Durchbruchstäler der Donau

Die Donau ist der zweitälteste Strom Europas und durchfließt viele Länder. Auf dem langen Weg zwischen Donaueschingen und dem Donaudelta muss die Donau neben Ebenen und Hügelländer, auch Gebirgsengen und Schluchten durchqueren. Diese durchflossenen Geborgenen und Schluchten werden auch Durchbruchstäler genannt. Das bekannteste und gewaltigste Donaudurchbruchstal ist das Eiserne Tor in Serbien und Rumänien.


Donaudurchbrüche in Deutschland:

Donaudurchbruch bei Beuron:

Der Donaudurchbruch bei Beuron liegt im Oberlauf der Donau zwischen Fridingen und Sigmaringen im ehemaligen Dreiländereck von Württemberg, Hohenzollern und Baden.In dem je nach Definition etwa 10 bis 20 km langen Gebiet im Naturpark Obere Donaudurchbricht die Donau die Schwäbische Alb in deren südwestlichem Teil. Am bekanntesten und landschaftlich schönsten ist das Durchbruchstal im Umkreis des Benediktinerstiftes Beuron, wo die durch Erosion freigelegten Jurakalk-Felswände beidseits des Flusses teilweise senkrecht und über 200 Meter hoch sind.

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Donaudurchbruch bei Weltenburg:

Der Donaudurchbruch bei Weltenburg ist eine Engstelle des Donautals im niederbayerischen Landkreis Kelheim, die als Naturschutzgebiet und Geotop anerkannt ist. Der in der südlichen Frankenalb gelegene Talabschnitt wird offiziell Weltenburger Enge genannt. Das Durchbruchstal wird von bis zu 80 m hohen Felswänden begrenzt, in denen zahlreiche kleinere Höhlen liegen. Zwischen der sogenannten Stillen und der Langen Wand verengt sich der Strom bis auf 110 Meter und erreicht eine Wassertiefe von 20 m. Die Kalkstein-Formationen tragen phantasiereiche Namen wie Die drei feindlichen Brüder, Räuberfelsen, Kuchelfelsen, Versteinerte Jungfrau, Bayerischer Löwe, Bischofsmütze, Zwei Sich-Küssende, Römerfelsen, Peter und Paul, Bienenhaus (ein Stein mit Höhlungen wie Bienenwaben), Napoleons Reisekoffer (den er nach einer Sage beim Rückzug vergessen haben soll).

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Löwenwand im Neuburger Wald:

Die Löwenwand ist ein felsiger Steilhang zur Donau im Nordwesten von Passau im Stadtteil Heining. Die Wand erstreckt sich entlang der Donau nach Osten nicht ganz bis zum Bibersbach im Heininger Ortsteil Wörth rechts der Donau. Dort steht bei Flusskilometer 2235,8 auf der Donauseite der Bundesstraße 8 das Löwendenkmal. Die Löwenwand steigt steil auf vom Fuß nahe dem Donauufer, von gut 300 auf über 350 Meter Höhe mit einer Steigung von teilweise über 45 Grad. Danach flacht sich die Steigung ab, gipfelt aber in Höhen über 400 Meter Meereshöhe, zum Beispiel Roßdobel. Der Löwenwand gegenüber liegt auf dem linksseitigen, nördlichen Donauufer das Dorf Gaishofen, Gemarkung Otterskirchen, Gemeinde Windorf. Oberhalb davon, gegenüber Seestetten, liegt die linksseitige, heute so bezeichnete Donauleite. Die Donau bildet hier ein antezedentes Durchbruchstal aus. Der Neuburger Wald stellt hierbei den südlich der Donau verlaufenden Ausläufer des Moldanubikums dar.

Deutschland/Österreich:

Durchbruchstal durch die Böhmische Masse:

Der Durchbruch durch die Böhmische Masse zwischen Passau und Mühlviertel trennt den Sauwald vom restlichen Böhmerwald.

Österreich:

Wachau:

Die Wachau, eine Landschaft in Niederösterreich, ist das Tal der Donau zwischen Melk und Krems an der Donauund liegt etwa 80 Kilometer westlich der Bundeshauptstadt Wien. Im Jahr 2000 wurde die Kulturlandschaft Wachau (englisch Wachau Cultural Landscape) mit den Stiften Melk und Göttweig und der Altstadt von Krems in die Liste des UNESCO-Weltkultur- und -naturerbes aufgenommen. Die Wachau ist die Flusslandschaft im rund 30 km langen Durchbruchstal der Donau zwischen Krems an der Donau und Melk. Die Donau schneidet sich hier durch die Südspitze der Böhmischen Masse. Die Wachau gehört demzufolge zur Randzone des österreichischen Granit- und Gneishochlandes. Die höchsten Erhebungen sind der Jauerling (960 m) und Sandl (723 m). Die Wachau liegt an der Grenze zweier niederösterreichischer Viertelslandschaften, wobei der Süden zum Mostviertel und der Norden zum Waldviertel gehört. Zu ihr gehört auch das Donauseitental Spitzer Graben. In Fließrichtung der Donau folgt den Abschnitten Strudengau und Nibelungengau die Wachau, an die sich im Osten das Tullnerfeld anschließt. Die Landschaft ist einerseits durch die Donau und die ufernahen, klimatisch begünstigten Bereiche und andererseits die angrenzenden Hügel des Dunkelsteinerwaldes und des Waldviertels mit kalten Wintern geprägt (Höhen bis über 900 m). Das südliche (rechte) Donauufer ist durch den Dunkelsteinerwald charakterisiert. Hier liegen donauabwärts die Gemeinden Melk, Schönbühel-Aggsbach, Rossatz-Arnsdorf, Bergern im Dunkelsteinerwald und Mautern. Weitere Gemeinden am nördlichen Donauufer sind Emmersdorf, Aggsbach Markt, Maria Laach, Mühldorfund Krems. Hauptorte sind Spitz, Weißenkirchen und Dürnstein.

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Wiener Pforte:

Wiener Pforte wird der Durchbruch der Donau vom Rand des Wienerwaldes in die Ebene des Wiener Beckens genannt. Die Pforte liegt am Nordwestrand von Wien und wird gebildet vom steilen Leopoldsberg (425 m) am rechten und dem Bisamberg (358 m) am linken Donauufer. Unweit verläuft auch die Grenze zwischen den niederösterreichischen Gemeinden Klosterneuburg und Langenzersdorf.

links: Ufer der Donauinsel

Blick von der Wiener Donauinsel auf die Wiener Pforte

Ungarn:

Donauknie:

Als Donauknie wird ein Flussabschnitt der Donau bei Vác, gut 30 Kilometer nördlich von Budapest, in Nordungarn bezeichnet. Der Fluss bahnt sich hier seinen Weg mit einem beinahe rechtwinkligen Knick durch das Visegráder Gebirge. Neben dieser landschaftlichen Attraktivität sind die stark frequentierten Urlaubsorte Esztergom, Visegrád oder Szentendre kulturell interessant, die den Fluss in diesem Abschnitt säumen. Die Uferzonen und Flussinseln sind besonders im Sommer das Ziel von Sommerfrischlern und Wassersportlern.

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Serbien/Rumänien:

Eiserne Tor:

Das Eiserne Tor ist ein Durchbruchstal an der Donau. Es liegt in den südlichen Karpaten, genauer zwischen den Serbischen Karpaten und dem Banater Gebirge, an der Grenze von Serbien und Rumänien. Das Eiserne Tor gilt als einer der imposantesten Taldurchbrüche Europas. Am Cazan bzw. Kazan(dt. Kessel) zwischen den Städten Orșova und Donji Milanovac wird die Donau auf 200 Meter Breite verengt; sie war in diesem Abschnitt schon vor dem Dammbau bereits 50 m tief, sodass der Gewässergrund 15 m unter dem Meeresspiegel liegt. Wegen der steilen Wände der Schlucht ist der heutige Stausee trotz der Anhebung des Wasserspiegels (am Staudamm um 20 m auf 62 m über dem Meer) teilweise nicht viel breiter als das natürliche Flussbett. Auf beiden Seiten der Donau wurden Schutzgebiete eingerichtet – in Serbien der Nationalpark Đerdap, auf der rumänischen Seite der Naturpark Eisernes Tor (Parcul Natural Porțile de Fier). Die bekanntesten Städte in der Nähe des Eisernen Tors neben Orșova sind Moldova Nouă, Drobeta Turnu Severin (Rumänien) – wo auch ein Museum die Geschichte des Kraftwerks „Portile de Fier“ erzählt – und Golubac mit seiner an den Ufern der Donau gelegenen Festung Golubac, Donji Milanovac, Tekija und Kladovo in Serbien.

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