Saarbrücken Klima

Das Klima der Saarbrücker Region ist weitgehend atlantisch geprägt. Maßgebend sind dafür die ständige Westdrift und die relative Nähe zur Meeresküste, die Oberflächenstruktur sowie die nach Nordosten ansteigenden Höhenstufen. Reliefbedingt bestehen aber auch auf engstem Raum Unterschiede. Das tiefliegende Saartal und seine Ränder sind als wärmste Klimazone ausgewiesen. Die Jahresmittel-Temperatur beträgt mehr als 8 °C.

Das mittlere Saartal in seiner Südost-Nordwest-Richtung und besonders die Saarbrücker Talweitung liegen im Windschatten der Buntsandstein- und Muschelkalk-Schichtstufe, die den Talzug der Saar an ihrem linken Ufer begleitet. Rechts der Saar erhebt sich hinter dem Weichbild Saarbrückens der Karbon-Sattel. Die Tallage liegt zwischen 170 und 200 m ü. NN. Die Höhenstufen erreichen in den angrenzenden Hochlagen auf beiden Saarseiten 350 bis 400 m. Aus den langjährigen Messdatenreihen (1951–1970) der meteorologischen Beobachtungsstation St. Arnual (191 m ü. NN) lag für die Talzone der Jahresmittelwert der Lufttemperatur bei 9,6 °C. Im Winterhalbjahr waren es 4,3 °C, im Sommerhalbjahr 14,9 °C. Für die Höhenlagen ergaben die Messungen der Flugwetterwarte Ensheim (323 m ü. NN) einen Jahresmittelwert von 8,9 °C (Winterhalbjahr 3,6 °C / Sommerhalbjahr 14,2 °C). Das Jahresmittel der Frosttage mit einer Tagestiefsttemperatur geringer als ±0 °C war für die Tallage mit 74 Tagen, für die Hochlagen mit 84 Tagen registriert. Der Mittelwert der Sommertage mit einer Tageshöchsttemperatur höher als 25 °C lag in der Talzone bei 34 Tagen und auf der Höhe bei 22 Tagen. Von Juni bis August ist es mit durchschnittlich 16,9 °C am wärmsten und von Dezember bis Februar ist es mit durchschnittlich 0,8 °C am kältesten.

In der Höhenströmung überwiegen die Südwestwinde, dicht gefolgt von Windströmungen aus Nordost. Durch den Talverlauf der Saar von Südost nach Nordwest sowie die Leelage des Tales entlang der Schichtstufen wird eine wesentlich veränderte Tal-Windströmung erzeugt. Hier herrschen die Winde aus Südost bis Süd vor.

Die durch die Westdrift herangeführten atlantischen Regenwolken geben erst in der Staulage des Saarkohlenwaldes ihre Niederschläge ab, so dass das mittlere Saartal auffallend trocken ist. Der langjährige Niederschlagsmittelwert (1951–1970) der Station St. Arnual lag mit 790 mm deutlich unter dem Wert der Messstation Ensheim mit 840 mm, aber erheblich unter dem Wert von Göttelborn mit 1140 mm und Kleinblittersdorf mit 1047 mm Niederschlag. Der meiste Niederschlag fällt mit 80 mm im August.

Neben den zusammengefassten makroklimatischen Gegebenheiten sind insbesondere die mesoklimatischen und geländeklimatischen Bedingungen wichtig. Bei trockener Hochdrucklage in Herbst und Winter sind ganz- oder mehrtägig andauernde luftaustauscharme Wetterlagen mit Windstille (Inversion) typisch, wobei eine stabile atmosphärische Schichtung besteht. Mit zunehmender Höhe liegen über der bodennahen Kaltluft unbewegliche wärmere Luftschichten. Die Folgen sind Fröste, Nebelbildung und die Anreicherung schädlicher Abgase und Schwebstoffe in der unteren Luftzone, wovon Siedlungen in den Talzügen und Beckenlagen besonders betroffen sind.

Häufiger sind die kurzzeitigen Bodeninversionen, wenn bei klaren, schwachwindigen Nächten angestaute Kaltluft zu Spätfrösten sowie starker Tau- und Nebelbildung führt. Bei kräftiger horizontaler Luftströmung (advektive Wetterlage) aus Nord bis Ost ist ein ausreichender Luftaustausch im Stadtzentrum Saarbrückens gewährleistet. Durch das Aufsteigen erwärmter Stadtluft bei relativer Windruhe, also bei vertikaler Luftbewegung (konvektive Wetterlage) entsteht eine Sogströmung in der bodennahen Luftschicht, die kühlere Frischluft aus den weniger aufgeheizten Stadtrandgebieten Saarbrückens heranführt.

Klimatabellen:

Lufttemperatur:

Jan.
Feb.
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Mai
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Sep.
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Nov.
Dez.
5°C7°C12°C16°C20°C24°C26°C26°C21°C16°C9°C6°C
-1°C-1°C2°C5°C10°C12°C14°C14°C10°C7°C2°C0°C

Sonnenstunden:

Jan.
Feb.
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Dez.
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