Küste zwischen Safi und Ras Cantin

Die marokkanische Küste zwischen Safi und Ras Cantin ist ein schroffer Küstenstreifen der durch die Erosion des Atlantiks geschaffen wurde.


Safi:

Safi liegt unmittelbar am Atlantischen Ozean in einer Entfernung von etwa 250 km (Fahrtstrecke) bis nach Casablanca im Norden, ca. 150 km bis nach Essaouira und ca. 300 km bis nach Agadir im Süden. Bis zum östlich gelegenen Marrakesch sind es etwa 150 km.

Geschichte:

Bereits der Geograph Idrisi (12. Jh.) und der Gelehrte Ibn Khaldoun (14. Jh.) berichteten von Asfi/Safi als einer wichtigen Hafenstadt. Nachdem bereits im Jahre 1253 die Genuesen einen Stützpunkt in Safi errichtet hatten, dessen weitere Geschichte jedoch im Dunkeln liegt, gründeten Mitte des 15. Jahrhunderts die Portugiesen eine Handelsniederlassung für Sklaven, Gold und Elfenbein als Zwischenstation auf ihrem Weg nach Schwarzafrika und Indien. Von 1508 bis 1541 war die Stadt fest in portugiesischer Hand und wurde von einer ca. 3 km langen geböschten Mauer umgeben. Aufgrund wiederholter Angriffe der Berber in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts mussten die Portugiesen den Ort jedoch wieder aufgeben. Als Handelsstadt war Safi jedoch weiterhin von Bedeutung; im 17. und 18. Jahrhundert bestanden rege Kontakte nach Europa.

Sehenswürdigkeiten:

  • Die Neustadt, die über 90 % der Gesamtfläche von Safi einnimmt, wirkt weitläufig und modern, aber auch stereotyp. Die Altstadt (Medina) innerhalb der portugiesischen Stadtmauern mit ihrem Gewirr von Gassen erscheint dagegen lebendig und urtümlich; hier verbinden sich Wohnen, Handwerk und Kleinhandel zu einem mittelalterlich wirkenden Gesamteindruck.
  • Außerhalb der Altstadtmauern, westlich der Place de l´Indépendance, entstand im 16. Jahrhundert die portugiesische Festung Dar el-Bahr (‚Meeresschloss‘) mit − in späterer Zeit hinzugefügten − interessanten Bronzekanonen. Vom südlichen Turm der Festungsanlage bietet sich ein schöner Altstadtblick.
  • Sehenswert sind die Große Moschee (Jemaa el Kebir) mit ihrem unverputzten Minarett aus almohadischer Zeit; sie erhebt sich an der Stelle der − möglicherweise unvollendet gebliebenen − portugiesischen Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert.
  • Im Süden der Moschee blieb der im manuelinischen Stil errichtete Chor des christlichen Sakralbaus (Chapelle Portugaise) erhalten.
  • Am östlichen Rand der Altstadt liegt die ebenfalls aus portugiesischer Zeit stammende, imposante Festung Borj ed-Dar („Festung der Residenz“), die auch Kechla (abgeleitet vom portugiesischen castelejo) genannt wird. Innerhalb der starken Mauern befinden sich eine kleine Moschee und der Palast (Dar el-Makhzen), in dem ein Keramikmuseum untergebracht ist.

Besondere Küstenstreifen:

  • Ghabat Lalla Fatna
  • Ras Cantin

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