Elephantine

Archäologen legten an der Südspitze des Eilands die Reste der uralten Siedlung frei.

Geogrpahie:

Elephantine (auch: Elefantine) ist eine Flussinsel im Nil in Ägypten. Sie erstreckt sich unterhalb des ersten Katarakts mit einer Länge von 1.200 Metern in Südwest-Nordost-Richtung und einer Breite bis zu 400 Metern in West-Ost-Richtung zwischen der kleineren Kitchener-Insel und dem östlichen Nilufer. Elephantine ist Teil der hauptsächlich am Ostufer des Nils gelegenen Stadt Assuan.

Hier am Mittellauf des Nils unterhalb des ersten Katarakts ebnete sich der Fluss zum fünften Mal durch ein Granitmassiv seinen Weg und ließ so eine Granitinsel mit einer Senke entstehen, die ursprünglich die Insel zumindest für einige Wochen während der jährlichen Nilflut in zwei Inseln teilte.

Auf dem südöstlichen Ende der Insel lag die gleichnamige Stadt.

Geologie:

Auf Elephantine befinden sich große Vorkommen von prächtigem rotgrauem Rosengranit, der im Altertum sehr wertvoll war und den Pharaonen und ihren Bauwerken vorbehalten blieb.

Klima:

Klimabedingungen in der Vorzeit:

In der Umgebung von Elephantine vermuten Klimaforscher, dass sich dort eine Savannenlandschaft befand. Hier lebten auch Elefanten.

Klimawandel in der Vorzeit:

Durch klimatische Änderungen sank zwischen Ende des 4. und Anfang des 3. Jahrtausends v. Chr. der Nilwasserpegel und die jährliche Nilfluthöhe um mehr als 5 Meter. Die zuvor erfolgte intensive Sedimentation sowie künstliche Geländeaufschüttungen und die in der Folgezeit konstant niedrigeren Nilfluthöhen haben in Verbindung mit dem einsetzenden Siedlungsbau dazu geführt, dass es seit dem Alten Reich im Normalfall keine Überflutungen mehr gab.

Elephantine erhielt durch den klimatisch bedingten neuen Status den Charakter einer „zusammengewachsenen Insel“.

Heutige Klimabedingungen:

Das Klima heute ist ein heißes Wüstenklima mit ariden Niederschlägen:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
21°C25°C30°C35°C39°C41°C41°C40°C39°C38°C28°C24°C
8°C10°C14°C19°C23°C25°C26°C26°C24°C20°C15°C11°C

Geschichte:

Schon die Siedler der Frühzeit wählten den Elefanten als Symbol, denn Elefanten (Altägyptisch: Yebu) war der Handelsplatz für Elfenbein. Noch zu Beginn des Alten Reiches, so glauben die Klimaforscher, war die Umgebung Assuans eine Savannenlandschaft, in der auch wilde Elefanten lebten, später kamen die wertvollen Zähne dann nur noch aus den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Irgendwann verlagerten sich die Handelsplatz und Siedlung auf das heutige Stadtgebiet, und Elefanten wurde zu einem reinen Tempel- und Verwaltungszentrum.

UNESCO-Weltkulturerbe:

Die Ruinen der antiken Stadt Elephantine gehören seit 1979 als Teil der „Nubischen Denkmäler von Abu Simbel bis Philae“ zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Tempel der Satet (Satis):

Ihr Heiligtum belegt die erstaunliche Kontinuität der Kultstätten. Ein in der Frühzeit zwischen zwei Granitfelsen errichteter Schrein aus Lehmziegel, innen mit blauen Fayencen geschmückt, wurde im Alten Reich zu einem Tempel erweitert. Unter Sesostris I. (ca. 1950 v. Chr.) legte man darüber einen neuen Tempel aus Kalkstein an, die Archäologen haben ihn etwas nördliche rekonstruiert. In der 18. Dynastie wurde eine neuer Tempel erschaffen mit einen Säulenumgang. Der Grund dafür war der Wasseranstieg des Nils. In der 26. und 30. Dynastie wurde der Tempel erweiterter. Die Ptolemäern bildeten erneut einen neuen Tempel. Die Römer restaurierten die Kultstätte, Christen und Muslime nutzen sie als Steinbruch.

Nilometer:

Den Wasserstand des Nils zeigten gleich zwei Messstationen an. Seit der Nilregulierung durch den Nassersee verloren die Nilometer ihren Wert. Die Anlage beim Satet-Tempel stammt aus dem 6. Jh. v. Chr. und wurde von den Römern restauriert und mit neuen Skalen versehen, 1822 wiederentdeckt und 1870 erneut in Betreib genommen. Der zweite Nilometer ein beackertes Exemplar aus der 30. Dynastie, liegt südlich der Terrasse des Chnum-Tempels. Er hat eine zusätzliche Skala, an der sich die Höhe der Nilflut über dem Niveau des Ackerlandes ablesen lässt.

Tempel des Chnum:

Der Tempel des Chnum wuchs aus einem anfangs schlichten Schrein zu dem die Insel beherrschenden Bauwerk. Von seiner weitläufigen Terrasse und einer Aussichtsplattform überblickt man die Insel und den Stadtkern von Assuan.

“ptolemäische” Kapelle:

Die Kapelle steht an der Südspitz der Insel, wo während der Versetzung die Steine des Kalabscha-Tempels lagerten. Aus jenen Ziegeln, Steinbrüchen und Relieffragmenten, für die sie in Neu-Kalabscha keine Verwendung mehr gab, bauten die Archäologen besagte Kapelle im ptolemäischen Stil.

Jahwe-Heiligtum:

Die Aramäischen Kolonie auf Elephantine bildete ein Jahre-Heiligtum. Neben dem Gott der Juden wurden auch noch Anat und Bethel verehrt.

Christliche Basilika:

Früher gab es auf der Insel auch eine christliche Basilika.

Tempel des Heqaib:

Vom Chnum-Tempel führt der Rundweg hinunter zum Tempel. In diesem fanden sich porträthafte Statuen von Heqaib und Würdenträger des Mittleren Reiches, viele sind im Kubischen Museum ausgestellt, im Tempel befinden sich Kopien.

Mythologie:

Chnum:

Chnum war ein widderköpfiger Gott. Chnum war vor allem ein Schöpfergott, der auf der Töpferscheibe sowohl Götter und Menschen als auch Tiere und Pflanzen erschuf und mithilfe eines Zauberstabes zum Leben erwecken konnte. Als Fruchtbarkeitsgott und Gatte der Heket war er Herr über Zeugung und Geburt. Chnum galt insbesondere seit dem Neuen Reich als Schutzgott von Elephantine und des Gebietes um den 1. Katarakt, weswegen sein späterer gebräuchlichster Beiname „Herr des Kataraktes“ (Neb-Qebehu) lautete.

Heqaib-Pepinacht:

Heqaib-Pepinacht, ein hoher Beamter unter Pepi II. starb ca. 2200 v. Chr. und wurde in einem der Felsengräber am Westufer bestattet. Nach seinem Tod wurde er als Heiliger verehrt und m Mittleren Reich schließlich vergöttlicht.

Satet (Satis):

Satte wurde dargestellt mit hoher Krone und zwei Antilopenhörnern. Sie wurde auf Elephantine als “Bringerin des Wassers” verehrt.


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