Minnesota

Minnesota liegt im Übergangsbereich zum Mittleren Westen. Generell wird der Bundesstaat zu den Great-Lakes-States gezählt. Der Name stammt aus der Sprache der Sioux und bedeutet „klares Wasser“. Die Hauptstadt ist Saint Paul (ca. 285.000 Einwohner), während Minneapolis mit ungefähr 380.000 Einwohner die größte Stadt im Staat ist. Minnesota hat den Beinamen „Land of 10.000 Lakes“, das „Land der 10.000 Seen“, und trägt diesen nicht zu unrecht.

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Minneapolis


Lage und Landschaft:

Minnesota ist nach Alaska der nördlichste Bundesstaat der USA, der sogenannte Northwest Angle ist der einzige Teil der 48 zusammenhängenden Bundesstaaten, der nördlich über den 49. Breitengrad hinausragt. Der Nordosten des Staates liegt am Ufer des Oberen Sees und teilt sich Seegrenzen mit der kanadischen Provinz Ontario sowie den Bundesstaaten Michigan und Wisconsin. An den Osten und Südosten Minnesotas grenzt Wisconsin, an den Süden Iowa, an den Westen North und South Dakota und im Norden die kanadischen Provinzen Ontario und Manitoba. Mit 225.171 Quadratkilometern (etwa 2,25 Prozent der Gesamtfläche) ist Minnesota der zwölftgrößte Bundesstaat der USA und der zweitgrößte des mittleren Westens. Die Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt etwa 660 Kilometer, in Ost-West-Richtung rund 560 Kilometer.

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Minnesota – „Land of 10.000 Lakes“

Geologie und Entstehung:

Die Gletscher hinterließen über den gesamten Bundesstaat verteilt eine Geschiebeschicht von in der Regel mindestens 15 Metern. Als sich die letzten Gletscher zurückgezogen hatten, formte sich im Nordwesten der riesige Lake Agassiz; der Wegfluss dieses Sees formte den Flusslauf des Minnesota River, der Grund des Sees wurde das fruchtbare Land des Red River Valley.

Gewässer:

Minnesota wird von vielen Seen bedeckt. Auf Satellitenbilder erkennt man den Flickteppichen aus blauen Flecken und grüner Landschaft. Im Osten grenzt der Staat am Oberen See (Lake Superior), den größten Süßwassersee des Planeten. Der St. Croix River bildet zum Teil die Grenze zu Wisconsin. Der Mississippi River entspringt im Lake Itasca und fließt seine ersten 1000 km durch den Bundesstaat Minnesota.Der Mississippi River beginnt am Lake Itasca und überquert nach knapp 1090 Kilometern flussabwärts die Grenze zu Iowa.In ihn münden bei Fort Snelling der Minnesota River, bei Hastings der St. Croix River, bei Wabasha der Chippewa River und viele weitere kleine Ströme im Südosten. Über den Red River, auf dem einstigen Grund des Agassizsee, fließt das Wasser des Nordwestens des Bundesstaates nach Norden in die kanadische Hudson Bay ein.

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Lake Superior

Relief:

Der höchste Punkt des Bundesstaates ist der Eagle Mountain mit 701 Metern, welcher nur etwa 21 Kilometer vom mit 183 Metern tiefsten Punkt am Ufer des Oberen Sees entfernt ist. Das Relief von Minnesota reicht von weiten Ebenen bis zu sanften Hügellandschaften.


Fläche: 225.182 km²

Höchster Berg: Eagle Mountain (601 m)

Bevölkerung: 5,4 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Saint Paul (285.000 Einwohner)

Zeitzone: Central Time

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zugefrorener Mississippi River


Klima:

Minnesota hat ein kontinentales Klima. So sind die Winter mit Temperaturen weit unter null Grad Celsius eher polar geprägt, Minnesota gilt als kältester Bundesstaat nach Alaska. Die Sommer sind dagegen − vor allem im Süden des Staates − heiß und feucht. Den gesamten Winter über kann es zu Kaltlufteinbrüchen und Blizzards kommen. Die Jahresmitteltemperatur beträgt zwei bis acht Grad Celsius. Entsprechend der Klimaklassifikation nach Köppen/Geiger fällt der südlichere Teil des Bundesstaates in das humide Kontinentalklima mit heißen Sommern (Dfa), die nördlichen zwei Drittel werden dem humiden Kontinentalklima mit warmen Sommern (Dfb) zugeordnet. Die Vegetationsperiode variiert von 90 Tagen in der Iron Range bis zu 160 Tagen im Südosten Minnesotas nahe dem Mississippi.

Klimaeffekt des Lake Superior:

Die Regionen im Nordosten werden darüber hinaus von der ausgleichenden Wirkung des Oberen Sees beeinflusst. Dies bedeutet, dass die Temperaturen im Winter für die Region vergleichsweise warm ausfallen, während der See im Sommer kühlend wirkt.

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Niederschläge:

Niederschläge können über den Mississippi River in den Golf von Mexiko, über den Sankt-Lorenz-Seeweg in den Atlantischen Ozean oder über die Hudson Bay in den Arktischen Ozean abfließen. Abhängig vom Ort reicht der Jahresniederschlag von rund 480 mm im Nordwesten bis zu 860 mm im Südosten, zu Dürren kommt es etwa alle zehn bis 50 Jahre.

Tornados:

Der Süden Minnesotas gehört zum Gebiet der Tornado Alley.

Köppen-Klimaklassifizierung:

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Schneefall:

Im gesamten Bundesstaat kommt es zu starken Schneefällen. Vor allem am Oberen See wird der starke Schneefall von dem Lake-Effect verstärkt.

In der unteren Tabelle wird der durchschnittliche Schneefall von verschiedenen Städten aus dem Bundesstaat Minnesota gezeigt. Die beiden Städte Duluth und Grand Marais liegen am Lake Superior. Die Städte International Falls und Thief River Falls liegen nahe der Grenze zu Kanada. Minnesota und Winona liegen im östlichen Minnesota, während Winona im Südosten liegt.

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Klimaübersicht verschiedener Städte: 

Duluth:

Duluth unterliegt dem Kontinentalklima. Die kalten und langen Winter sowie kühle Sommer gaben der Stadt den Spitznamen „klimatisierte Stadt“ („the air-conditioned city“). Während der Wintermonate liegen die Temperaturen oft wochenlang unterhalb der Frostgrenze. Durchschnittlich liegt von Dezember bis März eine dauerhafte Schneedecke. Winterstürme werden durch die Lage der Stadt, die zum einen vom See, zum anderen von den Berghängen im Norden und Westen begrenzt wird, begünstigt. Oftmals bringen diese Stürme innerhalb kurzer Zeit 30 cm oder mehr Schnee in die Stadt, während weiter im Binnenland bedeutend weniger Schnee fällt.

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International Falls:

International Falls ist eine Stadt zentral im Norden Minnesotas an der Grenze zu Kanada. An durchschnittlich 64 Tagen im Jahr liegt die Temperatur unter 0 Grad Fahrenheit (minus 17,4 Grad Celsius). In den Sommermonaten kann es trotzdem sehr warm werden. Die höchste gemessene Temperatur beträgt 39,4 Grad Celsius und wurde im Juli gemessen. Die niedrigste Temperatur wurde im Januar mit -48 Grad Celsius gemessen.

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Minneapolis-St. Paul:

Die Metropolregion Minneapolis-Saint Paul besteht aus den Twin Cities genannten Großstädten Minneapolis und St. Paul, sowie den umliegenden Gebieten. Mit 3,18 Millionen Einwohnern ist sie die bevölkerungsreichste Region von Minnesota. Die Messstation befindet sich am gemeinsamen Verkehrsflughafen. In Minneapolis herrscht das für den Mittleren Westen typische Klima. Die Winter sind sehr kalt und trocken, die Sommer warm und zeitweise feucht. In der Klimaklassifikation nach Köppen/Geiger fällt die Stadt in das humide Kontinentalklima (Dfa).

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Winona:

Winona ist im Südosten von Minnesota am Mississippi River gelegen. Der Fluss stellt gleichzeitig die Grenze zu Wisconsin dar.

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Kulturelle Zentren:

Minneapolis:

Minneapolis wird durch gläserner Architektur und hohen Bürotürmen geprägt. Ihr Spitzname ist „Minny“ und wird mit der Stadt St. Paul auch als Twin Cities, „Zwillingsstädte“, genannt. Minneapolis ist die größte Stadt Minnesotas und zugleich auch eine boomende Wirtschaftsmetropole. Der Name der Stadt kommt aus der Sprache Sioux und aus dem Griechischen, „minne“ ist indianisch und bedeutet „Wasser“, während „polis“ aus der griechischen Sprache stammt und „Stadt“ bedeutet. Bekannt ist der monumental Beaux-Arts-Bau des Minnesota State Capitols. Die City Hall & Courthouse ist im Jugendstil erbaut. Zudem befindet sich hier das größte Shoppincenter, die Mall of America, der USA.

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St. Paul:

Sie und Minneapolis bilden die „Twin Cities“. St. Paul ist die Hauptstadt des Bundesstaat. Im vergleich zu Minneapolis, ist St. Paul ruhiger und ländlicher. Dennoch schmiegt die Skyline ein Bild von Bürotürmen und Wirtschaftsgebäuden. Die Hauptstadt ist die zweitgrößte Stadt Minnesotas und mit Minneapolis die einzige Metropole.

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Duluth:

Die Stadt liegt am Lake Superior und unmittelbar an der Grenze zur Wisconsin. Der Nachbarort ist Superior (Wisconsin). Duluth ist eine der wichtigsten Hafenstädte der Great Lakes. Bekannt ist das Bild der Aerial Lift Bridge und den Granitfelsen. Sehenswert ist das Aquarium, der 186 m lange Frachter William A. Irwin und das Eisenbahnmuseum.

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Iron Range:

Einst waren es einzelne kleiner Städte, die um 1880 entstanden sind, da man dort Eisenerz entdeckt hatte. 1960 schlossen sie sich zusammen und bilden heute die Stadt Iron Range. Entlang der Bergketten von Vermillion, Masabi und Cuyana befindet sich die Stadt. Im Ironworld Discovery Center lernt man vieles über die goldene Vergangenheit zur Zeit des Minenabbaus und über die Entstehung der Stadt Iron Range.

Indianische Kulturstätten:

Pipestone National Monument:

Im Südwestlichen Minnesota fanden die Indianer Steinbrüche vor, die sie für Pfeifensteine, Kalumets und andere Zeremoniepfeifen verwendeten.


Naturlandschaften und -monumente:

Lake Superior:

Der Lake Superior ist mit 87.100 km² der größte See der USA, Nordamerikas und größter Süßwassersee der Erde. Nach dem Kaspischen Meer belegt er den zweiten Platz der größten See der Erde. Der bildet die Grenze zwischen den USA und Kanada. So wie die anderen Great Lakes entstand er in der letzten Eiszeit. Der See ist zum Großteil noch unberührt und beherbergt wunderschöne Landschaften und Naturwunder.

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Voyageurs National Park:

Der Voyageurs National Park gehört zu den schönsten Nationalparks im Nordosten der USA. Der Nationalpark wurde 1975 gegründet und umfasst viele Waldgebiete, 900 kleine Inseln und 30 Seen. Allein ein Drittel des Parks besteht aus Wasser. Die urwüchsige Wildnis reicht bis zur kanadischen Grenze. Namensgeber des Parks sind die französisch-kanadischen Trappern aus dem 18. bis führen 19. Jh. In den Wäldern findet man Wölfe vor. An den Seen kreisen Weißkopfseeadler.

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Weitere Schutzgebiete:

  • Rice Lake National Wildlife Refuge
  • Red Lake Wildlife Management Area
  • Agassiz National Wildlife Refuge
  • Tamarac National Wildlife Refuge
  • Sherburne National Wildlife Refuge
  • St. Croix River-Schutzgebiet
  • Big Stone National Wildlife Refuge

Tettegouche State Park:

Vier Wasserfälle, waldreiche Küstenabschnitte und Strände kennzeichnen den State Park. Einstmals gab es hier einen Steinbogen, der einst das Wahrzeichen des State Parks war, allerdings ist er eingestürzt. Auch ohne den Steinbogen gehört der State Park zu den schönsten Landschaftsgebieten der Great Lakes. Die High Falls fallen 18 m in die Tiefe, der zugleich auch der höchste Wasserfall Minnesotas ist. Auf dem Shovel Point kommen Kletterer auf ihre kosten.

Itasca State Park:

Im Lake Itasca entspringt der 3778 km lange Mississippi River. Das Schutzgebiet bildet die Wasserscheide zwischen den nach Norden und den nach Süden in den Golf von Mexiko strömenden Gewässern. Das Gebiet ist sehr seenreich.

Superior National Forest:

Am Nordufer des Oberen See befindet sich ein dichter Nadel- und Mischwald, der Superior National Forest. Rund 16.000 km² werden von Bächen und Flüssen durchzogen und von Seen bedeckt.

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Amerikanische Ureinwohner im Bundesstaat Minnesota:

Archäologen identifizieren zwar mehr als 11.000 prähistorische Begräbnishügel in Minnesota, doch die ältesten Zeugnisse menschlicher Anwesenheit reichen noch weiter zurück. Mindestens 10.000 Jahre alt sollen die verkohlten Feuerstellen der Paläo-Indianer sein, die hier einst den Büffelherden nachstellen. Mitte des 17. Jh. als die ersten französischen Waldläufer von Neu-Frankreich aus hier auftauchen und wenige später der Edelmann Daniel Greysolon, Sieur du Lhut, die Region für Frankreich reklamierte, war Minnesota Stammesgebiet der konkurrierende Dakota und Ojibwa. Bis Mitte des 18. Jh. durchzogen pelzhandelnde Coureurs du Bois (dt. Waldläufer) die Gegend, dann übernahmen die Briten nach dem siegreichen French and Indian War 1763 die Kontrolle. Aus manchen Pelzhandelsposten entwickelten sich Städte, wie z. B. Grand Portage. 1787 gelangte die Gegend östlich des Mississippi River in den Besitz der jungen USA, der Westen Minnesotas folgte mit dem Louisiana Purchase 1803. Bis in die 1830er-Jahre dominierte der Pelzhandel im sogernannten Northwest Territory. Dann öffneten Verträge mit den Indianern das Land der Erschließung durch Holzfäller und Siedler. Viele Städte Minnesotas begannen als Holzfällernester, datuner auch die Twin Cities. 1849 wurde das Minnesota Territory ausgerufen. 1858 trat Minnesota als 32. Bundesstaat der Union bei. Vom Bürgerkrieg blieb Minnesota, das der Union über 20.000 Soldaten schickte, verschont. Stattdessen erlebte es 1862 einen Aufstand der Dakota, der jedoch blutig niedergeschlagen wurde.


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Mississippi River in Minneapolis

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Mississippi River in St. Paul

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MN_koppen.svg/Adam Peterson