Skutari-Region

Der Skutarisee ist der größte See der Balkanhalbinsel und liegt im Staatsgebiet von Albanien und Montenegro. Südlich des Sees, auf albanischem Staatsgebiet, liegt die Stadt Shkodër.

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Inhaltsverzeichnis:

  1. Region um den Skadar (Skutarisee) 
    1. Skutarisee
    2. Buna-Delta
    3. Rijeka Crnojevicka
  2. Natur 
    1. Fauna
    2. Flora
    3. Naturschutz
  3. Klima
    1. Lufttemperatur
    2. Sonnenstunden
    3. Niederschlag
    4. Regentage
    5. Wassertemperatur
  4. Städte in der Umgebung
    1. Shkodër
    2. Podgorica
    3. Velipojë
  5. Orte am Seeufer
    1. Zogaj und Shirokë
  6. Naturlandschaften und -monumente
    1. Velipojë-Naturschutzgebiet
    2. Landschaften um Shkodër

Region um den Skadar (Skutarisee):

Skutarisee:

Sowohl tektonischen als auch karstischen Ursprungs, bildet der See (albanisch: Liqen i Shkodrës) ein kompliziertes hydrologisches System. Der “Bodensees des Balkans”, wie er oft genannt wird, ist mit einer Fläche von 368 km² der größte See der Balkanhalbinsel. Nach der Schneeschmelze im Frühjahr kann sich die Fläche noch um Einiges vergrößern, während sich im Sommer an den Ufern des Sees Feuchtgebiete bilden, in denen Seerosen und Orchideen wachsen. Von der Gesamtfläche des Sees gehören 149 km² zu Albanien, der Rest zu Montenegro. An seiner tiefsten Stelle wurden 60 m gemessen. Besonders interessant ist der See wegen der reichhaltigen Wasserfläche; es gibt hier allein 700 verschiedene Algenarten, außerdem 50 verschiedenen Fischsorten. Leider ist das Ökosystem inzwischen bedroht, da umliegende Hotels und Ansiedlungen ihren Abfall und ihre Abwässer in den See leiten. Eine Initiative aus der Schweiz und aus Österreich, gemeinsam mit der deutschen GIZ, versucht, die Gewässer zu säubern und die Anrainer für Umweltprobleme sensibler zu machen.

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Buna-Delta:

Ein wichtiges Naturschutzgebiet ist das Buna-Delta. Die Buna entspringt aus einer der Karstquellen im Skutarisee, fließt bei Shkodër in den Drin und nach etwa 40 km in die Adria. Im Frühjahr, wenn sich durch die Schneeschmelze riesige Wassermassen aus den Nordalbanischen Alpen in den Drin stürzen, ändert die Buna ihre Fließrichtung und wird in den Skutarisee zurück gedrängt. Die beiden unbewohnten Inseln im Buna-Delta, die montenegrinische Insel Ada und die Franz-Joseph-Insel im albanischen Teil des Sees, wurde durch Schwemmland gebildet.

Rijeka Crnojevicka:

Dieser Fluss wird vom Skutarisee gespeist, dem größten See der Balkanhalbinsel und einem der fünf wichtigsten Winterquartiere für Vögel in Europa. Obwohl der See als Weltnaturerbe, Nationalpark und „Natura-2000“, Gebiet geschützt ist und auf der Ramsar-Liste schätzenswerter Feuchtgebiete steht, ist er aktuell durch Pläne für Wasserkraftwerke an seinen Zuflüssen ernsthaft gefährdet.

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Natur:

Das Seebecken ist ein sensibles Ökosystem, das über 20 endemischen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bietet.

Fauna:

Die Tierwelt ha sich bis heute ungestört entwickeln können. Im See hat man 65 verschiedene Fischarten gezählt, in der umliegenden Landschaft mehr als zweihundert Vogelarten. Der Skutari-Wasserfrosch, der in der ganzen näheren Region vorkommt, wurde nach dem See benannt. Die Wasserfrösche werden für die Nahrungskette im See als wichtig eingestuft. Wichtig ist der Skutarisee als Rast- und Brutplatz für Zugvögel aus Nordeuropa. Sie überwintern am See oder nutzen ihn im Frühjahr auf ihrem Zug als Rastplatz. Der Krauskopfpelikan nistet seit 2014 wieder am Skutarisee.

Flora:

Auf den Wiesen wachsen zahlreiche Heilkräuter, vor allem Salbei ist sehr verbreitet.

Naturschutz:

Da der See für Zugvögel ein sehr bedeutender Rastplatz ist, haben sich einige NGOs sowie die deutsche GIZ und EuroNatur mit einigem Erfolg für seinen Schutz eingesetzt.

Der montenegrinische Teil des Skutarisees wurde 1983 zum Nationalpark erklärt und 1996 in die internationale Ramsar-Liste schützenswerter Feuchtgebiete aufgenommen. 2005 wurde auch der albanische Teil als Naturreservat unter Schutz gestellt.

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Klima:

Das Klima ist sub-mediterran geprägt. Neben milden und regenreichen Wintern, in denen die Temperatur kaum unter 5 °C sinkt, gibt es heiße und trockene Sommer mit Tageshöchsttemperaturen von über 40 °C. Die Wassertemperatur schwankt zwischen 7,3 °C im Winter und 27,2 °C im Sommer.

Lufttemperatur:

Shkodër:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
10°C11°C15°C19°C25°C30°C33°C33°C28°C22°C15°C10°C
2°C3°C6°C10°C15°C18°C21°C21°C17°C12°C7°C4°C

Sonnenstunden:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
4 h5 h6 h8 h9 h11 h12 h11 h9 h7 h4 h3 h

Niederschlag (mm):

Albanien

Regentage:

Albanien 2

Wassertemperatur:

Jan.
Feb.
Mär.
Apr.
Mai.
Jun.
Jul.
Aug.
Sep.
Okt.
Nov.
Dez.
6°C7°C12°C18°C24°C26°C28°C28°C24°C20°C12°C7°C

Städte in der Umgebung:

Shkodër (Albanien):

Shkodër ist mit etwa 100.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Albaniens nach Tirana und Durrës. Zweifelsohne ist sie einer der interessantesten Stadt in Albanien. In den letzten Jahren der Regierung der Sozialistischen Partei ist dort wenig unternommen worden, um das Stadtbild und die Infrastruktur zu verbessern. Doch seit im Jahres 2006 der grenzüberschreitende Tourismus mit Montenegro eingeführt wurde, hat sich das gesamte Stadtbild sehr positiv verändert.

Auf einem Hügel steil über der Buna zwischen den Flüssen Buna und Drin liegt die Burgruine Rozafa. Ihre Ursprünge gehen auf die vorrömische Zeit der Illyrer zurück. Die Burg hat bis in die Neuzeit die Geschicke der Stadt bestimmt. Ihre Lage erlaubte, wichtige Verkehrswege auf dem Fluss und an Land sowie später die Brücken zu kontrollieren, und bot über Jahrtausende Sicherheit. Mit Ausnahme der Befestigungsmauer sind die meisten Gebäude der Burg zerstört. Bis zur Niederlage der türkischen Truppen im Jahr 1913 wurde sie noch militärisch genutzt. Am nördlichen Fuß des Burgbergs lag über Jahrhunderte auf einem schmalen Uferstreifen das Basarviertel Shkodras. Hier befindet sich auch die Buna-Brücke und eine Anlegestelle für die Buna hochkommende sowie den See querende Schiffe. Ab ca. 1770 setzte eine Verlagerung des Stadtzentrums weg vom Basar rund zwei Kilometer nach Osten in die Ebene am Seeufer ein, so dass die Stadt bald über zwei komplett voneinander getrennte Teile verfügte. Ein drittes Viertel lag südöstlich des Burghügels am Ufer des Kir. Nach den Erdbeben von 1815 und 1837 veränderte sich aber der Lauf des Drins, der zuvor nicht in die Buna, sondern direkt ins Meer mündete, und das Tabak-Viertel wurde in der Folge regelmäßig überflutet. Die Bleimoschee, das bedeutendste Gebäude im heute sehr ländlich geprägten Viertel, war schon nach dem Ersten Weltkrieg ungenutzt. Die Bedeutung des Basarviertels nahm spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls ab, so dass von der historischen Substanz in den 1980er Jahren nichts mehr zu sehen war. Das heutige Stadtbild ist noch immer von trostlosen Wohnblöcken aus kommunistischer Zeit, weiten Straßen, aber auch verwinkelten Gassen mit hohen Hofmauern geprägt. Im Zentrum sind in jüngster Zeit einige neue Hochhäuser und Gotteshäuser entstanden. Ein zentraler Strassenzug mit historischen, städtischen Häusern wurde wiederhergestellt und zu einer Fußgängerzone umgestaltet. Am Ort des alten Basarviertels wurde eine neue Einkaufspassage erstellt. Das Niemandsland zwischen Burg und heutiger Stadt ist seit dem Ende der 1990er allmählich mit neuen Dienstleistungs- und Handelsgeschäften überbaut worden. Einige Kilometer nordöstlich findet sich die osmanische Brücke Ura e Mesit aus dem 18. Jahrhundert.

Podgorica (Montenegro):

Podgorica ist das kulturelle Zentrum von Montenegro. Das Montenegrinische Nationaltheater, das Stadttheater, das Kindertheater, das Puppentheater und viele kleinere Theater sind hier beheimatet. Das Stadtmuseum, das Naturhistorische Museum und die Galerien Dvorac Petrovića und Perjanički dom sind die bekanntesten Ausstellungsorte. Die Architektur der Stadt besteht infolge ihrer bewegten Vergangenheit aus einer Mischung verschiedener Stilrichtungen. Auf Grund der Jahrhunderte währenden Herrschaft der Osmanenist der türkische Einfluss prägend für die Stadt, wie man an den Moscheen in den Stadtteilen Stara Varoš und Drač erkennt. Der Wiederaufbau nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg orientierte sich stärker an europäischen Einflüssen. In der Zeit des sozialistischen Jugoslawiens wurden große Wohnblöcke erbaut. Erst in den späten 1990ern begann eine modernere Architektur in Podgorica Fuß zu fassen. Verglaste Appartementhäuser und Bürogebäude wurden erbaut. Es begann ein Bauboom, der seit der Unabhängigkeit 2006 noch zugenommen hat. Heute sind die Wahrzeichen der Stadt die orthodoxe Kirche Hristovog Vaskrsenja(Auferstehungskirche) und die Millennium-Brücke über den Fluss Morača, die am 13. Juli 2005 eröffnet wurde. Besonders sehenswert:

  • Trg Republike, der zentrale Platz Podgoricas
  • Serbisch-orthodoxe Auferstehungskathedrale
  • Uhrturm (Sahat Kula)
  • Millennium-Brücke
  • Moskauer Brücke
  • Most Blaža Jovanovića, die meistfrequentierte Brücke der Stadt
  • Adži-paša’s-Brücke, die älteste Brücke in Podgorica
  • Zitadelle von Podgorica
  • Toranj na Dajbabskoj Gori, 55 Meter hoher Aussichtsturm

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Velipojë:

Die Region Velipojë mit dem 13 km langen Sandstrand und dem umliegenden Naturschutzgebiet liegt an der Adriaküste, etwa 30 km von Schkodër entfernt.


Orte am Seeufer:

Zogaj und Shirokë:

Am Ufer des Skutari, laden die beiden idyllischen Orte nach einem anstrengenden Tag in Shkodër zur Erholung ein. Nicht mehr als etwa zehn Kilometer von Shkodër entfernt, erreicht man Zogaj und Shirokë bequem mit dem Taxi oder mit dem eigenen Wagen.


Naturlandschaften und -monumente:

Velipojë-Naturschutzgebiet:

Velipojë ist nicht nur der Name der Region, sondern auch des etwa 700 ha großen Naturschutzgebietes und der Lagune, die sich durch die Schlammablagerungen von Buna und Drin gebildet und eine einzigartige Naturlandschaft gebildet hat, in der viele Zugvögel auf ihrer Winterrreise nach Afrika Rast machen oder auch hier im Winter überleben. Leider ist dieses Gebiet auch für Jäger sehr beliebt.

Landschaften um Shkodër:

Die Stadt erstreckt sich über etwa 1150 ha im Nordwesten Albaniens in einer Tiefebene um den Skutari, der größtenteils zu Montenegro gehört. Die Tiefebene um Shkodër wird unterteilt in “Nenshkodër” und “Mbishkodër”, das hügelige Vorland der Albanischen Alpen. Im Nordosten begrenzen die hohen Gipfel des Malësia e Mathe, das Albanischen Hochgebirges, die Ebene. Mehrere Flüsse, der Drin, die Buna und der Kiri, bewässern die Ebene und ermöglichen nicht nur vielfältige Landwirtschaftliche Produktion, sondern bieten auch touristische Attraktionen. Der Drin hat zwei Quellen, eine davon liegt im Kosovo. Sie bildet die Weißen Drin. Der Schwarze Drin kommt aus dem Ohridsee. Beide Flüsse fließen bei Kukës zusammen und bilden den mit 282 km längsten und wasserreichsten Fluss Albaniens. Er fliesst bei Shkodër in die Buna und dann in die Adria.


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