Qattara-Senke

Südlich von el-Alamein fällt die Wüste in einer großräumigen Senke bis 137 m unter den Meeresspiegel ab. Dieser Umstand beflügelt seit geraumer Zeit die Phantasie der Ingenieure.

Geographie:

Die Qattara-Senke ist eine Senke der Libyschen Wüste in Ägypten und in dessen nordwestlichem Gouvernement Matruh gelegen. Ihre Fläche ist mit etwa 18.000 Quadratkilometern so groß wie Sachsen. Die maximale Länge beträgt 120 und die maximale Breite 80 Kilometer. 133 Meter unter der Meereshöhe hat die Senke nach dem Assalsee in Dschibuti den zweittiefsten Grund Afrikas. Der Boden der Senke besteht vornehmlich aus einer Salzpfanne.

Oasen von Hatiyyat Tabaghbagh und Hatiyyat Umm Kitabain:

Dieses Gebiet ist ein Mosaik von Seen, Salzwiesen, Buschland, wilden Palmenhainen und Grasland aus Desmostachya bipinnata.

Klima:

Das Klima der Senke ist arid und ein typisches Wüstenklima.

  • Niederschlagsmenge der nördlichen Senke liegt zwischen 25 mm und 50 mm; der südlichen Senke unter 25 mm
  • Temperaturen liegen zwischen 6°C und 38°C

Ägypten Klima (1)

Umwelt und Ökologie:

Bevölkerung und Klimaprobleme:

Die einzige ständig bewohnte Siedlung in der Qattara-Senke ist die Qara-Oase am westlichen Ende der Senke, mit einer Bevölkerung von rund 300. Zudem ist die Senke von nomadisch lebenden Beduinen und ihren Herden bewohnt, wobei die größte Oase der Senke, die Moghra-Oase am östlichen Ende der Senke mit einem vier Quadratkilometer großen Brackwassersee und einem schilfbewachsenen Sumpf, in Zeiten der Wasserknappheit besonders wichtig ist.

Landschaftsbild:

Am nordwestlichen und nördlichen Klippenrand der Senke befinden sich Salzsümpfe. Auch treten Salzwiesen auf und bedecken eine Fläche von fast 300 km², obwohl in einigen Gebieten der Flugsand überhand nimmt. Etwa ein Viertel (26 %) des Gebietes ist eine Salztonebene, die aus einer harten Kruste und zähem Schlamm besteht und gelegentlich geflutet wird.

Vegetation und Flora:

In sandigen Senken wachsende Akazienhaine repräsentieren die einzige permanente Vegetation. Die Akaziengehölze variieren stark in der Biodiversität und hängen zum Überleben vom Grundwasser und vom Niederschlag ab.

Fauna:

Die Senke ist ein wichtiges Biotop für Geparden, wobei die meisten Tiere im nördlichen, westlichen und nordwestlichen Teil der Depression gesehen wurden, wo die isolierten, wilden Oasen von Ain al-Qattara und Ain al-Ghazalat und viele Akazienhaine liegen.

Auch Gazellen (Gazella dorcas und Gazella leptoceros) bewohnen die Qattara-Senke, womit sie eine wichtige Nahrungsquelle für die Geparden darstellen. Die größte Gazellenpopulation existiert im südwestlichen Teil der Depression, in einem 900 km² großen Gebiet aus Feuchtland und feinem Sand, das die Oasen von Hatiyyat Tabaghbagh und Hatiyyat Umm Kitabain mit einschließt.

Weitere hier anzutreffende Tiere sind der Kaphase (Lepus capensis), der Afrikanischer Goldwolf (Canis anthus), der Rüppellfuchs (Vulpes rueppelli) und, seltener, der Fennek (Vulpes zerda).

Auch der Mähnenspringer (Ammotragus lervia) war hier einst weit verbreitet, doch mittlerweile scheint er ausgestorben zu sein; die letzten Hörner wurden 1927 gefunden. Weitere hier ausgestorbene Spezies sind die Säbelantilope (Oryx dammah), die Mendesantilope (Addax nasomaculatus) und die Nordafrikanische Kuhantilope.

Reptilien werden unter anderem durch den Ägyptischen Mauergecko (Tarentola mindiae) repräsentiert.

Geplante Umweltveränderungen durch den Menschen:

Der Umstand der Lage unter dem Meeresspiegel beflügelt seit geraumer Zeit die Phantasie der Ingenieure:

Eine Idee sah vor, das Meerwasser durch einen Kanal in die Wüste zu leiten und mit dem natürlichen Gefälle Energie zu gewinnen. Zum Glück fehlte bislang das Geld für das ökologisch bedenkliche Experiment. Stattdessen wird in der Qattara-Senke verstärkt nach Erdöl und -gas gebohrt. Und die Küste bei el-Dabba ist seit den vielen Jahren als künftiger Standort eines Atomkraftwerks im Gespräch.


barbary-sheep-1569275_1280

Der Mähnenspringer ist bereits aus der Qattara-Senke verschwunden