Montana

Montana ist ein Bundesstaat im Nordwesten der Vereinigten Staaten. Der Name „Montana“ leitet sich wahrscheinlich von dem spanischen Wort montaña, vielleicht aber auch vom lateinischen montanus (beides zu Deutsch: „Berg-“, „bergig“, „gebirgig“) ab. Montana zählt zu den sogenannten Mountain States, die von den Rocky Mountains durchzogen werden. Die Hauptstadt von Montana ist Helena. Sein Spitzname Treasure State („Staat der Schätze“) begründet sich durch die Vielzahl an Bodenschätzen (Erdöl, Kohle, Kupfer, Silber und Gold).

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Lage und Landschaft:

Im Norden grenzt Montana an die kanadischen Provinzen British Columbia, Alberta und Saskatchewan, im Osten liegen die US-Bundesstaaten North Dakota und South Dakota, im Süden Wyoming sowie im Südwesten und Westen Idaho. Der Westen Montanas besteht aus hohen, zerklüfteten Bergen (sieheRocky Mountains), während der Osten durch weite Ebenen (siehe Great Plains) geprägt ist. Mit geschätzten 101.876 Einwohnern ist Billings die größte Stadt in Montana. In Montana liegt der Glacier-Nationalpark sowie ein kleiner Teil des Yellowstone-Nationalparks. Der Missouri River, der Milk River, der Flathead River und der Yellowstone River sind die vier Hauptflüsse. Der kürzeste Fluss der Welt, der Roe River, fließt ebenfalls durch Montana.

Großlandschaften:

Der Westen von Montana wird von den Rocky Mountains geprägt, während sich im Osten die Hochprärie erstreckt.

Gewässer:

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Montana weist wildromantische Flusstäler auf

Montana weist tausende Flüsse und Bäche auf. Montana ist eine der wenigen geographischen Regionen der Erde, wo Flüsse aus drei Flusssystemen fließen. Die Flüsse fließen entweder in den Pazifischen Ozean, Golf von Mexiko oder in die Hudson Bay. Montana ist Zentrum der Kontinentalen-Wasserscheide Nordamerikas.

Im Bundesstaat befinden sich mehr als 3000 Seen und Stauseen, inklusive des Flathead Lake, dem größten natürlichen Süßwassersee der westlichen USA. Andere bedeutenden Seen sind der Whitefish Lake im Flathead Valley, der Lake McDonald, der St. Mary Lake beide im Glacier National Park.

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Lake McDonald im Glacier National Park

Der größte Stausee ist der Fort Peck Reservoir des Missouri River, der den zweigrößten Erddamm und den größten hydraulischen Staudamm der Erde bildet. Ein weiters Reservoir ist Hungry Horse, Lake Koocanusa, Lake Elwell, Clark Canyon, Yellowtail, Canyon Ferry, Hauser, Holter, Rainbow und Black Eagle.

Allein der Glacier Nationalpark im Norden des Bundesstaates weist unzählig viele Seen auf. Die meisten werden von den umliegenden Gletschern gespeist. Neben kleineren Gletscherseen, gibt es auch große Seen, wie den Saint Mary Lake oder den Lake McDonald. Jedoch haben alle Seen im National Park etwas gemeinsam, jeder von ihnen wird von einer wunderschönen Bergwelt mit atemberaubenden Panorama umgeben.


Fläche: 380.850 km²

Höchste Erhebung: Granite Peak (3901 m)

Bevölkerung: 970.000 Einwohner

Hauptstadt: Helena (25.000 Einwohner)

Zeitzone: Mountain Time

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Klima:

Die durchschnittliche Tagestemperatur reicht von -2,2°C im Januar bis 29,2°C im Juli. Die Variation der Temperatur liegt an der geographischen Verschiedenheit des US-Staats. Die höchste jemals gemessene Sommertemperatur betrug +47,2°C und wurde am 20.07.1893 in Glendive und Medicine Lake (05.07.1937) gemessen. Generell sind die Sommernächte kühl und angenehm. Extremes heißes Wetter kommt nur in den Lagen unter 1200 m ü. NN. vor. Schneefall ist zu jeder Jahreszeit möglich. Vor allem im zentralen und westlichen Montana kann es auch im Juli und August zu Schneefall kommen, dies ist allerdings selten.

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Die kälteste Wintertemperatur wurde am 20.01.1954 in der Nähe des Rogers Pass gemessen und betrug -56,7°C, dies ist auch die tiefste Rekordtemperatur der gesamten USA. Die Winternächte können häufig Temperaturen um die -30°C erreichen. In der Hauptstadt Helena, 64 km südöstlich vom Rogers Pass, wurde am selben Tag eine Tiefsttemperatur von nur -37,8°C gemessen. Der Allzeit-Rekord betrug -41,1°C in der Hauptstadt. Die kalten Winter sind auf die kalte Kontinentalluft aus Kanada zurückzuführen. Hinzu kommt noch, dass es Windböen bis zu 40-80 km/h vorkommen, dann können die Temperaturen noch weiter sinken oder auch steigen. Der Temperaturanstieg liegt vor, wenn der Südwestwind „Chinooks“ weht, dann können die Temperaturen auf 10°C bis 16°C steigen.

Niederschlag:

Der durchschnittliche Niederschlag des gesamten Bundesstaat beträgt 380 mm. Die Gebirgszüge blocken die dichten Regenwolken vom Pazifik ab. Der westlichen Täler sind sehr feucht, während die östlichen trocken sind,  aufgrund des Regenschattens. Heron, im Westen, weist eine Niederschlagsmenge von 881 mm auf. Im Osten (Lee-Seite) sind die Täler und Landschaften jenseits der Rocky Mountains viel trockener: Lonepine hat einen Niederschlagsdurchschnitt von 291 mm, Deer Lodge 279 mm. Die Berge sind am nassesten, meist um die 2500 mm. Im Glacier National Park fallen im Schnitt 2700 mm Niederschlag. Die trockenste Gegend ist die Region um Belfry mit 167 mm (16-jähriger Durchschnitt).

Schneefall:

In den größeren Städten fallen jährlich 0,75 m bis 1,3 m Schnee jährlich. Im Gebirge türmt sich die Schneedecke bis auf über 7 m auf. Heftige Schneestürme können zwischen September und Mai auftreten. Allerdings treten Schneestürme meistens zwischen November und März auf.

Klimatabellen:

Helena:

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Yellowstone National Park (1500 m)

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai.
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
3°C5°C7°C13°C18°C24°C28°C27°C22°C16°C8°C4°C
-9°C-8°C-6°C-1°C4°C9°C13°C12°C7°C1°C-5°C-9°C

West Yellowstone: 

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Kulturelle Zentren:

Helena:

Helena ist die Hauptstadt Montanas und hat den Sprung in die Modernisierung geschafft. Die Gründung geht auf die Zeiten des Goldrausches zurück. Die meisten Bewohner der 25.000-Einwohner-Stadt arbeiten für die Regierung. Die Kuppel des Kapitol besteht aus Kupfer, dass aus Butte stammt. Helena wurde 1875 zur Hauptstadt von Montana ernannt.

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Butte:

Butte war einst eine Metropole, da dort Kupfer abgebaut wurde. Die Kapitolkuppel in Helena ist mit Butte-Kupfer überzogen.

Bannack:

In der verfallenen Geisterstadt findet man historische Gebäude vor. Im 19. Jh. war sie für kurze Zeit die Hauptstadt von Montana. Die Stadt wurde zum National Historic District erklärt.

Nevada City:

Die Siedlung ist eine Meile von Virginia City entfernt. Die Schwesterstadt der berühmten Boomtown ist heute ein Freilichtmuseum.

Missoula:

Um 1860 wurde die Stadt in einem fruchtbaren Tal gegründet. Die zahlreichen Parks und Grünflächen gaben ihr den Beinamen „Garden City“.

Great Falls:

Die Stadt liegt am Missouri River und die berühmten Great Falls liegen unmittelbar in der Umgebung. Die Stadt wird auch „Electric City“ genannt, da sich entlang des Flusses unzählige Wasserkraftwerke und Staudämme befinden.


Naturlandschaften und -monumente:

Glacier National Park:

ie Gletscher verliehen dem 1910 begründeten Nationalpark seinen Namen, doch prägen sie ihn nur noch in geringem Maße, denn sie schmelzen: Gab es 1850 auf diesem Gebiet noch 150 Gletscher, so sind es derzeit nur noch 27. Sie nehme nur noch ein Drittel der damaligen vergletscherten Fläche ein. Berechnungen zufolge können die Gletscher in gut 20 Jahren komplett geschmolzen sein, wenn das Tempo so weiter geht. Der Park hat eine Fläche von 41oo km² und liegt im Bundesstaat Montana. Auf der kanadischen Seite grenzt der Waterton-Lakes-Nationalpark direkt an den Glacier Nationalpark an. Jenseits der Grenze liegt auf kanadischem Boden der Waterton-Lakes-Nationalpark. Beide Parks zusammen wurden 1932 als weltweit erstes grenzüberschreitendes Naturschutzgebiet unter dem Namen Waterton-Glacier International Peace Parkzu einem „Internationalen Friedenspark“ ernannt und 1995 durch die UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

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Lake McDonald

Gletscher im Glacier National Park:

Im Nationalpark befanden sich zuletzt 35 Gletscher. Im Jahr 1850 hatte der Nationalpark 150 Gletscher. Heute sind es nur noch 25 übergebliebene Gletscher. Seit dem die letzte Eiszeit vor 10.000 Jahre zu Ende ging, gab es immer Wechselzeiten zwischen den Rückgang und dem Wachstum der Gletscher. Aktuell sind die Gletscher vom Effekt des Klimawandels bedroht. Forscher schätzen, dass bis 2030 kein einziger Gletscher im Park mehr zu finden sei.

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Gipfel im Glacier National Park:

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Das Bergpanorama des Lake McDonald ist umwerfend. Der erste Berg von links ist der Cannon. Der übernächste Gipfel ist der Brown, danach folgt Little Matterhorn, Edwards und Gunsight

Seen im Glacier National Park:

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Yellowstone National Park:

Innerhalb der Parkgrenzen ist die Erde in Aufruhr. Der Grand Canyon of the Yellowstone und die blubbernden Geysire erinnern an vergangene Vulkanausbrüche. Über 300 dieser heißen Quellen gibt es hier. Mitglieder der Washburn-Lang-ford-Doane-Expedition forschten bereits im Jahr 1870 am Yellowstone. Am 1.03.1872 wurde das Gebiet zum ersten Nationalpark der Vereinigten Staaten von Amerika erklärt. Durch die vulkanischen Aktivitäten im Yellowstone Nationalpark, gibt es unzählige heiße Seen und blubbernde Schlammlöcher. Viele Pflanzen vertragen das heiße, schwerfel- oder  silikathaltige Wasser nicht und sterben ab, wenn sie damit in Kontakt kommen. Dafür hat etwas entfernt davon, durch den seit fast anderthalb Jahrhunderten andauernden Naturschutz, eine unglaubliche Vielfalt an Flora und Fauna erhalten.

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Grand Prismatic Spring

Medicine Rock State Park:

Die Sandsteine die sich im State Park befinden waren den Indianern heilig. Teddy Roosevelt besuchte den State Park.

Great Falls:

Lewis und Clark mussten diese Wasserfälle durchqueren, als sie auf ihrer Entdeckungsreise waren. Die Rainbow Falls, Crooked Falls und Black Eagles Falls kann man noch immer besichtigen.

Paradise Valley:

Das Paradise Valley ist ein großes Flusstal des Yellowstone River im Südwesten Montanas. Im Norden grenzt der Yellowstone National Park an das Tal. Das Tal ist flankiert von der Absaroka Range im Osten und der Gallatin Range im Westen.

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Chief Mountain:

Der Chief Mountain liegt westlich des Glacier National Parks und des Blackfeet Indian Reservation. Der Berg ist eine der bekanntesten Felsformationen entlang der Rocky Mountains Front, eine 320 km lange Gebirgsfalte.

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Hell-Creek-Foramtion:

Die Hell-Creek-Formation ist eine Abfolge von kontinentalen Sedimentgesteinen der späten Kreide und des frühen Paläozäns im Nordwesten der USA.

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Sie enthält einige bedeutende Lagerstätten von Dinosaurier­fossilien. Die Formation ist in den Badlands des östlichen Montanas und Teilen von North Dakota, South Dakota und Wyomingaufgeschlossen.

Aus diesen Aufschlüssen wurden die Überreste populärer Dinosauriergattungen wie Tyrannosaurus, Triceratops, Ankylosaurus und Edmontosaurus geborgen.

Des Weiteren enthält sie in ihrem oberen Abschnitt die mit Iridium angereicherte Kreide-Tertiär-Grenzschicht, eine dünne, auch andernorts auf der Erde nachgewiesene Schicht, deren obere Grenzfläche das Mesozoikum (Erdmittelalter) vom nachfolgenden Känozoikum (Erdneuzeit) trennt.

Flathead Lake:

Der Flathead Lake ist ein See im Nordwesten des US-Bundesstaates Montana. Er ist der größte See in Montana und gleichzeitig der größte Süßwassersee im Westen der Vereinigten Staaten. Der See zählt zu den saubersten Seen seiner Größe. Der Flathead Lake ist benannt nach dem Indianerstamm der Flathead, einem Unterstamm der Salish-Sprachgruppe. Zum Flathead-Reservat gehört heute knapp die Hälfte des Sees. Früher war der See als Salish Lake bekannt, war also nach der Eigenbezeichnung der Flathead-Indianer benannt. Der See wird im Osten von den Mission Mountains und im Westen von den Salish Mountains eingefasst. Ungewöhnlich ist das milde Klima in der Flatheadsenke. Die Hauptzuflüsse sind der Flathead River und der Swan River.

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Mount Oberlin:

Der Mount Oberlin ist ein 2493 m hoher Berg der Lewis Range im Glacier National Park des US-Bundesstaates Montana. Der Berg liegt nordwestlich des Logan Passes. Im Nordwesten des Gipfels befinden sich Schneefelder, diese bilden im Sommer Flüsse aus Schmelzwasser. Die Schmelzwasserflüsse fallen an einer Stelle 150 m in die Tiefe. Der Wasserfall wird Bird Woman Falls gennant und ist der höchste Wasserfall im Glacier National Park.

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Logan Pass:

Der Logan Pass ist mit einer Höhe von 2026 m der höchste Punkt der Going-to-the-Sun-Road. Er liegt entlang der Kontinentalen Wasserscheide im Glacier National Park.

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