoch und gleichmäßig über das Jahr verteilt. Während der Sommermonate nimmt die Regenmenge zusätzlich zu, da sich mitunter heftige Gewitter und Stürme entwickeln können. In den Monaten September und Oktober bilden sich in den Gewässern der südlichen USA häufig Hurrikane, diese können weit in den Norden ziehen und auch auf die Chesapeake Bucht treffen.

Wassertemperatur:

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Natur:

Fauna:

Marine Fauna:

Die Chesapeake Bay ist Heimat einer artenreichen Fauna. In den Gewässern der Bucht leben über 300 Fischarten, sowie eine hohe Artendichte von Quallen und Krebstieren.  Darunter der Atlantische Menhaden (Bunker), Wolfsbarsche, Amerikanische Aale, Amerikanische Austern und Blaue Schwimmkrabben (Blaukrabbe). Neben den kleineren Fischarten, leben in der Bucht auch große Fische, wie der Atlantische Stör und eine hohe Artendichte an Haien und Stechrochen. Die Chesapeake Bay ist ein beliebter Rückzugsgebiet der Haie an der gesamten Ostküste der USA. Zu den am weitesten verbreiteten Haien gehört der Bullenhai, Tigerhai, Hammerhai und Riesenhai. Neben den vielen Stechrochenarten kommt hier auch der Mantarochen vor. Neben großen Fischen leben hier auch große Meeressäuger wie die Delfinart Tursiops und Buckelwale. Glattwale, Seiwale, Finnwale und Zwergwale sichtet man in der Nähe der Bucht. Einmal wurde in der Bucht sogar ein Manati gesichtet. Ein weiterer Besucher ist die Unechte Karettschildkröte.

Landtiere:

Zu den hier jagenden Vögeln zählen Fischadler, Weißkopfseealder, Kanadareiher und Wanderfalken. Der Gelbfuß-Regenpfeifer lebt in den Feuchtländern der Bucht. Diamantschildkröten verkriechen sich im dichten Dickicht. 

Flora:

Die Chesapeake Bay ist auch Heimat einer vielfältigen Flora und Vegetation. Im Meer gedeihen ganze Weisen aus Seegräsern. Am Land gedeiht wilder Reis. Rotahorne, Pinienbäume, Sumpfzypressen, Grasländer und Schilfrohre zählen zu den bekanntesten Landpflanzen der Region.

Umweltprobleme:

Seit dieser Zeit sind wegen der Überfischung seit über hundert Jahren, der Überdüngung durch die Landwirtschaft (besonders an der Ostküste) und durch die Umweltverschmutzung im Zuge der Verstädterung (speziell an der Westküste der Bucht) die Bestände stark zurückgegangen. Im sogenannten Chesapeake Bay Agreement von 1987 einigten sich die Anrainerstaaten auf höhere Richtwerte zu deren Erhaltung in dieser immer noch schalentierreichsten Flussmündung der USA. Jährlich werden hier 45.000 Tonnen Krabbenfleisch gefischt, was die USA wie ehedem zum größten Krabbenfleisch-Exporteur der Welt macht; von den früheren Bestandszahlen ist man allerdings immer noch weit entfernt, das Abkommen war insofern nicht besonders erfolgreich.


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