Wyoming

Wyoming ein US-Bundestaat mit einsamer Wildnis, riesigen Nationalparks, eisigen Bergwelt, weiten Ebenen, staubtrockenen Canyons und geprägt von indianischer Kultur. Bekannt ist der Bundesstaat durch den beiden Nationalparks Yellowstone und Grand Teton. Der US-Staat gehört zu den Rocky Mountain States und liegt im Übergangsbereich von den Great Plains zu den Rocky Mountains. In der Sprache der Indianer bedeutet „Wyoming“ einen Wechsle zwischen Berg und Tal. Der Bundesstaat ist der Wilde Westen schlecht hin: hier jagte einst der berühmte Büffeljäger Buffalo Bill und im Wind River Indian Reservation liegt das Grab der legendären Schoschonen-Indianerfrau Sacajawea, die Lewis und Clark auf ihrer Entdeckungsreise nach Westen begleitete. Zu dem leben riesige Herden von Bisons in der Prärie und lassen den Boden unter ihren Hufen beben. Selbst die Hauptstadt Wyomings, Cheyenne trägt den Namen eines Indianerstammes.

Fläche: 253.349 km²

Höchster Berg: Gannet Peak (4202 m)

Bevölkerung: 530. 000 Einwohner

Hauptstadt: Cheyenne (57.000 Einwohner)

Zeitzone: Mountain Time


Amerikanische Ureinwohner im Bundesstaat Wyoming:

Archäologische Funde seien darauf hin, dass Wyoming bereits vor 9000 Jahren bevölkert war. Die Geschichtsschreibung beginnt jedoch erst mit den Trappern und Pelzhändlern in er Mitte des 18. Jh. Die Franzosen Francois und Louis de La Verendrye sollen zu den ersten Weißen gehört haben, die um 1742 bis 1743 auf Indianerstämme der Crow, Blackfeet, Ute, Flathead, Shoshone, Cheyenne und Arapaho trafen, die hier von der Jagd auf Bisons und andere Wildtieren lebten. Im 19. Jh. siedelten sich auch Lakota in Wyoming an. Als man 1863 die großen Rinderherden von Texas nach Montana auf dem Bozeman Trail durch die Jagdgründe der Indianer im Nordosten trieb, kam es in der Folgezeit immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Einer dieser Kämpfe war das Fetterman-Massaker, in dem die Lakota-Sioux unter den Häuptling Crazy Horse und Red Cloud 1866 Captain William Fetterman und 81 Männer aus dem Fort Kearney töteten. Die US Army gab daraufhin das Fort auf und schloss den Bozeman Trail. 1878 wurden alle Indianerstämme, mit Ausnahme der Shoshonen und Arapaho in der Wind River Reservation, aus Wyoming vertreiben und mit der Ausrottung des Bisons deren Lebensgrundlage vernichtet. Obwohl die Lakota und die mit ihren verbündeten Arapaho und Cheyenne einige Kämpfe für sich entscheiden konnten, darunter die legendäre Schlacht am Little Bighorn, bei der 1876 Lt. Colonel Custer und seine Soldaten bis auf den letzten Mann ausgelöscht wurden, mussten sie schließlich kapitulieren und die Rancher nahmen legal und illegal die besten Weidegründe in Besitz.


Lage und Landschaft:

Wyoming wird von verschiedenen Landschaften durchzogen. Der US-Bundesstaat grenzt an South Dakota, Nebraska, Colorado, Utah, Idaho und Montana.Nach Coloradoist er mit 2044 m auch der durchschnittlich am zweithöchsten gelegene Staat der USA. Er befindet sich im westlichen Zentrum des US-Staatsgebiets und zählt somit durch seine Lage (wie auch seine Kultur) zum legendären sogenannten (Wilden) Westen (daher auch der Kosename Cowboy State).

Kleiner Überblick:

Westen:

Die Rocky Mountains prägen den westlichen Teil des Bundesstaates. Die höchste Erhebung ist der Gannet Peak mit 4202 m. Hier befinden sich auch die beiden Nationalparks Grand Teton und Yellowstone.

Zentrum:

Das Herzstück des Staates wird von der Hochprärie, Bighorn Mountains und Laramie Mountains geprägt.

Osten:

Der Osten wird von der weiten Prärie geprägt. Hier beginnen die Great Plains. Hier grenzt der Staat an South Dakota und Nebraska.

Großlandschaften:

Wyoming kann in drei große geographische Räume gegliedert werden, die alle grob ein Drittel des Staatsgebiets umfassen: die Great Plains, die Intermountain Basins (Gebirgsbecken) und die Rocky Mountains.

Great Plains:

Der östliche Teil Wyomings wird von den Great Plains (großen Ebenen) eingenommen, weitläufigen Prärien, die sich vom Süden Kanadas durch das Zentrum der USA bis hinunter an die mexikanische Grenze ziehen und eine wesentliche, weltweit bekannte Kulturlandschaft bilden. Sie gaben dem Staat auch seinen Namen, der der Cheyenne-Sprache entnommen ist und große Ebenen bedeutet.

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Die Prärien Wyomings sind einerseits durch gänzlich flache Landstriche gekennzeichnet, andererseits jedoch durch die vorherrschenden, sanft rollenden Hügel. Der Großteil dieser Gegend ist von mit Kurzgras bewachsenen, weitgehend baumlosen Steppenlandschaften geprägt, die nur an den Flüssen z. T. von Pappeln und Gebüsch durchsetzt sind. Ackerbau (am ehesten Weizen) ist in diesen windigen, trockenen Weiten kaum möglich, stattdessen wird extensive Weidewirtschaft betrieben. In der Prärie im Nordosten von Wyoming befindet sich am Belle Fourche River mit 945 m der tiefste Punkt des gesamten Bundesstaates. Dies schließt jedoch größere Erhebungen in derselben Region nicht aus: die Prärien Wyomings haben zu etwa einem Drittel Anteil an den Black Hills, den heiligen Bergen der Sioux und Cheyenne-Völker, die sie Pahá Sapá (Lakota) oder Mo’ōhta-vo’honáaeva (Cheyenne/Algonkin) nennen. Das teils dicht mit Ponderosa-Kiefern bedeckte Inselgebirge erreicht in Wyoming Höhen von knapp über 2000 m und beherbergt ein bekanntes Naturdenkmal: das Devils Tower National Monument, ein monumentaler vulkanischer Monolith, der 386 m über dem Belle Fourche River emporragt und eine Höhe von 1558 m erreicht. Den Sioux und Cheyenne und auch anderen First Nations ist dieser Berg heilig und trägt in Lakota den Namen Mato Tipila(Hütte des Bären).

Rocky Mountains:

Vornehmlich im Nordwesten des Bundesstaates und teilweise auch im Südosten erheben sich gewaltige Gebirgsketten, die allesamt Teil der Rocky Mountains sind. Das Felsengebirge splittert sich in Wyoming in verschiedene Bergkämme auf, die sich gewöhnlich in nord-südlicher oder nordwestlich-südöstlicher Richtung erstrecken. Die Bighorn und Laramie Mountains begrenzen hierbei die Prärien und markieren den Übergang in ausgedehnte Beckenlandschaften, die von den Gebirgszügen eingerahmt werden.

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Die beeindruckendsten Auffaltungen der Rocky Mountains in Wyoming sind die Absaroka, Teton, Wind River und Wyoming Ranges, sowie die Big Horn Mountains im Nordwesten, denen die niedrigeren und weniger spektakulären Laramie- und Medicine Bow Mountains im Südosten gegenüberstehen. Besonders hoch und wild zerklüftet präsentiert sich die Wind River Range, in der neun Viertausender in den Himmel ragen. Hier befindet sich auch die höchste Erhebung Wyomings: der Gannett Peak, der je nach Messung 4202 m, 4207 m oder 4210 m erreicht. Ein sehr geschätztes Fotomotiv und Sinnbild mächtiger, unberührter Natur ist die Teton Range mit ihrem 4196 m hohen Grand Teton Peak, dem zweithöchsten Berg des Bundesstaates, am Rande des gleichnamigen Nationalparks südlich des Yellowstone-Nationalpark.

Intermountain Basins:

Den dritten großen geographischen Raum stellen ausgedehnte Becken dar, die vorwiegend im Zentrum und Südwesten liegen und von den Gebirgszügen eingefasst werden, z. B. die Bighorn, Great Divide, Green River und Wind River Basins. Diese Becken sind relativ hoch gelegen (1000–2000 m), aber eben und großteils mit Kurzgras oder niedrigem Buschwerk bedeckt. Bäume gibt es kaum. Da sie sich direkt im Windschatten der großen Bergketten befinden, sind diese Beckenlandschaften sehr niederschlagsarm und haben deshalb gelegentlich Halbwüstencharakter.

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Dennoch sind sie gemeinsam mit den Great Plains das Kerngebiet der Bevölkerung und der Landwirtschaft. Ohne Bewässerung ist Ackerbau (vor allem Weizen und Zuckerrüben) hier jedoch kaum möglich. Eine Besonderheit stellt das Great Divide Basin dar, das eine zu- und abflusslose Halbwüste direkt an der kontinentalen Wasserscheide ist. Hier befindet sich die sogenannte Red Desert (rote Wüste), eine rund 24.000 km² umfassende Halbwüsten- und Wüstengegend, die für ihre Sanddünen bekannt ist, die zu den mächtigsten der USA gehören. Südwestlich davon schließen sich bizarre Schluchten an, wie etwa die farbenprächtige Flaming Gorge, die bereits an die weiter südwestlich liegenden Canyonlands in Utah und Arizonaerinnern.

Landschaften:

Eine weitere geographische Bedeutsamkeit ist Wyomings Lage an der Great Continental Divide, der großen kontinentalen Wasserscheide des nordamerikanischen Kontinents, die die Bundesstaatsfläche in nordwestlich-südöstlicher Richtung durchzieht. Sie verläuft entlang der Absaroka Range und Wind River Ranges und setzt sich im Great Divide Basin, und später der Park Range (großteils in Colorado), fort. Alle Flüsse, die östlich dieser Linie entspringen, entwässern Richtung Osten und münden irgendwann alle in den Missouri River, der in den Mississippi River und schließlich in den Atlantischen Ozean (Golf von Mexiko) fließt. Jene Flüsse, die westlich der Wasserscheide ihren Lauf beginnen, enden im Pazifik (entweder im offenen Ozean, wenn sie dem Columbia River westwärts folgen, oder im Golf von Kalifornien, wenn sie nach Süden in den Green River und später den Colorado River entwässern).

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Black Hills

Gewässer:

Als ziemlich trockener Flecken der USA besitzt Wyoming naturgemäß keine größeren Feuchtgebiete oder Seenlandschaften. Nur 0,7 % der Staatsfläche sind von Wasser bedeckt. Damit liegt Wyoming an zehntletzter Stelle unter den amerikanischen Bundesstaaten, gemeinsam mit anderen Staaten des Mittleren Westens und Südwestens (Arizona, Colorado, Kansas, Nebraska, etc.).

Seen:

  • Yellowstone Lake (352 km²)
  • Jackson Lake (103 km²)

Stauseen:

  • Bighorn
  • Boysen
  • Buffalo Bill
  • Flaming Gorge
  • Fontenelle
  • Glendo
  • Keyhole
  • Pathfinder
  • Seminoe Reservoirs

Flüsse (wichtigsten Flüsse):

  • North Platte River
  • Snake River
  • Powder River
  • Sandy Rivers
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Der Yellowstone Lake erwärmt sich nie über 15°C


Klima:

Wyoming besitzt ein semi-arides, kontinentales Klima, das mit allerlei Extremen aufwarten kann. Es wird durch mehrere geographische Faktoren geprägt, die sich auf verschiedene Art und Weise in den klimatischen Bedingungen widerspiegeln. Die Lage des Bundesstaates im Herzen des nordamerikanischen Kontinents, fernab jeglicher größerer Wasserflächen die sich ausgleichend auf das Klima auswirken könnten, sorgt für ein streng kontinentales Klima, das sich durch heiße Sommer, kalte Winter und geringe Niederschläge auszeichnet. Die relativ hohe Lage weiter Teile des Landes (es gibt kaum Gegenden, die unter 1000 m Seehöhe liegen) gepaart mit südlicher Lage (grob zwischen dem 41. und 45. Breitengrad, was in Europa etwa der Höhe Mittelitaliens, Südfrankreichs und Nordspaniens entspricht) und trockener Luft, sorgt für starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht.WY_koppen.svg

Zudem wirken sich die Rocky Mountains entscheidend aus: Sie stellen einerseits eine regelrechte Barriere dar, die feuchte und regenreiche Luftmassen vom Pazifik abschirmt und so für semi-aride Verhältnisse in ihrem Regenschatten sorgen. Andererseits ermöglicht ihre Auffaltung in nord-südlicher Richtung einen mehr oder weniger ungehinderten Austausch der Luftmassen parallel dazu. Das heißt, es kann das ganze Jahr über zu plötzlichen polaren Kaltlufteinbrüchen kommen. Drittens ermöglicht das Gebirge aber auch genau den gegenteiligen Effekt: warme Fallwinde – bekannt als Chinook (vergleichbar dem Alpenföhn) – können vor allem im Winter für ungewöhnlich milde Temperaturen sorgen. Schließlich bedingen die Lage nahe dem Jet-Stream, sowie weite, hügelige Prärielandschaften und Hochebenen ziemlich windige Gegebenheiten.

Klimazonen:

Steppenklima:

Das Steppenklima der Prärien zeichnet sich durch ausgesprochen kalte, aber sehr trockene Winter aus. Die Monate Dezember, Januar und Februar sind die trockensten des ganzen Jahres; die Temperaturen fallen des Nachts im Durchschnitt auf −13 bis −8 °C. während die Tageshöchstwerte trotz klirrenden Morgenfrosts meist um den Gefrierpunkt oder im zarten Plusbereich angesiedelt sind (typischerweise −1 bis +4 °C). Kältewellen, die ungehindert aus dem Norden einfallen können, sorgen gelegentlich für erhebliche Temperaturstürze und strengen Frost: Dann kann es nachts auf unter −30 °C abkühlen, und oft steigen auch tagsüber die Temperaturen nicht über −15 °C. Blizzards können auch plötzliche, starke Schneefälle einleiten, die das öffentliche Leben lahmlegen können. Wenn hingegen der warme Fallwind Chinook in den Becken und Ebenen durchgreift, kann es gut und gerne +15 °C geben (sogar in der Nacht); an Spitzentagen sind bis zu +20 °C möglich. Im Frühling und Frühsommer steigt mit den Temperaturen auch die Feuchtigkeit. Es kann an bis zu zehn Tagen im Monat Niederschlag fallen (das ergibt zwischen 30 und 65 mm Niederschlag, was in weiten Teilen Mitteleuropas selbst in den trockensten Monaten selten erreicht wird!). Im Sommer fällt der Regen häufig in Form heftiger Gewitter, die sich über den aufgeheizten Prärien entladen und oft verheerenden Hagel, Sturm oder Blitzschlag bringen. Im Hochsommer wird es wieder trockener, und die Temperaturen steigen auf ein Durchschnittsmaximum von 27 bis 33 °C tagsüber. Nachts kühlt es in den meisten Gegenden allerdings durch Höhenlage, Trockenheit und Hochdruckzonen empfindlich ab (9–14 °C); außer im Juli und August kann es überall Morgenfrost geben. Andererseits sind Hitzewellen von über 35 °C nicht selten, vielerorts wurden bereits mehr als 40 °C gemessen; damit gehen häufig Trockenperioden einher, in denen jeglicher Niederschlag wochenlang ausbleiben kann. Im Herbst gibt es wieder einen geringfügigen Feuchtigkeitsanstieg, bevor mit dem Frost im Winter erneut sehr trockene Verhältnisse vorherrschen. Manche Täler bekommen im Regenschatten der Rockies so wenig Niederschlag ab, dass sie als Halbwüsten bezeichnet werden können, so z. B. das Bighorn Basin, in dem im Jahr nur 130–200 mm Niederschlag fallen.

Gebirgsklima:

Im Gebirge ist es generell kühler und feuchter. In den Bergketten und Hochtälern, vor allem im gebirgigen und hochgelegenen Nordwesten des Bundesstaates (mit Yellowstone und Jackson Hole), herrscht von Anfang Dezember bis Ende Februar Dauerfrost (z. B. Jackson: Nacht −18, Tag −4 °C; bis unter −40 °C möglich). Dort kommt es im Gegensatz zu den Ebenen in der Winterjahreshälfte zum Niederschlagsmaximum, das ergiebig und meist in Form von Schnee fällt. Davon profitieren schneesichere Skigebiete in Jackson Hole und Umgebung, die bis zu 8 m Schnee pro Jahr ausfassen. Dies liegt an einem häufigen Wolkenstau, bedingt durch die Westwinddrift, die vom Pazifik feuchte Luftmassen Richtung Rocky Mountains schaufelt, wo sie ihre nasse Fracht abladen. Bis spät in den Mai hinein kämpfen Winter und Frühling in den Gebirgsregionen, jagen sich Regenschauer, Sonne und Schneestürme. Erst im Hochsommer setzt sich trockeneres und wärmeres Wetter durch. Prinzipiell kann es in Lagen über 2000 m jedoch zu jeder Jahreszeit schneien, auch im Juli. Die Sommer fallen generell sehr unterschiedlich aus: manchmal werden die Bergtäler unablässig von heftigen Gewittern heimgesucht, Hagel, Sturm, Blitzschlag und Starkregen inklusive, dann wieder ist es sehr trocken und sonnig; in manchen Jahren zeigt sich der Sommer sehr kühl (im Ort Jackson gibt es Sommer, in denen nie über 25 °C gemessen wurden), in anderen beinahe heiß (in Jackson wurden beispielsweise bis zu 36 °C gemessen). Morgenfrost gibt es praktisch jeden Sommer.

Wetterextreme:

Die stark kontinentale Prägung des Klimas von Wyoming, gepaart mit lokalen Gegebenheiten, führt zu häufigen Wetterextremen. Im Winterhalbjahr sind dies vor allem Blizzards, die von Norden her einfallen und durch Eisregen und heftige Schneefälle das öffentliche Leben lahmlegen können. Außer im Hochsommer besteht immer Blizzardgefahr. Den Blizzards gegenüber stehen die Extreme des Sommers: Wochen flirrender Hitze und ohne jeglichen Niederschlag setzen der Landwirtschaft regelmäßig stark zu, ebenso wie die heftigen (Hagel-)Gewitter, die zahlreich niedergehen. Der Südosten des Bundesstaates liegt zudem im Einzugsbereich von Tornados, die zwar bedeutend weniger häufig und zerstörerisch auftreten als in den weiter südlich gelegenen Prärien, aber dennoch immer wieder übers Land fegen. Ein Wetterphänomen, das saisonunabhängig auftritt, sind beachtliche Temperaturstürze. Während die Tages- und Nachtschwankungen bereits erheblich sein können (bis zu 30 °C), lassen Luftmassenwechsel oder andere Windphänomene (Blizzards, Chinook) immer wieder die Temperaturen innerhalb weniger Stunden enorm steigen oder fallen. Temperaturschwankungen von bis zu 40 °C innerhalb von 24 Stunden wurden bereits beobachtet.

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Wyoming ist für extrem Gewitterstürme bekannt

Rekordtemperaturen:

Die niedrigste je in Wyoming gemessene Temperatur beträgt −54,4 °C (= −66 °F). Dieser Rekord stammt aus gleich zwei Ortschaften, Riverside (2177 m) im Süden des Bundesstaates und Moran (2057 m) im Nordwesten nahe dem Yellowstone-Park, dem kältesten ständig bewohnten Ort Wyomings, und wurde am 9. Februar 1933 gemessen. Ähnlich niedrige Werte wurden seither nur im Yellowstone-Gebiet erreicht (−54 °C). Die höchste Temperatur wurde im Ort Basin im generell als heiß und trocken bekannten, halbwüstenhaften Bighorn Basin im nördlichen Zentrum registriert: sie betrug am 8. August 1983 46,7 °C (= 116 °F).

Schneefall:

In den Bergregionen kommt es zu häufigen Schneefall. Die Schneedecke kann über mehrere Meter erreichen. Im Yellowstone National Park ist eine Schneedecke von bis zu 6 m keine Seltenheit.

Schneefall für die Stadt West Yellowstone (Montana):

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Winterlandschaft im Yellowstone National Park

Klimatabellen:

Cheyenne:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
0°C2°C8°C16°C23°C26°C28°C28°C23°C16°C8°C2°C
-8°C-6°C-2°C4°C10°C13°C15°C15°C10°C5°C1°C-4°C

Rawlins:

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Yellowstone National Park (1500 m):

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai.
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
3°C5°C7°C13°C18°C24°C28°C27°C22°C16°C8°C4°C
-9°C-8°C-6°C-1°C4°C9°C13°C12°C7°C1°C-5°C-9°C

Kulturelle Zentren:

Cheyenne:

Cheyenne ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates. Der Ort wurde 1867 gegründet, aufgrund der Eisenbahn. Noch heute ist die Rinderzucht bedeutend, aber auch die Schafzucht setzte sich durch. Heute liegt immer noch der Pioniergeist in der Cowboy-Metropole. Bis zu drei Millionen Besucher ziehen die „Frontier Days“ an.

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Cody:

1896 gründete Buffalo Bill (Colonel Cody) das unweit vom Yellowstone liegende Cody. Bekannt ist der Ort durch die zahlreichen restaurierten Häuser aus dem Wilden Westen. Im Buffalo Bill Historical Center lernt man mehr über Buffalo Bill.

Jackson Hole: 

Jackson Hole ist ein Tal mit historischen Bedeutung. Hier findet man Skigebiete vor. Die Stadt Jackson verlor ihren rustikalen Charakter aus der Siedlerzeit nicht. Der Yellowstone Nationalpark ist nicht weit entfernt. Der Grand Teton National Park liegt unmittelbar bei der Stadt Jackson.

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Thermopolis:

Die kleine Stadt liegt im Zentrum des Staates. In der Umgebung liegt der Wind River Canyon und der Hot Springs State Park.

Historische Orte:

  • Fort Phil Kearny; Ruinenstadt
  • Fort Laramie; ehemaliger Handelsposten, später Militärstützpunkt
  • Fort Bridger; historischer Handelsposten

Indianische Kulturstätten:

Wind River Indian Reservation:

Hier liegt das Grab der legendären Schoschonendame Sacajawea, die die Lewis und Clark auf ihren Entdeckungsreisen begleitete.


Naturlandschaften und -monumente:

Grand Teton National Park

Der Grand-Teton-Nationalpark liegt im Westen von Wyoming südlich des Yellowstone-Nationalparks. Er hat seinen Namen von der Teton-Kette, die sich in Nord/Süd-Richtung durch den Park zieht. Östlich der Berge liegt die weite Ebene mit dem Namen Jackson Hole und der große Bergsee Jackson Lake, außerdem die kleineren SeenLeigh Lake und Jenny Lake. Das zerklüftete Profil der Teton-Bergkette erhebt sich ohne Vorgebirge zweitausend Meter aus der Ebene. Die höchste Erhebung, der Grand Teton liegt 4.198 Meter über dem Meeresspiegel. In den Bergen befinden sich 12 Gletscher. Als erster Weißer dürfte John Colter um 1808 diese Gegend zu Gesicht bekommen haben. Der Name der Berge kommt vom französischen Wort für Brust und bezieht sich auf deren Form. Die Gegend wurde am 26. Februar 1929zum Nationalpark erklärt.

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Devils Tower:

Im äußersten Nordosten Wyomings am Fuß der Black Hills ragt der Devils Tower (386m) aus einer Hochebene aus Sedimentgestein. Der Monolith ist ein ehemaliger Vulkankrater. Seine Magma erstarrte zu hartem Basalt, während der weiche Boden darum Stück für Stück abgetragen wurde, bis der Kern schließlich allein zurückbleibe. Viele Indianer halten den „Teufelsturm“ für einen heiligen Ort.

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Firehole Canyon:

Ein einzigartiges Panorama bietet der Firehole Canyon im Flaming Gorge State Park. Das Wasser des Green River wird von einer fantastischen Bergszenerie am Ufer gesäumt: Wie die Schichten einer Torte liegen die Gesteine der letzten 40 Millionen Jahre offen. Fossilien urzeitlicher Tiere und Pflanzen kommen genauso oft vor wie alte indianische Felszeichnungen.

Flaming Gorge:

Hier handelt es sich um eine eindrucksvolle Felsformation im Sweetwater County von Wyoming. Inmitten der kargen Landschaft liegt der riesige Lake Flaming Gorge, ein beliebter Ausflugssee.

Fossil Butte:

Die Felsformation bei Kemmerer stehen seit dem Jahr 1972 unter Denkmalschutz. Wunderbar erhaltene Fossilen von Fischen, Insekten und Vögeln stammen von einem großen See, der dieses Gebiet vor ungefähr 50 Mio. Jahren bedeckte.

Hell’s Half Acre:

Mitten im Bundesstaat Wyoming, südöstlich des berühmten Yellowstone Nationalpark, zwischen Riverton und Caspar, liegt ein nahezu unbegehbares Areal schroffer Verwitterungs-Formationen von 130 Hektar Größe. Von dem direkt an der US 20 liegenden Parkplatz kann man die schalenförmige Erosionszone mit Türmchen, Säulen und Figuren gut überschauen und sich an dem Anblick erfreuen. Damals gab es kein durchkommen für Mensch und Tier beim großen Treck.

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Sweetwater Valley:

Der Sweetwater River bildet ca. 64 km südöstlich von Lander das Sweetwater Valley. Dieses Tal war für die Siedler, die auf dem Weg nach Westen waren, ein wichtiger Anhaltspunkt. Der Gebirgszug Sweetwater Range, der parallel zum Sweetwater River verläuft, gehört zu den ältesten Gesteinsformationen der Rocky Mountains. Vor allem ist das Tal für seine markante geologischen Formationen bekannt. Manche dienten früher den Siedlern als Anhaltspunkte oder Wegweiser. Hier sind einige Felsformationen des Valleys:

  • Split Rock
  • Devils Gate
  • Independence Rock

Landschaft um Thermopolis:

Am Fuß der Owl Creek Mountains liegt die größte Mineralquelle der Welt: Thermapolis mimt den Rainbow Terraces. Die Mineralien in herabfließenden Wasser, aber auch Algen und Plankton haben sich an dieser Sinterstufe abgelagert und bilden einen bunten Absatz geprägt von bizarr-rundlichen Formen. Je nach Wetter und Sonnenlicht entstehen dabei ganz wunderbare Farbeffekte.

Yellowstone National Park:

Innerhalb der Parkgrenzen ist die Erde in Aufruhr. Der Grand Canyon of the Yellowstone und die blubbernden Geysire erinnern an vergangene Vulkanausbrüche. Über 300 dieser heißen Quellen gibt es hier. Mitglieder der Washburn-Lang-ford-Doane-Expedition forschten bereits im Jahr 1870 am Yellowstone. Am 1.03.1872 wurde das Gebiet zum ersten Nationalpark der Vereinigten Staaten von Amerika erklärt. Durch die vulkanischen Aktivitäten im Yellowstone Nationalpark, gibt es unzählige heiße Seen und blubbernde Schlammlöcher. Viele Pflanzen vertragen das heiße, schwerfel- oder  silikathaltige Wasser nicht und sterben ab, wenn sie damit in Kontakt kommen. Dafür hat etwas entfernt davon, durch den seit fast anderthalb Jahrhunderten andauernden Naturschutz, eine unglaubliche Vielfalt an Flora und Fauna erhalten.

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