Aserbaidschan

Aserbaidschan ist ein Binnenstaat in Vorderasien. Zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus gelegen, grenzt er im Norden an Russland (Dagestan) – und nur hier an Europa, im Nordwesten an Georgien, im Süden an den Iran, im Westen an Armenien und – über die Autonome Republik Nachitschewan – an die Türkei. Die Exklave Nachitschewan wird vom aserbaidschanischen Kernland durch einen armenischen Gebietsstreifen getrennt. Die Hauptstadt von Aserbaidschan ist Baku, eine bedeutende Hafenstadt am Kaspischen Meer. Die Gesamtfläche des Landes beträgt 86.600 km2.

Fläche: 86.600 km²

Einwohner: ca. 9,6 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Baku (ca. 2,2 Mio. Einwohner)

Die 10 Wirtschaftsregionen von Aserbaidschan:

  • Absheron
  • Aran
  • Daghlig
  • Ganja-Gazhak
  • Guba-Khachmaz
  • Kalbajar-Lachin
  • Lankaran
  • Nakhchivan
  • Shaki-Zaqatala
  • Yukhari Garabakh

Geographie:

Aserbaidschan liegt im Kaukasus und grenzt an Russland (Dagestan), Georgien (Niederkartlien und Kachetien), Armenien und den Iran. In der Autonomen Republik Nachitschewan, die eine Exklave darstellt, besitzt Aserbaidschan eine elf Kilometer lange Grenze mit der Türkei. Die Republik Aserbaidschan liegt bei 44 bis 52 Grad östlicher Länge und 38 bis 42 Grad nördlicher Breite.

Fläche:

Aserbaidschan hat eine Fläche von 86.600 Quadratkilometern. Davon nimmt die Autonome Republik Nachitschewan 5500 Quadratkilometer ein. Circa 14 % des Staatsgebiets sind seit Anfang der 1990er Jahre von den Einheiten der Karabach-Armenierbesetzt, darunter Bergkarabach und dessen Verbindungswege nach Armenien.

Höchste Erhebung: Bazardüzü (4466 m)

Größter See: Sarısu (67 km²)

Längster Fluss: Kura (1515 km)


Landschaft:

Aserbaidschan hat Anteil am Kaspischen Kaukasus.

Gebirge:

Im Süden des Landes befindet sich der Kleine Kaukasus. An der Grenze zum Iran erhebt sich das Talyschgebirge. Der höchste Berg ist der zum Großen Kaukasus gehörende Bazardüzü mit 4466 Metern unmittelbar an der Grenze zu Russland.

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Gewässer:

Größter See ist der Sarısu mit 67 km². Die Kura (aserbaidschanisch Kür), die im Mingetschaur-Stausee zum größten künstlichen Binnensee des Landes aufgestaut wird, mündet nach 1515 Kilometern Länge in das Kaspische Meer. Der Aras bildet die Grenze zum Iran.

Flüsse:

  • Kür
  • Araz
  • Qanıx
  • Qabırlı
  • Khrami
  • Samur
  • Pirsaatçay
  • Bolgar-Chay
  • Ağstafa
  • Hekeriychay
  • Kurekchay
  • Tərtərçay
    • Ağdabançay
    • Levçay
    • Turağayçay
  • Türyançay
  • Vilesh
  • Qarqarçay

Seen:

  • Ağgöl
  • Ajinohur
  • Alagöl
  • Boyukshor
  • Göygöl
  • Hajikabul
  • Jandari
  • Maral-gol
  • Masazirgol
  • Sarysu

Stauseen:

  • Agstafachay
  • Araz
  • Jeyranbatan
  • Khanbulanchay
  • Mingachevir
  • Sarsang
  • Shamkir
  • Varvara
  • Vileshchay
  • Yenikend

Kaspisches Meer:

Das Kaspische Meer ist der größte See der Erde. Der Salzsee liegt in West-Asien und im äußersten Osteuropa ohne natürliche Verbindung zu den Ozeanen innerhalb der großen Aralo-Kaspischen Niederung. Im Norden grenzt es an Russland und Kasachstan, im Osten an Turkmenistan, im Süden an den Iran und im Westen an Aserbaidschan.

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Inseln und Halbinseln:

Zum Staatsgebiet gehören auch die Inseln Pirallahı und Cilov im Kaspischen Meer. Auf der Halbinsel Abşeron gibt es mehrere Ölfelder.

Kulturland:

Das Land ist zu 50 % von Ackerland, zu 11,5 % von Wald und zu 1,6 % von Wasser bedeckt.


Klima:

Am Rande der gemäßigten und subtropischen Klimazonen gelegen weist das Klima Aserbaidschans reliefbedingt erhebliche Unterschiede auf. In der Kura-Aras-Niederung und Abşeron-Halbinsel herrscht Halbwüsten- und Steppenklima mit 200–300 mm Niederschlag jährlich vor. In den südlichen Küstengebieten dagegen findet sich feucht-subtropisches Klima mit im äußersten Süden erheblichen Niederschlagsmengen (1800 mm, überwiegend im Winterhalbjahr). Im Gebirge herrscht alpines Klima mit ebenfalls hohen Niederschlägen (1500 mm). Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 13,1 °C.

Klimazonen:

In Aserbaidschan existieren neun der elf weltweit vorkommenden Klimazonen der Erde. Aserbaidschans Fläche entspricht in etwa der Größe Österreichs, das allerdings nur 4 Klimazonen aufweist. Aserbaidschan liegt zwar an der Grenze zwischen der gemäßigten und subtropischen Klimazone, weist aber durch die enormen Höhenunterschiede große Klimaschwankungen auf. Die extremen Wetterunterschiede beinhalten unter anderem trockenes und feuchtes subtropisches Klima, gemäßigtes Seeklima, trockenes Steppenklima, trockenes und feuchtes Kontinentalklima sowie Tundrenklima.

Klimatabellen:

Baku:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
7°C7°C10°C15°C23°C28°C31°C31°C26°C20°C14°C9°C
3°C3°C5°C9°C14°C20°C23°C23°C19°C14°C9°C5°C

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Kulturelle Zentren:

Baku:

Baku ist die Hauptstadt Aserbaidschans. Mit zwei Millionen Einwohnern in der Stadtprovinz ist Baku die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt des Landes und des gesamten Kaukasus. Die Stadt an der Küste des Kaspischen Meeres ist Verkehrsknotenpunkt sowie Wirtschafts- und Kulturzentrum mit mehreren Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theatern und Museen. Durch die Lage innerhalb eines Erdölfördergebiets ist Baku der Knotenpunkt mehrerer Erdölleitungen und besitzt einen bedeutenden Erdölhafen. Baku kann aufgrund seiner günstigen Lage an mehreren historischen Handelswegen auf eine reiche Stadtgeschichte zurückblicken. In der Altstadt, die seit 2000 den Status eines UNESCO-Welterbes hat, sind zahlreiche Paläste, Moscheen und Festungsbauten erhalten geblieben.

Baku besteht architektonisch aus drei Stadtteilen:

  • der Altstadt (aserbaidschanisch İçəri Şəhər),
  • der Gründerzeitstadt,
  • der sowjetischen Stadt.

Eine weitere bauepochale Schicht ist die postsowjetische Überbauung seit etwa 1994, die das bisher eher flache bis mittelhohe Stadtbild mit markanten Bauten, vor allem Türmen, Hochhäusern und monumentalen Landschaftsgestaltungen, z. B. Ausbau der Küstenpromenade mit riesigen öffentlichen Versammlungsstätten stark verändert hat. Dieser Vorgang ist weiter im Gange, Baku soll nach Vorstellung der herrschenden Əliyev-Familie ihre bereits herausragende Stellung in der Kaukasusregion ausbauen.

Die Altstadt liegt im Zentrum Bakus und ist gleichzeitig eine Festung. Im Jahr 2000 wurde das Viertel innerhalb der Festungsmauern zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Die meisten Mauern und Türme, die nach der russischen Eroberung 1806 verstärkt wurden, stehen seit persischer Zeit. Das Viertel mit einem Labyrinth aus engen Straßen und alten Häusern ist pittoresk. Weltberühmt sind der Palast der Khane von Schirwan, die Karawansereien, der Jungfrauenturm aus dem 11. Jahrhundert, die Bäder und die Lezgi Miski (Lesgische Moschee) ebenfalls aus dem 11. Jahrhundert. Die Altstadt hat dutzende kleiner Moscheen, oft ohne ein Zeichen, das sie von anderen Gebäuden unterscheidet.

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Gəncə:

Gəncə ist mit etwa 324.700 Einwohnern (Stand 2014) die zweitgrößte Stadt Aserbaidschans. Gəncə liegt im Nordwesten des Landes am Fuße des Kleinen Kaukasus. Gəncə ist auch der kulturelle Mittelpunkt des Gebiets (Hochschulen, Musikschule, Philharmonie). Die Stadt besitzt einige sehenswerte Moscheen.

Lənkəran:

Lənkəran ist eine Stadt im Süden von Aserbaidschan am Kaspischen Meer. In der Stadt gibt es ein historisches Museum, das wegen seiner Sammlungen und der Architektur selbst sehenswert ist. Es wurde an der Stelle des alten Khanpalastes errichtet. Es gibt eine große Moschee und nahe dieser einen Basar. In der Stadt stehen ungewöhnlich viele Panzer. Diese sind mitunter Denkmale oder auch funktionstüchtige, die am Kaspischen Meer aufgestellt sind. Nahe Lənkəran gibt es viele Sandstrände sowie Thermalquellen im 12 km westlichen Andjin. Nahe dem Dorf Ballabur finden sich dort auch die Ruinen einer gleichnamigen Burganlage. Ebenso liegen bei der Stadt die Nationalparks von Kizilagach und Gircan.

Mərdəkan:

In der Siedlung befinden sich zwei Burgen, die Viereckige Burg Mərdəkan ist dabei die größere mit einem Turm mit quadratischen Grundriss. Die kleinere Runde Burg Mərdəkanbesitzt einen runden Turm. Außerdem befinden sich im Ort zwei alte Bäder, die Heydar-Moschee und die Tuba-Shakha-Moschee, ein Theater und ein Kulturzentrum.

Mingəçevir:

Mingəçevir ist mit seiner Einwohnerzahl von 100.600 (Stand 2014) die viertgrößte Stadt Aserbaidschans.

Naxçıvan:

In der Stadt befindet sich das Momine-Chatun-Mausoleum.

Şamaxı:

Die Stadt liegt westlich von Baku am Pir-Sagat und hat etwa 37.800 Einwohner (2014). Davon sind etwa 75 % Aserbaidschaner, den restlichen Teil der Bevölkerung stellen vor allem Armenier und Russen. Şamaxı ist bekannt für seinen traditionellen TaQubanz, der Tanz von Şamaxı, der auch Ähnlichkeiten mit persischen Tänzen aufweist. Obwohl Şamaxı oft durch Erdbeben und in Schlachten beschädigt wurde, ist es reich an historischen und kulturellen Schätzen. Eines der ältesten Bauwerke ist die Djuma-Moschee, die im 10. Jahrhundert errichtet wurde.

Sumqayıt:

Sumqayıt ist eine Stadt in Aserbaidschan mit 294.500 Einwohnern (2014), rund 30 Kilometer von der Hauptstadt Baku entfernt, im Norden der Halbinsel Abşeron am Kaspischen Meer gelegen.

Xaçmaz:

In der Stadt gibt es ein Teppich-Museum und ein Museum, das der Geschichte der Region gewidmet ist, sowie einen Stadtpark.

Weiter Kulturelle Zentren:

  • Sumqayıt
  • Stepanakert
  • Şəki
  • Şirvan
  • Xırdalan
  • Şuşa
  • Naftalan
  • Khudat
  • Qusar
  • Qax
  • Ağstafa
  • Göygöl
  • Lerik
  • Yardımlı
  • Şərur
  • Quba
  • Qəbələ
  • Siyəzən
  • Khinalug
  • Nabran
  • Salyan
  • Neftçala
  • Ağcabədi
  • Martakert
  • Xocavənd
  • Qobustan
  • Beyləqan
  • Zərdab
  • Cəlilabad
  • Nəbiağalı
  • Dəliməmmədli
  • Qasım İsmayılov
  • Qovlar
  • Xocalı
  • Askeran
  • Hadrut
  • Mincivan
  • Kovsakan
  • Horadiz
  • Ağdam
  • Qaraçuxur
  • Bakıxanov
  • Göyçay

Naturlandschaften und -monumente:

Hyrcanischer Wald:

An der Kaspischen Küste von Aserbaidschan und Iran befindet sich ein riesiger gemäßigter Regenwald. Er erstreckt sich über eine Fläche von 55.000 km². Die Gewächse im Urwald sind subtropisch und orientalisch, neben den Seidenbaum, der Orient-Buche wachsen noch verschiedene Baumarten in der Region. In den Wäldern leben Braunbären, Persische Leoparden, Wölfe, Luchse, Flamingo und weitere Tierarten des Orients.

Staatliche Reservate:

  • Basut-Chay State Reserve
  • Eldar Pine State Reserve
  • Gara-Yaz State Reserve
  • Gizil-Agach State Reserve
  • Gobustan State Reserve
  • Ilisu State Reserve
  • Ismailli State Reserve
  • Pirgulu State Reserve
  • Shahbuz State Reserve
  • Shirvan State Reserve
  • Shusha State Historical and Architectural Reserve
  • Turian-Chay State Reserve
  • Qaragol State Reserve
  • Zagatala State Reserve

Nationalparks:

  • Zangezur Nationalpark
  • Ag-Gel Nationalpark
  • Shirvan Nationalpark
  • Hirkan Nationalpark
  • Altyaghach Nationalpark
  • Absheron Nationalpark
  • Shahdag Nationalpark
  • Göygöl Nationalpark
  • Samur-Yamala Nationalpark
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Kaukasus


Verwaltungsgliederung und Städte:

Aserbaidschan gliedert sich in:

  • 59 Rayons
  • 1 Autonome Republik
  • 11 Städte

Wirtschaftsregionen:

  • Absheron
  • Aran
  • Daghlig
  • Ganja-Gazhak
  • Guba-Khachmaz
  • Kalbajar-Lachin
  • Lankaran
  • Nakhchivan
  • Shaki-Zaqatala
  • Yukhari Garabakh

Städte:

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2008): Baku 2.064.900 Einwohner, Gəncə 303.268 Einwohner, Sumqayıt 265.150 Einwohner, Mingəçevir 95.453 Einwohner, Qaraçuxur 72.989 Einwohner und Şirvan (bis 2008 Əli Bayramlı) 70.220 Einwohner.


Tierwelt von Aserbaidschan:

Aserbaidschan beherbergt eine besondere Tierwelt. Sie ist eine Mischung aus europäischen, afrikanischen und asiatischen Tierarten. Hinzukommt noch das Vorfinden von extrem seltenen Tierarten.

Etwa 18.000 Tierarten – darunter 102 Säugetierarten – leben in Aserbaidschan, so zum Beispiel Braunbären, Wölfe, Wildschweine, Hirsche, Gazellen, Goldschakale, Eurasische Luchse, Leoparden und Streifenhyänen, aber auch Reptilien und Nagetiere. Die Spinnenfauna Aserbaidschans ist gut untersucht – bisher sind hier 714 Arten nachgewiesen worden (Stand 2014).

Säugetiere:

Huftiere:

  • Wildziege
  • Ostkaukasische Steinbock
  • Kropfgazelle
  • Mufflon
  • Gämse
  • Reh
  • Rothirsch
  • Wildschwein

Raubtiere:

  • Goldschakal
  • Grauwolf
  • Rotfuchs
  • Rohrkatze
  • Wildkatze
  • Eurasischer Luchs
  • Asiatischer Leon (ausgestorben seit dem 10 Jh.)
  • Persischer Leopard
  • Kaspischen Tiger (vermutlich ausgestorben)
  • Streifenhyäne
  • Europäischer Otter
  • Steinmader
  • Baummader
  • Dachs
  • Mauswiesel
  • Tigeriltis
  • Kaspische Robbe
  • Waschbär
  • Braunbär
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Persischer Leopard

Fledermäuse:

  • 27 Arten

Nagetiere:

  • 36 Arten

Spitzmäuse:

  • 6 Arten

Fische:

  • Riesenstör
  • Lachs
  • Belugastör
  • Aspius
  • Chalcalburnus
  • Aal
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Stör

Vögel:

  • 363 Vogelarten die man in über 60 Familien unterteilt

Reptilien:


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