Republik Tuwa

Die Republik Tuwa ist eine zur Russischen Föderation gehörende autonome Republik im südlichen Teil von Sibirien. Tuwa, das frühere Urjanchai, war von 1921 bis 1944 als Tuwinische Volksrepublik formal unabhängig.

Föderationskreis: Sibirien

Fläche: 168.604 km²

Einwohnerzahl: ca. 308.000 Einwohner

Hauptstadt: Kyzyl (Kysyl)

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Der Altai von der Mongolischen Seite aus


Geographie:

Die Republik Tuwa grenzt im Süden an die Mongolei. Ihr zentraler und westlicher Teil liegen auf der Tuwinischen Hochebene. Diese wird im Norden begrenzt von den Gipfeln des Westlichen Sajangebirges, im Westen vom Altai und im Süden vom Tannu-Ola-Gebirge. Höchster Berg ist mit 3970 m der Mongut Taiga, größter Fluss ist der Obere Jenisssei.

Grenzen:

Tuwa liegt im Süden Russlands an der nordwestlichen Grenze der Mongolei und ist eingerahmt von den Gebirgen Westlicher Sajan im Norden, Tannu-ola im Süden und dem Altai im Westen.

Flüsse:

Wichtigster Fluss ist der Jenissei, dessen rechter Quellfluss Großer Jenissei (Bii-Chem) in der Republik entspringt. Dieser vereinigt sich bei Kysyl mit dem Kleinen Jenissei (Kaa-Chem), der den Südwesten der Republik durchfließt und aus zweien aus der Mongolei kommenden Quellflüssen entsteht.

Seen:

Es gibt etwa 6700 größere und kleinere Seen. Die meisten liegen im Todscha-Becken (auch Todscha-Senke).

Gebirge:

Das Gebiet von Tuwa kann aufgeteilt werden in ein östliches gebirgiges und ein westliches flaches Territorium, eingerahmt von Westsajan und Tannu-ola. Die ebenen Steppen von Tuwa liegen auf 520–1200 m über NN. Der höchste Berg ist der Mongun-Taiga mit 3976 m über dem Meeresspiegel.

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Klima:

Das Klima ist kontinental.

Das Klima ähnelt dem der trockenen Regionen in der Republik Altai.

Temperaturen:

Die Durchschnittstemperaturen im Januar betragen −45 °C bis −28 °C. Die durchschnittliche Temperatur im Juli beträgt um die 20 °C, oft ist es sehr heiß bis um 30 °C herum.

Niederschlag:

Es regnet sehr selten im Sommer und schneit nur wenig im Winter. Die Menge der Niederschläge ist unbedeutend: 200–300 mm (in den Gebirgen 400–600 mm) im Jahr.

Sonnentage:

In Tuwa gibt es ca. 300 Sonnentage im Jahr.

Lufttemperatur der Stadt Kyzyl:

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Kulturelle Zentren:

Kyzyl:

Kyzyl ist die Hauptstadt der Republik Tuwa und gleichzeitig geographischer Mittelpunkt Asiens ist Kysyl mit 114.000 Einwohner. Die Stadt liegt am Ursprung des Jenissej aus der Vereinigung zweier Bergflüsse. In Kyzyl herrschen vier Stunden Unterschied zur Moskauer Zeit. Es liegt 4668 km östlich von Moskau in 630 m Höhe über dem Meeresspiegel.

Tal der Zaren:

1998 wurde im Tal der Zaren in Tuwa ein unversehrter Skythen-Grabhügel (Arschan-2) aus dem 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr. identifiziert und vermessen und bis 2003 vollständig freigelegt. Die Funde werden von der Eremitage in Sankt Petersburg untersucht und restauriert.

Festung Por-Baschyn:

Am Oberlauf des großen Jenissei, auf der Insel des Sees Tere-Chol, liegt die Festung Por-Baschyn (Пор-Бажын), entstanden vor mehr als 1200 Jahren in der Mitte des achten Jahrhunderts in der Zeit des Uighuren-Khaganats. Die Festung mit bis zu 10 m hohen Wällen umfasst eine Fläche von 3,5 ha an der Grenze zur Mongolei. Die Festung zählt zu den historisch und kulturell bedeutsamen Objekten auf dem Gebiet der Russischen Föderation.

Dörfer der Altgläubigen:

Bei Erschei, einem kleinen Dorf am Kleinen Jenissei etwa 140 km südöstlich von Kysyl, liegt eines der Dörfer der Altgläubigen, die von den Tuwinern „Kerschaki“ genannt werden.


Kultur aus der Republik:

Kehlgesänge:

Ein besonderes „Markenzeichen“ der tuwinischen Kultur ist der dort gepflegte Kehlgesang (tuwinisch: Khöömei für Kehle), die höchste Stufe des Obertongesangs (tuwinisch: Sygyt), wobei gleichzeitig mehrere Töne angestimmt werden, und Untertongesang (tuwinisch: Kargyraa). Ein bekannter Vertreter dieses speziellen Gesangs und der tuwinischen Musik ist die Gruppe Huun-Huur-Tu. Durch die Präsentation dieser Gesangskunst unter anderem durch diese Musikgruppe in Konzerthallen wie der New Yorker Carnegie Hall erreicht die Kultur Tuwas auch die westliche Gesellschaft.

Schamanen:

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion lebt auch der Schamanismus wieder auf. In Kysyl und in anderen Ortschaften betreiben heute Schamanen und Schamaninnen mehrere schamanische Kliniken als Gemeinschaftspraxis. Die wichtigste davon ist “Dungur” (tuwinisch für “Trommel”).

Buddhismus:

Tuwa hat eine alte lamaistisch-buddhistische Tradition. Im September 1992 besuchte der 14. Dalai Lama Tuwa.

Nationalsport:

Der Nationalsport der Tuwiner am Oberlauf des Jenissei ist das Ringen, wie auch sonst mit den Mongolen weitgehende kulturelle Gemeinsamkeiten bestehen.

Theater:

Das tuwinische Theater feierte 2006 sein 70-jähriges Bestehen und den hundertsten Geburtstag seines Gründers, Schauspieler und Theaterschriftsteller Wiktor Kok-ool.


Städte:

Die Republik Tuwa gliedert sich in 17 Koschuune (entsprechen den Rajons der anderen Föderationssubjekte) und zwei Stadtkreise.

Stadttypen:

In der Hauptstadt Kysyl lebt ein Drittel der Einwohner der Republik. Kysyl ist die einzige Großstadt Tuwas; es gibt weitere vier Kleinstädte sowie eine Siedlung städtischen Typs.

Größten Städte:

  1. Kysyl
  2. Kaa-Chem
  3. Ak-Dowurak
  4. Schagonar
  5. Tschadan
  6. Turan

Naturlandschaften und -monumente:

Todscha-Becken:

Das Todscha-Becken (auch Todscha-Senke) befindet sich im Nordosten der russischen Republik Tuwa im Süden von Sibirien. Die Beckenlandschaft erstreckt sich im Verwaltungsbezirk Todschinski. Sie wird von den beiden rechten Nebenflüssen des Großen Jenissei, Chamsara und Toora-Chem, entwässert. Das Todscha-Becken wird vom Ostsajan im Norden und dem Akademika-Obrutschewa-Gebirge im Süden eingerahmt. Die Längsausdehnung beträgt etwa 150 km. Die Höhe variiert zwischen 800 m im Westen und 1800 m im Osten. Das Relief weist niedrige Berge mit Mittelgebirgscharakter auf. Im Westen befindet sich hügeliges Flachland. Zahlreiche Seen (die größten sind der Todscha-See, der Many-Chol und der Kadysch) kommen im Todscha-Becken vor. Die Vegetation besteht hauptsächlich aus Taiga (Lärchen, Sibirische Zirbelkiefern und Fichten). Im westlichen Teil des Todscha-Beckens kommen Birkenwälder sowie Riedgrasvegetation vor.

Todscha-See:

Der Todscha-See ist ein See im Nordosten der zu Russland gehörenden Republik Tuwa in Zentralasien. Der Todscha-See ist namensgebend für das so genannte Todscha-Becken (auch Todscha-Senke), einer Niederung nordöstlich des Tuwinischen Beckens. Hauptzufluss des Sees ist der Asas, der in sein Nordostufer mündet. Im Westen verlässt der 34 km lange Toora-Chem den See und fließt dem Großen Jenissei zu, in welchen er bei der gleichnamigen Ortschaft Toora-Chem mündet.Der See besitzt neun Inseln, von denen Ulug Ortuluk die größte ist. Der Todscha-See hat im Mittel eine Fläche von 51,6 km². Sein Wasserspiegel liegt auf einer Höhe von 944 m. Er schwankt über das Jahr hinweg um 1,4 km. Im März hat er üblicherweise seinen tiefsten, im Juni seinen höchsten Wasserstand.Anfang November gefriert die Wasseroberfläche. In der zweiten Monatshälfte im Mai bricht die Eisdecke wieder. Im Sommermonat Juli erreicht die Wassertemperatur an der Seeoberfläche bis zu 19 °C.

Ostsajan:

Der Ostsajan (auch Östlicher Sajan) ist ein Gebirgszug im Süden von Sibirien. Der Ostsajan wird gelegentlich mit dem südwestlich abzweigenden Westsajanzum „Sajangebirge“ zusammengefasst. Er erstreckt sich über eine Länge von 1000 km von der Region Krasnojarsk im Westen, über die Oblast Irkutsk, den nordöstlichen Teil der Republik Tuwa, den südlichen Teil von Burjatien bis an das südliche Ufer des Baikalsees und zur Mongolei im Osten. Der Gebirgszug wird durch einen Grabenbruch in zwei Teile gegliedert: einen im späten Präkambrium entstandenen Teil im Nordosten und einem aus der frühen Kaledonischen Orogenese stammenden Südwestteil.

Akademika-Obrutschewa-Gebirge:

Das Akademika-Obrutschewa-Gebirge befindet sich im Nordosten der russischen Republik Tuwa in Südsibirien. Der Gebirgszug erstreckt sich über eine Länge von 250 km in WNW-OSO-Richtung zwischen den Flussläufen von Großem und Kleinem Jenissei. Er trennt dabei das nördlich gelegene Todscha-Becken vom Ulug-Chem-Becken (östlicher Teil des Tuwinischen Beckens) im Süden. Das Gebirge bildet den zentralen Teil des Osttuwinischen Hochlands.

Sajano-Schuschensker-Stausee:

Der Stausee liegt in der Republik Chakassien, der Region Krasnojarsk und der Republik Tuwa im Süden Mittelsibiriens. Stausee und Kraftwerk wurden nach dem umliegenden Westsajan-Gebirge sowie dem insbesondere in der sowjetischenPeriode symbolträchtigen Ort Schuschenskoje benannt, in dem sich Staatsgründer Lenin von 1897 bis 1900 in der Verbannung befand. Schuschenskoje liegt jedoch flussabwärts knapp 70 km Luftlinie von der Staumauer entfernt im Gebirgsvorland.

Tuwinische Steppe:

In der Tuwinischen Steppe leben Nomaden mit Trampeltieren. Die Steppe liegt nahe der Grenze zur Mongolei.

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