Sambia

Sambia, vormals Nordrhodesien, ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika. Er grenzt an Angola, die Demokratische Republik Kongo, Tansania, Malawi, Mosambik, Simbabwe, Botswana und Namibia. Der Name leitet sich vom Fluss Sambesi ab.

Fläche: 752.614 km²

Einwohnerzahl: ca. 14,5 Mio. Einwohner

Küstenlänge: – km

Höchster Berg: Mafinga (2339 m)

Längster Fluss: Sambesi (2574 km)

Größter See: Tanganjikasee (32.893 km²)

Hauptstadt: Lusaka


Lage und Landschaft:

Der größte Teil Sambias besteht aus relativ wenig reliefierten Hochebenen zwischen 1000 und 1400 Meter Höhe. Diese Hochebenen sind allerdings sehr unterschiedlich. Im Norden stellt das Bangweulubassin den Boden eines riesigen Kraters dar, das im Süden von der Hochebene des Copperbelt, im Westen vom langen Luapulatal, im Norden von den Mporokosobergen und im Osten vom Muchinga-Gebirge begrenzt wird. Entlang dieses Gebirges zieht sich von Nord nach Süd das Luangwatal, das im Norden von Ausläufern des südlichen tansanischen Hochlandes und im Osten durch die Mafinga Hillsbegrenzt wird, die in das zentrale Hochland von Malawi übergehen und in denen sich die höchste Landesstelle befindet, der Mafinga mit 2339 Metern über dem Meeresspiegel. Der Westen Sambias mit dem Quellgebiet des Sambesi ist ein flaches Sandgebiet der Kalahari-Wüste, das nach Süden hin sanft abfällt. Erst entlang des Sambesi-Steilhanges finden sich dramatische Reliefs.

Nationalpark:

  • Südluangwa-Nationalpark
  • Nordluangwa-Nationalpark
  • Luambe-Nationalpark
  • Lukusuzi-Nationalpark — Nyika
  • Nsumbu-Nationalpark
  • Mweru-Wantipa-See
  • Mweru Wantipa-Nationalpark
  • Lusenga-Plain-Nationalpark
  • Bangweulusümpfe
  • Kasanka-Nationalpark
  • Lavushi-Manda-Nationalpark
  • Isangano-Nationalpark
  • Kafue-Nationalpark
  • Lochinvar-Nationalpark
  • Blaue-Lagune-Nationalpark
  • Liuwa-Plain-Nationalpark
  • West-Lunga-Nationalpark
  • Sioma-Ngweizi-Nationalpark
  • Mosi-oa-Tunya
  • Unterer-Zambesi-Nationalpark

Gewässer:

Sambesi:

Der Sambesi entspringt in Nordsambia und bildet Sambias Südgrenze zu Namibia, Botswana und Simbabwe (Viktoriafälle), wobei er auch den aufgestauten Karibasee durchfließt.

Flüsse:

Sambia wird durch zwei Flusssysteme geprägt: das Einzugsgebiet des Sambesi nach Süden und das des Kongo nach Norden. Beide Einzugsgebiete sind grenzüberschreitend und von kontinentaler Bedeutung. Das System des Sambesi teilt sich in den Oberlauf mit den Nebenflüssen Cuando, Lungwebungu, Luanginga von Angola her, Kabompo mit Westlicher Lunga, Luena, Lufupa von Osten, und Mittellauf mit den Nebenflüssen Kafue mit Lunga und Lusiwishi sowie Chongwe und schließlich dem Luangwa mit seinen Nebenflüssen Mansha, Lunsemfwa, Lukusashi und Mulingushi. Das Teilsystem des Kongo in Sambia ist der Chambeshi, der wie zahlreiche kleinere Flüsse ins Bangweulu-Bassin fließt und dieses als Luapula verlässt, um in den Mwerusee zu münden, zu dem von den Mporokosobergen auch der Kalungwishi kommt.

Sambesi

Sambesi

Seen und Sümpfe:

Sambia hat vier verschiedene Seen- und Sumpfgebiete. Der Karibastausee des Sambesi liegt im Süden. Das System des Kafue mit den Lukangasümpfe, dem Itezhitezhi-Stausee und der Kafuestausee prägt Zentralsambia südlich des Copperbelts. Das Bangweulubassin mit dem Bangweulusee und den ihn umgebenden Bangweulusümpfen breitet sich nördlich des Copperbelt aus. Ganz im Norden in den geologischen Brüchen liegen im Rifttal der Tanganyikasee und in der Senke hinter dem Bangweulublock mit den Mporokosobergen der Mwerusee sowie der Mweru-Wantipa-See.

Wasserfälle:

Sambia liegt auf einem über 1000 Meter hohen Plateau, das von tiefen Tälern und Senken umgeben ist. Deshalb gibt es zahllose Wasserfälle im Land, von denen die Victoriafälle des Sambesi die bekanntesten sind. Von den weiteren Fällen sind die des Flusses Kalungwishi im Norden hervorzuheben. Er bietet mit den Lumangwefälle, Chimpepefälle, Kabwelumafälle, Kundabwikufälle und Mumbulumafälle eine Serie, die durch die Kapumafälle, die Lupupafälle und die Pulefälle an seinen Nebenflüssen ergänzt wird. Auch der Luapula hat mit den Mambilimafällen und den fast unzugänglichen Mambatutafällen einzigartige Wildwasserschnellen mit großem Gefälle. Am Tanganyikasee stürzen die Kalambofälle und die Lunzuafälle über 200 Meter in die Tiefe. Nahe dabei liegen die Sanzyefälle. Neben diesen Naturschauspielen gibt es weitere Wasserfälle wie die Senkelefälle, Chusafälle und Namundelafälle des Flusses Mansha zwischen Mpika und Kasama. In dieser Gegend liegen auch die Chishimbafälle, Mutinondo-Wildnisfälle und Lwitikilafälle. Weiter südlich finden sich die Kundalilafälle.

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Klima:

Sambia hat mildes tropisches Klima, das durch die Höhenlage gemäßigte Temperaturen aufweist (Kalttropen). Es gibt drei Jahreszeiten:

  • Eine kühle Trockenzeit von Mai bis September mit Temperaturen zwischen 15 und 27 °C. In den Monaten Juni und Juli können die Morgentemperaturen auf 10 °C und die Nachttemperaturen auf 4,5 °C absinken.
  • Eine heiße Trockenzeit im Oktober und November mit Temperaturen zwischen 24 und 32 °C.
  • Eine heiße, schwüle Regenzeit von Dezember bis April mit heftigen tropischen Stürmen. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen in dieser Zeit zwischen 27 und 38 °C. Tagsüber wechseln sich sehr starke Regenschauer mit stellenweise sonnigem Wetter ab. In einigen Jahren, etwa 2007/2008, kam es zu ungewöhnlich hohen Niederschlägen, die Todesopfer forderten und Ernten bedrohten.

Lusaka:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
29°C29°C29°C28°C27°C24°C25°C28°C31°C33°C31°C29°C
18°C18°C17°C14°C10°C6°C6°C9°C13°C18°C18°C18°C

Vegetation:

Die vorherrschende Vegetation in weiten Teilen des Landes sind Savannen (→Miombo).


Kulturelle Zentren:

Lusaka:

Gegründet wurde die sambische Hauptstadt im Jahr 1905 als Bahnhofsstation an der Strecke von Victoria Falls nach Nordosten. Heute ist Lusaka eine Großstadt mit modernem Zentrum, um das herum die Siedlungen der Landesflüchtigen wuchern. Lusaka ist aber Ausgangspunkt für den Besuch des Lower Zambezi National Park im Osten der Stadt, den man auf der Leopard Hill Road ansteuert.

Livingstone:

Das Städtchen Livingstone an den berühmte Victoria-Wasserfällen empfängt seine Besucher mit Hotels, Restaurants und einer Krokodilranch.


Naturlandschaften und -monumente:

Bangweulusümpfe (Bangweulu Swamps):

Es ist der „Ort, an dem das Wasser den Himmel trifft“. So nennen die Menschen auf dem Hochplateau im Norden Sambias ihre Heimat. Denn sie ist ein endloses Sumpfland rund um den Bangweulusee, gewaltige 250 km lang und 180 km breit, eine amphibische Welt aus Wasser und Erde. Während der Regenzeit im Winter steigt der Wasserspiegel um zwei Meter. Dann stehen weite Teile des Gebietes unter Wasser und machen aus der Savanne ein Meer. Aber stets ragen wieder große Plateaus aus dem Wasser heraus, auf denen sich die Menschen niedergelassen haben und Landwirtschaft betreiben. Den berühmten Afrikaforscher David Livingstone erinnerten diese Anhöhen an die Burgen der Ameisen. Deswegen nannte der die Sümpfe „ein Land aus Wasser und Ameisenhügeln“, was dem Zauber dieser Wasserwunderwelt, in der es nur Boote und keine Straßen gibt, keinesfalls gereicht wird.

Kafue-Ebene:

Die Kafue-Ebene liegt zwischen Itezhizezhi und Kafue-Schlucht, wo der Fluss Kafue sich ins Meer ergießt. Das Gefälle der Ebene ist so niedrig, dass das Wasser für die Durchquerung schätzungsweise drei Monate braucht. Unglücklicherweise befinden sich in beiden Schluchten Wasserkraftwerke, die zwar von beträchtlicher wirtschaftlicher Bedeutung sind, aber problematische Veränderungen der Wasserverhältnisse der Schwemmebene verursachten. Die Kafue-Ebene hat bereits einen Großteil der großen Wildtiere eingebüßt. Dennoch lassen sich noch hunderttausende Vögel nieder, darunter der bedrohte Klunkerkranich, für den das Gebiet einen der wichtigsten Lebensräume darstellt. Es gibt zwei offene Wasserflächen, die Blaue Lagune und den Lochinvarsee, die die Vielfalt der Region noch vergrößern.

Kafue-Nationalpark:

Der älteste und größte Nationalpark Sambias, der Kafue National Park, benannt nach dem mächtigen Fluss, der den Park von Nord nach Süd durchzieht ist trotz seiner Größe (22.400 km²) und zentralen Lage eher unbekannt und größtenteils noch unerforscht. Der Kafue National Park zeichnet sich durch eine Vielzahl und einer enormen Vielfalt von Wildtieren aus.

Kasanka National Park:

Kasanka ist privat organisiert und ausschließlich mit Einkünften aus dem Tourismus oder mit Spendengeldern finanziert. Der Park beheimatet viele gefährdete Spezies und eine artenreiche Vogelwelt. Noch außergewöhnlicher ist ein Naturschauspiel, das sonst nur noch mit der Great Migration im Serengeti-Nationalpark vergleichbar ist: Im November und Dezember jeden Jahres ziehen Millionen von Flughunden in den Sumpfwald.

Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area:

Die Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area ist ein grenzüberschreitendes Natur- und Landschaftsschutzgebiet im südlichen Afrika. Das Schutzgebiet soll insbesondere den Elefanten die freie Bewegung in ihrem natürlichen Lebensraum ermöglichen. Die Gründung wurde am 18. August 2011 durch die Staats- und Regierungschefs der beteiligten Länder formell bestätigt, die offizielle Eröffnung erfolgte am 15. März 2012 in Katima Mulilo.

Liuwa Plain National Park:

Menschenleere Gegend, extreme Temperaturen und unwegsames Gelände machten den Park zu etwas ganz Besonderem. Während der Trockenzeit eine endlose gelbe Steppe zu sehen ist, füllt sich die Fläche in der Regenzeit im November zu einem See ungeheuren Ausmaßes.

Lower Zambezi National Park:

Das Schutzgebiet ist das sambische Pendant zum bekannteren Mana-Pools National Park im Simbabwe. Es weist eine ähnliche Flora und Fauna auf, ist aber noch nicht so stark erschlossen und begeistert durch seine archaische Wildheit.

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Luangwa Nationalparks:

Das Luangwa Valley ist Heimat zweier Nationalparks: des unerschlossenen Nord- und des ausgebauten Südluangwa Nationalparks. Seit 1987 lebt das Forscherehepaar Owen im nördlichen Teil. In diesem Gebiet ziehen Gnu- und Zebraherden dahin, drängen sich Elefanten und Büffel am Wasser. Auf Sandbänken dösen Krokodile und aus dem Fluss lugen Flusspferde heraus.

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Impala im südlichem Nationalpark

Lukangasümpfe:

Die Lukangasümpfe des Flusses Kafue sind ein fast kreisrundes Gebiet von 2.600 Quadratkilometern in der Zentralprovinz von Sambia. Die Größe entspricht in etwa der der Kafueauen. Im Norden liegt Kapiri Mposhi, im Osten Kabwe, im Süden Chibombo und im Westen Mumbwa. Die Sümpfe sind ein kaum erforschtes Wildgebiet, in dem unter anderem Kraniche, Rote Lechwe, Sitatunga und Pythons zu finden sind. Sie sind sehr schwer zugänglich, was eine vollständige Bestandsaufnahme der Tier- und Pflanzenwelt bisher verhindert hat. Sie haben je nach Jahreszeit eine Wasseroberfläche zwischen 3.000 und 8.000 km², die maximal 80 Kilometer lang und 65 Kilometer breit ist.

Tanganjikasee:

Der See liegt im westlichen Teil des Ostafrikanischen Grabens (Great Rift Valley) und wird von dessen Wänden begrenzt; dazu gehört die Zentralafrikanische Schwelle, die an seiner Westseite angrenzt. Er ist der größte Grabenbruch-See Afrikas und zugleich der tiefste und der zweitgrößte des ganzen Kontinents. Er besitzt mit 18.880 km³ Volumen das größte Süßwasservorkommen Afrikas und das zweitgrößte weltweit nach dem Baikalsee. Der Tanganjikasee erstreckt sich 673 km in nord-südlicher Richtung mit der durchschnittlichen Breite von 50 km und hat eine Fläche von 32.893 km². Der See, dessen Wasseroberfläche 782 Meter über dem Meeresspiegel liegt, ist im Mittel 570 m tief, die maximale Tiefe beträgt 1.470 m (im nördlichen Teil). Damit befindet sich der Grund des zweittiefsten Sees der Erde 688 m unter dem Meeresspiegel, was die zweittiefste Kryptodepression der Erde ergibt. Seine enorme Tiefe bedeutet auch, dass es sich in den tieferen Schichten des Sees um fossiles Wasser handelt.

Victoria Falls:

Der Sambesi stürzt hier auf rund 1700 m Länge in eine teils nur 60 m schmale, bis zu 110 m tiefe Felsspalte. Von Aussichtspunkten gegenüber der Abbruchkante kann man den Anblick der herabrauschende Wassermassen auf sich wirken lassen.

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